Fundstück: Stücke. Mülheimer Theatertage 2018

„Am Königsweg“
von Elfriede Jelinek. Foto: Arno Declair

Zurzeit finden vom 12. Mai bis zum 02. Juni die Mülheimer Theatertage NRW 2018 statt. Das jährlich stattfindende Theaterfestival in Mülheim an der Ruhr zählt zu den bedeutendsten Veranstaltungen der Gegenwartsdramatik im deutschsprachigen Raum. Insgesamt sieben Stücke werden in der Mülheimer Stadthalle, im Theater an der Ruhr und im Ringlokschuppen gezeigt. Die Besonderheit der Mülheimer Theatertage: Die dramatischen Texte stehen im Mittelpunkt des Festivals, nicht die Inszenierungen. Immer wenn möglich werden in Mülheim die Stücke in der Inszenierung der Uraufführung gezeigt.

Die Themenpalette der Stücke ist wie gewohnt auch dieses Mal sehr breit. So handelt die Komödie „Homohalal“ des syrischen Dramatikers Ibrahim Amir davon wie Geflüchtete zwanzig Jahre nach der sogenannten „Flüchtlingskrise“ von 2015 in Deutschland leben. In einer dystopischen Welt spielt das Stück „paradies spielen (abendland. ein abgesang)“ von Thomas Köck. Elfriede Jelinek ist in diesem Jahr ebenso vertreten mit ihrem Stück „Am Königsweg“, das im Zuge der US-Wahlen im Jahr 2016 entstanden ist.

Im Anschluss an die letzte Vorstellung des Festivals (Samstag, 02.06.) findet die Jurydebatte zur Vergabe des Mülheimer Dramatikerpreises 2018 statt. Die Debatte ist öffentlich zugänglich und wird live im Internet übertragen. Mitte Juni werden schließlich die Gewinner des diesjährigen Mülheimer Dramatikerpreises geehrt. Für die Stücke „Versetzung“ von Thomas Melle (Donnerstag, 31.05.) und „paradies spielen (abendland. ein abgesang)“ von Thomas Köck (Freitag, 01.06 und Samstag, 02.06) gibt es noch Karten im Vorverkauf und an der Abendkasse.

Fundstück: Neues Netzwerk der Literatur

Das Netzwerk plant viele Veranstaltungen rund um die Literatur im Ruhrgebiet. Bild: CCO pixabay

In der vergangenen Woche hat sich im Essener Kulturzentrum Grend ein Netzwerk für literarische Akteure im und aus dem Ruhrgebiet gegründet. Es umfasst momentan 30 Stiftungen, Festivals und Einrichtung aus dem Ruhrgebiet wie beispielsweise das Bochumer Krimiarchiv, das Westfälische Literaturbüro in Unna oder das Dortmunder Fritz-Hüser-Institut.

Das Netzwerk bietet einerseits einen Austausch der verschiedenen Akteure und möchte andererseits die literarische Szene innerhalb des Ruhrgebiets sichtbar und öffentlich machen. Hierfür sollen unter anderem ein gemeinsames Dachmarketing eingerichtet, aber auch verschiedene Veranstaltungen im Ruhrgebiet organisiert werden. Das Netzwerk möchte dabei kontinuierlich wachsen.

Fundstück: Ein Buchladen, der zum Verweilen einlädt

Der neue Buchladen von Correctiv in Essen. Bild: Niklas Ruddigkeit

Schmökern, stöbern, diskutieren – und das alles bei einem guten Kaffee. Dafür gibt es seit Ende Januar einen neuen Treffpunkt mitten in der Essener Innenstadt. Keine fünf Minuten vom Essener Hauptbahnhof entfernt, hat das gemeinnützige Recherchezentrum Correctiv einen Buchladen eröffnet. Dieser soll – anders als gewöhnliche Buchläden – zur Ideenschmiede, zum Ort des Austauschs und der Begegnung werden.

Daher finden im Buchladen regelmäßig verschiedene Veranstaltungen statt. Von Lesungen über Diskussionen bis hin zu Schreib-Workshops. So wurde der Laden mit einer Lesung des neuen Correctiv-Chefredakteurs Oliver Schröm und seines Co-Autors Niklas Schenck über die deutsche „Krebs-Mafia“ eröffnet. In den kommenden Wochen wird Can Dündar anlässlich einer Veranstaltung von Özgürüz , der türkischsprachigen Redaktion von Correctiv, in Essen erwartet.

Der Buchladen befindet sich in der Akazienallee 8-10 und hat montags bis freitags von 10-18.30 Uhr geöffnet. Samstags, „falls einer da ist“. So steht es an der Tür.

Kritik an der lit.RUHR

lit.RUHR
Das Ruhrgebiet ist nicht nur für Hochöfen und Stahl bekannt. Auch die Literaturszene kann sich sehen lassen. Foto: Pixabay.

Letzte Woche kündigte Digitur die lit.RUHR, einen Ableger der lit.Cologne im Ruhrgebiet, mit Vorfreude an. Doch schnell erreichten die Redaktion erste kritische Kommentare zu dem fünftägigen Literaturfestival. Dabei geht es nicht um die lit.RUHR als Event an sich – dass hier vermutlich interessante Autoren auftreten werden, das will niemand bestreiten. Doch die Art und Weise, wie die lit.RUHR auf den Weg gebracht wurde und wie sie der Öffentlichkeit präsentiert wird, stört viele Mitglieder der Literaturszene im Pott – denn fast erscheint es so, als würde es hier bisher gar keine Literaturszene geben. Dass es im Ruhrgebiet auch vor dem Festival schon viele Literaturveranstaltungen mit namenhaften Autoren gegeben hat, scheint vernachlässigt zu werden. Besonders aktive Organisatoren solcher Veranstaltungen sind in Essen Beate Scherzer von der Buchhandlung Proust und Norbert Wehr von der Literaturzeitschrift Schreibheft. Wir haben die beiden zu ihren Bedenken gegenüber der lit.RUHR befragt. Weiterlesen „Kritik an der lit.RUHR“

Großartige News für alle Literaturfans im Ruhrgebiet

Lit.RUHR Logo
Nach der lit.COLOGNE kommt die lit.RUHR                              Bild: https://lit.ruhr/de

Die Veranstalter des internationalen Literaturfestes lit.COLOGNE weiten ihr Angebot in diesem Jahr aus und starten mit der lit.RUHR ein ähnliches Programm erstmals im Ruhrgebiet. Dies gab der gemeinnützige Verein und Veranstalter lit e.V. am Donnerstag bekannt.  Weiterlesen „Großartige News für alle Literaturfans im Ruhrgebiet“

Fundstück: Lukas Bärfuss als Poet in Residence

Der Schweizer Autor Lukas Bärfuss ist diese Woche als Poet in Residence an der Universität Duisburg-Essen zu Gast, Bild: CC BY-SA 4.0 Caro­lin Ter­horst
Der Schweizer Autor Lukas Bärfuss ist diese Woche als Poet in Residence an der Universität Duisburg-Essen zu Gast. Bild: CC BY-SA 4.0 Caro­lin Ter­horst

Die vor mehr als vierzig Jahren ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe „Poet in Residence“ gilt längst als Institution an der Universität Duisburg-Essen. In dieser Woche ist der Schweizer Autor Lukas Bärfuss zu Gast in Essen, der sich damit in die Liste namhafter Autoren einreiht, zu der u.a. Literatur-Größen wie Martin Walser, Bernd Jaumann, Friedrich Ani, Kathrin Röggla, oder im vergangenen Wintersemester Klaus Modick, zählen.

In seiner Vortragsreihe Credo, die an Das Credo eines Dichters von Jorge Luis Borges angelehnt ist, spricht Bärfuss noch bis Mittwoch u.a. „über den literarischen Anspruch, über die Faulheit, die jedem Anspruch im Wege steht und (…) ferner über die Frage, wie der Klang zum Inhalt steht.“ Abschließend wird der Autor am Donnerstag aus seinem Roman Koala lesen, für den er u.a. mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde. Die Lesung findet um 18 Uhr im Casino an der Universität statt (Reckhammerweg 3).

Fundstück: SchriftStellen

Screenshot von www.schriftstellen.com
Screenshot von www.schriftstellen.com

Endlich steigen die Temperaturen, der Sommer naht – die Zeit, um mit einem guten Buch vor dem Kamin zu sitzen, ist vorbei. Wer gerne Literatur erleben und trotzdem draußen die Region erkunden möchte, der könnte sich am aktuellen Projekt des Literaturbüros NRW erfreuen: SchriftStellen lädt ein auf eine Entdeckungstour durch Düsseldorf, um wichtige literarische Schauplätze der Stadt kennenzulernen. Fällt einem auf seinem Spaziergang das gelbe Icon ins Auge, befindet man sich an einem wichtigen Ort literarischem Schaffens. Durch das Einscannen des zugehörigen QR-Codes mit dem Smartphone erfährt man, welche SchriftstellerIn an dieser Stelle gewirkt hat. Zusätzlich bekommt man einen akustischen Eindruck des Werkes – die Düsseldorfer Schauspieler Claudia Hübbecker und Moritz Führmann haben wichtige Texte der AutorInnen eingesprochen.

Nebenjob: Verlagsleitung

Lesung von "Struktur, Tapete" am 21.11.2015 v.l. HerrTapete, Nicholas Wieling, Lars Hannig, Jennifer Günther, Caroline Königs, Stephanie Keunecke, Natascha Herkt
Lesung von „Struktur, Tapete“ am 21.11.2015
(v.l. HerrTapete, Nicholas Wieling, Lars Hannig, Jennifer Günther, Caroline Königs, Stephanie Keunecke, Natascha Herkt) Bild: Ruhrliteratur

Im Juni 2015 gründete Stephanie Keunecke den unabhängigen E-Book-Verlag Ruhrliteratur. Im Interview mit Digitur erzählt die junge Unternehmerin von der Gründung des Verlags, den Hürden auf dem Weg zur Selbstständigkeit und dem Spagat zwischen Studium und Arbeitsalltag.

Weiterlesen „Nebenjob: Verlagsleitung“

Fundstück: Reden von Morgen

Twitter, Facebook, WhatsApp, Google – was passiert mit unseren Daten und wer profitiert davon? CC-BY-NC-SA 4.0 Lisa-Marie Reingruber
Twitter, Facebook, WhatsApp, Google – was passiert mit unseren Daten und wer profitiert davon? CC-BY-NC-SA 4.0 Lisa-Marie Reingruber

Twitter, Facebook, WhatsApp, Google – dies sind nur einige der Dienste, die wir täglich,  meist ohne viel darüber nachzudenken, nutzen. Doch wo landen unsere Tweets und die Fotos, die wir mit unseren Freunden teilen? Ökonom und Autor Hannes Grassegger erörtert in seinem Vortrag „Das Kapital bin ich: Schluss mit der digitalen Leibeigenschaft!”, der am 15. März 2015, 11:00 – 13:00 Uhr im Café Central stattfindet, was mit den Informationen, die wir diesen Plattformen mehr oder weniger freiwillig anvertrauen, passiert und wie die großen Unternehmen der IT-Branche damit Geld verdienen. Das Schauspiel Essen präsentiert die Vortrags- und Diskussionsreihe REDEN VON MORGEN in Kooperation mit der Volkshochschule Essen. Der Eintritt bei allen Veranstaltungen ist frei.

Das East End am Bildschirm erleben – Urban Journalism digital

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the gentle author bloggt im und über das East End CC BY-NC 2.0 Ville Miettinen

Immer mehr Blogs beschäftigen sich mit klar abgegrenzten urbanen Räumen. Eines davon ist Spitalfields Life, das Historie und alltägliches Leben in Londons East End dokumentiert und so selbst zu einem Stück britischer Geschichtsschreibung geworden ist. Weiterlesen „Das East End am Bildschirm erleben – Urban Journalism digital“