„Beschäftigung mit Literatur ist vielleicht gar nicht so dumm“ – Michael Sommer im Interview

Das Darstellerensemble von „Der Hobbit“ besteht aus vielen Playmobilfiguren, bei denen besonders die Zwerge sich nur durch Kleinigkeiten voneinander abheben. Bild: Michael Sommer

Auf seinem YouTube-Kanal Sommers Weltliteratur to go erweist der Dramaturg, Regisseur und Autor Michael Sommer Playmobilfiguren ein Maß an Aufmerksamkeit, das selbst von Kindern nicht übertroffen werden kann. Denn die kleinen Spielfiguren sind Teil seines Darstellerensembles und aus diesem Grund wöchentlich für die Inszenierung eines Werkes der Weltliteratur im Einsatz (Digitur berichtete). Aber welche Meinung vertritt Sommer selbst gegenüber Literatur? Im Interview mit unserer Redakteurin Annika Vahle steht der gebürtige Nordhesse Rede und Antwort, was unter anderem seine persönlichen Vorlieben, den Unterschied zwischen deutschem und englischem Schrifttum sowie die zukünftige Position der Literatur in Zeiten des digitalen Wandels betrifft.
Weiterlesen „„Beschäftigung mit Literatur ist vielleicht gar nicht so dumm“ – Michael Sommer im Interview“

Kein Sommer ohne Bücher! Teil 2

Sonne, Kaffee und ein gutes Buch: Für viele ist das Entspannung pur. Bild: CCO pixabay

Endlich haben sich die Temperaturen wieder etwas abgekühlt und man muss sogar überlegen, für welche Jacke und welches T-Shirt man sich entscheidet. „Oder doch lieber der dünne Pulli? Nachher ist es zu kalt draußen und ich friere.“ Zwischen 18 und 21 Grad, klar, das sind nach den letzten Wochen für viele momentan eisige Temperaturen. Da hilft wohl nur der Zwiebellook. Aber keine Sorge: Die nächste Hitzewelle steht schon in den Startlöchern. Dieses Mal sind zumindest die Jüngeren in freudiger Erwartung. Kein Wunder, beginnen in den meisten Bundesländern Deutschlands derzeit die Sommerferien. Und welche Bedeutung das Wort ‚Sommerferien‘ trägt, wissen schon die Kleinen: frei, Unternehmungen und am besten noch Urlaub. Ein gutes Buch darf da nicht fehlen. Deshalb geht’s hier direkt weiter mit unseren Literaturempfehlungen für die heißen Tage:

Weiterlesen „Kein Sommer ohne Bücher! Teil 2“

Kein Sommer ohne Bücher! Teil 1

Was im Sommer nicht fehlen darf? Ein gutes Buch! Wir helfen euch bei der Wahl eurer Urlaubslektüre. Bild: CCO Pixabay

Die Temperaturen stehen jetzt schon über der 30 Grad Marke, die Ventilatoren laufen auf Hochtouren und die Eistruhen im Supermarkt sind leergefegt. Höchste Zeit, Körper und Geist Ruhe zu gönnen und vom Alltagstrubel abzutauchen. Wer weder Meer noch Badesee in der Nähe hat, Schwimmbäder meidet und das Planschbecken nicht auf den 1 m2 großen Balkon quetschen möchte, kann sich hierfür eines guten Buches bedienen.

Die frische Luft scheint die Leselust vieler zu steigern, weshalb die Digitur-Redaktion auch in diesem Sommer ihre Lieblingstexte präsentiert. Vielleicht findet ihr darunter den ein oder anderen heißen Tipp, der euch an sonnig-heiteren Tagen sowie auf reiselustige Unternehmungen begleiten kann. Die Genres und Gattungen sind hierbei so breitgefächert wie die Interessen unserer Redakteur*innen und ermöglichen die richtige Buchwahl für jede Situation. Lust auf einen unterhaltsamen Roman am Strand, ein gesellschaftskritisches Essay im Café am Straßenrand oder philosophische Ideen während einer Zugfahrt in den Urlaubsort? Fakt ist, Bücher gehören zum Sommer dazu und in jede gepackte Reisetasche! Sie sind, woran ihr euch später erinnert – sei es, weil der Lesestoff derart fesselnd war, dass er noch lange nachhallt, oder, weil der Grasfleck auf dem Cover an den einen, ganz besonderen Nachmittag auf der Wiese erinnert.

Wie schon im letzten Jahr hoffen wir auch jetzt, euch mit unseren Vorschlägen inspirieren und eure eigenen Sommergeschichten bereichern zu können:
Weiterlesen „Kein Sommer ohne Bücher! Teil 1“

Wie (un-)persönlich ein Poet in Residence sein kann

Esther Kinsky bei ihrer ersten Poetikvorlesung in Essen. Bild: Andreas Erb

Der Poet in Residence diesen Sommer (2019) in Essen zeichnet sich in einem bemerkenswerten Kontrast aus. Das, was von Esther Kinsky erbracht wurde, unterscheidet sich grundsätzlich von dem, was sie mit ihren Worten zu vertreten erschien. Parallel unterscheiden sich meine Eindrücke von dem, was andere (zu recht) empfinden.

Für alle Anwesenden sind die Schwächen dieser Woche mit der Poetin ersichtlich: Die Kürze der Vorträge, ständige Wiederholungen, die in Redundanz ausarteten, das Vorlesen aus den Werken in zu großen Anteilen (wofür die Lesung am Ende gedacht ist); dass die Poetik nur zwischen den Zeilen zu finden war, wo sie doch im Vordergrund stehen sollte, als Hauptthema, als maßgebender Inhalt. Geschweige vom Desinteresse seitens Esther Kinsky, mit dem örtlichen Publikum zu sprechen. Allgemeine und gerechtfertigte Unzufriedenheit ist das Ergebnis. Weiterlesen „Wie (un-)persönlich ein Poet in Residence sein kann“

Fundstück: 20. poesiefestival berlin

Dagmara Kraus, eine der mitwirkenden Autor*innen, Bild: Marcin Wezowski

Unter dem Motto Endlich Zeit für Sprache findet vom 14.06.-20.06.2019 das diesjährige poesiefestival berlin statt. Organisiert vom Haus für Poesie ist es europaweit die größte Veranstaltung ihrer Art, die seit 2000 jährlich rund 150 internationale Dichter*innen und Künstler*innen nach Berlin bringt. Ort des Geschehens ist die Akademie der Künste, in der im Rahmen eines vielfältigen Programms Raum für internationale Poesie in Verbindung mit Kunst, Theater, Performance, Musik, Film sowie digitalen Medien geschaffen wird. Das Programm ist für jegliche Altersgruppe konzipiert – darunter fallen beispielsweise die in sieben Sprachen gestaltete Eröffnungsperformance Weltklang – Nacht der Poesie, die Ausstellung Aubergine mit Scheibenwischer – Die Zeichnungen von Oskar Pastior, die Lesung und Gesprächsrunde Queer Poets. Queer Voices – 50 Jahre Stonewall, der ZEBRA-Poesiefilmclub Sprachgewalt sowie ein mit digitaler Poesie gefüllter Abend, der unter dem Titel datenschemen & zeichensprachen Machtstrukturen infrage stellt und Sprache neu erlebbar macht. Über das Instagram-Profil des Hauses für Poesie sowie in der Facebook-Veranstaltung @poesiefestivalberlin können aktuelle Informationen zu dem Festival abgerufen werden. Content verschiedenster Art kann in den sozialen Netzwerken zudem mit dem Hashtag #poesiefestivalberlin2019 versehen und mitverfolgt werden.

Fundstück: European Union Prize for Literature 2019

Der European Union Prize for Literature feiert 2019 sein zehnjähriges Bestehen. Bild: CCO pixabay

Der European Union Prize for Literature (EUPL) ist ein von der EU im Jahr 2009 gestifteter Preis, um bisher noch unbekannte Schriftsteller*innen bekannt zu machen. Nicht nur die Mitgliedsstaaten der EU, sondern auch ausgewählte Nicht-EU-Staaten dürfen an der Preisverleihung im dreijährigen Takt teilnehmen. So legen jedes Jahr nationale Jurys von einem Drittel der nominierungsberechtigten Länder ihre Shortlists vor. Der European Writers‘ Council, der Federation of European Publishers sowie der European and International Bookseelers Federation organisieren den EUPL. Die Finanzierung erfolgt durch das Programm Creative Europe der Europäischen Kommision.

Zum zehnjährigen Bestehen des mit 5.000 Euro dotierten Preises reichen dieses Jahr Österreich, Finnland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Ungarn, Irland, Italien, Litauen, Polen, Rumänien, Slowakei, Ukraine und Großbritannien das aktuellste Werk ihres ausgewählten Autors bzw. ihrer ausgewählten Autorin ein. Dieses muss innerhalb der letzten 18 Monate publiziert worden sowie lieferbar sein. Die Verkündung erfolgt am 22. Mai, die Verleihung hingegen findet im September 2019 in Brüssel statt.

Ruhrfestspiele Recklinghausen

Das neue Logo der Ruhrfestspiele. Bild: CC BY-SA 4.0 Ruhrfestspiele

Es ist wieder soweit: Die 73. Ruhrfestspiele starten heute unter dem spannenden Motto „Poesie und Politik“. Sie sind ein Grund, warum das Ruhrgebiet als kulturell lebendiges Zentrum angesehen werden kann. Durch eines der größten, ältesten und renommiertesten Theaterfestivals Europas verwandelt sich Recklinghausen vom 1. Mai bis zum 9. Juni in eine internationale Kulturmetropole. Neben Tanz, Theater, Film und Musik spielt natürlich auch Literatur eine große Rolle.

Unter der neuen Intendaz von Olaf Kröck geht es um Themen, die die Lebenswirklichkeit betreffen wie das Zusammenleben verschiedener Kulturen und Abschottungsfantasien in Europa. Die Auseinandersetzung mit politisch relevanten Fragen zeigt sich in rund 210 Veranstaltungen und 90 Produktionen, an denen mehr als 850 Künstler*innen aus 16 verschiedenen Ländern beteiligt sind, darunter Israel, Großbritannien, Indien, Deutschland, Frankreich, Namibia, USA, Niederlande, Griechenland und Ukraine. Zu sehen sind sie in rund 16 Spielstätten: im Ruhrfestspielhaus, der Halle König Ludwig 1/2 und Theater Marl, in der Recklinghäuser Innenstadt, der Christuskirche und in zahlreichen weiteren Orten. Weiterlesen „Ruhrfestspiele Recklinghausen“

Podcast statt Buchclub

Podcast-Logo von
Peter Marquardt
CC BY-NC SA 2.0

Sie sind größtenteils ausgestorben, doch ab und zu findet man sie noch: Buchclubs, oder wie manche sie noch nennen, Lesezirkel. Gruppen, die sich ein Mal im Monat oder öfter treffen, um über ein ganz bestimmtes Buch zu diskutieren und sich über ihre Meinungen auszutauschen. In Zeiten des Internets wird es immer unüblicher, sich von Angesicht zu Angesicht über Literatur auszutauschen – wenn man mal von den Seminaren in Universitäten absieht. Stattdessen werden Buchclubs durch Podcasts, wie so vieles auf der Welt, ins Internet verlagert.

Für Leser, die keine Lust haben sich aktiv an Diskussionen zu beteiligen – egal ob digital oder analog – bietet das Internet eine Lösung: Podcasts. In den letzten Jahren wurden Podcasts immer beliebter und auf Plattformen wie Spotify oder iTunes gibt es Podcasts zu allen möglichen Themen. Literatur ist dabei ein Thema, das gerne aufgegriffen wird. Es gibt Podcasts, die sich Romane vornehmen und diese in ihrer Sendung besprechen, wie zum Beispiel Lesart–Das Literaturmagazin von Deutschlandfunk Kultur. Bei Lesart handelt es sich um ein Literaturmagazin, das eigentlich im Fernsehen ausgestrahlt wird. Der Podcast bietet Hörer die wichtigsten Ausschnitte aus den Sendungen, wobei die neusten Erscheinungen aus den Genres Romane, Sachbücher, Kinderbücher, Comics, Klassiker und Kochbücher besprochen werden. Andere Podcasts, beschränken sich auf auf einzelne Romane oder Serien und diskutiere diese detailliert Folge für Folge. Einer dieser Podcasts ist Swish and Flick: A Harry Potter Podcast. Dabei unterhalten sich vier Harry Potter-Fans aus Amerika über die gesamte Reihe und gehen dabei Kapitel für Kapitel der Bücherreihe durch. Die Zuhörer können demnach vor dem Anhören der Sendung die entsprechenden Kapitel lesen und im Anschluss eine ausführliche Diskussion darüber hören.

Podcasts, die auf diese Weise gestaltet werden, sind also quasi Buchclubs, bei denen man nicht aktiv mitmachen muss. Stattdessen kann man sich einfach entspannt zurücklehnen und zuhören. Das heißt natürlich nicht, dass man als Hörer keinen Einfluss auf die Diskussion nehmen kann. Häufig bieten Podcasts, die Romane detailliert über mehrere Sendungen hinweg diskutieren, die Möglichkeit, per Twitter, Facebook oder Instagram Fragen zu stellen, die dann möglicherweise in der Sendung aufgegriffen und diskutiert werden. Somit ergibt sich die Möglichkeit komplett passiv zu bleiben, aber trotzdem andere Meinungen zum Gelesenen zu hören, oder seinen Teil beizutragen und Reaktionen auf die eigene Meinung zu erfahren. Diese Art der Interaktion könnte man mit dem Schreiben von Whats–App Nachrichten vergleichen, da –   genau wie bei solchen Chatverläufen – die Antwort auf das Geschrieben mit einigem Zeitabstand, oder sogar gar nicht erfolgt.

Ob die Literaturpodcasts wirklich eine zufriedenstellende Alternative zu den altbekannten Buchclubs darstellt, sei dahingestellt und liegt im Ermessen des Betrachters. Es lässt sich jedoch nicht abstreiten, dass die Podcasts eine gute Möglichkeit darstellen, Meinungen über einen gelesenen Roman zu hören, über den man möglicherweise sonst mit niemandem sprechen kann oder will.

Fundstück: Digitur wünscht frohe Ostern!

Frohe Ostertage und viel freie Lesezeit wünscht euch Digitur. CCO: Pixabay

Eine Nutzerumfrage auf der Internetplattform LovelyBooks hat aufgezeigt, dass lesen scheinbar noch voll im Trend ist. Über die Hälfte der User und Userinnen gaben an, dass sie heute mehr lesen als vor fünf Jahren. Das Lesematerial wird häufig nicht online, sondern im örtlichen Buchhandel gekauft.
Auch zu Ostern erweisen sich Bücher wieder als das Mitbringsel für den verlängerten Heimatbesuch über die Feiertage. Bei den gängigen Festlichkeiten ist der Griff zum Buch vorprogrammiert. Wieso nicht häufiger im Alltag eine kleine Prise Literatur einfügen? So lassen sich eine Vielzahl an Geschenk-Rubriken identifizieren, die über die Feiertage hinaus Anklang finden: Beispielsweise zum Umzug, für frisch Verliebte, alles rund um das neue Haustier oder auch zu einer bestandenen Prüfung.

Was hinter der Verzauberung der Welt steckt. Fragerunde mit Andreas Eschbach

Christian Krumm (links) und Andreas Eschbach (rechts) verdient zufrieden nach der erfolgreichen letzten Seminarssitzung. Bild: Christian Krumm

Sollten Autor*innen etwas über sich verraten, dann meistens in einem Interview (seltener Poetikvorlesungen). Daran ist nichts falsch, nur stehen solche Treffen unter einem gewissen Stern. Es gibt einen Kontext (oft ein neues Buch oder ein Ereignis) und eine dritte Partei (die Zielgruppe), die angesprochen werden soll, was beiden Seiten konstant bewusst ist; wie ein Riese, der seinen Schatten wirft. Es fehlt eine Gelassenheit, einfach über etwas zu reden, vor allem, wenn fünf Minuten angesetzt sind und sich der volle Terminkalender bemerkbar macht. Daher ist es immer interessant und faszinierend, sobald man die Möglichkeit hat, ohne einen solchen (engen) Rahmen Fragen stellen zu können; die Antworten sind erfrischend. Weiterlesen „Was hinter der Verzauberung der Welt steckt. Fragerunde mit Andreas Eschbach“