Fundstück: European Union Prize for Literature 2019

Der European Union Prize for Literature feiert 2019 sein zehnjähriges Bestehen. Bild: CCO pixabay

Der European Union Prize for Literature (EUPL) ist ein von der EU im Jahr 2009 gestifteter Preis, um bisher noch unbekannte Schriftsteller*innen bekannt zu machen. Nicht nur die Mitgliedsstaaten der EU, sondern auch ausgewählte Nicht-EU-Staaten dürfen an der Preisverleihung im dreijährigen Takt teilnehmen. So legen jedes Jahr nationale Jurys von einem Drittel der nominierungsberechtigten Länder ihre Shortlists vor. Der European Writers‘ Council, der Federation of European Publishers sowie der European and International Bookseelers Federation organisieren den EUPL. Die Finanzierung erfolgt durch das Programm Creative Europe der Europäischen Kommision.

Zum zehnjährigen Bestehen des mit 5.000 Euro dotierten Preises reichen dieses Jahr Österreich, Finnland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Ungarn, Irland, Italien, Litauen, Polen, Rumänien, Slowakei, Ukraine und Großbritannien das aktuellste Werk ihres ausgewählten Autors bzw. ihrer ausgewählten Autorin ein. Dieses muss innerhalb der letzten 18 Monate publiziert worden sowie lieferbar sein. Die Verkündung erfolgt am 22. Mai, die Verleihung hingegen findet im September 2019 in Brüssel statt.

Ruhrfestspiele Recklinghausen

Das neue Logo der Ruhrfestspiele. Bild: CC BY-SA 4.0 Ruhrfestspiele

Es ist wieder soweit: Die 73. Ruhrfestspiele starten heute unter dem spannenden Motto „Poesie und Politik“. Sie sind ein Grund, warum das Ruhrgebiet als kulturell lebendiges Zentrum angesehen werden kann. Durch eines der größten, ältesten und renommiertesten Theaterfestivals Europas verwandelt sich Recklinghausen vom 1. Mai bis zum 9. Juni in eine internationale Kulturmetropole. Neben Tanz, Theater, Film und Musik spielt natürlich auch Literatur eine große Rolle.

Unter der neuen Intendaz von Olaf Kröck geht es um Themen, die die Lebenswirklichkeit betreffen wie das Zusammenleben verschiedener Kulturen und Abschottungsfantasien in Europa. Die Auseinandersetzung mit politisch relevanten Fragen zeigt sich in rund 210 Veranstaltungen und 90 Produktionen, an denen mehr als 850 Künstler*innen aus 16 verschiedenen Ländern beteiligt sind, darunter Israel, Großbritannien, Indien, Deutschland, Frankreich, Namibia, USA, Niederlande, Griechenland und Ukraine. Zu sehen sind sie in rund 16 Spielstätten: im Ruhrfestspielhaus, der Halle König Ludwig 1/2 und Theater Marl, in der Recklinghäuser Innenstadt, der Christuskirche und in zahlreichen weiteren Orten. Weiterlesen „Ruhrfestspiele Recklinghausen“

Was hinter der Verzauberung der Welt steckt. Fragerunde mit Andreas Eschbach

Christian Krumm (links) und Andreas Eschbach (rechts) verdient zufrieden nach der erfolgreichen letzten Seminarssitzung. Bild: Christian Krumm

Sollten Autor*innen etwas über sich verraten, dann meistens in einem Interview (seltener Poetikvorlesungen). Daran ist nichts falsch, nur stehen solche Treffen unter einem gewissen Stern. Es gibt einen Kontext (oft ein neues Buch oder ein Ereignis) und eine dritte Partei (die Zielgruppe), die angesprochen werden soll, was beiden Seiten konstant bewusst ist; wie ein Riese, der seinen Schatten wirft. Es fehlt eine Gelassenheit, einfach über etwas zu reden, vor allem, wenn fünf Minuten angesetzt sind und sich der volle Terminkalender bemerkbar macht. Daher ist es immer interessant und faszinierend, sobald man die Möglichkeit hat, ohne einen solchen (engen) Rahmen Fragen stellen zu können; die Antworten sind erfrischend. Weiterlesen „Was hinter der Verzauberung der Welt steckt. Fragerunde mit Andreas Eschbach“

Fundstück: Das Forum „Wir höflichen Paparazzi“

Das Internetforum „Wir höflichen Paparazzi“, Bild: Screenshot-Website

Wolfgang Herrndorf kennen viele aufgrund seiner Romane In Plüschgewittern oder Tschick – Dass er nebenbei von 2001 bis 2009 in dem von Christian Ankowitsch und Tex Rubinowitz gegründeten Forum Wir höflichen Paparazzi postete, ist jedoch nicht jedem bekannt. Herrndorf schrieb und veröffentlichte dort bis zu seinem Tod regelmäßig Texte. Für einige Jahre wurden in dem Forum reihenweise Beiträge produziert, es gab keine Zugangskriterien und viele Teilnehmer*innen, wie auch Herrndorf, posteten gleich unter mehreren Pseudonymen.

Im Forum trafen bereits veröffentlichte Autoren*innen, angehende Autoren*innen oder der einfache Otto-Normalverbraucher aufeinander. Nach dieser aktiven Zeit wurde es ruhiger in dem Forum, bis es geradezu zu einem Stillstand der Website kam. Durch die Veröffentlichung des Buches Stimmen von Wolfgang Herrndorf in diesem Jahr, in dem post mortem Texte von Herrndorf, die er in genau diesem Forum postete, gesammelt wurden, erlebt das Forum nun einen neuen Aufschwung. Die Internetplattform widmet sich situativen Texten, die von Begegnungen mit Prominenten handeln. Die Erzählungen sind dabei sehr verschieden in Inhalt und Stil: skurrile Texte, einzelne verschriftlichte Gedankensplitter, Passagen, die einem zum Lachen bringen und sicher auch die ein oder andere urbane Legende sammeln sich auf der Website Wir höflichen Paparazzi.

 

„Ich lese nicht mehr zur Unterhaltung“ – Poet in Residence Peter Stamm im Interview

Peter Stamm war letzte Woche Poet in Residence der Universität Duisburg-Essen. In drei Poetik-Vorlesungen sprach der Schweizer Autor über sein Schreiben und seine Arbeit als Schriftsteller. Einen besonderen Einblick konnte eine Gruppe von Studierenden in der Schreibwerkstatt bekommen. In diesem kleinen Rahmen sprach Peter Stamm mit den Digitur-Redakteuren Tim Rotthaus und Niklas Ruddigkeit.

Digitur: Herr Stamm, Sie sagen über sich selber zu einer Generation von Autor*innen zu gehören, die mehr Filme gesehen als Bücher gelesen hat. Wie kommen Sie zu so einer Einschätzung? Weiterlesen „„Ich lese nicht mehr zur Unterhaltung“ – Poet in Residence Peter Stamm im Interview“

Fundstück: Schweizer Grand Prix Literatur

Anna Felder erhält in diesem Jahr den Schweizer Grand Prix Literatur.
Bild: http://www.literaturpreise.ch/de/medien/medienfotos/

Der Schweizer Grand Prix Literatur 2018 geht an die Tessiner Autorin Anna Felder. Der Preis ist mit 40.000 Franken dotiert und wird am 15. Februar 2018 in der Nationalbibliothek in Bern verliehen. Felder erhält den Preis „für die Originalität ihres Gesamtwerks mit seinem subtilen Stil, geprägt von Menschlichkeit und Humor“, so die Preisstifter in einer Mitteilung. Zuletzt veröffentlichte sie 2017 in dem Band Liquida Kurzgeschichten.

Neben dem Schweizer Grand Prix Literatur werden außerdem die Schweizer Literaturpreise an insgesamt sieben Autorinnen und Autoren für ihre Werke aus dem vergangenen Jahr verliehen. Zusätzlich gibt es den Spezialpreis Übersetzung. Dieser wird nur alle zwei Jahre verliehen und geht in diesem Jahr an die Literaturübersetzerin und Autorin Yla Margrit von Dach. Glückwunsch an alle Preisträger!