FUNDSTÜCK: WELTTAG DES BUCHES

Heute ist der 23. internationale „Welttag des Buches“. Oft hört man von solchen besonderen Tagen, wie Mutter- und Vatertag, dem Weltfrauen Tag, dem National Siblings Day oder auch dem Tag der Jogginghose. Aber was genau steck hinter dem Welttag des Buches? Woher kommt er und, worauf soll er aufmerksam machen? Klar ist: das Buch wird gefeiert.

Am 23. April 1995 hat die UNESCO den „Welttag des Buches und des Urheberrechts“ eingeführt. Gefeiert werden soll das Buch und das Lesen, die Kultur des geschriebenen Wortes und das Recht und den Schutz am geistigen Eigentum. In Deutschland beteiligen sich Verlage, Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und Lese-Fans an verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen rund um das Buch. Lesefeste, Büchergutscheine, die in Schulen verteilt werden, und die Aktion Ich schenk Dir eine Geschichte, die seit 1996 den Weltbuchtag zelebriert, begleiten auch dieses Jahr die Liebe zum Buch.

Wenn ihr mitfeiern wollt,  aber kein passendes Buch zur Hand habt, schaut doch mal bei unseren Buchempfehlungen vorbei.

Fundstück: Digitur wünscht frohe Ostern!

Frohe Ostertage und viel freie Lesezeit wünscht euch Digitur. CCO: Pixabay

Eine Nutzerumfrage auf der Internetplattform LovelyBooks hat aufgezeigt, dass lesen scheinbar noch voll im Trend ist. Über die Hälfte der User und Userinnen gaben an, dass sie heute mehr lesen als vor fünf Jahren. Das Lesematerial wird häufig nicht online, sondern im örtlichen Buchhandel gekauft.
Auch zu Ostern erweisen sich Bücher wieder als das Mitbringsel für den verlängerten Heimatbesuch über die Feiertage. Bei den gängigen Festlichkeiten ist der Griff zum Buch vorprogrammiert. Wieso nicht häufiger im Alltag eine kleine Prise Literatur einfügen? So lassen sich eine Vielzahl an Geschenk-Rubriken identifizieren, die über die Feiertage hinaus Anklang finden: Beispielsweise zum Umzug, für frisch Verliebte, alles rund um das neue Haustier oder auch zu einer bestandenen Prüfung.

Fundstück: Verbrannte Orte – Onlineatlas der Bücherverbrennungen

Der Online-Atlas ermöglicht es, sich den »Verbrannnten Orten« zu nähern.
Der Online-Atlas ermöglicht es, sich den »Verbrannten Orten« zu nähern. Bild: CC0 Pixabay

Das Online-Projekt Verbrannte Orte erinnert an Orte, an denen 1933 Bücher von den Nationalsozialisten verbrannt worden sind. Seit 2014 dokumentiert der Fotograf Jan Schenck auf einer interaktiven Karte die Adresse, das Datum, eine kurze Beschreibung der Verbrennung sowie teilweise ein aktuelles Foto des Ortes. Zwischen dem 10. Mai und dem 21. Juni 1933 sind im Zuge der Aktion »Wider den undeutschen Geist« an über 100 Orten in Deutschland öffentlich Bücher verbrannt worden, die gegen die nationalsozialistische Ideologie verstießen. Dazu zählten u.a. Werke von Heinrich Heine, Bertolt Brecht, Alfred Döblin und Kurt Tucholsky. Da an diesen Orten heute kaum etwas an die Bücherverbrennungen erinnert, will Schenck das »Unsichtbare sichtbar machen« und so einen modernen Zugang zur Geschichte schaffen, der dabei hilft die Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Das Projekt wurde durch eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, wird mittlerweile aber durch den gemeinnützigen Verein Kommunikationszentrum Meuchefitz e.V. finanziert. Neu ist seit diesem Jahr die Smartphone-App, die es ermöglicht, den interaktiven Atlas auch auf Mobilgeräten zu nutzen. Dort sind auch einige der Informationen ins Englische übersetzt worden.

Fundstück: Das literaturgebiet.ruhr

Das neue Logo, Bild: literaturgebiet.ruhr

„Die Literaturszene an der Ruhr ist so vielfältig, kreativ und lebendig wie kaum eine andere“, heißt es auf der Website des literaturgebiet.ruhr. Aus diesem Grund ist es Ziel des 2018 gegründeten und nun an die Öffentlichkeit tretenden Netzwerks, der umfangreichen und facettenreichen Literaturszene des Ruhrgebiets einen Raum sowie eine gemeinschaftliche Dachmarke zu verschaffen. Die vorhandene Qualität und Vielfalt solle herausgestellt, die literarischen Aktivitäten sichtbar gemacht und die städteübergreifende Zusammenarbeit gefördert werden, so Johannes Brackmann, Gründungsmitglied und einer der fünf Sprecher*innen des literaturgebiet.ruhr. Unter der Leitung von Antje Deistler übernimmt das Literaturbüro Ruhr die Zuständigkeit für das Netzwerk, das Ruhrgebietsliteratur in den Blick der Öffentlichkeit rückt, über Veranstaltungen informiert, als Werbefläche für Organisationen dient sowie das Ruhrgebiet als die Literaturregion, die es ohnehin schon ist, publik macht. Bei Instagram und Facebook ist das Projekt längst vertreten und schon im Herbst dieses Jahres ist eine größere Veranstaltung geplant. Für alle, die mehr erfahren möchten, lohnt es sich, in den WDR-Beitrag zum Thema hineinzuhören.

Fundstück: Der Deutsche Hörbuchpreis auf der lit.COLOGNE

Bild: CCO Pixabay

Die 19. lit.COLOGNE ist in vollem Gange. Noch bis einschließlich Samstag, den 30.03. sprechen bekannte Autor*innen und prominente Leser*innen über Bücher und das aktuelle Weltgeschehen. So diskutiert Ranga Yogeshwar mit Marc Elsberg über die Ökonomie der Zukunft. Während Cordula Stratmann und Bjarne Mädel eine Einführung in die hohe Kunst der Beleidigung geben. Wie jedes Jahr bietet die lit.COLOGNE ein buntes und sehr begehrtes Programm. Viele der Lesung waren bereits lange im Vorfeld ausverkauft.

Den Auftakt zum internationalen Literaturfest gab die Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises: Zum 17. Mal wurden Sprecher*innen und Hörbuchverlage in sechs Kategorien ausgezeichnet. Eva Meckbach und Gert Heidenreich erhielten den Preis für ihre Sprecherleistung. Sie interpretierten Annette Hess‘ Deutsches Haus beziehungsweise Was vom Tage übrig blieb von Kazuo Ishiguro. Eva Meckbach verstehe es den Charakteren „leben einzuhauchen, ohne jemals dick aufzutragen“, Gert Heidenreich erzähle in „unaufdringlichem und dennoch mitreißenden Ton“, urteilte die Jury. Ein „Hör-Spiel im besten Sinne“ ist Judith Lorentz mit ihrer Adaption von Juli Zehs Unterleuten gelungen. Sie gewann die Auszeichnung für das „Beste Hörspiel“.

Erstmals wurde der Deutsche Hörbuchpreis auch in der Kategorie „Bester Podcast“ verliehen. Gewonnen hat ihn die Produktion Transformer von Christina Wolf (Redaktion Till Ottlitz, Bayerischer Rundfunk). Christina Wolf erzählt darin die Geschichte ihrer transsexuellen Freundin Steffi die zu Henri wird. Zwei Jahre lang hat sie die Transition mit dem Mikrofon begleitet. Daraus sind sechs Podcastfolgen entstanden, die „berühren, ohne unnötig pathetisch zu sein“, begründet die Jury ihre Entscheidung.

Weitere Gewinner findet ihr hier.

Fundstück: Games im Marbacher Literaturarchiv

Computerspiele auf einer Ebene mit Literatur. Bild: CCO pixabay

Computerspiele wie Deponia und Dear Esther künftig neben Dostojewski und Droste-Hülshoff? Das jedenfalls hat sich das Deutsche Literaturarchiv Marbach zum Ziel gesetzt – Games als gleichberechtigtes Kulturgut anzuerkennen. Diesen medialen Wandel setzt die Literaturwissenschaftlerin Sandra Richter in Gang, die seit Beginn des Jahres Direktorin des Archivs ist. Denn: Computer- und Videospiele sind die erfolgreichste Erzählform der Gegenwart. Die Verkaufszahlen gehen in die Hundertmillionen. In den USA übersteigt die Zahl der Computerspieler bereits die Zahl der Kinogänger. Hierbei geht es jedoch nicht mehr um Ego-Shooter, Level und sportlichen Wettkampf, sondern um „Storytelling“ – Games mit Figuren, Plots und Erzählstrukturen. So werden einem in Dear Esther Brieffragmente von einem Erzähler vorgelesen, gemischt mit Tagebucheinträgen, während Memoranda mit Erzählsträngen aus Haruki Murakamis Kurzgeschichten arbeitet.

Die größte Frage bleibt jedoch: Wie werden Games archiviert, wenn sie an eine spezielle Hardware gebunden sind? In der Literatur steht man inzwischen vor einem ähnlichen Problem – Texte entstehen nicht mehr in Form von Manuskripten, sondern auf dem Computer. In diesem Bereich hat das Literaturarchiv bereits eine große Kompetenz aufgebaut. Computer in verschiedenen Stadien werden ausgestellt, von der Gegenwart bis zurück zur Schreibmaschine. Wir sind uns also sicher, dass die Frage nicht lange unbeantwortet bleiben wird. Denn viel wichtiger ist doch: „Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt”, wie schon Friedrich Schiller sagte.

Fundstück: Digitale Kunsthalle

Bild: CCO Pixabay

Mit einer virtuellen Kunsthalle hat die TV-Sparte ZDFkultur in Kooperation mit zahlreichen deutschen Museen einen neuen digitalen Raum für alle Kunst- und Kulturbegeisterte geschaffen. Mit dem Smartphone oder Tablet kann sich nun jeder ohne Ticket und rund um die Uhr durch die Ausstellungen verschiedener Museen bewegen. Denn in der „Digitalen Kunsthalle“ wird ein virtueller Rundgang angeboten, bei dem Gemälde oder Skulpturen angeschaut und Hintergrundinformationen dazu abgerufen werden können.  Mit diesem digitalen Projekt soll Kunst in Museen und privaten Sammlungen für alle zugänglich sein. Seit Februar 2019 ist die Seite digitalekunsthalle.zdf.de online und bietet aktuell die Begehung von drei Ausstellungen an.

Den Auftakt der „Digitalen Kunsthalle“ bilden Werke von Lucas Cranach, welche aktuell in der Klassik Stiftung Weimar zu sehen sind, sowie Kunstwerke von Gerhard Richter aus dem Archiv der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Außerdem wird die Ausstellung „Thomas Mann in Amerika“ des Museums des Deutschen Literaturarchivs in Marbach gezeigt. Entstanden ist das Projekt „Digitale Kunsthalle“ aus einer Kooperation von ZDFkultur mit diversen deutschen Museen. Umgesetzt wird das virtuelle Museum von ZREALITY, Virtual Reality-Spezialisten aus Kaiserslautern, die versuchen eine authentische Museumsatmosphäre wie Räumlichkeiten und Lichtverhältnisse im virtuell begehbaren Raum wiederzugeben. ZDFkultur will das Angebot zukünftig noch erweitern. Ein Blick beziehungsweise Klick lohnt sich!

Fundstück: Der Literaturnobelpreis – dieses Jahr in doppelter Ausführung

 

Seit 1901 wird der Nobelpreis für Literatur verliehen. Bild: CCO pixabay

In den letzten Jahren gab es viele Skandale aus den Reihen der schwedischen Nobelpreisjury – besonders laut waren die Vorwürfe gegen das Mitgliedsehepaar Katarina Frostenson und Jean-Claude Arnault, die jeweils für Korruption und sexuellen Missbrauch angeklagt wurden. Während die Negativschlagzeilen sowie die anschließenden zahlreichen Austritte anderer Jurymitglieder dazu führten, dass der Nobelpreis für Literatur im letzten Jahr nicht verliehen wurde, soll die Verleihung 2019 im Herbst wieder stattfinden. Aber nicht nur das: ebenfalls soll die 2018er Auszeichnung dieses Jahr nachgeholt werden. Dass mit dieser Entscheidung nicht nur Lob auf die Schwedische Akademie niederregnen würde, war abzusehen.

Die Nobelstiftung spricht von Reformen, Vertrauenswiederherstellungen. Frostenson sei aus dem Gremium ausgetreten, ihr Ehemann zu 2,5 Jahren Haft verurteilt. Weitere Ersetzungen in den engsten Kreisen der Akademie wurden vorgenommen. Aber reicht das, um das Tuch des Vergessens auf die Skandale um den Literaturnobelpreis zu legen? Die Reaktionen der Öffentlichkeit, der Preisverleihung von 2018 in diesem Jahr nachzukommen, sind gespalten. Einzig und allein die Meinung, dass die Akademie deutliche Risse in ihrer Vertrauenswürdigkeit davongetragen hat, scheint unumstritten zu sein. Es bleibt abzuwarten, wie und ob sich die Verhältnisse bis zur Verleihung im Herbst auflockern.

Fundstück: Karneval und Literatur

Die Maskierung ist großer Bestandteil der karnevalesken Lachkultur. Bild: CCO pixabay

Karneval und Literatur, passt das zusammen? Zumindest der russische Literaturwissenschaftler Michail Michailowitsch Bachtin würde diese Frage mit „ja“ beantworten. In seinem Werk Rabelais und seine Welt bezeichnet er die Vorstellung vom mittelalterlichen Karneval als Lachkultur des Volkes, die dazu dient, sich von der Angst zu befreien und die Machtverhältnisse durch eine Maskierung umzukehren. Daher gilt das Prinzip des Karnevals als eine Ausdrucksform der unterdrückten und sozial schwachen Gruppen, die sich durch eine polyphone, anti-hierarchische, dialogische Kommunikation auszeichnet. Neben Rollentauschen und Narrengerichten gab es im Mittelalter in einigen Städten sogenannte Narrenbücher, in denen das ganze Jahr über peinliche Missgeschicke und asoziale Verhaltensweisen der Gemeindemitglieder festgehalten wurden. In der Faschingszeit wurden diese Verfehlungen dann zur Freude der Anwesenden und zur Bloßstellung des Betroffenen vorgelesen. Für Bachtin gehören aufgrund ihrer Polyphonie auch Romane wie die Dostojewskis oder der sokratische Dialog zur Lachkultur.

Heute, an Altweiber, ziehen besonders in den Karnevalshochburgen wieder viele Kostümierte durch die Straßen. Denn der Donnerstag vor Rosenmontag, Faschingsdienstag und Aschermittwoch kennzeichnet den Beginn des Straßenkarnevals. Auch digital ist einiges los. Werden sie im Jahr fast gar nicht besucht, schnellen die Klickzahlen für die Webseiten rund um den Karneval in der fünften Jahreszeit rasant in die Höhe. Seien es Online-Shops, Narren-Communities oder Karnevalsgruppen auf den Social-Media-Plattformen: Hier findet jeder Jeck, was er sucht. Und da niemand an Karneval ohne Handy loszieht, tummeln sich auch Unmengen an Apps im Netz. Da gibt es zum Beispiel das Schlagerradio, die Jeck App inkl. Schunkelbarometer oder verschiedene Serviceapps. So steht einer guten Vorbereitung auf jeden Fall nichts mehr im Wege.

Fundstück: Andreas Eschbachs kleiner Boxenstopp in Essen

Einen Autor ausfragen zu können, ist etwas für alle Lesefreunde. Bild: CCO pixabay

Am 21.3.2019 geht sie wieder los, die Leipziger Buchmesse: Eine geschichtsträchtige, internationale Plattform für Leser*innen, Autor*innen, Verlage und saisonal ausgebuchte Hotelzimmer. Dieses Jahr sind abermals allerhand Preisverleihungen, Lesungen und Auftritte vorgesehen; mit dabei der womöglich erfolgreichste deutsche Science-Fiction Autor Andreas Eschbach. Ein idealer Auftakt zu seiner Lesetour Anfang April kreuz und quer durch Deutschland, nicht wahr? Nun ja, fast. Denn bevor Besuchermassen wieder die Messehallen belagern, kommt es noch zu einen kleinen Boxenstopp am Essener Campus. Dort kann man dann Andreas Eschbach erwischen, wie er eine Frage- und Antwort-Runde gibt.

Der ganze Spaß findet in der Meyer-Schwickerath-Straße 1, 45141 Essen (Gebäude R14, Raum R14 R02 B02), am 19.3.19 um 19 Uhr statt. Beim Veranstalter Dr. Christian Krumm kann man sich (noch) anmelden und weitere Informationen bekommen. Und wie es der Zufall so will: Auch er wird ein paar Lesungen auf der Leipziger Buchmesse halten. Kommt vorbei und löchert zwei Autoren, bevor es jede*r andere tun kann!