Fundstück: Buchempfehlungen per Chatbot

Nach dem Klicken auf verschiedene Auswahlmöglichkeiten hilft der Bot bei der Wahl der richtigen Lektüre. Screenshot: Lena Kosakowski

Immer häufiger gibt es in der Medienbranche Bots, die Texte schreiben oder zur Unterstützung angewendet werden. Die Buchbranche dagegen ist bei der Verwendung neuer digitaler Möglichkeiten hingegen eher zurückhaltend. Umso überraschender ist es daher, dass aktuell auf der Facebook-Seite der Klassikerinnen-Reihe des Reclam Verlags ein Chatbot im Einsatz ist, der den Nutzer*innen Buchempfehlungen über den Messenger sendet. Mit einfachen Fragen leitet der Bot die Kunden durch das „Gespräch“ und  hilft ihnen bei der Kaufentscheidung. Die User können im Verlauf meistens zwischen zwei Antwortmöglichkeiten wählen – abschließend spricht der Chatbot seine Buchempfehlung aus.

In Reclams Buchreihe Klassikerinnen neu entdeckt von Schriftstellerinnen der Gegenwart erscheinen Klassiker der Weltliteratur mit starken Frauenfiguren, darunter u.a. Jane Austens Stolz und Vorurteil oder Theodor Fontanes Effi Briest. Zusätzlich beinhalten die Ausgaben Essays bekannter Autorinnen wie Nora Gomringer und Ulrike Draesner. Noch befindet sich der Chatbot in der Testphase. Bei Erfolg wird er demnächst aber wohl öfter zu sehen sein.

Fundstück: Denn Mord war ihr Hobby – Crime Cologne 2019

Im September wird die Domstadt zum Tatort. Bild: CCO pixabay

Zum neunten Mal findet vom 23. bis 29. September 2019 das Krimifestival Crime Cologne in Köln statt. Wie jedes Jahr erwarten Besucher nicht nur Lesungen verschiedenster Autoren des Genres, sondern auch ein buntes Rahmenprogramm wie Führungen, Bahnfahrten sowie mehrere Krimidinner. Manche davon versprechen Gänsehaut, andere einen eher humoristischen Twist. Für Familien mit Kindern werden Detektivkurse angeboten, in denen Jung und Alt ihren inneren Sherlock Holmes ausleben können. Zudem wird auch dieses Jahr der Crime Cologne Award an den besten deutschen Kriminalroman verliehen.

Das Besondere an dem Festival: Es wird nicht an einem Spot, sondern an vielen verschiedenen Standorten in der Domstadt ausgetragen, von der Mayerschen Buchhandlung am Neumarkt, Universitätshörsälen, Cafés – oder wer’s ganz morbide mag – auch in einem Atombunker. Für jede Veranstaltung müssen jedoch separate Tickets gekauft werden, welche zwischen 12 bis 42 Euro changieren. Einige der Events sind allerdings auch kostenlos. Wer Interesse hat, sollte sich beeilen: mehrere Lesungen sind bereits ausverkauft. Erwerben kann man die Tickets unter kölnticket.de.

Fundstück: „Sie haben Flammen und Waffen“ – Die Düsseldorfer Literaturtage 2019

Heinrich Heine – Der Patron der Düsseldorfer Literaturtage Bild: CCO pixabay

„Sie haben Flammen und Waffen“, mit diesen Worten warnte Heinrich Heine die Leute einst davor, einem Dichter krumm zu kommen. Knapp 160 Jahre später, ab Montag, dem 03.06.19, leiht sich Heines Geburtsort diese Warnung als Motto für die Düsseldorfer Literaturtage. Seit 2010 organisiert das Literaturbüro NRW, zusammen mit dem Heinrich-Heine-Institut und der Zentralbibliothek das literarische Spektakel. Vom 03.06. bis zum 16.06. wird auf verschiedenen Veranstaltungen gedichtet, vorgelesen und vorgetragen. Ob Belletristik, Sachbuch oder Prosa, es ist für jeden Geschmack etwas dabei.

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Fundstück: 20. poesiefestival berlin

Dagmara Kraus, eine der mitwirkenden Autor*innen, Bild: Marcin Wezowski

Unter dem Motto Endlich Zeit für Sprache findet vom 14.06.-20.06.2019 das diesjährige poesiefestival berlin statt. Organisiert vom Haus für Poesie ist es europaweit die größte Veranstaltung ihrer Art, die seit 2000 jährlich rund 150 internationale Dichter*innen und Künstler*innen nach Berlin bringt. Ort des Geschehens ist die Akademie der Künste, in der im Rahmen eines vielfältigen Programms Raum für internationale Poesie in Verbindung mit Kunst, Theater, Performance, Musik, Film sowie digitalen Medien geschaffen wird. Das Programm ist für jegliche Altersgruppe konzipiert – darunter fallen beispielsweise die in sieben Sprachen gestaltete Eröffnungsperformance Weltklang – Nacht der Poesie, die Ausstellung Aubergine mit Scheibenwischer – Die Zeichnungen von Oskar Pastior, die Lesung und Gesprächsrunde Queer Poets. Queer Voices – 50 Jahre Stonewall, der ZEBRA-Poesiefilmclub Sprachgewalt sowie ein mit digitaler Poesie gefüllter Abend, der unter dem Titel datenschemen & zeichensprachen Machtstrukturen infrage stellt und Sprache neu erlebbar macht. Über das Instagram-Profil des Hauses für Poesie sowie in der Facebook-Veranstaltung @poesiefestivalberlin können aktuelle Informationen zu dem Festival abgerufen werden. Content verschiedenster Art kann in den sozialen Netzwerken zudem mit dem Hashtag #poesiefestivalberlin2019 versehen und mitverfolgt werden.

Fundstück: Sophie Passmann

Sophie Passmann auf der Bühne, Bild: anygator.com

Spätestens seitdem ihr Buch „Alte Weisse Männer “ am 7.März beim KiWi –Verlag erschienen ist (KiWi), kommt man an dem Namen Sophie Passmann nicht mehr vorbei. Für ihr feministisches Werk führte sie Interviews mit prominenten Männern, die sie nach Themen wie Sexismus und Feminismus befragte. Die 25-Jährige ist nicht nur Buchautorin, sondern gleichzeitig Radiomoderatorin bei 1Live, schreibt die Kolumne Alles oder Nichts für das Zeitmagazin (Zeit Magazin) und betreibt seit Anfang 2019 zusammen mit Matthias Kalle den Podcast Die Schaulustigen. In dem Podcast diskutieren die beiden über das deutsche Fernsehprogramm, aber auch internationale Serien/Filme. Zurzeit trifft man sie häufig auf Buchmessen, bei Lesungen oder auch im Fernsehen, wie zum Beispiel am Weltfrauentag beim Kölner Treff  (WDR Mediathek ) .                                 
Dies sind nur einige der vielen Projekte, die Sophie Passmann bereits gemacht hat. Besonders inspirierend ist die Tatsache, dass sie fast jedes zur Verfügung stehende Medium benutzt, um ihre Meinung zu äußern und über wichtige Themen aufzuklären. Auch Instagram ist eine Plattform, um über interessante Bücher, politische Themen und Projekte zu sprechen (Instagram Profil). Wenn man auf der Suche nach einer neuen, interessanten Stimme in den deutschen Medien ist, lohnt es sich, einen Blick auf ihre bisherigen Projekte zu werfen.

Fundstück: European Union Prize for Literature 2019

Der European Union Prize for Literature feiert 2019 sein zehnjähriges Bestehen. Bild: CCO pixabay

Der European Union Prize for Literature (EUPL) ist ein von der EU im Jahr 2009 gestifteter Preis, um bisher noch unbekannte Schriftsteller*innen bekannt zu machen. Nicht nur die Mitgliedsstaaten der EU, sondern auch ausgewählte Nicht-EU-Staaten dürfen an der Preisverleihung im dreijährigen Takt teilnehmen. So legen jedes Jahr nationale Jurys von einem Drittel der nominierungsberechtigten Länder ihre Shortlists vor. Der European Writers‘ Council, der Federation of European Publishers sowie der European and International Bookseelers Federation organisieren den EUPL. Die Finanzierung erfolgt durch das Programm Creative Europe der Europäischen Kommision.

Zum zehnjährigen Bestehen des mit 5.000 Euro dotierten Preises reichen dieses Jahr Österreich, Finnland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Ungarn, Irland, Italien, Litauen, Polen, Rumänien, Slowakei, Ukraine und Großbritannien das aktuellste Werk ihres ausgewählten Autors bzw. ihrer ausgewählten Autorin ein. Dieses muss innerhalb der letzten 18 Monate publiziert worden sowie lieferbar sein. Die Verkündung erfolgt am 22. Mai, die Verleihung hingegen findet im September 2019 in Brüssel statt.

Fundstück: Holocaust-Gedenken auf Instagram

Anders als eine museale Gedenkstätte, sprechen die Stories die User direkt an. Bild: Holocaust-Mahnmal in Berlin. CCO pixabay

Stolz hält die 13 jährige Eva ihre neuen Schuhe in die Kamera, erzählt von ihrem Schwarm und tanzt mit ihrer besten Freundin. Sie lebt ein ganz normales Teenagerleben – bis ihre Heimatstadt von den Nazis eingenommen wird.

Der Instagram-Account eva.stories erzählt in insgesamt 70 Stories das Schicksal des jungen Mädchens vom Einmarsch der Wehrmacht in Ungarn bis zur Deportation nach Auschwitz. Die Geschichten basieren auf den Tagebüchern der ungarischen Jüdin Éva Heyman, die im Oktober 1944 in Auschwitz ermordet wurde. Ihr Tagebuch beginnt an ihrem 13. Geburtstag im Februar und endet im Juni mit der Deportation. Die Bildsprache der kurzen Stories ist an die aktuellen Sehgewohnheiten von Jugendlichen adressiert, die sich so mit Eva identifizieren können, ohne über Vorwissen verfügen zu müssen. Geschickt adaptieren die Stories die sehr intime Wirkung eines Tagebuchs in die digitalen Kanäle der sozialen Medien.

Auf diese Weise schlägt das Projekt eine neue Richtung ein, um junge Menschen für den Holocaust zu sensibilisieren und die Erinnerung daran aufrecht zu erhalten. Ob sie das Bewusstsein für den Schrecken des Genozids schärfen und ihn nicht nur leicht konsumierbar machen, muss sich jedoch noch zeigen.

FUNDSTÜCK: WELTTAG DES BUCHES

Heute ist der 23. internationale „Welttag des Buches“. Oft hört man von solchen besonderen Tagen, wie Mutter- und Vatertag, dem Weltfrauen Tag, dem National Siblings Day oder auch dem Tag der Jogginghose. Aber was genau steck hinter dem Welttag des Buches? Woher kommt er und, worauf soll er aufmerksam machen? Klar ist: das Buch wird gefeiert.

Am 23. April 1995 hat die UNESCO den „Welttag des Buches und des Urheberrechts“ eingeführt. Gefeiert werden soll das Buch und das Lesen, die Kultur des geschriebenen Wortes und das Recht und den Schutz am geistigen Eigentum. In Deutschland beteiligen sich Verlage, Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und Lese-Fans an verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen rund um das Buch. Lesefeste, Büchergutscheine, die in Schulen verteilt werden, und die Aktion Ich schenk Dir eine Geschichte, die seit 1996 den Weltbuchtag zelebriert, begleiten auch dieses Jahr die Liebe zum Buch.

Wenn ihr mitfeiern wollt,  aber kein passendes Buch zur Hand habt, schaut doch mal bei unseren Buchempfehlungen vorbei.

Fundstück: Digitur wünscht frohe Ostern!

Frohe Ostertage und viel freie Lesezeit wünscht euch Digitur. CCO: Pixabay

Eine Nutzerumfrage auf der Internetplattform LovelyBooks hat aufgezeigt, dass lesen scheinbar noch voll im Trend ist. Über die Hälfte der User und Userinnen gaben an, dass sie heute mehr lesen als vor fünf Jahren. Das Lesematerial wird häufig nicht online, sondern im örtlichen Buchhandel gekauft.
Auch zu Ostern erweisen sich Bücher wieder als das Mitbringsel für den verlängerten Heimatbesuch über die Feiertage. Bei den gängigen Festlichkeiten ist der Griff zum Buch vorprogrammiert. Wieso nicht häufiger im Alltag eine kleine Prise Literatur einfügen? So lassen sich eine Vielzahl an Geschenk-Rubriken identifizieren, die über die Feiertage hinaus Anklang finden: Beispielsweise zum Umzug, für frisch Verliebte, alles rund um das neue Haustier oder auch zu einer bestandenen Prüfung.

Fundstück: Verbrannte Orte – Onlineatlas der Bücherverbrennungen

Der Online-Atlas ermöglicht es, sich den »Verbrannnten Orten« zu nähern.
Der Online-Atlas ermöglicht es, sich den »Verbrannten Orten« zu nähern. Bild: CC0 Pixabay

Das Online-Projekt Verbrannte Orte erinnert an Orte, an denen 1933 Bücher von den Nationalsozialisten verbrannt worden sind. Seit 2014 dokumentiert der Fotograf Jan Schenck auf einer interaktiven Karte die Adresse, das Datum, eine kurze Beschreibung der Verbrennung sowie teilweise ein aktuelles Foto des Ortes. Zwischen dem 10. Mai und dem 21. Juni 1933 sind im Zuge der Aktion »Wider den undeutschen Geist« an über 100 Orten in Deutschland öffentlich Bücher verbrannt worden, die gegen die nationalsozialistische Ideologie verstießen. Dazu zählten u.a. Werke von Heinrich Heine, Bertolt Brecht, Alfred Döblin und Kurt Tucholsky. Da an diesen Orten heute kaum etwas an die Bücherverbrennungen erinnert, will Schenck das »Unsichtbare sichtbar machen« und so einen modernen Zugang zur Geschichte schaffen, der dabei hilft die Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Das Projekt wurde durch eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, wird mittlerweile aber durch den gemeinnützigen Verein Kommunikationszentrum Meuchefitz e.V. finanziert. Neu ist seit diesem Jahr die Smartphone-App, die es ermöglicht, den interaktiven Atlas auch auf Mobilgeräten zu nutzen. Dort sind auch einige der Informationen ins Englische übersetzt worden.