Literaturkarte.Ruhr: Ruhrgebietsliteratur online erleben

Auch die Zeche Zollverein ist ein Ort der Ruhrgebietsliteratur. Bild: Literaturkarte.Ruhr/Lara Ingenbleek

Das Ruhrgebiet ist ein beliebter Schauplatz in der Literatur. Zeche Zollverein, die Bochumer Innenstadt oder die Villa Hügel sind nur drei von zahlreichen Orten in der Ruhrgebietsliteratur. Die Literaturkarte.Ruhr bietet online eine Übersicht und einen Zugang zur Literatur des Ruhrgebiets. „Sie ist eine (geo-)graphische Darstellung von Orten und ihren Geschichten, die im Ruhrgebiet untrennbar miteinander verknüpft sind“, sagt Leonie Hohmann aus dem Team der Literaturkarte.Ruhr.

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Fundstück: Das #Me Too-Phänomen in der Literatur

Der #MeToo als ein Zeichen des Zusammenhalts. Bild: CCO pixabay

Der MeToo-Hashtag ist immer noch einer der aktuellsten in sozialen Netzwerken auf der ganzen Welt, obwohl er bereits Ende 2017 aufkam. Der Hashtag soll Frauen und Männer nicht nur ermutigen sich gegen sexuelle Belästigung und Übergriffe zu wehren, sondern auch öffentliche Aufmerksamkeit erregen. Viele berühmte Persönlichkeiten halfen dabei, die Thematik weiter in die Öffentlichkeit zu rücken.  Obwohl es sich bei #Me Too um ein Internetphänomen handelt, ist das Motiv der starken Frau, die für sich selbst einsteht, auch in der Literatur beliebt. Die Bandbreite reicht dabei von fiktiven Geschichten bis zu ganz persönlichen Essays. Eines von vielen Beispielen ist In Praise of Difficult Women: Life Lessons From 29 Heroines Who Dared to Break the Rules von Karen Karbo. In diesem Buch stellt sie 29 Frauen aus der modernen Geschichte vor, die sich ihren Erfolg hart erkämpft haben, wie Frida Kahlo, Elizabeth Taylor oder Hilary Clinton. Roxane Gays Anthologie Not That Bad: Dispatches From Rape Culture thematisiert, was es bedeutet, in einer Welt zu leben, in der Frauen tagtäglich mit sexueller Belästigung umgehen müssen, ohne ernst genommen zu werden,  wenn sie darüber sprechen. Diese beiden Essaysammlungen sind Beispiele für ein immer größer werdendes Angebot an inspirierenden Texten über ein Thema, über das viel zu oft geschwiegen wird.

 

 

Fundstück: Das Forum „Wir höflichen Paparazzi“

Das Internetforum „Wir höflichen Paparazzi“, Bild: Screenshot-Website

Wolfgang Herrndorf kennen viele aufgrund seiner Romane In Plüschgewittern oder Tschick – Dass er nebenbei von 2001 bis 2009 in dem von Christian Ankowitsch und Tex Rubinowitz gegründeten Forum Wir höflichen Paparazzi postete, ist jedoch nicht jedem bekannt. Herrndorf schrieb und veröffentlichte dort bis zu seinem Tod regelmäßig Texte. Für einige Jahre wurden in dem Forum reihenweise Beiträge produziert, es gab keine Zugangskriterien und viele Teilnehmer*innen, wie auch Herrndorf, posteten gleich unter mehreren Pseudonymen.

Im Forum trafen bereits veröffentlichte Autoren*innen, angehende Autoren*innen oder der einfache Otto-Normalverbraucher aufeinander. Nach dieser aktiven Zeit wurde es ruhiger in dem Forum, bis es geradezu zu einem Stillstand der Website kam. Durch die Veröffentlichung des Buches Stimmen von Wolfgang Herrndorf in diesem Jahr, in dem post mortem Texte von Herrndorf, die er in genau diesem Forum postete, gesammelt wurden, erlebt das Forum nun einen neuen Aufschwung. Die Internetplattform widmet sich situativen Texten, die von Begegnungen mit Prominenten handeln. Die Erzählungen sind dabei sehr verschieden in Inhalt und Stil: skurrile Texte, einzelne verschriftlichte Gedankensplitter, Passagen, die einem zum Lachen bringen und sicher auch die ein oder andere urbane Legende sammeln sich auf der Website Wir höflichen Paparazzi.