Kein Sommer ohne Bücher! – Teil 1

Kein Sommer ohne Bücher 2022

Kein Sommer ohne Bücher – 2022 – Teil 1 Quelle: pixaby

Pünktlich zu den ersten richtig warmen Sommertagen möchten wir euch natürlich auch mit frischen und den wärmsten Buchempfehlungen versorgen. Ideal für die warmen Tage am See oder im Park. Und perfekt für die typischen Sommergewitter, bei denen die rhythmisch klopfenden Regentropfen am Fenster für genau die richtige entspannte Stimmung sorgen. Also schnappt euch ein Eis, macht euch einen erfrischenden Ice Coffee und genießt die Zeit in der Welt der Bücher.

Teil Eins startet mit einer angenehm abwechslungsreichen Auswahl aus Roman und Graphic Novel. Elena stellt euch Was wir sind von Anna Hope vor. Ein Roman über die Einflüsse von Erwartungen, vielseitigen Charakteren und dynamischer Erzählweise.
Charlottes Empfehlung ist der Graphic Novel Heartstopper von Alice Oseman. Begeistert von der emotionalen Ausgestaltung der liebevollen Zeichnungen ist das ihre Sommerempfehlung für euch.
Und Nora schließt Runde eins mit Malibur Rising Taylor Jenkins Reid ab. Ein Roman, der gleich mehrere aktuelle und wichtige Themen auf spannungsreiche Art miteinander verknüpft und den Nora so schnell nicht wieder weglegen konnte.

Weiterlesen

Wenn Tolstoi und Hugo singen und tanzen – Literatur auf der Musical-Bühne

Bild: CC0 Unsplash (Tamara Gak)

Es ist eine reinste Erfolgsgeschichte: Im Urlaub liest er eine Biographie und ist so begeistert vom Stoff, dass er beginnt, diesen in musikalischen Stücken zu verarbeiten. Es soll ein Mixtape entstehen und den ersten Ausschnitt darf er sogar im Weißen Haus vortragen. Dort wird seine Kreativität geschätzt, aber auch belächelt. Doch er hält an seiner Idee fest und – was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß – wird fast acht Jahre später wieder vor dem Präsidenten im Weißen Haus auftreten. Denn aus einem Mixtape wird ein revolutionäres Erfolgs-Musical. Inzwischen hat Hamilton genug Auszeichnungen erhalten, um ein ganzes Bücherregal zu füllen, wird auf diversen Bühnen in aller Welt gespielt (ab Oktober sogar in deutscher Übersetzung in Hamburg) und hat seinen Erschaffer Lin-Manuel Miranda zu internationalem Ruhm katapultiert. Und dabei hat alles mit einer kleinen Urlaubslektüre begonnen…

Weiterlesen

Fundstück: Du hättest gehen sollen von Daniel Kehlmann

Atmosphärisch ein bisschen „Shining“, sprachlich und dramaturgisch ganz viel Kehlmann. Quelle Cover: Rowohlt Verlag

Eigentlich möchte der Erzähler nur ein wenig Ruhe, um an seinem Drehbuch zu schreiben, der Fortsetzung einer gut verkauften, aber seinen eigenen Ansprüchen nicht genügenden Komödie. Zusammen mit seiner Ehefrau Susanna und seiner vierjährigen Tochter Esther quartiert er sich für ein paar Tage in der Vorweihnachtszeit über Airbnb in einem abgelegenen Haus in Österreich ein.

In der Ehe kriselt es ein wenig. Sie tippt die ganze Zeit auf ihrem Smartphone herum, er schreibt in immerwährend in sein Notizheft: Gedanken für das Drehbuch, Erinnerungen, aber auch das, was um ihn herum passiert, zeitgleich und in Rückblenden. Nach und nach fallen ihm Kleinigkeiten auf, die plötzlich sonderbar zu sein scheinen. Diese Straße, die über Serpentinen ausschließlich zu diesem einen Ferienhaus führt. Der kleine Einkaufsladen im Dorf mit dem wortkargen Verkäufer, der einsilbig und in Rätseln danach fragt, ob schon etwas vorgefallen sei und dem namenlosen Vater ein Geodreieck in die Hand drückt: Er könne ja die Winkel im Haus mal ausmessen. Der Flur, der plötzlich länger erscheint. Fragmente in seinem Notizbuch, die er in seiner Erinnerung nicht geschrieben hat. Das Haus scheint sich zu verändern. Der Schauer wird real.

Warum steht da wieder Geh weg? Denk doch logisch. Wenn sie es in dein Notizbuch geschrieben hätte, wie könnte es sich dann in die Zeile einfügen? Hätte sie es nicht höchstens an den Rand schreiben können? (aus Du hättest gehen sollen)

Daniel Kehlmann schafft es auf gerade einmal 96 Seiten eine Geschichte zu erzählen, die subtil, fast unmerklich Traum und Wirklichkeit, Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwebt, sodass Zeitlichkeit sich nicht mehr an Uhr- oder Tageszeiten, sondern an sonderbaren Momenten, an widerkehrenden und neuen Bruchstücken sich verschiebender Ereignisse festmacht, die Stück für Stück die Realität verrücken. Dabei sorgen bekannte Horror-Elemente wie das abgelegene Ferienhaus mit wenig Kontakt zu anderen Menschen, wenige und absonderlich wirkende Bewohner*innen oder eine mysteriös unvollständige Narration des Ortes für ein immerwährendes und mulmiges Gefühl der Unruhe im Rezipierenden, das sich nach und nach als valide erweisen wird.

Das Buch ist in der gebundenen Ausgabe für 15,00 Euro auf der Seite des Rowohlt-Verlags erhältlich.

 

 

 

„Stranger Things 4“, der Nachfolger von „American Horror Story“?

(www.gomorraweb.com)

Platz eins der Netflix Charts in 83 Ländern geht erneut an die Erfolgsserie „Stranger Things“. Nach drei Jahren Produktionszeit brach die Serie zum Start am 27.05 alle Rekorde: Über 286 Millionen Stunden wurde die vierte Staffel am ersten Wochenende gestreamt. Damit werden Netflix Erfolge wie „Bridgerton“ und „Squid Game“ in den Schatten gestellt.

 

Wieder die erfolgreichste Netflix-Serie überhaupt

Doch wieso bricht „Stranger Things“ erneut alle Rekorde? Ein Grund dafür mag die nostalgische Atmosphäre der 1980er sein, die heutzutage immer mehr an Popularität gewinnt. Der Charme des Klassikers. Hits der 1980er wie „Thriller” (Michael Jackson), „Material Girl“ (Madonna), „Wake Me Up Before You Go Go“ (Wham!) und „Should I Stay Or Should I Go?” (The Clash) unterstreichen den 80‘s-Vibe der Serie. Gerade aber Kate Bushs „Running Up That Hill“ aus dem Jahr 1985, der eine große Rolle für Max (Sadie Silk) spielt, feiert ein Comeback. Der Song stieg in den US-Charts direkt auf Platz eins.

Die 1980er, eine Welt ohne Smartphones, Internet oder soziale Medien. Wenn man sich mit Freunden treffen möchte, werden sie angerufen, oder, auf Dustins Art: mit einem Walkie-Talkie angefunkt. Es wird mit dem Fahrrad durch die fiktive Stadt Hawkins gefahren, Arkaden werden aufgesucht und Rollschuh wird gefahren, um den harten Schulalltag zu vergessen.

Weiterlesen

Fundstück: Das Kochbuch der versteckten Wunder

Für wenn man keine Ahnung hat, was man essen möchte: das eigene Kochbüchlein (Bild: Charlotte Lange)

Es begann mit einem ganz normalen Nachmittag. Die Abgaben für die Uni häuften sich langsam aber sicher an, das bisschen Haushalt hat sich immer noch nicht von alleine erledigt und auch dieses Sozialleben wollte irgendwie erlebt werden. Und zwischen all den leichten und mittleren Krisen muss man sich täglich dazu entscheiden, was man essen möchte um den Körper weiterhin am laufen zu halten.

In dieser Situation befand ich mich an besagtem Nachmittag, bis mir wieder einfiel, wie ein paar Tage zuvor eine Freundin mir ein Rezept aufgeschrieben hat, ganz altmodisch mit Stift und Papier. Sie wollte mir ihr Geheimnis des ultimativen Kartoffel-Gratins weitergeben. Kurze Zeit später waren die Kartoffeln gratiniert und ich zufrieden. Einen Tag später berichtete ich einer anderen Freundin von diesem Erfolgserlebnis und wurde mit dem Wissen über einen Kartoffel-Brokkoli Auflauf belohnt. Motiviert von dem Gratin bat ich auch sie, mir das Rezept altmodisch zu notieren.

Das eigene Kochbüchlein

Zuhause angekommen wurde mir bewusst, dass ich mit den handgeschriebenen Rezepten eine neue Zettelwirtschaft begonnen hatte, zusätzlich zu den diversen Stapeln von wichtigen bis weniger wichtigen bis zu ich-bin-mir-nicht-sicher-wichtigen Stapeln an Papierkram. Um den liebevoll geschriebenen Rezepten dieses mitleidenswerte Schicksal zu ersparen übertrug ich sie sorgfältig in eines der 50 Notizbücher, die so zuhause herumliegen. Die Zettel steckte ich in die letzten Seiten des Büchleins. Zusätzlich zu dem Rezept schrieb ich mir auf, von wem ich dieses erhalten hatte. Nachdem ich mit den beiden fertig war, überlegte ich mir in Ruhe die Gerichte, die ich selbst gerne und einfach kochen konnte und fügte auch diese in das Büchlein hinzu.

Und so begann eine Sammlung an Rezepten, die nicht nur für unterschiedliche Gelegenheiten funktioniert, sondern mich auch immer an die Person erinnert, die mir das Rezept gegeben hat und ich besaß von nun an ein Kochbuch der versteckten Wunder.

Jünger, engagierter, weniger hierarchisch – ein neuer deutscher PEN

Die erste Sitzung des PEN-Zentrums Deutschland war 1949 eine Runde alter, weißer Männer. Der neue Verein PEN Berlin will jünger, diverser und weniger hierarchisch organisiert sein. (Bild: Bundesarchiv, Bild 183-R76032 / CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons)

Eine Woche ist PEN Berlin heute alt. Doch wieso hat sich in Deutschland ein neuer PEN gegründet? Und warum steht bei dem Verein, neben Eva Menasse, erneut Deniz Yücel als Sprecher an der Spitze, nachdem er erst im Mai von seiner Position als Präsident der Schriftsteller:innenvereinigung PEN-Zentrum Deutschland zurückgetreten war?

Konflikte brodeln offenbar schon länger innerhalb des deutschen PEN-Zentrums. Vor allem um eine nötige Verjüngung und das Aufbrechen straffer Hierarchien geht es dabei – auch der Führungsstil Yücels wird kritisiert. Uneinigkeiten über die politische Positionierung des Vereins spalten die Gruppe zusätzlich. Als das Zentrum eine Haltung zum Krieg in der Ukraine einnehmen muss, werden die Unstimmigkeiten zu einem offenen Streit. Weiterlesen

Fundstück: Feministische Comics von Liv Strömquist

Comics Der Ursprung der Welt und Im Spiegelsaal liegen auf einem Tisch

Zuerst und zuletzt von Liv Strömquist im avant-Verlag erschienen: Die Comics Der Ursprung der Welt und Im Spiegelsaal. (Bild: Elena Hesterkamp)

Warum schämen sich Menschen für die Menstruation? Warum fehlte die Klitoris im Biologiebuch? Und warum wollen so viele Leute aussehen wie Kylie Jenner? Diesen Fragen geht die schwedische Künstlerin und Journalistin Liv Strömquist nach. Antworten liefert sie in einer ungewöhnlichen Darstellungsform: in Comics. Fünf Sachcomics sind bisher in der deutschen Übersetzung erschienen: Der Ursprung der Welt, Der Ursprung der Liebe, I’m every woman, Ich fühl’s nicht und Im Spiegelsaal.

Weiterlesen

Warum „Dr. Strange in the Multiverse of Madness“ nicht funktioniert

Quelle: https://pixabay.com/photos/marvel-toys-heroes-superheroes-5364165/

Ein neuer Monat, ein neuer Marvel Film. Sechs Jahre musste man auf eine offizielle Fortsetzung des ersten Dr. Strange Films warten. Ob und wie viele MCU-Fans einer Rückkehr des überheblichen Zauberers entgegensehnten, vermag sich schwer sagen zu lassen. Dafür aber, dass der Film sowohl bei Rezensenten als auch bei Fans sehr gut ankommt und bei rotten tomatos aktuell eine Bewertung von 74% hat. Und doch geht der Film nicht richtig in sich auf. (Spoilers Ahead!) Weiterlesen

Fundstück: Das Gegenteil von Einsamkeit

Das Gegenteil von Einsamkeit. Quelle Foto: S. Fischer Verlage

2012 erschien in der Abschlussausgabe der Yale Daily News ein Text mit dem Titel „Das Gegenteil von Einsamkeit“. Ein Appell an die Absolvent*innen, die Neugier, den Idealismus, das Vertrauen in die eigene Zukunft nicht zu verlieren. Sich den Mut zuzugestehen, etwas verändern zu wollen in der Welt.

Fünf Tage nach ihrer Abschlussfeier stirbt die Verfasserin Marina Keegan auf einer Fahrt nach Cape Cod. Ihr Freund schläft hinter dem Steuer ein, das Auto knallt in eine Leitplanke. Keegans Freund überlebt den Unfall, sie selbst nicht.

„Das Gegenteil von Einsamkeit“ trifft einen Nerv: Nur eine Woche nach der Veröffentlichung haben bereits mehr als eine Million Menschen den Text online abgerufen. Und so trägt auch der Band, den Keegans Eltern posthum mit ihren Texten zusammenstellen, eben diesen Titel. Das Buch enthält neben dem bekannten Aufsatz acht Essays und neun Geschichten, die zwischen Affären, durchgetanzten Nächten und jugendlichem Leichtsinn hauptsächlich um all die Hoffnungen, Unsicherheiten und Zweifeln kreisen, die das Leben mit Anfang 20 so unvorhersehbar, intensiv und möglich erscheinen lassen.

„Wir haben kein Wort für das Gegenteil von Einsamkeit, aber wenn es eins gäbe, würde ich sagen, genau so fühle ich mich in Yale. Genau so fühle ich mich jetzt. Hier. Bei euch allen. Verliebt, beeindruckt, demütig, ängstlich. Und das dürfen wir nicht verlieren.“ (aus: Das Gegenteil von Einsamkeit)

Viele von Keegans Protagonist*innen sind Studierende, die genau oder gar nicht wissen, was sie wollen, die sich mit dem plötzlichen Tod eines Ex-Freundes genauso auseinandersetzen wie mit banalen Eifersüchteleien und dem Bewusstsein um die eigene Jugend. Die Texte sind fein beobachtete Milieustudien, erzählerisch oftmals schmerzhaft exakt, direkt, neugierig. Alle Geschichten zirkeln um Liebe als loses Oberthema, als Gegenteil von Einsamkeit.

Eine berührende, beeindruckende Zusammenstellung leicht zu lesender, aber deshalb nicht minder tiefgehender Texte und eine wunderbare Hommage an das Versprechen der Jugend.

Das Buch ist für 12,00 Euro gebunden auf der Webseite der S. Fischer-Verlage erhältlich.

 

May the fourth – die erstaunliche Größe des Star Wars Universums

Quelle: pixabay

So ziemlich jedem ist Star Wars wenigstens ein Begriff. Auch Nicht-Fans wissen, dass es mehrere Filme mit diesem Titel gibt, die in einer fernen Zukunft im Weltraum zwischen Planeten und Raumschiffen spielen und deren Handlung meist mit dem „Piu Piu“ der Schusswaffen oder das Britzeln eines Lichtschwertes unterlegt ist.

Viele kennen auch, ohne einen der Filme gesehen zu haben, die intelligenten und witzigen robotischen Begleiter, die entweder nur lustige Bieb-Laute von sich geben oder gar nicht aufhören zu quasseln. Ebenso ist Master Yoda, das eigentlich steinalte, etwas verschrumpelte Wesen und Lehrmeister von Luke Skywalker, spätestens nach der neuen Serie „The Mandalorien“, in der eine Babyversion dieses Wesens auftrat, die kurzdarauf überall zu sehen und zu kaufen war, mehr als bekannt.

Was vielen allerdings nicht bekannt ist: die bekannten Filme und Serien, die wir heutzutage mehr oder weniger alle auf Disney+ finden können sind nur die Spitze eines multimedialen Eisbergs bzw. Universums. Neben unzähligen Fanfiction, Serien und den Filmen gibt es noch ganze Reihen von Büchern, die eine neue Tiefe in das von vielen noch unerforschte Universum bringen.

Weiterlesen