Das eigene Buch als Hörbuch einsprechen? – Felix Lobrecht hat’s getan.

Sonne und Beton von Felix Lobrecht. Den Besteller gibt es jetzt auch als Hörbuch. Bild: Felix Lobrecht Merchandise (https://www.felixlobrecht-tickets.de/merch)

Sehr bekannt, viel diskutiert: der Berliner Stand-Up Comedian und, wie er des Öfteren (ironisch) betont, Beststellerautor Felix Lobrecht. Seine Aussagen haben schon das ein oder andere Mal Einzug in Seminargespräche gefunden und wurden von meinen Kommiliton*innen begeistert diskutiert – insbesondere die Themen, die er mit seinem Kollegen Tommi Schmitt in dem erfolgreichen Podcast Gemischtes Hack jeden Mittwoch auf Spotify diskutiert. Auch ich oute mich hiermit als Fan des Podcasts und des trockenen sowie reduzierten Humors, den Felix Lobrecht auf die Bühne bringt. Die fehlende Political Correctness in seinem Programm ist in einer Welt, in der man immer aufpassen muss zu gendern und niemandem auf die Füße zu treten mit dem was man sagt doch sehr erfrischend. Jetzt hat er seinen Roman Sonne und Beton (Ullstein fünf) als Hörbuch veröffentlicht – erneut sehr erfolgreich. Eingesprochen hat er das Hörbuch selbst und mich damit immer wieder verwirrt.  Weiterlesen „Das eigene Buch als Hörbuch einsprechen? – Felix Lobrecht hat’s getan.“

Fundstück: Digitur auf der Frankfurter Buchmesse

Ab morgen ist es wieder soweit: Die Frankfurter Buchmesse geht vom 16. bis zum 20.10.2019 in eine neue Runde. Gastland dieses Jahr ist Norwegen. Die Digitur-Redaktion wird auf jeden Fall Mittwoch und Freitag zugegen sein und sich ansehen, was die Veranstalter auf Lager haben.

Dem kompletten Programm könnt ihr auf der Eventübersicht einen Besuch abstatten. Alles ist vorhanden: Von vielerlei Preisen (zum Beispiel der Deutsche Buchpreis, den Saša Stanišić mit Herkunft gewann) über Konferenzen bis hin zu Vorträgen über jede Sparte, die der Markt zu bieten hat. Ich persönlich interessiere mich z.B. für die Lesung von Caroline Hofstätter aus ihrem Debütroman Das Ewigkeitsprojekt. Stay tuned!

Fundstück: Sophie Passmann ist eine von den guten Leuten

Die Lesung von Passmann im Gloria Theater war restlos ausverkauft.

Letzten Mittwoch, am 11.09.2019 besuchte ich die Lesung der Autorin Sophie Passmann zu ihrem literarischen Debüt Alte Weiße Männer. Dass die 25-Jährige neben ihren Talenten als Autorin, Kolumnistin und Podcasterin (s. Fundstück: Sophie Passmann) auch eine unterhaltsame Vorleserin ist, hätte mich eigentlich nicht überraschen müssen. Obwohl das Gloria-Theater in Köln komplett ausverkauft war, herrschte eine intime Atmosphäre, in der ich mich fühlte, als hätte Passmann mich spontan in ihr Wohnzimmer auf ein Glas Wein und eine Zigarette eingeladen. Am Ende vertraute sie ihrem Publikum tatsächlich ein kleines Geheimnis an: Zum ersten Mal durfte ein Publikum einen Auszug aus Frank Ocean hören, einem kleinen Buch, welches am 10.10.2019 erscheint. Als Teil der Musikbibliothek des KiWi- Verlags erklärt sie, warum das Album Blonde so bedeutend für ihr Leben war und ist.

Um noch einen oben drauf zu setzen, moderiert sie seit dem 4.September die 1-Live Show Gute Leute.  Jeden Mittwoch um 23 Uhr kann man ihr dabei zuhören, wie sie bei 1-Live „gute Leute“ interviewt. In der ersten Folge befragt sie beispielsweise  Bloggerin Laura Gelhaar zu ihrem Leben im Rollstuhl und schafft es dabei gleichzeitig, das Gespräch ungezwungen zu halten, indem sie auch den Schauspieler Benedict Cumberbatch ins Spiel bringt, für den sie laut eigener Aussage eine Schwäche zu haben scheint. Für alle, die es zeitlich nicht schaffen, bei der Radiosendung einzuschalten, gibt es die Folgen von “Gute Leute“ auch als Podcast.

            Was mir die Lesung und auch die neue Radiosendung von Sophie Passmann erneut gezeigt haben, ist dass man von der Autorin immer wieder interessanten Content zu erwarten hat, in  welcher medialen Form auch immer.

„Beschäftigung mit Literatur ist vielleicht gar nicht so dumm“ – Michael Sommer im Interview

Das Darstellerensemble von „Der Hobbit“ besteht aus vielen Playmobilfiguren, bei denen besonders die Zwerge sich nur durch Kleinigkeiten voneinander abheben. Bild: Michael Sommer

Auf seinem YouTube-Kanal Sommers Weltliteratur to go erweist der Dramaturg, Regisseur und Autor Michael Sommer Playmobilfiguren ein Maß an Aufmerksamkeit, das selbst von Kindern nicht übertroffen werden kann. Denn die kleinen Spielfiguren sind Teil seines Darstellerensembles und aus diesem Grund wöchentlich für die Inszenierung eines Werkes der Weltliteratur im Einsatz (Digitur berichtete). Aber welche Meinung vertritt Sommer selbst gegenüber Literatur? Im Interview mit unserer Redakteurin Annika Vahle steht der gebürtige Nordhesse Rede und Antwort, was unter anderem seine persönlichen Vorlieben, den Unterschied zwischen deutschem und englischem Schrifttum sowie die zukünftige Position der Literatur in Zeiten des digitalen Wandels betrifft.
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Potterheads aller Länder, vereinigt euch!

Das Smartphone ersetzt den Zeitumkehrer. Wir haben die Neuigkeiten aus dem Harry-Potter-Universum für euch.
Bild: CCO Pixabay

12 Jahre liegt die Veröffentlichung des siebten und letzten Bandes der Harry Potter-Reihe zurück. Die Leser der ersten Generation, also diejenigen, die noch auf jeden neuen Band warten mussten, sind mittlerweile Erwachsen. Auch die letzte Kinoverfilmung der Heptalogie ist lange her. Und dennoch braucht man keinen Zeitumkehrer oder etwa ein Denkarium, um sich in die zauberhafte Welt voller magischer Fabelwesen und kurioser Gegenstände zurückzuversetzen. Weiterlesen „Potterheads aller Länder, vereinigt euch!“

Spannung interaktiv: Krimis als crossmediales Storytelling

Sind Internetkrimis die Zukunft der Spannungsliteratur? Bild: CC0 Pixabay

Wohl kaum ein anderes Genre lässt sich besser interaktiv gestalten als das der Spannungsliteratur. Krimis und Thriller laden dazu ein, Indizien zu entschlüsseln, die Motive der Verdächtigen zu analysieren und sich selbst auf die Suche nach dem*der Täter*in zu machen. Wer keine Zeit für den neuen 400 Seiten-Bestseller hat oder wem nur mit Text bedruckte Bücher zu langweilig sind, hat heutzutage Glück. Denn crossmedial erstellte Krimis liefern mehr als ’nur‘ aneinandergereihte Sätze.

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Fundstück: Denn Mord war ihr Hobby – Crime Cologne 2019

Im September wird die Domstadt zum Tatort. Bild: CCO pixabay

Zum neunten Mal findet vom 23. bis 29. September 2019 das Krimifestival Crime Cologne in Köln statt. Wie jedes Jahr erwarten Besucher nicht nur Lesungen verschiedenster Autoren des Genres, sondern auch ein buntes Rahmenprogramm wie Führungen, Bahnfahrten sowie mehrere Krimidinner. Manche davon versprechen Gänsehaut, andere einen eher humoristischen Twist. Für Familien mit Kindern werden Detektivkurse angeboten, in denen Jung und Alt ihren inneren Sherlock Holmes ausleben können. Zudem wird auch dieses Jahr der Crime Cologne Award an den besten deutschen Kriminalroman verliehen.

Das Besondere an dem Festival: Es wird nicht an einem Spot, sondern an vielen verschiedenen Standorten in der Domstadt ausgetragen, von der Mayerschen Buchhandlung am Neumarkt, Universitätshörsälen, Cafés – oder wer’s ganz morbide mag – auch in einem Atombunker. Für jede Veranstaltung müssen jedoch separate Tickets gekauft werden, welche zwischen 12 bis 42 Euro changieren. Einige der Events sind allerdings auch kostenlos. Wer Interesse hat, sollte sich beeilen: mehrere Lesungen sind bereits ausverkauft. Erwerben kann man die Tickets unter kölnticket.de.

Werbung à la Hollywood nun auch für Bücher

Bücher werden heute mit Filmen beworben. Bild: CCO pixabay

Der neue Hollywoodstreifen wird durch kurze Filmausschnitte und passende Musik beworben – warum also nicht auch der neue Roman? Trailer als appetitanregendes Werbemittel werden inzwischen nicht nur in Film und Fernsehen benutzt, sondern auch im Literaturbetrieb. Buchtrailer spielen eine immer größere Rolle im MarketingSie sollen insbesondere die junge Leserschaft ansprechen und zum Lesen und Kaufen des neuen – hoffentlich – Bestsellerromans bewegen.

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Fundstück: Holocaust-Gedenken auf Instagram

Anders als eine museale Gedenkstätte, sprechen die Stories die User direkt an. Bild: Holocaust-Mahnmal in Berlin. CCO pixabay

Stolz hält die 13 jährige Eva ihre neuen Schuhe in die Kamera, erzählt von ihrem Schwarm und tanzt mit ihrer besten Freundin. Sie lebt ein ganz normales Teenagerleben – bis ihre Heimatstadt von den Nazis eingenommen wird.

Der Instagram-Account eva.stories erzählt in insgesamt 70 Stories das Schicksal des jungen Mädchens vom Einmarsch der Wehrmacht in Ungarn bis zur Deportation nach Auschwitz. Die Geschichten basieren auf den Tagebüchern der ungarischen Jüdin Éva Heyman, die im Oktober 1944 in Auschwitz ermordet wurde. Ihr Tagebuch beginnt an ihrem 13. Geburtstag im Februar und endet im Juni mit der Deportation. Die Bildsprache der kurzen Stories ist an die aktuellen Sehgewohnheiten von Jugendlichen adressiert, die sich so mit Eva identifizieren können, ohne über Vorwissen verfügen zu müssen. Geschickt adaptieren die Stories die sehr intime Wirkung eines Tagebuchs in die digitalen Kanäle der sozialen Medien.

Auf diese Weise schlägt das Projekt eine neue Richtung ein, um junge Menschen für den Holocaust zu sensibilisieren und die Erinnerung daran aufrecht zu erhalten. Ob sie das Bewusstsein für den Schrecken des Genozids schärfen und ihn nicht nur leicht konsumierbar machen, muss sich jedoch noch zeigen.

Ruhrfestspiele Recklinghausen

Das neue Logo der Ruhrfestspiele. Bild: CC BY-SA 4.0 Ruhrfestspiele

Es ist wieder soweit: Die 73. Ruhrfestspiele starten heute unter dem spannenden Motto „Poesie und Politik“. Sie sind ein Grund, warum das Ruhrgebiet als kulturell lebendiges Zentrum angesehen werden kann. Durch eines der größten, ältesten und renommiertesten Theaterfestivals Europas verwandelt sich Recklinghausen vom 1. Mai bis zum 9. Juni in eine internationale Kulturmetropole. Neben Tanz, Theater, Film und Musik spielt natürlich auch Literatur eine große Rolle.

Unter der neuen Intendaz von Olaf Kröck geht es um Themen, die die Lebenswirklichkeit betreffen wie das Zusammenleben verschiedener Kulturen und Abschottungsfantasien in Europa. Die Auseinandersetzung mit politisch relevanten Fragen zeigt sich in rund 210 Veranstaltungen und 90 Produktionen, an denen mehr als 850 Künstler*innen aus 16 verschiedenen Ländern beteiligt sind, darunter Israel, Großbritannien, Indien, Deutschland, Frankreich, Namibia, USA, Niederlande, Griechenland und Ukraine. Zu sehen sind sie in rund 16 Spielstätten: im Ruhrfestspielhaus, der Halle König Ludwig 1/2 und Theater Marl, in der Recklinghäuser Innenstadt, der Christuskirche und in zahlreichen weiteren Orten. Weiterlesen „Ruhrfestspiele Recklinghausen“