Über familiäre Verwurzelung und die Sehnsucht nach Heimat – Rezension zu Bremers Generationenroman Olivas Garten

Macht es euch in der eigens eingerichteten Lese-Ecke der LK-Bibliothek gemütlich und taucht ein in die literarischen Welten des Mittelmeerraums. Bild: Universität Duisburg-Essen

Im Rahmen des Projektes Eine Uni – ein Buch finden an der Universität Duisburg-Essen Veranstaltungen und Vorlesungen rund um den Roman Olivas Garten statt. Zudem konnte die Universität die Autorin Alida Bremer als Poet in Residence für das Wintersemester 2019/2020 gewinnen. Grund genug also, sich ausführlich mit Olivas Garten auseinanderzusetzen.

Heimat ist in aller Munde, doch was verbindet uns mit dem Ort, an dem wir uns heimisch fühlen? Sind es die Bewohner*innen, das Essen, die Natur oder Abstrakteres wie die Geschichte des Orts oder ein Gefühl der Zugehörigkeit und Geborgenheit? Bremers autobiografisch inspirierter Roman aus dem Jahr 2013 behandelt diese Thematik auf eindrückliche Weise. Die Leser*innen begleiten die seit geraumer Zeit in Münster lebende Ich-Erzählerin Alida bei ihrer Rückkehr in ihre (alte) Heimat Kroatien, genauer gesagt: nach Dalmatien. Weiterlesen „Über familiäre Verwurzelung und die Sehnsucht nach Heimat – Rezension zu Bremers Generationenroman Olivas Garten“

Wie (un-)persönlich ein Poet in Residence sein kann

Esther Kinsky bei ihrer ersten Poetikvorlesung in Essen. Bild: Andreas Erb

Der Poet in Residence diesen Sommer (2019) in Essen zeichnet sich in einem bemerkenswerten Kontrast aus. Das, was von Esther Kinsky erbracht wurde, unterscheidet sich grundsätzlich von dem, was sie mit ihren Worten zu vertreten erschien. Parallel unterscheiden sich meine Eindrücke von dem, was andere (zu recht) empfinden.

Für alle Anwesenden sind die Schwächen dieser Woche mit der Poetin ersichtlich: Die Kürze der Vorträge, ständige Wiederholungen, die in Redundanz ausarteten, das Vorlesen aus den Werken in zu großen Anteilen (wofür die Lesung am Ende gedacht ist); dass die Poetik nur zwischen den Zeilen zu finden war, wo sie doch im Vordergrund stehen sollte, als Hauptthema, als maßgebender Inhalt. Geschweige vom Desinteresse seitens Esther Kinsky, mit dem örtlichen Publikum zu sprechen. Allgemeine und gerechtfertigte Unzufriedenheit ist das Ergebnis. Weiterlesen „Wie (un-)persönlich ein Poet in Residence sein kann“

Alida Bremer liest „Olivas Garten“ #EinBuchUDE

Alida Bremer bei der Lesung ihres Romans „Olivas Garten“. Foto: Digitur

Heute Abend fand mit einer Lesung der Autorin Alida Bremer an der Universität Duisburg-Essen die Auftaktveranstaltung zu dem Projekt „Eine Uni – Ein Buch“ statt.

Jeder hat seine eigene Geschichte des Verlassens und des Ankommens.

– Alida Bremer

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Eine Uni – Ein Buch: „Olivas Garten“ an der Universität Duisburg-Essen #einbuchude

Über welches Buch habe ich in letzter Zeit länger nachgedacht? Und wann hatte ich zuletzt das Bedürfnis über einen Text zu diskutieren? Spontan weiß ich darauf keine Antwort. Eine Gelegenheit darüber nachzudenken bietet sich mir aber schon sehr bald.

Die Universität Duisburg-Essen wurde mit ihrer Bewerbung als eine von 10 deutschen Hochschulen bei der Ausschreibung „Eine Uni – Ein Buch“ des Stifterverband Deutschlands, der Klaus Tschira Stiftung in Kooperation mit dem ZEIT Verlag ausgewählt. Ein Semester lang soll über ein bestimmtes Buch breit diskutiert werden. Die Idee ist den Austausch und die Identifikation aller Hochschulmitglieder und Mitarbeiter mit ihrer Hochschule zu stärken. Ob Erstsemester oder Fakultätsleiter, Professoren oder Verwaltungsmitarbeiter, die Mitglieder einer Hochschule sollen über das ausgewählte Buch ins Gespräch kommen und sich für ein gemeinsames Thema begeistern.

„Olivas Garten“ von Alida Bremer ist das Buch über das in den kommenden Wochen und Monaten an der Universität Duisburg-Essen geredet werden soll. Das Buch handelt von der Protagonistin Alida, die in Deutschland lebend, den Olivenhain ihrer Großmutter in Vodice an der kroatischen Adriaküste erbt. Das bringt Alida dazu sich mit ihrer Vergangenheit und ihrer Familiengeschichte auseinanderzusetzen. Der Roman offenbart eine weitverzweigte Familiegeschichte, die sich über sechs Generationen erstreckt und eng verwoben ist mit der politischen Entwicklung Kroatiens und Europas.

Digitur wird das Projekt in den kommenden Wochen und Monaten unter dem Hashtag #einbuchude hier auf dem Blog sowie bei Facebook, Twitter und Instagram begleiten.

Infos zu kommenden Veranstaltungen und zum Projekt finden sich hier.

 

Was hinter der Verzauberung der Welt steckt. Fragerunde mit Andreas Eschbach

Christian Krumm (links) und Andreas Eschbach (rechts) verdient zufrieden nach der erfolgreichen letzten Seminarssitzung. Bild: Christian Krumm

Sollten Autor*innen etwas über sich verraten, dann meistens in einem Interview (seltener Poetikvorlesungen). Daran ist nichts falsch, nur stehen solche Treffen unter einem gewissen Stern. Es gibt einen Kontext (oft ein neues Buch oder ein Ereignis) und eine dritte Partei (die Zielgruppe), die angesprochen werden soll, was beiden Seiten konstant bewusst ist; wie ein Riese, der seinen Schatten wirft. Es fehlt eine Gelassenheit, einfach über etwas zu reden, vor allem, wenn fünf Minuten angesetzt sind und sich der volle Terminkalender bemerkbar macht. Daher ist es immer interessant und faszinierend, sobald man die Möglichkeit hat, ohne einen solchen (engen) Rahmen Fragen stellen zu können; die Antworten sind erfrischend. Weiterlesen „Was hinter der Verzauberung der Welt steckt. Fragerunde mit Andreas Eschbach“

Fundstück: Andreas Eschbachs kleiner Boxenstopp in Essen

Einen Autor ausfragen zu können, ist etwas für alle Lesefreunde. Bild: CCO pixabay

Am 21.3.2019 geht sie wieder los, die Leipziger Buchmesse: Eine geschichtsträchtige, internationale Plattform für Leser*innen, Autor*innen, Verlage und saisonal ausgebuchte Hotelzimmer. Dieses Jahr sind abermals allerhand Preisverleihungen, Lesungen und Auftritte vorgesehen; mit dabei der womöglich erfolgreichste deutsche Science-Fiction Autor Andreas Eschbach. Ein idealer Auftakt zu seiner Lesetour Anfang April kreuz und quer durch Deutschland, nicht wahr? Nun ja, fast. Denn bevor Besuchermassen wieder die Messehallen belagern, kommt es noch zu einen kleinen Boxenstopp am Essener Campus. Dort kann man dann Andreas Eschbach erwischen, wie er eine Frage- und Antwort-Runde gibt.

Der ganze Spaß findet in der Meyer-Schwickerath-Straße 1, 45141 Essen (Gebäude R14, Raum R14 R02 B02), am 19.3.19 um 19 Uhr statt. Beim Veranstalter Dr. Christian Krumm kann man sich (noch) anmelden und weitere Informationen bekommen. Und wie es der Zufall so will: Auch er wird ein paar Lesungen auf der Leipziger Buchmesse halten. Kommt vorbei und löchert zwei Autoren, bevor es jede*r andere tun kann!

„Ich lese nicht mehr zur Unterhaltung“ – Poet in Residence Peter Stamm im Interview

Peter Stamm war letzte Woche Poet in Residence der Universität Duisburg-Essen. In drei Poetik-Vorlesungen sprach der Schweizer Autor über sein Schreiben und seine Arbeit als Schriftsteller. Einen besonderen Einblick konnte eine Gruppe von Studierenden in der Schreibwerkstatt bekommen. In diesem kleinen Rahmen sprach Peter Stamm mit den Digitur-Redakteuren Tim Rotthaus und Niklas Ruddigkeit.

Digitur: Herr Stamm, Sie sagen über sich selber zu einer Generation von Autor*innen zu gehören, die mehr Filme gesehen als Bücher gelesen hat. Wie kommen Sie zu so einer Einschätzung? Weiterlesen „„Ich lese nicht mehr zur Unterhaltung“ – Poet in Residence Peter Stamm im Interview“

Fundstück: Peter Wawerzinek ist Poet in Residence in Essen

Peter Wawerzinek ist in diesem Monat Poet in Residence in Essen. Bild: Andreas Erb

Es ist wieder so weit: Der Poet in Residence der Universität Duisburg-Essen steht vor der Tür. Vom 11. bis zum 15. Juni ist der Schriftsteller Peter Wawerzinek auf dem Campus Essen zu Gast und gibt in seinen Poetikvorlesungen Einblick in die Arbeit als Schriftsteller. Die Woche steht unter dem Motto „Schreiberling sein ist nicht schwer“ und beginnt am Montag, den 11.6. mit einer Poetikvorlesung unter dem Titel „Am Beginn liegt der Stift in der Hand – wann werden daraus Bücher?“. Am Dienstag heißt seine Poetiklesung „Über das Schreiben, den Haushalt und die Pflege der Worte“ und am Mittwoch „Wie schwer und wie einfach ist es, mit oder ohne den Literaturbetrieb zu leben?“. Alle Vorlesungen beginnen um 16 Uhr und sind im Glaspavillon (R12 S00 H11) der Universität Duisburg-Essen (Campus Essen). Am Mittwoch, 13. Juni wird es außerdem um 19:30 Uhr eine Lesung des Autors aus seinen Büchern geben.

Peter Wawerzinek hat zahlreiche Werke verfasst. 2010 erhielt er für seinen Romanauszug „Rabenliebe“ den Ingeborg-Bachmann Preis. Im gleichen Jahr stand der Roman auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Für 2019/2020 wurde ihm neben anderen Autor*innen ein Literaturstipendium in der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom vergeben. Das Stipendium soll hochbegabten Künstler*innen ermöglichen, sich in Italien künstlerisch weiterzuentwickeln.

„Das Internet macht die Welt besser“ – Ein Interview mit Kathrin Passig

Bild: Norman Posselt, www.normanposselt.com

Die poet in residence-Woche an der Universität Duisburg-Essen hat sich dem Ende geneigt und wir hatten das Glück, der Schriftstellerin und Trägerin des Ingeborg-Bachmann-Preises (2006) Kathrin Passig einige Fragen stellen zu dürfen. Besonders interessiert hat uns ihr Verhältnis zum Thema Arbeit, da die Vorträge aller vier Gäste unter diesem Themenschwerpunkt standen. So wurden beispielsweise Arbeitsweisen, Prokrastinationsstrategien und Ängste vor dem Schreiben enthüllt. Kathrin Passig selbst hat dies Anfang der Woche unter dem Hashtag #wirnennenesüberarbeitreden auf Twitter zusammengefasst.  Weiterlesen „„Das Internet macht die Welt besser“ – Ein Interview mit Kathrin Passig“

Studieren in Polen – (fast) analog. Ein Selbstversuch

Mit Block und Kugelschreiber ist man an der Danziger Uni schon gut ausgestattet. Foto: Vanessa Hellwig CC0

Paulina schreibt und schreibt. Seite für Seite füllt sie ihren Collegeblock mit der heutigen Präsentation, wie immer mit dem blauen Kugelschreiber. Sie ist schnell geworden mit dem Schreiben, denn sie befindet sich mittlerweile im letzten Bachelor-Semester ihres Germanistikstudiums. Ihre Handschrift ist schön, so ordentlich und ein bisschen verschnörkelt, und manchmal frage ich mich, ob ich auch so schön schreiben könnte, wenn ich so viel Übung darin hätte. Denn was die angehenden Germanistikabsolventen an der Danziger Uni jeden Tag unfreiwillig üben ist, unter anderem, die Handschrift. Möglich macht es die wenig vorhandene Digitalisierung, die aus einem Studium in der polnischen Ostseestadt wieder richtige Handarbeit macht. An das (fast) analoge Studieren musste ich mich während meines Auslandssemesters in der Ostseestadt erst wieder gewöhnen. Weiterlesen „Studieren in Polen – (fast) analog. Ein Selbstversuch“