Fundstück: Der Tag der Schlechten Wortspiele

An alle, die hier keine Wortspiel-Kollektion gefunden haben. Bild: CCO Pixabay

Wortspiele. Das Spiel mit dem Wort. Das Wort mit Spiel. Über das Spiel vielleicht und wenn, dann welches? Es gibt Menschen, die es lieben, die die es von sich schieben und die, die sich doch wieder verlieben. Wenn man sich die Zeit nimmt, dann entstehen irgendwann die raffiniertesten Perlen, mit denen jeder anstellen kann, was man will, und sei es nur, sie vor die Säue zu werfen. Es gibt sogar einen ganzen Tag, der dieser illustren Kunst gewidmet ist: Der 12.11. eines jeden Jahres.

Eine Kunst in der Tat. Denn Wortspiel bedeutet Spaß. Für sich und andere. Das erfordert Mühe. Der nötige Witz bzw. Esprit, die Leichtigkeit der Sprache, die man als angenehm, motivierend, geradezu erheiternd bezeichnen kann (daher Witz), ist kein Ass, das automatisch in jedem Ärmel steckt. Und manche können es sich nicht einfach so aus jenem schütteln.

Natürlich gibt es die ‚Spiele‘, die Leiden verursachen, statt sie zu lindern. Die Ecken und Kanten haben, wo andere Heinz Erhardt heißen und uns willkommen. Für die ist eigentlich der Tag der schlechten Wortspiele. Aber ‚schlecht‘ ist relativ: Für viele liegt der Spaß in jenen Kanten. Die Suche nach der perfekten Ecke erfordert ebenfalls Präzision und Verständnis. Wer suchet, der findet, und sei es im Kühlregal. ‚schlechte‘ Wortspiele sind immer Wortspiele, selbst wenn es stets dieselben Rambodieschen sind, die im Gemüsegarten randalieren oder man ins Grübeln kommt, wie der Himmel funktionieren kann, bei so vielen Engeln, die jeden Abend in Bars und Discos fallen.

Wortspiel bedeutet das Spiel mit dem Wort. Es ist Auseinandersetzung mit der Sprache. Sprache ist Kultur. Für die einen klingt das hochtrabend (genauso klingt ‚hochtrabend‘ hochtrabend), für die anderen trivial. Genauso wie Trivial Pursuit ist auch das Wortspiel Beschäftigung mit Dingen unseres Alltages, unserer Zeit, den politischen, medialen und technologischen Entwicklungen und Neuerungen. Beschäftigung mit Ideen und Einschätzungen, Erwartungen und Bildern, Tradition und Formen, bekannten wie unbekannten, fremden. Wortspiel ist eine Verarbeitung all dieser Eindrücke und Kontexte – dieses Komplexes, den wir ruhig als Kultur bezeichnen können. Wir bewegen uns als Personen durch ihn, erfahren ihn, drücken uns über ihn aus in einer Art und Weise, die in der Lage ist, diese verschiedensten Bereiche anzusprechen und gleichzeitig ungesagt zu lassen. All dies tun wir, zum Teil ohne es zu merken und wir tun es mit Freuden.

Spiel ’19 – Eine Odyssee im Spielemeer

Das Menschenmeer der Essener Spielemesse 2019
Die Spiele und ihre Aussteller stellen sich mehr als die Felsen in der Brandung heraus. Bild: Daniel Kost

Sobald die dritte U-Bahn den Berliner Platz ignoriert, obwohl sie leer ist und der Steig voll, weiß man, es ist  eine Messe in der Stadt und der Hauptbahnhof muss entlastet werden – und Wochenende. Genauer gesagt Samstag, der 26.10.2019, der dritte und vorletzte Tag der Messe „Spiel ’19“ in Essen. Der Sweet Spot, wo noch nicht alles ausverkauft ist, aber jeder Zeit hat. So erwartbar das Verkehrschaos und der vollgepackte ÖPNV dann sind, so überraschend kommt die unverständliche Durchsage, bitte nicht bis zum Grugapark durch zu fahren und bei Messe Ost auszusteigen. Der nahezu verlassene Eingang und die vakanten Hallen dahinter lassen bereits hoffen, dass der Betrieb zwischen den Ständen nicht genauso wird wie die Reise bisher: Beengend. Weiterlesen „Spiel ’19 – Eine Odyssee im Spielemeer“

Fundstück: Digitur auf der Frankfurter Buchmesse

Ab morgen ist es wieder soweit: Die Frankfurter Buchmesse geht vom 16. bis zum 20.10.2019 in eine neue Runde. Gastland dieses Jahr ist Norwegen. Die Digitur-Redaktion wird auf jeden Fall Mittwoch und Freitag zugegen sein und sich ansehen, was die Veranstalter auf Lager haben.

Dem kompletten Programm könnt ihr auf der Eventübersicht einen Besuch abstatten. Alles ist vorhanden: Von vielerlei Preisen (zum Beispiel der Deutsche Buchpreis, den Saša Stanišić mit Herkunft gewann) über Konferenzen bis hin zu Vorträgen über jede Sparte, die der Markt zu bieten hat. Ich persönlich interessiere mich z.B. für die Lesung von Caroline Hofstätter aus ihrem Debütroman Das Ewigkeitsprojekt. Stay tuned!

Fundstück: Gespräch über Bücher

Die Unübersichlichkeit des Buchmarktes kann einen sehr schnell ausschließen. So manches Gespräch jedoch öffnet Türe und Tore. Bild: CCO Pixabay

Die „Eine Uni – ein Buch“-Aktion muss erst noch erbringen, was sie sich vorgenommen hat (dass jeder sich mit Olivas Garten auseinandersetzt). Aber es gibt bereits eine Veranstaltung, die etwas ähnliches liefert, wenn auch in keinem so ambitionierten Rahmen: Das Gespräch über Bücher; eine Art Lesekreis, zu dem 3 Mal jedes Semester Akademiker*innen in die Essener Zentralbibliothek einladen, um ausgewählte Romane zu besprechen, die alle eine thematische oder inhaltliche Gemeinsamkeit aufweisen.

So auch in den letzten Monaten unter dem Schlagwort „Inseln“. Die Möglichkeit, die unterschiedlichsten Meinungen von den unterschiedlichsten Leuten mitbekommen zu können, ist ein Genuss ohne Gleichen, die an Erfahrungen in diversen Schreibwerkstätten erinnern. Aber letztlich ist es das Ziel, im Gespräch (mit Erläuterungen und wissenschaftliche Einblicke seitens der Gastgeber*innen) zu ergründen, warum ein Buch überzeugt, oder auch nicht.

Das letzte Treffen dieses Sommersemester ist am 3.7. bereits gelaufen; nicht ohne Archipel, den Gewinner des Deutschen Buchpreises 2018 zu loben und noch mehr zu bemängeln. Jedoch findet der nächste Termin am 23.10.2019 statt, unter dem Motto von Rausch und Exzessen. Definitiv ein Besuch wert.

Kein Sommer ohne Bücher! Teil 1

Was im Sommer nicht fehlen darf? Ein gutes Buch! Wir helfen euch bei der Wahl eurer Urlaubslektüre. Bild: CCO Pixabay

Die Temperaturen stehen jetzt schon über der 30 Grad Marke, die Ventilatoren laufen auf Hochtouren und die Eistruhen im Supermarkt sind leergefegt. Höchste Zeit, Körper und Geist Ruhe zu gönnen und vom Alltagstrubel abzutauchen. Wer weder Meer noch Badesee in der Nähe hat, Schwimmbäder meidet und das Planschbecken nicht auf den 1 m2 großen Balkon quetschen möchte, kann sich hierfür eines guten Buches bedienen.

Die frische Luft scheint die Leselust vieler zu steigern, weshalb die Digitur-Redaktion auch in diesem Sommer ihre Lieblingstexte präsentiert. Vielleicht findet ihr darunter den ein oder anderen heißen Tipp, der euch an sonnig-heiteren Tagen sowie auf reiselustige Unternehmungen begleiten kann. Die Genres und Gattungen sind hierbei so breitgefächert wie die Interessen unserer Redakteur*innen und ermöglichen die richtige Buchwahl für jede Situation. Lust auf einen unterhaltsamen Roman am Strand, ein gesellschaftskritisches Essay im Café am Straßenrand oder philosophische Ideen während einer Zugfahrt in den Urlaubsort? Fakt ist, Bücher gehören zum Sommer dazu und in jede gepackte Reisetasche! Sie sind, woran ihr euch später erinnert – sei es, weil der Lesestoff derart fesselnd war, dass er noch lange nachhallt, oder, weil der Grasfleck auf dem Cover an den einen, ganz besonderen Nachmittag auf der Wiese erinnert.

Wie schon im letzten Jahr hoffen wir auch jetzt, euch mit unseren Vorschlägen inspirieren und eure eigenen Sommergeschichten bereichern zu können:
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Wie (un-)persönlich ein Poet in Residence sein kann

Esther Kinsky bei ihrer ersten Poetikvorlesung in Essen. Bild: Andreas Erb

Der Poet in Residence diesen Sommer (2019) in Essen zeichnet sich in einem bemerkenswerten Kontrast aus. Das, was von Esther Kinsky erbracht wurde, unterscheidet sich grundsätzlich von dem, was sie mit ihren Worten zu vertreten erschien. Parallel unterscheiden sich meine Eindrücke von dem, was andere (zu recht) empfinden.

Für alle Anwesenden sind die Schwächen dieser Woche mit der Poetin ersichtlich: Die Kürze der Vorträge, ständige Wiederholungen, die in Redundanz ausarteten, das Vorlesen aus den Werken in zu großen Anteilen (wofür die Lesung am Ende gedacht ist); dass die Poetik nur zwischen den Zeilen zu finden war, wo sie doch im Vordergrund stehen sollte, als Hauptthema, als maßgebender Inhalt. Geschweige vom Desinteresse seitens Esther Kinsky, mit dem örtlichen Publikum zu sprechen. Allgemeine und gerechtfertigte Unzufriedenheit ist das Ergebnis. Weiterlesen „Wie (un-)persönlich ein Poet in Residence sein kann“

Was hinter der Verzauberung der Welt steckt. Fragerunde mit Andreas Eschbach

Christian Krumm (links) und Andreas Eschbach (rechts) verdient zufrieden nach der erfolgreichen letzten Seminarssitzung. Bild: Christian Krumm

Sollten Autor*innen etwas über sich verraten, dann meistens in einem Interview (seltener Poetikvorlesungen). Daran ist nichts falsch, nur stehen solche Treffen unter einem gewissen Stern. Es gibt einen Kontext (oft ein neues Buch oder ein Ereignis) und eine dritte Partei (die Zielgruppe), die angesprochen werden soll, was beiden Seiten konstant bewusst ist; wie ein Riese, der seinen Schatten wirft. Es fehlt eine Gelassenheit, einfach über etwas zu reden, vor allem, wenn fünf Minuten angesetzt sind und sich der volle Terminkalender bemerkbar macht. Daher ist es immer interessant und faszinierend, sobald man die Möglichkeit hat, ohne einen solchen (engen) Rahmen Fragen stellen zu können; die Antworten sind erfrischend. Weiterlesen „Was hinter der Verzauberung der Welt steckt. Fragerunde mit Andreas Eschbach“

Fundstück: Andreas Eschbachs kleiner Boxenstopp in Essen

Einen Autor ausfragen zu können, ist etwas für alle Lesefreunde. Bild: CCO pixabay

Am 21.3.2019 geht sie wieder los, die Leipziger Buchmesse: Eine geschichtsträchtige, internationale Plattform für Leser*innen, Autor*innen, Verlage und saisonal ausgebuchte Hotelzimmer. Dieses Jahr sind abermals allerhand Preisverleihungen, Lesungen und Auftritte vorgesehen; mit dabei der womöglich erfolgreichste deutsche Science-Fiction Autor Andreas Eschbach. Ein idealer Auftakt zu seiner Lesetour Anfang April kreuz und quer durch Deutschland, nicht wahr? Nun ja, fast. Denn bevor Besuchermassen wieder die Messehallen belagern, kommt es noch zu einen kleinen Boxenstopp am Essener Campus. Dort kann man dann Andreas Eschbach erwischen, wie er eine Frage- und Antwort-Runde gibt.

Der ganze Spaß findet in der Meyer-Schwickerath-Straße 1, 45141 Essen (Gebäude R14, Raum R14 R02 B02), am 19.3.19 um 19 Uhr statt. Beim Veranstalter Dr. Christian Krumm kann man sich (noch) anmelden und weitere Informationen bekommen. Und wie es der Zufall so will: Auch er wird ein paar Lesungen auf der Leipziger Buchmesse halten. Kommt vorbei und löchert zwei Autoren, bevor es jede*r andere tun kann!

Kein Weihnachten ohne Bücher! Teil 4

Wer einen Adventskranz besitzt, darf ab heute alle vier Kerzen anzünden. Bild: CCO pixabay

Morgen ist es endlich so weit: Heiligabend steht vor der Tür. In vielen Haushalten steht am 24. Dezember vormittags aber noch einiges an. Denn das Essen für die Weihnachtsfeiertage will vorbereitet, letzte Geschenke eingepackt und die Wohnung aufgeräumt und geputzt werden. Wer bis dahin, an den Feiertagen, oder zwischen den Jahren einen Moment der Ruhe findet, kann sich hier unsere fünf letzten Buchempfehlungen für die kalte Jahreszeit anschauen:
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