Fundstück: 20. poesiefestival berlin

Dagmara Kraus, eine der mitwirkenden Autor*innen, Bild: Marcin Wezowski

Unter dem Motto Endlich Zeit für Sprache findet vom 14.06.-20.06.2019 das diesjährige poesiefestival berlin statt. Organisiert vom Haus für Poesie ist es europaweit die größte Veranstaltung ihrer Art, die seit 2000 jährlich rund 150 internationale Dichter*innen und Künstler*innen nach Berlin bringt. Ort des Geschehens ist die Akademie der Künste, in der im Rahmen eines vielfältigen Programms Raum für internationale Poesie in Verbindung mit Kunst, Theater, Performance, Musik, Film sowie digitalen Medien geschaffen wird. Das Programm ist für jegliche Altersgruppe konzipiert – darunter fallen beispielsweise die in sieben Sprachen gestaltete Eröffnungsperformance Weltklang – Nacht der Poesie, die Ausstellung Aubergine mit Scheibenwischer – Die Zeichnungen von Oskar Pastior, die Lesung und Gesprächsrunde Queer Poets. Queer Voices – 50 Jahre Stonewall, der ZEBRA-Poesiefilmclub Sprachgewalt sowie ein mit digitaler Poesie gefüllter Abend, der unter dem Titel datenschemen & zeichensprachen Machtstrukturen infrage stellt und Sprache neu erlebbar macht. Über das Instagram-Profil des Hauses für Poesie sowie in der Facebook-Veranstaltung @poesiefestivalberlin können aktuelle Informationen zu dem Festival abgerufen werden. Content verschiedenster Art kann in den sozialen Netzwerken zudem mit dem Hashtag #poesiefestivalberlin2019 versehen und mitverfolgt werden.

Fundstück: Das literaturgebiet.ruhr

Das neue Logo, Bild: literaturgebiet.ruhr

„Die Literaturszene an der Ruhr ist so vielfältig, kreativ und lebendig wie kaum eine andere“, heißt es auf der Website des literaturgebiet.ruhr. Aus diesem Grund ist es Ziel des 2018 gegründeten und nun an die Öffentlichkeit tretenden Netzwerks, der umfangreichen und facettenreichen Literaturszene des Ruhrgebiets einen Raum sowie eine gemeinschaftliche Dachmarke zu verschaffen. Die vorhandene Qualität und Vielfalt solle herausgestellt, die literarischen Aktivitäten sichtbar gemacht und die städteübergreifende Zusammenarbeit gefördert werden, so Johannes Brackmann, Gründungsmitglied und einer der fünf Sprecher*innen des literaturgebiet.ruhr. Unter der Leitung von Antje Deistler übernimmt das Literaturbüro Ruhr die Zuständigkeit für das Netzwerk, das Ruhrgebietsliteratur in den Blick der Öffentlichkeit rückt, über Veranstaltungen informiert, als Werbefläche für Organisationen dient sowie das Ruhrgebiet als die Literaturregion, die es ohnehin schon ist, publik macht. Bei Instagram und Facebook ist das Projekt längst vertreten und schon im Herbst dieses Jahres ist eine größere Veranstaltung geplant. Für alle, die mehr erfahren möchten, lohnt es sich, in den WDR-Beitrag zum Thema hineinzuhören.

Literatur erfahren – das Kollektiv »kaboom« lässt neue Rezeptionsformen entstehen

Margaret Schlenkrich und Carolin Schmidt sind das Kollektiv »kaboom«, Bild: Claudia Katzmarski

Die Literaturwissenschaftlerin Carolin Schmidt und die Szenografin Margaret Schlenkrich bilden zusammen das 2018 ins Leben gerufene Berliner Kollektiv »kaboom«. In Gestalt verschiedener Projekte wollen sie neue Zugänge zur Literatur schaffen, mit Wort- und Raumebenen experimentieren, den gegenseitigen literarischen Austausch anregen sowie Texte lebendig werden lassen. Weiterlesen „Literatur erfahren – das Kollektiv »kaboom« lässt neue Rezeptionsformen entstehen“

Kein Weihnachten ohne Bücher! Teil 2

Die Hälfte ist um: In zwei Wochen ist die Adventszeit bereits vorbei. Bild: CCO pixabay

Der zweite Sonntag im Advent kündigt die Halbzeit an: In gut zwei Wochen ist er da, der heilige Abend. Hier und da werden noch kurzfristige Treffen vor dem Fest vereinbart, bedeuten die Feiertage für viele schließlich eine Fahrt in die Heimat zur Familie. Die Pläne, die vor einer Woche gemacht wurden, werden konkretisiert: Was soll es denn nun an den Feiertagen zu essen geben? Stehen die Absprachen mit den Verwandten und den Freund*innen? Wie teile ich mir die Tage bis Weihnachten jetzt noch ein, um alles zu schaffen, damit ich mich an Weihnachten entspannen kann? Für wen muss ich unbedingt noch ein Geschenk besorgen? Die Weihnachtsmärkte werden voller und in den Geschäften tummeln sich immer mehr Menschen, bepackt mit vielen Tüten. Ob sie wohl auch Bücher kaufen? Hier sind unsere nächsten vier Buchempfehlungen:
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Fundstück: 26. open mike

Preisträgerin Lara Rüter liest aus Gedichte, Bild: Mirko Lux

Am 17. und 18.11.2018 fand der 26. open mike im Haus der Poesie, vorher Literaturwerkstatt Berlin, in der Hauptstadt statt. Der open mike ist der bekannteste Literaturwettbewerb, der die schriftstellerische Nachwuchsförderung in den Fokus stellt. Auf der Website des Kulturhauses wird er als „Wettbewerb für junge deutschsprachige Prosa und Lyrik“ betitelt. Seit 1993 bietet er jungen Schreiber*innen eine Bühne, auf der sie sich literarisch entfalten können. 20 aus 500 Einsendungen ausgewählte Autor*innen trugen in diesem Jahr ihre Texte vor, von denen vier ausgezeichnet wurden. Den Prosa-Preis erhielt Yade Yasemin Önder für bulimieminiaturen, Lyrik-Preise gingen an Kyrill Constantinides Tank für alles ὕλη nix είδος sowie Lara Rüter für Gedichte. Der Preis der taz-Publikumsjury wurde an Caren Jeß für Die Ballade von Schloss Blutenburg überreicht. Alle Preise sind mit jeweils 2500 Euro dotiert. Auch in diesem Jahr waren Studierende der Universität Duisburg-Essen vor Ort, um sich die Veranstaltung anzuschauen und im Nachhinein darüber zu berichten. Wer mehr über das jährliche Kultur-Event erfahren möchte, kann sich dem begleitenden open mike Blog widmen.

Lena Dunham gründet Twitter-Buchclub #keepit100LD

Bild: Auszug aus Dunhams Twitter-Post; Inhalt: https://twitter.com/hashtag/KeepIt100LD?src=hash

Die Liste der Berufe, die Lena Dunham ausmachen, ist lang. Sie ist sowohl als Drehbuchautorin, Filmproduzentin und Regisseurin der HBO-Serien Girls (2012-2017) und Camping (2018) bekannt als auch als Schriftstellerin ihrer autobiografischen Essay-Sammlung Not That Kind of Girl (2014). Außerdem hat sie bei mehreren Filmprojekten als Schauspielerin mitgewirkt und ist politisch engagiert. Sie hat etwa das Vorwort zu der von Nick Haramis herausgegebenen Essay-Sammlung Courage Is Contagious. And Other Reasons to be grateful for Michelle Obama verfasst und ist Mitgründerin des feministischen Newsletters Lenny Letter (Dazu findet ihr hier einen Digitur-Beitrag). Sie setzt sich für die Rechte von Frauen ein, kämpft für mehr Körperfreiheit und Selbstliebe und stellt auf ihrem Instagram-Profil ihre unverblümte Lebensrealität dar. Jetzt hat sie ein neues Projekt ins Leben gerufen – den Twitter-Buchclub #keepit100LD. Weiterlesen „Lena Dunham gründet Twitter-Buchclub #keepit100LD“

Kein Sommer ohne Bücher!

Ein idealer Einfang des Sommers zur Abendzeit. Was für viele in dieser Jahresphase nicht fehlen darf: (Urlaubs-) Lektüre. Foto: Annika Vahle

Egal ob auf dem Balkon, auf einer Wiese, am Strand oder ganz cool am Pool. Auch in der heißen Jahreszeit gehört Lektüre zu unserem Alltag dazu. Wie das Ufer zum See, die Waffel zum Eis – die Sommermonate sind ohne Bücher nicht vorstellbar. Wir nehmen sie mit in die unterschiedlichsten Länder und Städte, um auch dort der Realität zu entfliehen und in fantasievolle Welten einzutauchen. Sie werden zu einem Begleiter von uns, stellen manchmal sogar die Erinnerung an den Urlaub dar und oft ist es nicht nur ein Buch, das in dieser Zeit von uns verschlungen wird. Eine Seite nach der anderen wird umgeblättert, schenkt uns die Möglichkeit, umso mehr unsere freie Zeit zu genießen. Obwohl es unzählige Bücher gibt, die in den Rubriken „Sommerlektüre“ oder „Bücher für den Urlaub“ aufgelistet werden können – es sind nicht unbedingt die klischeehaften Sommerliebesromane (es ist Sommer, ein Mann und eine Frau verlieben sich), die während der warmen Monate gelesen werden. Stattdessen ist die Auswahl viel breiter, komplett genreunabhängig und völlig individuell bestimmt.  Weiterlesen „Kein Sommer ohne Bücher!“

Fundstück: WSBR0.1 – Ein Theaterstück für Bühne und Netz

Bild: CCO pixabay
Bild: CCO pixabay

Im April berichteten wir vom onlinetheater.live, nun können wir euch endlich ein neues Projekt des Digital-Theaters vorstellen: WILLIAM SHAKESPEARES BLADERUNNER 0.1 / die Verwandlung der O – ein Labor. Vom 20.06.-23.06.2018 kann das Stück, eine Koproduktion des Online-Theaters und des Kollektivs minuseins, jeweils von 20-21:30 Uhr im Theaterdiscounter in Berlin oder zeitgleich via Livestream vor dem eigenen Bildschirm miterlebt werden. Die beiden Inszenierungen ergänzen sich hierbei. Da der Theaterbesuch im eigenen digitalen Raum möglich ist und zudem Themen wie Algorithmen, eigene Daten und hybride Wirklichkeiten verhandelt werden, wird die Digitalisierung auf eine Metaebene gehoben, die das Ganze umso spannender macht. Als Textmaterial dienen unter anderem Shakespeare und die Biografien der Daten der Mitwirkenden. Die Zeitschrift Zitty führt das von Roman Senkl entwickelte Schauspiel schon jetzt als einen ihrer Tipps an und auch wir finden, dass die gegenwartsnahe Konzeption einen Besuch und/oder Klick wert ist. Tickets für die Vorstellungen im Theaterdiscounter können online gebucht oder 60 Minuten vor Beginn für 15 Euro (ermäßigt 9 Euro) an der Abendkasse erworben werden.

The Princess and the Fox: KI kreiert Märchen

KI erschafft Prinzessin und Fuchs – was mag noch kommen?, Bild: CCO pixabay

Once upon a time, there was a golden horse with a golden saddle and a beautiful purple flower in its hair. The horse would carry the flower to the village where the princess danced for joy at the thought of looking so beautiful and good […],

spricht die beruhigende, sehr markante und tiefe Stimme des Schauspielers und Synchronsprechers Erik Braa und eine insgesamt 15 Minuten lang andauernde Online-Märchen-Lesung beginnt.  Das ist nichts Neues, da viele ihre CD-Spieler und Radios längst durch Onlineversionen der Audio-Wiedergabe ersetzt haben. Neu ist allerdings, dass das Märchen The Princess and the Fox im Gegensatz zu anderen Erzählungen aus dem Jahre 2018 stammt und weder mündlich überliefert noch allein von Menschenhand niedergeschrieben wurde. Weiterlesen „The Princess and the Fox: KI kreiert Märchen“

Theater 2.0: Das onlinetheater.live

Bild: Aus der Produktion Werther, onlinetheater.live

Ticketkauf, ein Getränk im Foyer, Platzsuche, leise Gespräche im Publikum, Licht aus, Vorhang auf, Schauspieler*innen auf der Bühne, Verbeugung, Klatschen, Vorhang zu, Licht an, Stück Revue passieren lassen – heruntergebrochen ein Theaterbesuch, wie ihn jede*r kennt. Das onlinetheater.live setzt sich der Theatertradition entgegen, indem es ermöglicht, Schauspiel digital zu erleben. Ortsunabhängig, kostenlos, ungezwungen und dem Geist der Zeit entsprechend ist die Plattform das erste Theater, dessen Veranstaltungen ausschließlich online miterlebt werden können. Nötig sind hierfür lediglich eine gute Internetverbindung und der Spaß an Digitalem, Neuem und Innovativem.  Weiterlesen „Theater 2.0: Das onlinetheater.live“