Fundstück: Der Mann in der globalen Welt – die Shortlist des dbp 2019

Aus 173 eingereichten Romanen hat die siebenköpfige Jury um Jörg Magenau die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2019 erstellt. Bild: CCO Pixabay

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels wird am letzten Tag der Frankfurter Buchmesse an den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado verliehen (Digitur berichtete). Höchste Zeit also, auch mal einen Blick auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis zu werfen. Wer wird am Ende das Rennen machen? Etwa Norbert Scheuer mit Winterbienen? Jackie Thomae mit Brüder? Oder Saša Stanišić mit Herkunft? Zu den Finalist*innen zählen auch drei Debütantenromane: Das flüssige Land von Raphaela Edelbauer, Kintsugi von Mike Sophie Kümmel und Nicht wie ihr von Tokio Schachenger. Obwohl die sechs Bücher sich stilistisch und formal unterscheiden, weisen sie inhaltlich doch eine Gemeinsamkeit auf. Sie alle thematisieren die problematische Identität des Mannes, familiäre Strukturen und den „Ort in der globalen Welt, von dem aus das eigene Dasein zu begreifen ist“, so Jury-Sprecher Jörg Magenau. In einer so diffusen und schnelllebigen Welt wie unserer ein komplexes und facettenreiches Thema.

Neben dem freien Literaturkritiker Magenau gehören ebenfalls Petra Hartlieb (Hartliebs Bücher, Wien), Hauke Hückstädt (Literaturhaus Frankfurt am Main), Björn Lauer (Hugendubel Frankfurt), Alf Mentzer (Hessischer Rundfunk), Daniela Strigl (Literaturwissenschaftlerin) und Margarete von Schwarzkopf (Autorin und Literaturkritikerin) der Jury für den Deutschen Buchpreis 2019 an. Der Preis, welcher zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse am 14. Oktober im Kaisersaal des Frankfurter Römers verliehen wird, ist mit 25.000 Euro dotiert. Die anderen fünf Nominierten erhalten jeweils ein Preisgeld von 2.500 Euro. Wer sich die Preisverleihung ansehen möchte, hat die Möglichkeit, diese mittels Livestream auf www.deutscher-buchpreis.de zu verfolgen.

Wenn Podcasterinnen zu Autorinnen werden

Es ist keine neue Erkenntnis, dass Literatur und Medien im Jahr 2019 fest miteinander verknüpft sind. Wie stark diese Verbindung ist, wird unter anderem durch die vielen Bücher, die Influencer*innen mittlerweile schon fast wöchentlich auf den Markt bringen deutlich. Ob Kochbücher von Fitnessvorbildern, verschriftlichte Beauty-Tipps von YouTuber*innen oder auch ganze Biografien von Instagramer*innen; der Buchmarkt wurde erweitert um die Welt der medialen Persönlichkeiten. Da kommt nun die Frage auf: Braucht die Bücherwelt all dies wirklich? In vielen Fällen ist die Frage wohl mit einem klaren NEIN zu beantworten. Doch die Ausnahme bestätigt die Regel!

Das Podcasterinnen Duo Herrengedeck hat im August diesen Jahres ihr Buch „Herrengedeck: Geschichten, die wir nüchtern niemals erzählen würden“ veröffentlicht. Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern von sogenannten Influencern ist dieses jedoch ein absolutes Muss für jeden Menschen, der einfach mal eine Gute-Laune-Zeit mit einem Buch sucht.

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Über familiäre Verwurzelung und die Sehnsucht nach Heimat – Rezension zu Bremers Generationenroman Olivas Garten

Macht es euch in der eigens eingerichteten Lese-Ecke der LK-Bibliothek gemütlich und taucht ein in die literarischen Welten des Mittelmeerraums. Bild: Universität Duisburg-Essen

Im Rahmen des Projektes Eine Uni – ein Buch finden an der Universität Duisburg-Essen Veranstaltungen und Vorlesungen rund um den Roman Olivas Garten statt. Zudem konnte die Universität die Autorin Alida Bremer als Poet in Residence für das Wintersemester 2019/2020 gewinnen. Grund genug also, sich ausführlich mit Olivas Garten auseinanderzusetzen.

Heimat ist in aller Munde, doch was verbindet uns mit dem Ort, an dem wir uns heimisch fühlen? Sind es die Bewohner*innen, das Essen, die Natur oder Abstrakteres wie die Geschichte des Orts oder ein Gefühl der Zugehörigkeit und Geborgenheit? Bremers autobiografisch inspirierter Roman aus dem Jahr 2013 behandelt diese Thematik auf eindrückliche Weise. Die Leser*innen begleiten die seit geraumer Zeit in Münster lebende Ich-Erzählerin Alida bei ihrer Rückkehr in ihre (alte) Heimat Kroatien, genauer gesagt: nach Dalmatien. Weiterlesen „Über familiäre Verwurzelung und die Sehnsucht nach Heimat – Rezension zu Bremers Generationenroman Olivas Garten“

Nähe und Distanz – Der Fotowettbewerb #EINBUCHUDE

Nähe und Distanz beides erfahren wir jeden Tag. Darum gibt es jetzt im Rahmen von #EINBUCHUDE einen Fotowettbewerb zum Thema Distanz.

Macht mit!

Dabei geht es um die richtige Perspektive. Erfahren, herstellen oder überwinden von Distanz ist hier die Frage. Und wie setze ich das fotographisch um?

Für die drei besten Schnappschüsse gibt es jeweils ein Preisgeld von 300€, 200€ und 100€.

Mitmachen könnt ihr noch bis 15. September. Schickt das Foto mit eurem Namen und einem Titel an ein-buch at uni-due.de.

Weitere Informationen zum Wettbewerb findet ihr unter https://www.uni-due.de/eineunieinbuch/fotodistanz.

Kein Sommer ohne Bücher! Teil 2

Sonne, Kaffee und ein gutes Buch: Für viele ist das Entspannung pur. Bild: CCO pixabay

Endlich haben sich die Temperaturen wieder etwas abgekühlt und man muss sogar überlegen, für welche Jacke und welches T-Shirt man sich entscheidet. „Oder doch lieber der dünne Pulli? Nachher ist es zu kalt draußen und ich friere.“ Zwischen 18 und 21 Grad, klar, das sind nach den letzten Wochen für viele momentan eisige Temperaturen. Da hilft wohl nur der Zwiebellook. Aber keine Sorge: Die nächste Hitzewelle steht schon in den Startlöchern. Dieses Mal sind zumindest die Jüngeren in freudiger Erwartung. Kein Wunder, beginnen in den meisten Bundesländern Deutschlands derzeit die Sommerferien. Und welche Bedeutung das Wort ‚Sommerferien‘ trägt, wissen schon die Kleinen: frei, Unternehmungen und am besten noch Urlaub. Ein gutes Buch darf da nicht fehlen. Deshalb geht’s hier direkt weiter mit unseren Literaturempfehlungen für die heißen Tage:

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Liebeserklärung an Kroatien #Einbuchude

Alida Bremer versammelt 20 Liebeserklärungen an ihr Heimatland Kroatien in einer Anthologie. Bild: CCO Pixabay

Eine Entdeckungsreise aus dem Lesesessel heraus: Nicht nur als Autorin, auch als Herausgeberin hängt Alida Bremers Herz an ihrem Geburtsland Kroatien. Bremer ist dieses Semester Autorin des Projektes Eine Uni – Ein Buch. Zusammen mit den Herausgeberinnen Silvija Hinzmann und Dagmar Schruf erstellt sie in dem Werk Südliche Luft – 20 Liebeserklärungen an Kroatien eine Collage aus persönlichen Eindrücken des kleinen Landes östlich der Adria.

So beschreibt die gebürtige Kroatin Marica Bodrožić nostalgisch ihre Kindheit in Dalmatien – die Sehnsucht nach Italien und der Fremde, die sie in dem Hinterland empfindet, aber auch die Liebe und Zuneigung, die sie zu diesem Land entwickelt. Auch deutsche Autor*innen schreiben über ihre Vorstellungen und Eindrücke des Landes: Juli Zehs Geschichte handelt von Musik, die Grenzen überwindet und der Liebe zwischen zwei Kulturen – Deutschland und Kroatien. In der Anthologie geht es um Gegensätze: „Die zauberhafte Natur und die Schönheit der Städte auf der einen, die verhängnisvolle Geschichte und schwer zu verstehende Politik auf der anderen Seite.“ Doch vor allem geht es darum, ein Land kennenzulernen, das vielen noch als fremd und unbekannt erscheint.

Wie (un-)persönlich ein Poet in Residence sein kann

Esther Kinsky bei ihrer ersten Poetikvorlesung in Essen. Bild: Andreas Erb

Der Poet in Residence diesen Sommer (2019) in Essen zeichnet sich in einem bemerkenswerten Kontrast aus. Das, was von Esther Kinsky erbracht wurde, unterscheidet sich grundsätzlich von dem, was sie mit ihren Worten zu vertreten erschien. Parallel unterscheiden sich meine Eindrücke von dem, was andere (zu recht) empfinden.

Für alle Anwesenden sind die Schwächen dieser Woche mit der Poetin ersichtlich: Die Kürze der Vorträge, ständige Wiederholungen, die in Redundanz ausarteten, das Vorlesen aus den Werken in zu großen Anteilen (wofür die Lesung am Ende gedacht ist); dass die Poetik nur zwischen den Zeilen zu finden war, wo sie doch im Vordergrund stehen sollte, als Hauptthema, als maßgebender Inhalt. Geschweige vom Desinteresse seitens Esther Kinsky, mit dem örtlichen Publikum zu sprechen. Allgemeine und gerechtfertigte Unzufriedenheit ist das Ergebnis. Weiterlesen „Wie (un-)persönlich ein Poet in Residence sein kann“

Alida Bremer liest „Olivas Garten“ #EinBuchUDE

Alida Bremer bei der Lesung ihres Romans „Olivas Garten“. Foto: Digitur

Heute Abend fand mit einer Lesung der Autorin Alida Bremer an der Universität Duisburg-Essen die Auftaktveranstaltung zu dem Projekt „Eine Uni – Ein Buch“ statt.

Jeder hat seine eigene Geschichte des Verlassens und des Ankommens.

– Alida Bremer

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Eine Uni – Ein Buch: „Olivas Garten“ an der Universität Duisburg-Essen #einbuchude

Über welches Buch habe ich in letzter Zeit länger nachgedacht? Und wann hatte ich zuletzt das Bedürfnis über einen Text zu diskutieren? Spontan weiß ich darauf keine Antwort. Eine Gelegenheit darüber nachzudenken bietet sich mir aber schon sehr bald.

Die Universität Duisburg-Essen wurde mit ihrer Bewerbung als eine von 10 deutschen Hochschulen bei der Ausschreibung „Eine Uni – Ein Buch“ des Stifterverband Deutschlands, der Klaus Tschira Stiftung in Kooperation mit dem ZEIT Verlag ausgewählt. Ein Semester lang soll über ein bestimmtes Buch breit diskutiert werden. Die Idee ist den Austausch und die Identifikation aller Hochschulmitglieder und Mitarbeiter mit ihrer Hochschule zu stärken. Ob Erstsemester oder Fakultätsleiter, Professoren oder Verwaltungsmitarbeiter, die Mitglieder einer Hochschule sollen über das ausgewählte Buch ins Gespräch kommen und sich für ein gemeinsames Thema begeistern.

„Olivas Garten“ von Alida Bremer ist das Buch über das in den kommenden Wochen und Monaten an der Universität Duisburg-Essen geredet werden soll. Das Buch handelt von der Protagonistin Alida, die in Deutschland lebend, den Olivenhain ihrer Großmutter in Vodice an der kroatischen Adriaküste erbt. Das bringt Alida dazu sich mit ihrer Vergangenheit und ihrer Familiengeschichte auseinanderzusetzen. Der Roman offenbart eine weitverzweigte Familiegeschichte, die sich über sechs Generationen erstreckt und eng verwoben ist mit der politischen Entwicklung Kroatiens und Europas.

Digitur wird das Projekt in den kommenden Wochen und Monaten unter dem Hashtag #einbuchude hier auf dem Blog sowie bei Facebook, Twitter und Instagram begleiten.

Infos zu kommenden Veranstaltungen und zum Projekt finden sich hier.

 

Werbung à la Hollywood nun auch für Bücher

Bücher werden heute mit Filmen beworben. Bild: CCO pixabay

Der neue Hollywoodstreifen wird durch kurze Filmausschnitte und passende Musik beworben – warum also nicht auch der neue Roman? Trailer als appetitanregendes Werbemittel werden inzwischen nicht nur in Film und Fernsehen benutzt, sondern auch im Literaturbetrieb. Buchtrailer spielen eine immer größere Rolle im MarketingSie sollen insbesondere die junge Leserschaft ansprechen und zum Lesen und Kaufen des neuen – hoffentlich – Bestsellerromans bewegen.

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