Ruhrfestspiele Recklinghausen

Das neue Logo der Ruhrfestspiele. Bild: CC BY-SA 4.0 Ruhrfestspiele

Es ist wieder soweit: Die 73. Ruhrfestspiele starten heute unter dem spannenden Motto „Poesie und Politik“. Sie sind ein Grund, warum das Ruhrgebiet als kulturell lebendiges Zentrum angesehen werden kann. Durch eines der größten, ältesten und renommiertesten Theaterfestivals Europas verwandelt sich Recklinghausen vom 1. Mai bis zum 9. Juni in eine internationale Kulturmetropole. Neben Tanz, Theater, Film und Musik spielt natürlich auch Literatur eine große Rolle.

Unter der neuen Intendaz von Olaf Kröck geht es um Themen, die die Lebenswirklichkeit betreffen wie das Zusammenleben verschiedener Kulturen und Abschottungsfantasien in Europa. Die Auseinandersetzung mit politisch relevanten Fragen zeigt sich in rund 210 Veranstaltungen und 90 Produktionen, an denen mehr als 850 Künstler*innen aus 16 verschiedenen Ländern beteiligt sind, darunter Israel, Großbritannien, Indien, Deutschland, Frankreich, Namibia, USA, Niederlande, Griechenland und Ukraine. Zu sehen sind sie in rund 16 Spielstätten: im Ruhrfestspielhaus, der Halle König Ludwig 1/2 und Theater Marl, in der Recklinghäuser Innenstadt, der Christuskirche und in zahlreichen weiteren Orten. Weiterlesen „Ruhrfestspiele Recklinghausen“

Fundstück: Der Literaturnobelpreis – dieses Jahr in doppelter Ausführung

 

Seit 1901 wird der Nobelpreis für Literatur verliehen. Bild: CCO pixabay

In den letzten Jahren gab es viele Skandale aus den Reihen der schwedischen Nobelpreisjury – besonders laut waren die Vorwürfe gegen das Mitgliedsehepaar Katarina Frostenson und Jean-Claude Arnault, die jeweils für Korruption und sexuellen Missbrauch angeklagt wurden. Während die Negativschlagzeilen sowie die anschließenden zahlreichen Austritte anderer Jurymitglieder dazu führten, dass der Nobelpreis für Literatur im letzten Jahr nicht verliehen wurde, soll die Verleihung 2019 im Herbst wieder stattfinden. Aber nicht nur das: ebenfalls soll die 2018er Auszeichnung dieses Jahr nachgeholt werden. Dass mit dieser Entscheidung nicht nur Lob auf die Schwedische Akademie niederregnen würde, war abzusehen.

Die Nobelstiftung spricht von Reformen, Vertrauenswiederherstellungen. Frostenson sei aus dem Gremium ausgetreten, ihr Ehemann zu 2,5 Jahren Haft verurteilt. Weitere Ersetzungen in den engsten Kreisen der Akademie wurden vorgenommen. Aber reicht das, um das Tuch des Vergessens auf die Skandale um den Literaturnobelpreis zu legen? Die Reaktionen der Öffentlichkeit, der Preisverleihung von 2018 in diesem Jahr nachzukommen, sind gespalten. Einzig und allein die Meinung, dass die Akademie deutliche Risse in ihrer Vertrauenswürdigkeit davongetragen hat, scheint unumstritten zu sein. Es bleibt abzuwarten, wie und ob sich die Verhältnisse bis zur Verleihung im Herbst auflockern.