Bedeuten Serien den Untergang des Buches?

Der nasse Fisch.“ Die literarische Vorlage zur preisgekrönten Serie „Babylon Berlin“. Bild: Ellen Grieser

Serienjunkie, Binge-Watching, Prequel. Jemandem, der mit Serien nur wenig am Hut hat, wird voraussichtlich noch der erste Begriff etwas sagen. Bei den anderen beiden wird es deutlich schwieriger. Die Streaming-Plattformen boomen und immer mehr Geschichten werden audiovisuell veranschaulicht. Serien gewinnen täglich an Anhängern. Sei es aus dem Thriller-, Komödien- oder Actiongenre – online findet jeder in kurzer Zeit das, wonach einem gerade der Sinn steht. Die Folge: Literarischen Werken wird weniger Interesse gezollt, der Buchhandel muss sich besonders gegen die Riesen Netflix und Amazon Prime, die jeden Monat mit Neuerscheinungen begeistern, behaupten. Studien besagen, dass Kinder im Vergleich zu vorherigen Jahrzehnten lieber fernsehen oder Musik hören, anstatt ein Buch zu lesen. Auch bei den Erwachsenen sieht es nicht anders aus. Viele ziehen es vor, sich nach Feierabend einen Film oder eine Serie anzuschauen. Aber bedeutet dieses Präferenzgefälle automatisch, dass Bücher nunmehr keine Chance haben? Gibt es nur eine Antwort, entweder Buch oder Film/Serie?
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Fundstück: Karneval und Literatur

Die Maskierung ist großer Bestandteil der karnevalesken Lachkultur. Bild: CCO pixabay

Karneval und Literatur, passt das zusammen? Zumindest der russische Literaturwissenschaftler Michail Michailowitsch Bachtin würde diese Frage mit „ja“ beantworten. In seinem Werk Rabelais und seine Welt bezeichnet er die Vorstellung vom mittelalterlichen Karneval als Lachkultur des Volkes, die dazu dient, sich von der Angst zu befreien und die Machtverhältnisse durch eine Maskierung umzukehren. Daher gilt das Prinzip des Karnevals als eine Ausdrucksform der unterdrückten und sozial schwachen Gruppen, die sich durch eine polyphone, anti-hierarchische, dialogische Kommunikation auszeichnet. Neben Rollentauschen und Narrengerichten gab es im Mittelalter in einigen Städten sogenannte Narrenbücher, in denen das ganze Jahr über peinliche Missgeschicke und asoziale Verhaltensweisen der Gemeindemitglieder festgehalten wurden. In der Faschingszeit wurden diese Verfehlungen dann zur Freude der Anwesenden und zur Bloßstellung des Betroffenen vorgelesen. Für Bachtin gehören aufgrund ihrer Polyphonie auch Romane wie die Dostojewskis oder der sokratische Dialog zur Lachkultur.

Heute, an Altweiber, ziehen besonders in den Karnevalshochburgen wieder viele Kostümierte durch die Straßen. Denn der Donnerstag vor Rosenmontag, Faschingsdienstag und Aschermittwoch kennzeichnet den Beginn des Straßenkarnevals. Auch digital ist einiges los. Werden sie im Jahr fast gar nicht besucht, schnellen die Klickzahlen für die Webseiten rund um den Karneval in der fünften Jahreszeit rasant in die Höhe. Seien es Online-Shops, Narren-Communities oder Karnevalsgruppen auf den Social-Media-Plattformen: Hier findet jeder Jeck, was er sucht. Und da niemand an Karneval ohne Handy loszieht, tummeln sich auch Unmengen an Apps im Netz. Da gibt es zum Beispiel das Schlagerradio, die Jeck App inkl. Schunkelbarometer oder verschiedene Serviceapps. So steht einer guten Vorbereitung auf jeden Fall nichts mehr im Wege.

Fundstück: TheMostDangerousWriting-App

Für alle, die schreiben müssen und wollen, ist die TheMostDangerousWriting-App von Vorteil. Bild: Annika Vahle

Oh nein, da ist sie wieder! Die berühmte Schreibblockade. Besonders Journalist*innen, Schriftsteller*innen und Student*innen kann sie zum Verhängnis werden. Da möchte, muss man in den meisten Fällen sogar, etwas Schriftliches zustande bringen, aber es wollen einfach keine neuen Wörter oder Sätze auf dem Papier oder dem Bildschirm erscheinen. Stattdessen verweilt man bis zu Stunden am Schreibtisch und wartet auf zündende Ideen und sich bewegende Finger.

Die TheMostDangerousWriting-App beugt einer solchen Blockade vor. Sie löscht einen Text, wenn fünf Sekunden keine Eingabe getätigt wird. Das einfache Weiterschreiben hat einen positiven Effekt: Man sucht nicht krampfhaft nach perfekten Formulierungen und unterbricht nicht unwillkürlich den Schreibfluss. In der App legt der*die Nutzer*in zu Beginn fest, wie lange er ununterbrochen am Stück schreiben möchte. Entweder wählt er eine Zeit von 3 bis 60 Minuten oder eine Wortanzahl zwischen 75 und 1667 Wörtern. Wird das gewählte Ziel erreicht und ohne Pause weitergeschrieben, kann der Text gespeichert und als Datei heruntergeladen werden.

Kein Weihnachten ohne Bücher! Teil 4

Wer einen Adventskranz besitzt, darf ab heute alle vier Kerzen anzünden. Bild: CCO pixabay

Morgen ist es endlich so weit: Heiligabend steht vor der Tür. In vielen Haushalten steht am 24. Dezember vormittags aber noch einiges an. Denn das Essen für die Weihnachtsfeiertage will vorbereitet, letzte Geschenke eingepackt und die Wohnung aufgeräumt und geputzt werden. Wer bis dahin, an den Feiertagen, oder zwischen den Jahren einen Moment der Ruhe findet, kann sich hier unsere fünf letzten Buchempfehlungen für die kalte Jahreszeit anschauen:
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Kein Weihnachten ohne Bücher! Teil 3

Der dritte Advent ist der vorletzte Sonntag der christlichen Adventszeit. Bild: CCO pixabay

So langsam wird es eng: Bis Weihnachten ist es nicht mehr weit. Die dritte Kerze am Adventskranz wird angezündet, mehr als die Hälfte der Türchen vom Adventskalender sind geöffnet und es werden letzte Runden über den Weihnachtsmarkt gedreht. In vielen Großstädten steht an diesem Wochenende außerdem die Vergrößerung des ökonomischen Gewinns auf dem Plan. Denn der dritte Advent bedeutet besonders in Nordrhein-Westfalen auch verkaufsoffener Sonntag. Für beide Seiten sicherlich von Vorteil: Die Unternehmen erzielen Profit, während all diejenigen, die bisher noch keine Zeit hatten, den freien Tag nutzen können, um Geschenke für das Fest zu kaufen oder anderweitige Weihnachtsbesorgungen zu erledigen. Verkaufsoffene Sonntage stellen sich daher besonders in der Adventszeit zu einem Phänomen des Konsumrauschs heraus. Es wird gekauft ohne Ende – aber was davon wird wirklich benötigt? Sicher, lang gehegte Wünsche wollen erfüllt werden. Wer in literarischer Hinsicht noch nicht weiß, was verschenkt werden könnte, findet hier die nächsten vier Buchempfehlungen aus unserer Redaktion – wie immer bunt gemischt!
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Kein Weihnachten ohne Bücher! Teil 2

Die Hälfte ist um: In zwei Wochen ist die Adventszeit bereits vorbei. Bild: CCO pixabay

Der zweite Sonntag im Advent kündigt die Halbzeit an: In gut zwei Wochen ist er da, der heilige Abend. Hier und da werden noch kurzfristige Treffen vor dem Fest vereinbart, bedeuten die Feiertage für viele schließlich eine Fahrt in die Heimat zur Familie. Die Pläne, die vor einer Woche gemacht wurden, werden konkretisiert: Was soll es denn nun an den Feiertagen zu essen geben? Stehen die Absprachen mit den Verwandten und den Freund*innen? Wie teile ich mir die Tage bis Weihnachten jetzt noch ein, um alles zu schaffen, damit ich mich an Weihnachten entspannen kann? Für wen muss ich unbedingt noch ein Geschenk besorgen? Die Weihnachtsmärkte werden voller und in den Geschäften tummeln sich immer mehr Menschen, bepackt mit vielen Tüten. Ob sie wohl auch Bücher kaufen? Hier sind unsere nächsten vier Buchempfehlungen:
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Kein Weihnachten ohne Bücher! Teil 1

Der Adventskranz, ein schöner Brauch in der Vorweihnachtszeit. Bild: CCO pixabay

So langsam merkt man, dass sie da ist. Die Vorweihnachtszeit. Die Häuser sind mit weitaus mehr Lichtern als sonst geschmückt, im Supermarkt gibt es Unmengen an Schokolade und Plätzchen und auch die Weihnachtsmärkte laden mit ihren Buden zum Bummeln und Verweilen ein. Während für Kinder der Adventskalender erfunden worden ist, um die Wartezeit auf das wohl beliebteste Fest des Jahres zu erleichtern, sieht die Situation bei den Erwachsenen ganz anders aus. Adventszeit und freudiges Erwarten? Für diese Frage bleibt häufig keine Zeit. Kommen doch zu dem ganz normalen Alltagsstress unzählige Termine wie Weihnachtsfeiern, Weihnachtsmarktbesuche oder der Einkauf für das Festessen. Alles will gut geplant und organisiert sein. Von Gemütlichkeit und Ruhe ist in den vier Wochen vor Weihnachten kaum etwas zu spüren. Und dann müssen ja auch noch die Geschenke besorgt werden! Sehr beliebt sind Bücher. Und das nicht nur zum Verschenken. Viele freuen sich darauf, an den Weihnachtsfeiertagen endlich mal wieder ein gutes Buch in die Hand nehmen und lesen zu können. Wie schon in der Sommerausgabe hat sich die Digitur-Redaktion deshalb ihre persönlichen Empfehlungen für die kalte Jahreszeit überlegt.
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Fundstück: BLOG(g)ST du schon?

Bloggen ist weitaus mehr als einfach nur Texte schreiben. Bild: CCO pixabay

BLOGST. Das ist das Netzwerk für alle Blogger*innen. Egal ob SEO, rechtliche Grundlagen, Bild- und Bildbearbeitung – bloggen hört sich wesentlich einfacher an, als es ist. In den von dem Netzwerk organisierten professionellen Workshops können Blogger*innen sich aber kreativ austoben und nebenbei auch andere Blogger*innen kennenlernen. Das Tolle: Bei der Themenwahl wird auf aktuelle Trends und Entwicklungen geachtet und nicht nur Grundlagen-, sondern auch Wissen für Fortgeschrittene vermittelt. Die Rolle von Social Media wie Instagram oder Facebook gehört natürlich auch dazu.

Neben den Workshops gibt es aber auch eine jährliche Konferenz. Diese bietet die Gelegenheit sich auszutauschen, Wissen mit anderen Teilnehmer*innen zu teilen und zu diskutieren. Was sind die Vor- und Nachteile von bestimmten Strategien? In Vorträgen und Workshops kann das herausgefunden werden. Eine Netzwerkstunde gehört ebenfalls dazu. Die diesjährige BLOGST Konferenz findet am 3. und 4. November in den Design Offices Dominium in Köln statt. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein seit mindestens sechs Monaten bestehender Blog.

Blinkist: Fast-Reading gegen den Alltagsstress?

Mithilfe der App Blinkist können wir in nur 15 Minuten ein seitenlanges Sachbuch lesen. Bild: Annika Vahle

„Mal sehen, ob wir das auch noch etwas komprimieren können.“ – Alles wird heutzutage bis zum Umfallen reduziert, um nicht nur Platz, sondern auch Zeit zu sparen. Möglichst viel Inhalt soll in möglichst kurzer Form wiedergegeben werden, damit noch mehr Raum für Neues geschaffen wird. Selbst das Heiligtum der Christen, die Bibel, ist bereits auf die wichtigsten Grundsätze zusammengefasst worden, um der Menschheit den Umgang damit zu erleichtern. Denn der Mensch im 21. Jahrhundert will viel und kriegt nicht genug. Ihm entgegen wirkt die Zeit, die ihn in seinem Drang nach Taten und Wissen einschränkt. Die App Blinkist schafft Abhilfe.

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Festival des deutschen Films: Genüsse für die Augen, die Ohren und das Herz

Besonders abends eine tolle Location: Die Parkinsel in Ludwigshafen am Rhein während des Festivals des deutschen Films. Bild: Annika Vahle

Eine kleine Insel inmitten des Rheins, abends sieht man den Vollmond und die Sterne. Den ganzen Tag tummeln sich am Ufer Menschen jeden Alters. Erwachsene, Kinder und Rentner*innen genießen die Zeit auf diesem Fleckchen Erde, das durch zwei kurze Brücken vom Festland getrennt ist. Auf der Insel stehen nicht viele Gebäude, es gibt ein Restaurant und die meisten anderen sind Einfamilienhäuser. Wer denkt, es würde sich hier um die Beschreibung einer Urlaubsinsel handeln, liegt falsch. Die Rede ist von der Parkinsel in Ludwigshafen. Ludwigshafen? Nein, nicht das Ludwigshafen am Bodensee. Nur durch eine Brücke von Mannheim getrennt, liegt Ludwigshafen am Rhein. 163.832 Einwohner misst die Stadt in Rheinland-Pfalz. Vom 22. August bis 9. September 2018 steigen die Besucherzahlen dort jedoch merklich in die Höhe, denn in diesem Zeitraum findet das Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein statt. Weiterlesen „Festival des deutschen Films: Genüsse für die Augen, die Ohren und das Herz“