Fundstück: Eine literarische Reise durch das Ruhrgebiet

Eine neue Perspektive auf den Pott. Bild: CCO

Die schönsten Wege zum Radeln, die eindrucksvollsten Wanderrouten oder der kulturellste Museums-marathon. Freizeit- und Reiseführer gibt es in allen Variationen, die in alle Winkel des Ruhrgebiets führen. Und doch hat es der Klartext-Verlag geschafft, eine thematische Lücke zu füllen. Denn der neue Wegweiser Literarische Orte im Ruhrgebiet lädt zu einer literarischen Entdeckungsreise quer durch die Metropole ein und stellt spannende Schauplätze aus Romanen und Gedichten der letzten drei Jahrhunderte vor. Mit dabei sind altbekannte Orte wie die Villa Hügel oder die sagenhafte Burg Volmarstein in Wetter, welche nun von ihrer literarischen Seite kennen gelernt werden können. Auch weniger bekannte Orte wie Gustav Sacks Wohnhaus oder Frank Goosens Bismarckturm in Bochum sind im Reiseführer vertreten.

Die Idee zum Buch stammt aus dem Projekt Literaturkarte.Ruhr, das aus einem Seminar der Ruhr-Universität Bochum hervorging. Studierende der Komparatistik entwickelten unter der Leitung von Dr. Stephanie Heimgartner eine digitale Karte, um die vielfältige Literaturszene des Ruhrgebiets visuell darzustellen. Aus den mittlerweile 350 digitalen Markern fanden die 31 spannensten Reiseziele ihren Weg ins Buch. (Klartext-Verlag, 144 Seiten, 16,95 Euro)

Fundstück: Das #Me Too-Phänomen in der Literatur

Der #MeToo als ein Zeichen des Zusammenhalts. Bild: CCO pixabay

Der MeToo-Hashtag ist immer noch einer der aktuellsten in sozialen Netzwerken auf der ganzen Welt, obwohl er bereits Ende 2017 aufkam. Der Hashtag soll Frauen und Männer nicht nur ermutigen sich gegen sexuelle Belästigung und Übergriffe zu wehren, sondern auch öffentliche Aufmerksamkeit erregen. Viele berühmte Persönlichkeiten halfen dabei, die Thematik weiter in die Öffentlichkeit zu rücken.  Obwohl es sich bei #Me Too um ein Internetphänomen handelt, ist das Motiv der starken Frau, die für sich selbst einsteht, auch in der Literatur beliebt. Die Bandbreite reicht dabei von fiktiven Geschichten bis zu ganz persönlichen Essays. Eines von vielen Beispielen ist In Praise of Difficult Women: Life Lessons From 29 Heroines Who Dared to Break the Rules von Karen Karbo. In diesem Buch stellt sie 29 Frauen aus der modernen Geschichte vor, die sich ihren Erfolg hart erkämpft haben, wie Frida Kahlo, Elizabeth Taylor oder Hilary Clinton. Roxane Gays Anthologie Not That Bad: Dispatches From Rape Culture thematisiert, was es bedeutet, in einer Welt zu leben, in der Frauen tagtäglich mit sexueller Belästigung umgehen müssen, ohne ernst genommen zu werden,  wenn sie darüber sprechen. Diese beiden Essaysammlungen sind Beispiele für ein immer größer werdendes Angebot an inspirierenden Texten über ein Thema, über das viel zu oft geschwiegen wird.

 

 

Über literarisches Schreiben auf Twitter

Bild: Theresa Müller

Das Schreiben hat sich ins Digitale verlagert. Oder schreibt heute wer noch auf Papier Texte, die länger als eine Seite sind? Und auch die Publikationsmöglichkeiten für Schreibbegeisterte sind dank des Internets und einem stets wachsendem E-Book-Marktes (zumindest erweckt es den Eindruck) einfacher geworden. Inzwischen können Schreibende in Eigenregie und mit etwas finanziellem Aufwand ihre Werke per Mausklick veröffentlichen. Auch die sozialen Netze sind zu einem neuen Kreativ-Park für Literaten geworden. Okay, Plattformen wie Facebook und Twitter sind längst nicht mehr neu, dennoch gibt es immer wieder interessante literarische Projekte, die sich der kleinen Form oder Flash Fiction verschrieben haben. Weiterlesen „Über literarisches Schreiben auf Twitter“

»Robo-tur«: Kann künstliche Intelligenz Kreativität erreichen?

Schreibroboter bewegen sich zwischen Maschine und Kunst. Bild: pixabay

Kann eine künstliche Intelligenz kreative Texte schreiben? Lässt sich Kreativität überhaupt künstlich erzeugen? Was sich zunächst nach reinen Zukunftsvisionen anhört, sind Fragen mit denen sich die Medienwelt tatsächlich beschäftigt. Einige Kritiker bezweifeln, dass Maschinen kreative Literatur erschaffen können, da sie nur durch Algorithmen dazu programmiert werden, Datenmengen zu verarbeiten und diese nachzuahmen. Doch lassen sich nicht auch menschliche Künstler durch fremde Arbeiten inspirieren? Sogar bestimmte stilistische Techniken wie die Montage, insbesondere der Cut-up, funktionieren nach einem ganz ähnlichen Prinzip, nämlich dem Zusammensetzen von Textbausteinen. Die Grenzen zur künstlerischen Kreativität verschwimmen immer weiter. Bereits jetzt ist es möglich, künstliche Intelligenzen Texte schreiben und Bilder malen zu lassen. Weiterlesen „»Robo-tur«: Kann künstliche Intelligenz Kreativität erreichen?“

Lena Dunham gründet Twitter-Buchclub #keepit100LD

Bild: Auszug aus Dunhams Twitter-Post; Inhalt: https://twitter.com/hashtag/KeepIt100LD?src=hash

Die Liste der Berufe, die Lena Dunham ausmachen, ist lang. Sie ist sowohl als Drehbuchautorin, Filmproduzentin und Regisseurin der HBO-Serien Girls (2012-2017) und Camping (2018) bekannt als auch als Schriftstellerin ihrer autobiografischen Essay-Sammlung Not That Kind of Girl (2014). Außerdem hat sie bei mehreren Filmprojekten als Schauspielerin mitgewirkt und ist politisch engagiert. Sie hat etwa das Vorwort zu der von Nick Haramis herausgegebenen Essay-Sammlung Courage Is Contagious. And Other Reasons to be grateful for Michelle Obama verfasst und ist Mitgründerin des feministischen Newsletters Lenny Letter (Dazu findet ihr hier einen Digitur-Beitrag). Sie setzt sich für die Rechte von Frauen ein, kämpft für mehr Körperfreiheit und Selbstliebe und stellt auf ihrem Instagram-Profil ihre unverblümte Lebensrealität dar. Jetzt hat sie ein neues Projekt ins Leben gerufen – den Twitter-Buchclub #keepit100LD. Weiterlesen „Lena Dunham gründet Twitter-Buchclub #keepit100LD“

Fundstück: Crowdsourcing-Kampagne

Wer möchte, kann die Österreichischen Nationalbibliothek tatkräftig unterstützen. Bild: CCO pixabay

Mit ihrer ersten Crowdsourcing-Kampagne „Österreich aus der Luft“ sucht die Österreichische Nationalbibliothek Hilfe bei der digitalen Verschlagwortung von historischen Luftbildern. Es handelt sich dabei um knapp 5.000 digitalisierte historische Luftbilder aus den 1930er Jahren, welche Österreich in der Zwischenkriegszeit zeigen. Nutzer können der Nationalbibliothek online in fünf Aufgaben-Kategorien helfen. Die Schwerpunkte sind hierbei „Wissen sammeln“ und „Wissen überprüfen“. Die Aufgaben sind die Kategorisierung der Luftaufnahmen, das Tagging, bei dem der*die User*in die Bilder mit freien Stichworten beschreibt und die Verortung der Bilder. Die Kategorien vier und fünf widmen sich der Überprüfung der Verortung und Tags.

Auf dem Crowdsurfing-Portal kann sich jede*r beteiligen, der*die an der Erschließung des historischen Bildbestands mitarbeiten möchte. Ziel ist es, die Bilder für alle nutzbar zu machen, damit sie auch besser gefunden werden können. Die Nationalbibliothek freut sich über jede Hilfe. Durch das Crowdsourcing und Dank der Digitalisierung haben Bibliotheken heutzutage viel mehr Möglichkeiten ihren Bestand zu erschließen.

Blinkist: Fast-Reading gegen den Alltagsstress?

Mithilfe der App Blinkist können wir in nur 15 Minuten ein seitenlanges Sachbuch lesen. Bild: Annika Vahle

„Mal sehen, ob wir das auch noch etwas komprimieren können.“ – Alles wird heutzutage bis zum Umfallen reduziert, um nicht nur Platz, sondern auch Zeit zu sparen. Möglichst viel Inhalt soll in möglichst kurzer Form wiedergegeben werden, damit noch mehr Raum für Neues geschaffen wird. Selbst das Heiligtum der Christen, die Bibel, ist bereits auf die wichtigsten Grundsätze zusammengefasst worden, um der Menschheit den Umgang damit zu erleichtern. Denn der Mensch im 21. Jahrhundert will viel und kriegt nicht genug. Ihm entgegen wirkt die Zeit, die ihn in seinem Drang nach Taten und Wissen einschränkt. Die App Blinkist schafft Abhilfe.

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Literarisches Online-Projekt: Migration Trail

Die Route der Protagonisten des Online-Projektes Migration Trail kann detailliert mitverfolgt werden.

What would it be like to have to leave your country?

What would it be like to risk everything to get there?

What would it be like to have to pay a smuggler to get where you need to go?

And what would it be like once you finally arrived?

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Fundstück: WSBR0.1 – Ein Theaterstück für Bühne und Netz

Bild: CCO pixabay
Bild: CCO pixabay

Im April berichteten wir vom onlinetheater.live, nun können wir euch endlich ein neues Projekt des Digital-Theaters vorstellen: WILLIAM SHAKESPEARES BLADERUNNER 0.1 / die Verwandlung der O – ein Labor. Vom 20.06.-23.06.2018 kann das Stück, eine Koproduktion des Online-Theaters und des Kollektivs minuseins, jeweils von 20-21:30 Uhr im Theaterdiscounter in Berlin oder zeitgleich via Livestream vor dem eigenen Bildschirm miterlebt werden. Die beiden Inszenierungen ergänzen sich hierbei. Da der Theaterbesuch im eigenen digitalen Raum möglich ist und zudem Themen wie Algorithmen, eigene Daten und hybride Wirklichkeiten verhandelt werden, wird die Digitalisierung auf eine Metaebene gehoben, die das Ganze umso spannender macht. Als Textmaterial dienen unter anderem Shakespeare und die Biografien der Daten der Mitwirkenden. Die Zeitschrift Zitty führt das von Roman Senkl entwickelte Schauspiel schon jetzt als einen ihrer Tipps an und auch wir finden, dass die gegenwartsnahe Konzeption einen Besuch und/oder Klick wert ist. Tickets für die Vorstellungen im Theaterdiscounter können online gebucht oder 60 Minuten vor Beginn für 15 Euro (ermäßigt 9 Euro) an der Abendkasse erworben werden.

The Princess and the Fox: KI kreiert Märchen

KI erschafft Prinzessin und Fuchs – was mag noch kommen?, Bild: CCO pixabay

Once upon a time, there was a golden horse with a golden saddle and a beautiful purple flower in its hair. The horse would carry the flower to the village where the princess danced for joy at the thought of looking so beautiful and good […],

spricht die beruhigende, sehr markante und tiefe Stimme des Schauspielers und Synchronsprechers Erik Braa und eine insgesamt 15 Minuten lang andauernde Online-Märchen-Lesung beginnt.  Das ist nichts Neues, da viele ihre CD-Spieler und Radios längst durch Onlineversionen der Audio-Wiedergabe ersetzt haben. Neu ist allerdings, dass das Märchen The Princess and the Fox im Gegensatz zu anderen Erzählungen aus dem Jahre 2018 stammt und weder mündlich überliefert noch allein von Menschenhand niedergeschrieben wurde. Weiterlesen „The Princess and the Fox: KI kreiert Märchen“