Fundstück: Holocaust-Gedenken auf Instagram

Anders als eine museale Gedenkstätte, sprechen die Stories die User direkt an. Bild: Holocaust-Mahnmal in Berlin. CCO pixabay

Stolz hält die 13 jährige Eva ihre neuen Schuhe in die Kamera, erzählt von ihrem Schwarm und tanzt mit ihrer besten Freundin. Sie lebt ein ganz normales Teenagerleben – bis ihre Heimatstadt von den Nazis eingenommen wird.

Der Instagram-Account eva.stories erzählt in insgesamt 70 Stories das Schicksal des jungen Mädchens vom Einmarsch der Wehrmacht in Ungarn bis zur Deportation nach Auschwitz. Die Geschichten basieren auf den Tagebüchern der ungarischen Jüdin Éva Heyman, die im Oktober 1944 in Auschwitz ermordet wurde. Ihr Tagebuch beginnt an ihrem 13. Geburtstag im Februar und endet im Juni mit der Deportation. Die Bildsprache der kurzen Stories ist an die aktuellen Sehgewohnheiten von Jugendlichen adressiert, die sich so mit Eva identifizieren können, ohne über Vorwissen verfügen zu müssen. Geschickt adaptieren die Stories die sehr intime Wirkung eines Tagebuchs in die digitalen Kanäle der sozialen Medien.

Auf diese Weise schlägt das Projekt eine neue Richtung ein, um junge Menschen für den Holocaust zu sensibilisieren und die Erinnerung daran aufrecht zu erhalten. Ob sie das Bewusstsein für den Schrecken des Genozids schärfen und ihn nicht nur leicht konsumierbar machen, muss sich jedoch noch zeigen.

Out of Style – Wie Bücher zu Dekorationsartikeln degradiert werden

Instagram-Post von @Novalanalove

Heller Holzboden, ein Sofa mit farblich abgestimmten Fellkissen, ein moderner Glastisch, darauf mehrere Bücher mit bunten Covern. Bildbände in warme Filterfarben gehüllt.

Diese Szene lässt sich als Foto auf dem Instagram Account von Farina Opoku finden. Unter dem Namen Novalanalove zeigt sie ihren rund 953 Tausend Followern hier ihre neue Wohnzimmereinrichtung. Damit liegt sie genau im Trend. Denn mittlerweile präsentiert jeder Social-Media-Influencer, der etwas auf sich hält, sein Zuhause samt Einrichtungsvorschlägen. Ob über Youtube-Vlogs oder Instagrampostings, mit der Präsentation der neuesten Deko- und Möbelerrungenschaften zeigt jeder, welches Einrichtungskonzept er verfolgt. Weiterlesen „Out of Style – Wie Bücher zu Dekorationsartikeln degradiert werden“

Japan-Tag 2018: Manga, Cosplay, Social Media

Cosplayerin Freychi hat ihr Kostüm an nur drei Tagen fertiggestellt. Bild: Lena Kosakowski

Am vergangenen Samstag, den 26. Mai, fand in Düsseldorf zum 17. Mal der Japan-Tag statt. Bei strahlendem Sonnenschein und knapp 30 Grad konnten die etwa 600.000 Besucher auf verschiedene Weise mit der japanischen Kultur in Berührung kommen: So gab es eine Kimono Anprobe, Ikebana, Kalligraphie und viele Verkaufs- und Informationsstände. Zudem wurden auf Bühnen Musik- und traditionelle japanische Sportarten vorgeführt. Auch kulinarisch gab es wieder den einen oder anderen Leckerbissen zu entdecken, wie u.a. Onigiri, Gyōza und Matcha-Eis.

Natürlich durften auch die Cosplayer nicht fehlen – sind sie doch mittlerweile ein festes Markenzeichen des Japan-Tags geworden. Selbst die heißen Temperaturen konnten sie nicht davon abschrecken in die Rollen ihrer Lieblingscharaktere zu schlüpfen – auch wenn die Kleider aus Mänteln, Fell oder mehreren Stoffschichten bestanden. In kaum einer anderen Fanszene wird sich so gern verkleidet wie unter den Manga-Fans. Dafür gibt es auf dem Japan-Tag  jedes Jahr extra einen Cosplay-Modenschau-Wettbewerb, bei dem die schönsten Kostüme präsentiert werden. Der Hauptgewinn ist ein Flugticket nach Japan. Weiterlesen „Japan-Tag 2018: Manga, Cosplay, Social Media“