Fundstück: Verbrannte Orte – Onlineatlas der Bücherverbrennungen

Der Online-Atlas ermöglicht es, sich den »Verbrannnten Orten« zu nähern.
Der Online-Atlas ermöglicht es, sich den »Verbrannten Orten« zu nähern. Bild: CC0 Pixabay

Das Online-Projekt Verbrannte Orte erinnert an Orte, an denen 1933 Bücher von den Nationalsozialisten verbrannt worden sind. Seit 2014 dokumentiert der Fotograf Jan Schenck auf einer interaktiven Karte die Adresse, das Datum, eine kurze Beschreibung der Verbrennung sowie teilweise ein aktuelles Foto des Ortes. Zwischen dem 10. Mai und dem 21. Juni 1933 sind im Zuge der Aktion »Wider den undeutschen Geist« an über 100 Orten in Deutschland öffentlich Bücher verbrannt worden, die gegen die nationalsozialistische Ideologie verstießen. Dazu zählten u.a. Werke von Heinrich Heine, Bertolt Brecht, Alfred Döblin und Kurt Tucholsky. Da an diesen Orten heute kaum etwas an die Bücherverbrennungen erinnert, will Schenck das »Unsichtbare sichtbar machen« und so einen modernen Zugang zur Geschichte schaffen, der dabei hilft die Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Das Projekt wurde durch eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, wird mittlerweile aber durch den gemeinnützigen Verein Kommunikationszentrum Meuchefitz e.V. finanziert. Neu ist seit diesem Jahr die Smartphone-App, die es ermöglicht, den interaktiven Atlas auch auf Mobilgeräten zu nutzen. Dort sind auch einige der Informationen ins Englische übersetzt worden.

Literaturkarte.Ruhr: Ruhrgebietsliteratur online erleben

Auch die Zeche Zollverein ist ein Ort der Ruhrgebietsliteratur. Bild: Literaturkarte.Ruhr/Lara Ingenbleek

Das Ruhrgebiet ist ein beliebter Schauplatz in der Literatur. Zeche Zollverein, die Bochumer Innenstadt oder die Villa Hügel sind nur drei von zahlreichen Orten in der Ruhrgebietsliteratur. Die Literaturkarte.Ruhr bietet online eine Übersicht und einen Zugang zur Literatur des Ruhrgebiets. „Sie ist eine (geo-)graphische Darstellung von Orten und ihren Geschichten, die im Ruhrgebiet untrennbar miteinander verknüpft sind“, sagt Leonie Hohmann aus dem Team der Literaturkarte.Ruhr.

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Black Mirror: Bandersnatch – ein doppelbödiges Spiel mit der Psyche

In Bandersnatch kontrolliert der Zuschauer die Filmhandlung. Bild: CCO pixabay

Wer sie kennt, weiß es: Die britische Science-Fiction-Serie Black Mirror (Erstausstrahlung: Dezember 2011) ist schwere Kost. Mit dem Black Mirror-Film Bandersnatch kreiert David Slade nun ein äußerst beunruhigendes Spektakel, das seit dem 28.12.2018 auf der Streaming-Online-Plattform Netflix zu sehen ist. Der Film spielt im Jahr 1984 und deutet damit unmittelbar auf George Orwells Zukunftsroman 1984 hin. Ähnlich wie Orwell einen allmächtigen Überwachungsstaat entworfen hat, zeichnet die Netflix-Serie Black Mirror sowie auch der Film Bandersnatch Dystopien; allerdings hinsichtlich der Entwicklungen digitaler Medien. Dabei läuft es dem Zuschauer eiskalt den Rücken herunter.

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Fundstück: Digitale Liebesgrüße von v*AI*lentine

Ein Liebesgedicht im Stil Shakespeares schreiben? – Die KI v*AI*lentine macht es möglich.

Euch fehlt noch ein Geschenk zum Valentinstag? Wie wäre es mit einem selbst geschriebenem Liebesgedicht? Wer dabei Unterstützung braucht, kann den Liebesgedichtgenerator v*AI*lentine der Brooklyner Medienagentur Huge nutzen. Dabei handelt es sich um eine Künstliche Intelligenz, die durch wenige Eingaben individuelle Gedichte generiert. Nur die Namen, die Liebslingsfarbe und -jahreszeit sowie das schönste Körperteil eurer Angebeteten sind für die Datenverarbeitung nötig. Nach einem Klick auf den Button »Show me the poem!« blinkt ein rotes Pixelherz auf und euer persönlich kreiertes Gedicht erscheint.

Das Ganze funktioniert laut Angaben der Website auf Basis der Markow-Kette, maschineller Sprachverarbeitung und den Sonetten William Shakespeares. Denn um die auf Algorithmen basierenden Gedichte erstellen zu können, wurde die KI mit sämtlichen 154 Sonetten Shakespeares gefüttert. Abschließend könnt ihr das Ergebnis natürlich über die sozialen Netzwerke mit den Liebsten teilen oder per E-Mail versenden. Also ran an die Tasten und erstellt für eure Romeos und Julias ein ganz besonderes Liebesgedicht!

Super Mario und Heinrich Heine?

Jump ’n’ Run erfreuen sich auch heute noch großer Beliebtheit. Bild: CCO pixabay

Computer- und Videospiele sind aus unserer heutigen Lebenswelt nicht mehr wegzudenken. Vielen Menschen fiele es sicherlich leichter, ihr Leben lang auf Lyrik als auf ihr geliebtes Videospiel zu verzichten. Doch was spricht dagegen beides miteinander zu vereinen? Seit den 1950er-Jahren setzen sich Künstler*innen und Programmierer*innen weltweit mit den poetischen Nutzungsmöglichkeiten des Mediums Computer auseinander, wobei in der Anfangszeit vor allem mit computergenerierten Texten experimentiert wurde. Mit Erscheinen der Textadventures Adventure und Zork, in denen die Spieler*innen durch eigene Texteingaben den Verlauf und das Fortschreiten der Handlung steuern konnten, begann in den 1970er-Jahren der weltweite Siegeszug der Computer- und Videospiele. 1981 veröffentlichte Nintendo das als erste geltende Jump ʼnʼ Run Donkey Kong, in dem der sog. „Jumpman“ (heute bekannt und geliebt als „Super Mario“) mittels Laufen und Springen Hindernisse überwindet, um seine Freundin „Pauline“ aus den Klauen des Affen „Donkey Kong“ zu befreien. Die Abkehr von der Vorstellung des Raums und des Geschehens durch reine Textbausteine und die Zuwendung zur Visualisierung durch graphische Elemente eröffneten Programmierern und Programmiererinnen komplexere Handlungsstränge und Interaktionen zwischen den Figuren in die Spiele einzuweben. Dies weckte das Interesse von Literaturwissenschaftlern und Literaturwissenschaftlerinnen, die sich seitdem mit den narrativen Strukturen von Computer-/Videospielen auseinandersetzen. Weiterlesen „Super Mario und Heinrich Heine?“

Fundstück: Eine literarische Reise durch das Ruhrgebiet

Eine neue Perspektive auf den Pott. Bild: CCO

Die schönsten Wege zum Radeln, die eindrucksvollsten Wanderrouten oder der kulturellste Museums-marathon. Freizeit- und Reiseführer gibt es in allen Variationen, die in alle Winkel des Ruhrgebiets führen. Und doch hat es der Klartext-Verlag geschafft, eine thematische Lücke zu füllen. Denn der neue Wegweiser Literarische Orte im Ruhrgebiet lädt zu einer literarischen Entdeckungsreise quer durch die Metropole ein und stellt spannende Schauplätze aus Romanen und Gedichten der letzten drei Jahrhunderte vor. Mit dabei sind altbekannte Orte wie die Villa Hügel oder die sagenhafte Burg Volmarstein in Wetter, welche nun von ihrer literarischen Seite kennen gelernt werden können. Auch weniger bekannte Orte wie Gustav Sacks Wohnhaus oder Frank Goosens Bismarckturm in Bochum sind im Reiseführer vertreten.

Die Idee zum Buch stammt aus dem Projekt Literaturkarte.Ruhr, das aus einem Seminar der Ruhr-Universität Bochum hervorging. Studierende der Komparatistik entwickelten unter der Leitung von Dr. Stephanie Heimgartner eine digitale Karte, um die vielfältige Literaturszene des Ruhrgebiets visuell darzustellen. Aus den mittlerweile 350 digitalen Markern fanden die 31 spannensten Reiseziele ihren Weg ins Buch. (Klartext-Verlag, 144 Seiten, 16,95 Euro)

Fundstück: Das #Me Too-Phänomen in der Literatur

Der #MeToo als ein Zeichen des Zusammenhalts. Bild: CCO pixabay

Der MeToo-Hashtag ist immer noch einer der aktuellsten in sozialen Netzwerken auf der ganzen Welt, obwohl er bereits Ende 2017 aufkam. Der Hashtag soll Frauen und Männer nicht nur ermutigen sich gegen sexuelle Belästigung und Übergriffe zu wehren, sondern auch öffentliche Aufmerksamkeit erregen. Viele berühmte Persönlichkeiten halfen dabei, die Thematik weiter in die Öffentlichkeit zu rücken.  Obwohl es sich bei #Me Too um ein Internetphänomen handelt, ist das Motiv der starken Frau, die für sich selbst einsteht, auch in der Literatur beliebt. Die Bandbreite reicht dabei von fiktiven Geschichten bis zu ganz persönlichen Essays. Eines von vielen Beispielen ist In Praise of Difficult Women: Life Lessons From 29 Heroines Who Dared to Break the Rules von Karen Karbo. In diesem Buch stellt sie 29 Frauen aus der modernen Geschichte vor, die sich ihren Erfolg hart erkämpft haben, wie Frida Kahlo, Elizabeth Taylor oder Hilary Clinton. Roxane Gays Anthologie Not That Bad: Dispatches From Rape Culture thematisiert, was es bedeutet, in einer Welt zu leben, in der Frauen tagtäglich mit sexueller Belästigung umgehen müssen, ohne ernst genommen zu werden,  wenn sie darüber sprechen. Diese beiden Essaysammlungen sind Beispiele für ein immer größer werdendes Angebot an inspirierenden Texten über ein Thema, über das viel zu oft geschwiegen wird.

 

 

Über literarisches Schreiben auf Twitter

Bild: Theresa Müller

Das Schreiben hat sich  ins Digitale verlagert. Oder schreibt heute wer noch auf Papier Texte, die länger als eine Seite sind? Und auch die Publikationsmöglichkeiten für Schreibbegeisterte sind dank des Internets und einem stets wachsendem E-Book-Marktes (zumindest erweckt es den Eindruck) einfacher geworden. Inzwischen können Schreibende in Eigenregie und mit etwas finanziellem Aufwand ihre Werke per Mausklick veröffentlichen. Auch die sozialen Netze sind zu einem neuen Kreativ-Park für Literaten geworden. Okay, Plattformen wie Facebook und Twitter sind längst nicht mehr neu, dennoch gibt es immer wieder interessante literarische Projekte, die sich der kleinen Form oder Flash Fiction verschrieben haben. Weiterlesen „Über literarisches Schreiben auf Twitter“

»Robo-tur«: Kann künstliche Intelligenz Kreativität erreichen?

Schreibroboter bewegen sich zwischen Maschine und Kunst. Bild: pixabay

Kann eine künstliche Intelligenz kreative Texte schreiben? Lässt sich Kreativität überhaupt künstlich erzeugen? Was sich zunächst nach reinen Zukunftsvisionen anhört, sind Fragen mit denen sich die Medienwelt tatsächlich beschäftigt. Einige Kritiker bezweifeln, dass Maschinen kreative Literatur erschaffen können, da sie nur durch Algorithmen dazu programmiert werden, Datenmengen zu verarbeiten und diese nachzuahmen. Doch lassen sich nicht auch menschliche Künstler durch fremde Arbeiten inspirieren? Sogar bestimmte stilistische Techniken wie die Montage, insbesondere der Cut-up, funktionieren nach einem ganz ähnlichen Prinzip, nämlich dem Zusammensetzen von Textbausteinen. Die Grenzen zur künstlerischen Kreativität verschwimmen immer weiter. Bereits jetzt ist es möglich, künstliche Intelligenzen Texte schreiben und Bilder malen zu lassen. Weiterlesen „»Robo-tur«: Kann künstliche Intelligenz Kreativität erreichen?“

Lena Dunham gründet Twitter-Buchclub #keepit100LD

Bild: Auszug aus Dunhams Twitter-Post; Inhalt: https://twitter.com/hashtag/KeepIt100LD?src=hash

Die Liste der Berufe, die Lena Dunham ausmachen, ist lang. Sie ist sowohl als Drehbuchautorin, Filmproduzentin und Regisseurin der HBO-Serien Girls (2012-2017) und Camping (2018) bekannt als auch als Schriftstellerin ihrer autobiografischen Essay-Sammlung Not That Kind of Girl (2014). Außerdem hat sie bei mehreren Filmprojekten als Schauspielerin mitgewirkt und ist politisch engagiert. Sie hat etwa das Vorwort zu der von Nick Haramis herausgegebenen Essay-Sammlung Courage Is Contagious. And Other Reasons to be grateful for Michelle Obama verfasst und ist Mitgründerin des feministischen Newsletters Lenny Letter (Dazu findet ihr hier einen Digitur-Beitrag). Sie setzt sich für die Rechte von Frauen ein, kämpft für mehr Körperfreiheit und Selbstliebe und stellt auf ihrem Instagram-Profil ihre unverblümte Lebensrealität dar. Jetzt hat sie ein neues Projekt ins Leben gerufen – den Twitter-Buchclub #keepit100LD. Weiterlesen „Lena Dunham gründet Twitter-Buchclub #keepit100LD“