Leipziger Buchmesse 2019: Ein Streifzug durch die Welt der Worte

Vom 21. März 2019 – 24. März 2019 konnten Bücherfans die Hallen der Leipziger Buchmesse durchstöbern.
Vom 21. März – 24. März konnten Bücherfans die Hallen der Leipziger Buchmesse durchstöbern. Bild: Lena Kosakowski

Auch in diesem Jahr bot die Leipziger Buchmesse den Besucher*innen ein vielfältiges Programm. Auf dem Messegelände sowie in der gesamten Stadt verteilt gab es etwa 3600 Veranstaltungen für Lesebegeisterte aller Altersgruppen. Lesungen, Signierstunden, Diskussionsrunden und natürlich konnten auch Autor*innen und Verlage ihre neuen Werke vorstellen. Digitur war dabei und sah sich auf der Messe um. Voller Vorfreude, den Veranstaltungsplan in der Hand, stürmten wir kurz nach Eröffnung die Hallen – denn es gab viel zu entdecken. Weiterlesen „Leipziger Buchmesse 2019: Ein Streifzug durch die Welt der Worte“

Fundstück: Der Literaturnobelpreis – dieses Jahr in doppelter Ausführung

 

Seit 1901 wird der Nobelpreis für Literatur verliehen. Bild: CCO pixabay

In den letzten Jahren gab es viele Skandale aus den Reihen der schwedischen Nobelpreisjury – besonders laut waren die Vorwürfe gegen das Mitgliedsehepaar Katarina Frostenson und Jean-Claude Arnault, die jeweils für Korruption und sexuellen Missbrauch angeklagt wurden. Während die Negativschlagzeilen sowie die anschließenden zahlreichen Austritte anderer Jurymitglieder dazu führten, dass der Nobelpreis für Literatur im letzten Jahr nicht verliehen wurde, soll die Verleihung 2019 im Herbst wieder stattfinden. Aber nicht nur das: ebenfalls soll die 2018er Auszeichnung dieses Jahr nachgeholt werden. Dass mit dieser Entscheidung nicht nur Lob auf die Schwedische Akademie niederregnen würde, war abzusehen.

Die Nobelstiftung spricht von Reformen, Vertrauenswiederherstellungen. Frostenson sei aus dem Gremium ausgetreten, ihr Ehemann zu 2,5 Jahren Haft verurteilt. Weitere Ersetzungen in den engsten Kreisen der Akademie wurden vorgenommen. Aber reicht das, um das Tuch des Vergessens auf die Skandale um den Literaturnobelpreis zu legen? Die Reaktionen der Öffentlichkeit, der Preisverleihung von 2018 in diesem Jahr nachzukommen, sind gespalten. Einzig und allein die Meinung, dass die Akademie deutliche Risse in ihrer Vertrauenswürdigkeit davongetragen hat, scheint unumstritten zu sein. Es bleibt abzuwarten, wie und ob sich die Verhältnisse bis zur Verleihung im Herbst auflockern.

Fundstück: Karneval und Literatur

Die Maskierung ist großer Bestandteil der karnevalesken Lachkultur. Bild: CCO pixabay

Karneval und Literatur, passt das zusammen? Zumindest der russische Literaturwissenschaftler Michail Michailowitsch Bachtin würde diese Frage mit „ja“ beantworten. In seinem Werk Rabelais und seine Welt bezeichnet er die Vorstellung vom mittelalterlichen Karneval als Lachkultur des Volkes, die dazu dient, sich von der Angst zu befreien und die Machtverhältnisse durch eine Maskierung umzukehren. Daher gilt das Prinzip des Karnevals als eine Ausdrucksform der unterdrückten und sozial schwachen Gruppen, die sich durch eine polyphone, anti-hierarchische, dialogische Kommunikation auszeichnet. Neben Rollentauschen und Narrengerichten gab es im Mittelalter in einigen Städten sogenannte Narrenbücher, in denen das ganze Jahr über peinliche Missgeschicke und asoziale Verhaltensweisen der Gemeindemitglieder festgehalten wurden. In der Faschingszeit wurden diese Verfehlungen dann zur Freude der Anwesenden und zur Bloßstellung des Betroffenen vorgelesen. Für Bachtin gehören aufgrund ihrer Polyphonie auch Romane wie die Dostojewskis oder der sokratische Dialog zur Lachkultur.

Heute, an Altweiber, ziehen besonders in den Karnevalshochburgen wieder viele Kostümierte durch die Straßen. Denn der Donnerstag vor Rosenmontag, Faschingsdienstag und Aschermittwoch kennzeichnet den Beginn des Straßenkarnevals. Auch digital ist einiges los. Werden sie im Jahr fast gar nicht besucht, schnellen die Klickzahlen für die Webseiten rund um den Karneval in der fünften Jahreszeit rasant in die Höhe. Seien es Online-Shops, Narren-Communities oder Karnevalsgruppen auf den Social-Media-Plattformen: Hier findet jeder Jeck, was er sucht. Und da niemand an Karneval ohne Handy loszieht, tummeln sich auch Unmengen an Apps im Netz. Da gibt es zum Beispiel das Schlagerradio, die Jeck App inkl. Schunkelbarometer oder verschiedene Serviceapps. So steht einer guten Vorbereitung auf jeden Fall nichts mehr im Wege.

3D für die Ohren: Die drei ??? im Planetarium

Der Sternenprojektor im Planetarium mal anders eingesetzt. Bild: CCO pixabay

Ein Hörspiel nur für Kinder? Wohl kaum – am 22. Februar kommen mehr alte als junge Fans ins Zeiss Planetarium Bochum, um dem Hörspiel Die drei ??? und das versunkene Schiff zu lauschen. Nicht nur der Unterhaltungsfaktor ist hier garantiert, sondern auch ein melancholisches Schwelgen in Erinnerungen eines Publikums, das Die drei ??? in ihrer Kindheit hörte, las oder spielte. Die über 260 Plätze unter der Kuppel sind am Freitagabend fast vollständig besetzt. Mit einer speziell fürs Planetarium produzierten Hörspielserie, die es regulär nicht gibt, taucht man bei der Auftaktveranstaltung buchstäblich in ein dreidimensionales Klangerlebnis ein. Zu der Serie gehören außerdem Die drei ??? und der dreiäugige Totenkopf  sowie die bald erscheinende Neufassung Die drei ??? und die schwarze Katze. 

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Literatur erfahren – das Kollektiv »kaboom« lässt neue Rezeptionsformen entstehen

Margaret Schlenkrich und Carolin Schmidt sind das Kollektiv »kaboom«, Bild: Claudia Katzmarski

Die Literaturwissenschaftlerin Carolin Schmidt und die Szenografin Margaret Schlenkrich bilden zusammen das 2018 ins Leben gerufene Berliner Kollektiv »kaboom«. In Gestalt verschiedener Projekte wollen sie neue Zugänge zur Literatur schaffen, mit Wort- und Raumebenen experimentieren, den gegenseitigen literarischen Austausch anregen sowie Texte lebendig werden lassen. Weiterlesen „Literatur erfahren – das Kollektiv »kaboom« lässt neue Rezeptionsformen entstehen“

Fundstück: Märchen in winterlich-weihnachtlicher Umgebung

Auf dem Essener Weihnachtsmarkt können Jung und Alt Märchen in winterlicher Atmosphäre genießen Bild: CCO pixabay

Wer den Essener Weihnachtsmarkt in der Nähe der Marktkirche besucht, begibt sich auf eine Zeitreise. Wenn einem der Duft von Honigwein und frischgebackenem Brot in die Nase steigt und das Singen eines Barden erklingt,ist man auf dem Essener Mittelaltermarkt angekommen. Hier bieten Händler in mittelalterlichen Gewändern ihre Waren feil: Neben allerlei handgemachten Produkten über Holzschwerter, Stoffe und Felle bekommt man hier alles, was das Ritterherz begehrt. Für das kulinarische Wohl sorgen mehrere Stände, an denen Met, Bier und Glühwein so wie leckere (mittelalterliche) Imbisse         verzehrt werden können.

Wer jetzt denkt, dass es auf dem Essener Mittelaltermarkt nichts Weiteres zu genießen gibt, der irrt. Jeden Dienstag und Donnerstag werden auf dem Markt von 10:30 bis 14:30 Uhr Märchenklassiker wie Schneewittchen und der Froschkönig für Kinder zum Besten gegeben. Doch auch für die Eltern ist gesorgt: abends ab 19:00 Uhr liest Friedmann Vietor Märchen wie z.B Das dornige Röschen, eine erwachsene Version des Dornröschens, vor. Diese neu erdachten Märchen nutzen die Vorlage der Gebrüder Grimm und fügen diesen mit einem Augenzwinkern eine Menge Humor hinzu. Der Eintritt ist kostenfrei, man sollte sich jedoch beeilen, da es nur wenige Plätze gibt.

Fundstück: 26. open mike

Preisträgerin Lara Rüter liest aus Gedichte, Bild: Mirko Lux

Am 17. und 18.11.2018 fand der 26. open mike im Haus der Poesie, vorher Literaturwerkstatt Berlin, in der Hauptstadt statt. Der open mike ist der bekannteste Literaturwettbewerb, der die schriftstellerische Nachwuchsförderung in den Fokus stellt. Auf der Website des Kulturhauses wird er als „Wettbewerb für junge deutschsprachige Prosa und Lyrik“ betitelt. Seit 1993 bietet er jungen Schreiber*innen eine Bühne, auf der sie sich literarisch entfalten können. 20 aus 500 Einsendungen ausgewählte Autor*innen trugen in diesem Jahr ihre Texte vor, von denen vier ausgezeichnet wurden. Den Prosa-Preis erhielt Yade Yasemin Önder für bulimieminiaturen, Lyrik-Preise gingen an Kyrill Constantinides Tank für alles ὕλη nix είδος sowie Lara Rüter für Gedichte. Der Preis der taz-Publikumsjury wurde an Caren Jeß für Die Ballade von Schloss Blutenburg überreicht. Alle Preise sind mit jeweils 2500 Euro dotiert. Auch in diesem Jahr waren Studierende der Universität Duisburg-Essen vor Ort, um sich die Veranstaltung anzuschauen und im Nachhinein darüber zu berichten. Wer mehr über das jährliche Kultur-Event erfahren möchte, kann sich dem begleitenden open mike Blog widmen.

Fundstück: Inger-Maria Mahlke erhält den Deutschen Buchpreis 2018

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zeichnete Inger-Maria Mahlkes »Archipel« als den besten Roman des Jahres mit dem Deutschen Buchpreis 2018 aus. In »Archipel«, erschienen bei Rowohlt, schildert Mahlke das Leben drei sehr unterschiedlicher Familien auf Teneriffa. Das Besondere dabei: die Geschichte wird rückwärts von der Gegenwart bis ins Jahr 1919 erzählt. In ihrer Begründung lobte die Jury Mahlkes genaue und stimmige Erzählweise.

Vor allem aber sind es die schillernden Details, die diesen Roman zu einem eindrücklichen Ereignis machen.

Zur Jury des Deutschen Buchpreises gehörten dieses Jahr: Christoph Bartmann (Goethe-Institut Warschau), Luzia Braun (ZDF), Tanja Graf (Literaturhaus München), Paul Jandl (freier Kritiker), Uwe Kalkowski (Literaturblog »Kaffeehaussitzer«), Christine Lötscher (freie Kritikerin), Marianne Sax (Bücherladen Marianne Sax, Frauenfeld). Seit Einführung des Preises sind erstmals mehr Frauen als Männer unter den nominierten Autor*innen gewesen. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wird jedes Jahr zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse verliehen, von der Digitur noch ausführlich berichten wird.

Festival des deutschen Films: Genüsse für die Augen, die Ohren und das Herz

Besonders abends eine tolle Location: Die Parkinsel in Ludwigshafen am Rhein während des Festivals des deutschen Films. Bild: Annika Vahle

Eine kleine Insel inmitten des Rheins, abends sieht man den Vollmond und die Sterne. Den ganzen Tag tummeln sich am Ufer Menschen jeden Alters. Erwachsene, Kinder und Rentner*innen genießen die Zeit auf diesem Fleckchen Erde, das durch zwei kurze Brücken vom Festland getrennt ist. Auf der Insel stehen nicht viele Gebäude, es gibt ein Restaurant und die meisten anderen sind Einfamilienhäuser. Wer denkt, es würde sich hier um die Beschreibung einer Urlaubsinsel handeln, liegt falsch. Die Rede ist von der Parkinsel in Ludwigshafen. Ludwigshafen? Nein, nicht das Ludwigshafen am Bodensee. Nur durch eine Brücke von Mannheim getrennt, liegt Ludwigshafen am Rhein. 163.832 Einwohner misst die Stadt in Rheinland-Pfalz. Vom 22. August bis 9. September 2018 steigen die Besucherzahlen dort jedoch merklich in die Höhe, denn in diesem Zeitraum findet das Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein statt. Weiterlesen „Festival des deutschen Films: Genüsse für die Augen, die Ohren und das Herz“

Japan-Tag 2018: Manga, Cosplay, Social Media

Cosplayerin Freychi hat ihr Kostüm an nur drei Tagen fertiggestellt. Bild: Lena Kosakowski

Am vergangenen Samstag, den 26. Mai, fand in Düsseldorf zum 17. Mal der Japan-Tag statt. Bei strahlendem Sonnenschein und knapp 30 Grad konnten die etwa 600.000 Besucher auf verschiedene Weise mit der japanischen Kultur in Berührung kommen: So gab es eine Kimono Anprobe, Ikebana, Kalligraphie und viele Verkaufs- und Informationsstände. Zudem wurden auf Bühnen Musik- und traditionelle japanische Sportarten vorgeführt. Auch kulinarisch gab es wieder den einen oder anderen Leckerbissen zu entdecken, wie u.a. Onigiri, Gyōza und Matcha-Eis.

Natürlich durften auch die Cosplayer nicht fehlen – sind sie doch mittlerweile ein festes Markenzeichen des Japan-Tags geworden. Selbst die heißen Temperaturen konnten sie nicht davon abschrecken in die Rollen ihrer Lieblingscharaktere zu schlüpfen – auch wenn die Kleider aus Mänteln, Fell oder mehreren Stoffschichten bestanden. In kaum einer anderen Fanszene wird sich so gern verkleidet wie unter den Manga-Fans. Dafür gibt es auf dem Japan-Tag  jedes Jahr extra einen Cosplay-Modenschau-Wettbewerb, bei dem die schönsten Kostüme präsentiert werden. Der Hauptgewinn ist ein Flugticket nach Japan. Weiterlesen „Japan-Tag 2018: Manga, Cosplay, Social Media“