Fundstück: Liebe ist nicht immer nur rot

Glücklicherweise ist der Begriff von Liebe nicht mehr so eng gefasst wie früher. Das zeigt auch die Serie „Modern Love“. Bild: CCO Pixabay

Liebe. Es gibt kein Thema, über das öfter geschrieben, gesungen, nachgedacht, geredet oder geforscht wurde. Man kann sie nicht anfassen, nicht in eine Kiste stecken oder genau beschreiben, wie sie sich anfühlt. Sie kann platonisch, romantisch oder familiär sein. Jeder ist in der Lage, sie zu empfinden, unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht oder anderen Faktoren, die in unserer heutigen Gesellschaft wichtig zu sein scheinen. Manchmal passiert sie auf den ersten Blick, wird kurz vergessen und dann wiedergefunden. Manchmal tut sie aber auch einfach nur höllisch weh. Es gibt auf der Welt wohl kein Konzept, für welches mehr Metaphern erfunden wurden. Obwohl dieses Thema so obskur und schwer zu fassen ist, hat doch jeder mindestens eine persönliche Geschichte, die ihm oder ihr zu diesem Thema einfallen würde.

Wer jetzt die Stirn runzelt und denkt, dass der Valentinstag noch viel zu weit weg ist für eine solche Liebesbekundung an die Liebe, der hat noch nicht die neue Serie des Streaming-Anbieters Prime Video gesehen. Die Serie Modern Love umfasst acht Episoden, die auf Kurzgeschichten basieren, die unter der gleichnamigen Rubrik in der New York Times veröffentlicht wurden. Dabei wird die Liebe in all ihren Farben, Schattierungen und Formen gezeigt. Anne Hathaway, Tina Fey und Dev Patel sind nur einige der großen Namen, die in der Anthologie auftauchen. Die Geschichten wurden zwar stellenweise fiktionalisiert, der wahre Kern geht dabei trotzdem nicht verloren. Manche Geschichten kann eben nur das Leben schreiben. Also schnappt euch eine Tasse Tee, eine warme Decke und lasst euch so richtig schön das Herz erwärmen, wenn es draußen in der wahren Welt mal wieder zu ungemütlich ist…

Fundstück: Sophie Passmann ist eine von den guten Leuten

Die Lesung von Passmann im Gloria Theater war restlos ausverkauft.

Letzten Mittwoch, am 11.09.2019 besuchte ich die Lesung der Autorin Sophie Passmann zu ihrem literarischen Debüt Alte Weiße Männer. Dass die 25-Jährige neben ihren Talenten als Autorin, Kolumnistin und Podcasterin (s. Fundstück: Sophie Passmann) auch eine unterhaltsame Vorleserin ist, hätte mich eigentlich nicht überraschen müssen. Obwohl das Gloria-Theater in Köln komplett ausverkauft war, herrschte eine intime Atmosphäre, in der ich mich fühlte, als hätte Passmann mich spontan in ihr Wohnzimmer auf ein Glas Wein und eine Zigarette eingeladen. Am Ende vertraute sie ihrem Publikum tatsächlich ein kleines Geheimnis an: Zum ersten Mal durfte ein Publikum einen Auszug aus Frank Ocean hören, einem kleinen Buch, welches am 10.10.2019 erscheint. Als Teil der Musikbibliothek des KiWi- Verlags erklärt sie, warum das Album Blonde so bedeutend für ihr Leben war und ist.

Um noch einen oben drauf zu setzen, moderiert sie seit dem 4.September die 1-Live Show Gute Leute.  Jeden Mittwoch um 23 Uhr kann man ihr dabei zuhören, wie sie bei 1-Live „gute Leute“ interviewt. In der ersten Folge befragt sie beispielsweise  Bloggerin Laura Gelhaar zu ihrem Leben im Rollstuhl und schafft es dabei gleichzeitig, das Gespräch ungezwungen zu halten, indem sie auch den Schauspieler Benedict Cumberbatch ins Spiel bringt, für den sie laut eigener Aussage eine Schwäche zu haben scheint. Für alle, die es zeitlich nicht schaffen, bei der Radiosendung einzuschalten, gibt es die Folgen von “Gute Leute“ auch als Podcast.

            Was mir die Lesung und auch die neue Radiosendung von Sophie Passmann erneut gezeigt haben, ist dass man von der Autorin immer wieder interessanten Content zu erwarten hat, in  welcher medialen Form auch immer.

Kein Sommer ohne Bücher! Teil 2

Sonne, Kaffee und ein gutes Buch: Für viele ist das Entspannung pur. Bild: CCO pixabay

Endlich haben sich die Temperaturen wieder etwas abgekühlt und man muss sogar überlegen, für welche Jacke und welches T-Shirt man sich entscheidet. „Oder doch lieber der dünne Pulli? Nachher ist es zu kalt draußen und ich friere.“ Zwischen 18 und 21 Grad, klar, das sind nach den letzten Wochen für viele momentan eisige Temperaturen. Da hilft wohl nur der Zwiebellook. Aber keine Sorge: Die nächste Hitzewelle steht schon in den Startlöchern. Dieses Mal sind zumindest die Jüngeren in freudiger Erwartung. Kein Wunder, beginnen in den meisten Bundesländern Deutschlands derzeit die Sommerferien. Und welche Bedeutung das Wort ‚Sommerferien‘ trägt, wissen schon die Kleinen: frei, Unternehmungen und am besten noch Urlaub. Ein gutes Buch darf da nicht fehlen. Deshalb geht’s hier direkt weiter mit unseren Literaturempfehlungen für die heißen Tage:

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Fundstück: Stranger Things passieren nicht nur auf Netflix

Am 04.07. gehts in Hawkins endlich weiter. jovemnerd.com.brNicht mehr lange und die unheimlichen Ereignisse rund um Elfie und ihre Freunde gehen weiter. Am 04.07. kommt endlich die heiß ersehnte dritte Staffel der Erfolgsserie Stranger Things raus. Veröffentlicht werden die Episoden wie gewohnt auf Netflix. Doch kann man die Figuren nicht nur über den Streaming–Service verfolgen, sondern neuerdings auch in sämtlichen Buchläden. Je weiter die Serie fortschreitet, desto mehr Bücher werden dazu veröffentlicht. Neben einem offiziellen Begleitbuch zur Serie, in dem man einen Blick hinter die Kulissen werfen kann, gibt es mehrere Romane zur Welt von Stranger Things, in denen die Vorgeschichten von einzelnen Figuren aufgegriffen werden. Beispielsweise kann man in Suspicious Minds mehr über die Experimente rund um Elfie erfahren. In Finsternis wird die Vorgeschichte von Serienliebling Jim Hopper aufgegriffen. Für alle, die entweder den Start der neuen Staffel nicht mehr erwarten können oder ihr Wissen noch vertiefen wollen, bevor das Abenteuer weiter geht, lohnt sich ein Blick in eins der zahlreichen Begleitbücher zur Serie auf jeden Fall.

Fundstück: Sophie Passmann

Sophie Passmann auf der Bühne, Bild: anygator.com

Spätestens seitdem ihr Buch „Alte Weisse Männer “ am 7.März beim KiWi –Verlag erschienen ist (KiWi), kommt man an dem Namen Sophie Passmann nicht mehr vorbei. Für ihr feministisches Werk führte sie Interviews mit prominenten Männern, die sie nach Themen wie Sexismus und Feminismus befragte. Die 25-Jährige ist nicht nur Buchautorin, sondern gleichzeitig Radiomoderatorin bei 1Live, schreibt die Kolumne Alles oder Nichts für das Zeitmagazin (Zeit Magazin) und betreibt seit Anfang 2019 zusammen mit Matthias Kalle den Podcast Die Schaulustigen. In dem Podcast diskutieren die beiden über das deutsche Fernsehprogramm, aber auch internationale Serien/Filme. Zurzeit trifft man sie häufig auf Buchmessen, bei Lesungen oder auch im Fernsehen, wie zum Beispiel am Weltfrauentag beim Kölner Treff  (WDR Mediathek ) .                                 
Dies sind nur einige der vielen Projekte, die Sophie Passmann bereits gemacht hat. Besonders inspirierend ist die Tatsache, dass sie fast jedes zur Verfügung stehende Medium benutzt, um ihre Meinung zu äußern und über wichtige Themen aufzuklären. Auch Instagram ist eine Plattform, um über interessante Bücher, politische Themen und Projekte zu sprechen (Instagram Profil). Wenn man auf der Suche nach einer neuen, interessanten Stimme in den deutschen Medien ist, lohnt es sich, einen Blick auf ihre bisherigen Projekte zu werfen.

Podcast statt Buchclub

Podcast-Logo von
Peter Marquardt
CC BY-NC SA 2.0

Sie sind größtenteils ausgestorben, doch ab und zu findet man sie noch: Buchclubs, oder wie manche sie noch nennen, Lesezirkel. Gruppen, die sich ein Mal im Monat oder öfter treffen, um über ein ganz bestimmtes Buch zu diskutieren und sich über ihre Meinungen auszutauschen. In Zeiten des Internets wird es immer unüblicher, sich von Angesicht zu Angesicht über Literatur auszutauschen – wenn man mal von den Seminaren in Universitäten absieht. Stattdessen werden Buchclubs durch Podcasts, wie so vieles auf der Welt, ins Internet verlagert.

Für Leser, die keine Lust haben sich aktiv an Diskussionen zu beteiligen – egal ob digital oder analog – bietet das Internet eine Lösung: Podcasts. In den letzten Jahren wurden Podcasts immer beliebter und auf Plattformen wie Spotify oder iTunes gibt es Podcasts zu allen möglichen Themen. Literatur ist dabei ein Thema, das gerne aufgegriffen wird. Es gibt Podcasts, die sich Romane vornehmen und diese in ihrer Sendung besprechen, wie zum Beispiel Lesart–Das Literaturmagazin von Deutschlandfunk Kultur. Bei Lesart handelt es sich um ein Literaturmagazin, das eigentlich im Fernsehen ausgestrahlt wird. Der Podcast bietet Hörer die wichtigsten Ausschnitte aus den Sendungen, wobei die neusten Erscheinungen aus den Genres Romane, Sachbücher, Kinderbücher, Comics, Klassiker und Kochbücher besprochen werden. Andere Podcasts, beschränken sich auf auf einzelne Romane oder Serien und diskutiere diese detailliert Folge für Folge. Einer dieser Podcasts ist Swish and Flick: A Harry Potter Podcast. Dabei unterhalten sich vier Harry Potter-Fans aus Amerika über die gesamte Reihe und gehen dabei Kapitel für Kapitel der Bücherreihe durch. Die Zuhörer können demnach vor dem Anhören der Sendung die entsprechenden Kapitel lesen und im Anschluss eine ausführliche Diskussion darüber hören.

Podcasts, die auf diese Weise gestaltet werden, sind also quasi Buchclubs, bei denen man nicht aktiv mitmachen muss. Stattdessen kann man sich einfach entspannt zurücklehnen und zuhören. Das heißt natürlich nicht, dass man als Hörer keinen Einfluss auf die Diskussion nehmen kann. Häufig bieten Podcasts, die Romane detailliert über mehrere Sendungen hinweg diskutieren, die Möglichkeit, per Twitter, Facebook oder Instagram Fragen zu stellen, die dann möglicherweise in der Sendung aufgegriffen und diskutiert werden. Somit ergibt sich die Möglichkeit komplett passiv zu bleiben, aber trotzdem andere Meinungen zum Gelesenen zu hören, oder seinen Teil beizutragen und Reaktionen auf die eigene Meinung zu erfahren. Diese Art der Interaktion könnte man mit dem Schreiben von Whats–App Nachrichten vergleichen, da –   genau wie bei solchen Chatverläufen – die Antwort auf das Geschrieben mit einigem Zeitabstand, oder sogar gar nicht erfolgt.

Ob die Literaturpodcasts wirklich eine zufriedenstellende Alternative zu den altbekannten Buchclubs darstellt, sei dahingestellt und liegt im Ermessen des Betrachters. Es lässt sich jedoch nicht abstreiten, dass die Podcasts eine gute Möglichkeit darstellen, Meinungen über einen gelesenen Roman zu hören, über den man möglicherweise sonst mit niemandem sprechen kann oder will.

Fundstück: Das #Me Too-Phänomen in der Literatur

Der #MeToo als ein Zeichen des Zusammenhalts. Bild: CCO pixabay

Der MeToo-Hashtag ist immer noch einer der aktuellsten in sozialen Netzwerken auf der ganzen Welt, obwohl er bereits Ende 2017 aufkam. Der Hashtag soll Frauen und Männer nicht nur ermutigen sich gegen sexuelle Belästigung und Übergriffe zu wehren, sondern auch öffentliche Aufmerksamkeit erregen. Viele berühmte Persönlichkeiten halfen dabei, die Thematik weiter in die Öffentlichkeit zu rücken.  Obwohl es sich bei #Me Too um ein Internetphänomen handelt, ist das Motiv der starken Frau, die für sich selbst einsteht, auch in der Literatur beliebt. Die Bandbreite reicht dabei von fiktiven Geschichten bis zu ganz persönlichen Essays. Eines von vielen Beispielen ist In Praise of Difficult Women: Life Lessons From 29 Heroines Who Dared to Break the Rules von Karen Karbo. In diesem Buch stellt sie 29 Frauen aus der modernen Geschichte vor, die sich ihren Erfolg hart erkämpft haben, wie Frida Kahlo, Elizabeth Taylor oder Hilary Clinton. Roxane Gays Anthologie Not That Bad: Dispatches From Rape Culture thematisiert, was es bedeutet, in einer Welt zu leben, in der Frauen tagtäglich mit sexueller Belästigung umgehen müssen, ohne ernst genommen zu werden,  wenn sie darüber sprechen. Diese beiden Essaysammlungen sind Beispiele für ein immer größer werdendes Angebot an inspirierenden Texten über ein Thema, über das viel zu oft geschwiegen wird.

 

 

Kein Weihnachten ohne Bücher! Teil 3

Der dritte Advent ist der vorletzte Sonntag der christlichen Adventszeit. Bild: CCO pixabay

So langsam wird es eng: Bis Weihnachten ist es nicht mehr weit. Die dritte Kerze am Adventskranz wird angezündet, mehr als die Hälfte der Türchen vom Adventskalender sind geöffnet und es werden letzte Runden über den Weihnachtsmarkt gedreht. In vielen Großstädten steht an diesem Wochenende außerdem die Vergrößerung des ökonomischen Gewinns auf dem Plan. Denn der dritte Advent bedeutet besonders in Nordrhein-Westfalen auch verkaufsoffener Sonntag. Für beide Seiten sicherlich von Vorteil: Die Unternehmen erzielen Profit, während all diejenigen, die bisher noch keine Zeit hatten, den freien Tag nutzen können, um Geschenke für das Fest zu kaufen oder anderweitige Weihnachtsbesorgungen zu erledigen. Verkaufsoffene Sonntage stellen sich daher besonders in der Adventszeit zu einem Phänomen des Konsumrauschs heraus. Es wird gekauft ohne Ende – aber was davon wird wirklich benötigt? Sicher, lang gehegte Wünsche wollen erfüllt werden. Wer in literarischer Hinsicht noch nicht weiß, was verschenkt werden könnte, findet hier die nächsten vier Buchempfehlungen aus unserer Redaktion – wie immer bunt gemischt!
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