Fundstück: Poesie im Internet

Welttag der Poesie; pixabay CC0

Seit dem Jahr 2000 gilt der heutige Tag als „Welttag der Poesie„. Vor nun ziebzehn Jahren legte die UNESCO also den 21.03. als Datum fest. Seitdem solle an diesem Tag an die Vielfalt des Kulturguts Sprache und an die Bedeutung mündlicher Traditionen erinnert sowie der interkulturelle Austausch gefördert werden  – wenn das keine gute Gelegenheit ist, sich mal anzuschauen, was das Internet im Hinblick auf poetische Werke so zu bieten hat. Aus diesem Grund ist an dieser Stelle die mit dem Grimme Online Award prämierte Internetplattform Lyrikline zu empfehlen. Dort lassen sich Gedichte im Originalton, Originaltext und in deutscher Übersetzung finden. Darunter befinden sich Gedichte aus aller Welt: Insgesamt werden 10.000 Gedichte von mehr als 1.100 Dichtern auf knapp 70 Sprachen präsentiert. Für Poesieliebhaber lohnt sich der Blick auf das weltweit größte Online-Portal für zeitgenössische Dichtung also allemal!

Roboter auf Twitter: Zwischen Literatur und Meinung

Mit demTuring-Test kann eine Person durch das Stellen von Fragen herausfinden, ob ein Mensch oder eine Maschine antwortet. Für Socialbots gibt es noch keine eindeutige Methode, die Maschine zu entlarven. Bild: CC BY-SA 3.0 Hugo Férée
Mit dem Turing-Test kann eine Person durch das Stellen von Fragen herausfinden, ob ein Mensch oder eine Maschine antwortet. Für Socialbots gibt es noch keine eindeutige Methode, die Maschine zu entlarven. Bild: CC BY-SA 3.0 Hugo Férée

Können Maschinen Literatur schreiben? Schaut man sich die Vielzahl der literarischen Twitterbots an, lautet die Antwort: ja. Bots sind Accounts auf Twitter, hinter denen sich kein Mensch, sondern eine Software verbirgt, die automatisch twittert, retweetet oder anderen Usern folgt. Manche Twitterbots sind praktisch. Einige Zeitungen beispielsweise nutzen Twitterbots zum automatischen Retweeten von Nachrichten zu bestimmten Themen. Andere Twitterbots machen Literatur: Da gibt es den @JustToSayBot, der das Gedicht „This is just to Say“ von William Carlos Williams stündlich in Variationen mit zufälligen Wörtern twittert, oder den Bot, der Schneeballgedichte generiert, um nur zwei Beispiele zu nennen. Seit es Computer gibt, gibt es auch Versuche, literarische Texte von Algorithmen schreiben zu lassen. Vor allem mit dem Aufkommen der digitalen Literatur in den 1990er Jahren wurde diese Idee in Form von Lyrik-Generatoren in die Realität umgesetzt und hinterfragte damit das Verständnis von Autorschaft und Originalität. Weiterlesen „Roboter auf Twitter: Zwischen Literatur und Meinung“

Fundstück: Lyrik ohne Buchimitation in der Edition Binaer

Der Lyrik-Code verbessert das Leseerlebnis. ©Verlagshaus Berlin
Der Lyrik-Code verbessert das Leseerlebnis. ©Verlagshaus Berlin

Innovation im Lyrikbereich: Mit der Edition Binaer ist endlich Schluss mit der Buchimitation auf den elektronischen Geräten! Das Verlagshaus Berlin hat einen eigenen Lyrik-Code entwickelt, mit dem die Form eines Gedichts auf dem E-Reader besser dargestellt werden kann. Es besteht aus einer Anzahl von Zeichen, die nur dann in Erscheinung treten, wenn sie vom Leser benötigt werden. So kann jeder selbst entscheiden, wann der E-Reader ihm Zeilenumbrüche, Einschübe oder andere Raffinessen anzeigen soll.

Die herkömmliche Gestaltung, wie etwa die wie in Romanen umbrochene Schrift, sorgte bislang dafür, dass Struktur und Rhythmik eines Textes unter Umständen zerstört wurden. Dank des Lyrik-Codes gehört dieses Problem der Vergangenheit an.

Erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert wird das Projekt auf der Leipziger Buchmesse am 19.03. Die ersten vier E-Books mit Texten von Crauss., Lea Schneider, Sebastian und Tillmann Severin, Max Czollek, Martin Piekar und Jan Kuhlbrodt erscheinen am 15. März 2016.

Digitale Wiedergeburt der einstigen Poeten: Liebesbriefe auf Bestellung

Alltägliche, kurze Nachrichten können schnell zu Liebesbeweisen werden.
Alltägliche, kurze Nachrichten können schnell zu Liebesbeweisen werden. (Bild: pixabay CC0)

„Komme 5 min. später, stehe im Stau! 🙂“ Eine solche Nachricht, oder zumindest so ähnlich, flatterte doch bei fast jedem schon einmal ins Postfach. Beim Blick aufs Smartphone oder auch in den PC fällt auf: unsere heutige schriftliche Kommunikation ist schnell, kurz und vor allem digital. Das ist vornehmlich den neuen Medien à la Whatsapp, Facebook oder der schon beinahe veralteten SMS geschuldet. Auswirkungen hat das aber nicht nur auf die alltägliche Kommunikation zwischen Freunden, sondern auch auf die Liebe, genauer: die schriftlichen Liebesbeweise. Kann heutzutage überhaupt noch von Liebesbriefen die Rede sein? Weiterlesen „Digitale Wiedergeburt der einstigen Poeten: Liebesbriefe auf Bestellung“

Fundstück: E-Poetry und das Times Haiku

Times Haiku vom 16.Juni 2014 CC-BY-NC-SA 4.0 Anne Lenhardt
Times Haiku vom 16.Juni 2014
CC-BY-NC-SA 4.0 Anne Lenhardt

Ein Dreizeiler mit fünf, sieben und wiederum fünf Silben – mehr braucht es nicht für ein  traditionelles japanisches Haiku. Seit seinen Anfängen im 16. Jahrhundert erfreut sich das Haiku auch heute noch solcher Beliebtheit, dass mittlerweile auch das Flaggschiff des amerikanischen Journalismus, die New York Times, täglich ihr eigenes Haiku auf tumblr und twitter veröffentlicht. Das interessante daran: Der Text der kürzesten Gedichtform der Welt wird nicht von Journalisten, sondern von einem komplexen mathematischen Algorithmus generiert. Geschrieben hat diesen der amerikanische Entwickler Jacob Harris. Sein Haiku-Generator durchkämmt täglich die Titelseite der aktuellen Ausgabe und findet Sätze, die – mit Hilfe eines Open Source Wörterbuches und Silbenzählers – zu einem Haiku geformt werden können. Für die Veröffentlichung ausgewählt, optisch ansprechend verpackt und über eine Vielzahl von sozialen Netzwerken verteilt werden die Gedichte dann aber trotzdem noch von menschlichen Times-Journalisten.

Fundstück: Lyrikkollektiv G13

Mitglieder des Lyrikkollektivs G13
Mitglieder des Lyrikkollektivs G13

Wenn von Lyrik die Rede ist, haben viele unwillkürlich das Bild eines einsamen Poeten vor Augen, der bei Kerzenlicht schmachtend seine Liebste in einem Gedicht anhimmelt. Dass Lyrik aber viel mehr sein kann, zeigt das Lyrikkollektiv G13. Ihr Blog, das sie selbst als „Online-Werkstatt“ bezeichnen, ist als Diskussionsplattform für alle Interessierten gedacht. Hier werden Texte veröffentlicht und gemeinschaftlich besprochen.