Teach them young: Diversitätsbewusstsein in Kinderbüchern

Foto: Julian Mawick

Bücher sind ein unglaublich wichtiger Bestandteil meines Lebens. Egal ob es sich um Literatur, Kunstbücher, Fotobände, Magazine oder Kinderbücher handelt. Für einen Literaturstudent ist das natürlich nicht ungewöhnlich, doch gerade die Literatur kommt seit einiger Zeit etwas zu kurz bei mir. Umso häufiger blättere ich mich durch zahlreiche Kinder- und Bilderbücher. Und zwar mit meinem Sohn, der gemütlich auf meinem Schoß sitzt und sich von mir und den Büchern unsere Welt erklären lässt. Weiterlesen

Meine alten Kinderbücher

Der Sommer kann kommen! Foto: Karoline Klotsch

In diesem Sommer, in dem irgendwie nichts normal ist und ich nicht einfach in meine Lieblingsbibliothek spazieren kann, um mir den neuesten, spannendsten Schmöker zu besorgen, habe ich mir etwas anderes vorgenommen. Seit einiger Zeit lese ich alle Bücher, die in meinem Bücherregal stehen, einfach nochmal. Und ja, ich vertiefe mich auch in meine alten Kinderbücher – mit überraschendem Ergebnis.  Weiterlesen

Fundstück: Bachmann-Preis auf neuem Level

Er gilt als einer der bekanntesten deutschsprachigen Literaturpreise: der Ingeborg-Bachmann-Preis. Bild: CCO Pixabay

Die Corona-Krise macht auch vor dem Ingeborg-Bachmann-Preis nicht Halt. Aus diesem Grund finden die 44. Tage der deutschsprachigen Literatur vom 17. bis 21. Juni digital per Streaming statt. Der ORF, 3sat und Deutschlandfunk präsentieren zudem Sondersendungen zur Veranstaltung im Fernsehen. Für die Zuschauer*innen wird es dieses Jahr besonders interessant. Denn die siebenköpfige Jury diskutiert aufgrund der momentanen Situation live über die Texte. Dazu wurden Kameraanlagen in den Arbeitszimmern der Jurymitglieder installiert und die Lesungen der 14 Autor*innen (sieben kommen aus Deutschland, fünf aus Österreich und zwei aus der Schweiz) vorab aufgezeichnet. Die Autorin und Kolumnistin Julya Rabinowich sowie der Journalist und Kritiker Heinz Sichrovsky unterstützen Moderator Christian Ankowitsch als Kommentatoren. Die Rede (Titel: „Dürfen Schwarze Blumen malen“) zum Startschuss am 17. Juni hält die Siegerin von 2016, Sharon Dodua Otoo. Am Sonntag (21. Juni) wird schließlich der*die Preisträger*in im Rahmen einer Schlussdiskussion verkündet.

Liebes Tagebuch, so ist die Welt geworden…

©Unsplash

So ist die Welt geworden. Zumindest für Betty Andover. Die Protagonistin in Marlene Streeruwitz Online-Roman So ist die Welt geworden. Der Covid19 Roman lässt uns an ihrer Gefühls- und Gedankenwelt während der Corona-Pandemie teilhaben. Authentisch, emotional und schonungslos.

Ja. Sie könnte hier sterben, und niemand würde es bemerken. Nicht rechtzeitig.

Betty schreibt Tagebuch. Corona-Tagebuch. Alles beginnt am 20. März 2020. Sie ist im Lockdown allein in ihrer Wohnung in Wien. Zumindest körperlich. Denn das Alleinsein, die Ängste und Gedanken lassen sie Personen erschaffen, die sie aus dieser Einsamkeit befreien sollen, ihr Mut machen sollen, weiterzumachen.

Was sollte sie sonst tun, als auf die psychotische Situation dieses lockdown selber psychotisch zu reagieren.

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Fundstück: 173 Jahre verschollen im Eis – Todestag von Sir John Franklin

Die tragisch missglückte Franklin-Exepediton bietet Schreibstoff für die unterschiedlichsten Genres. Bild: Malin Zinke

Bis heute konnte der Tod des Polarforschers Sir John Franklin nicht restlos aufgeklärt werden. Denn auch, wenn das Wrack seines Schiffes, die HMS Erebus, 2014 gefunden und seitdem archäologisch untersucht wird, bleibt der Tod von Franklin und den 128 Männern seiner Arktisexpedition ein Rätsel.

Auf der Suche nach der Nordwestpassage in der kanadischen Arktisregion blieben die Segelschiffe HMS Erebus und HMS Terror 1846 im Packeis stecken und überwinterten dort zwei Jahre, bis sie schließlich im Frühjahr 1848 aufgegeben wurden. Die verbliebenen 105 Männer hatten die Hoffnung, zu Fuß zum Backs River und damit auf kanadisches Festland zu gelangen. John Franklin war dort bereits fast ein Jahr tot. So wurde die Überlebensmission von seinem Stellvertreter und Kapitän der HMS Terror Francis Crozier angeführt. Doch der Versuch, der Arktis zu entkommen, scheiterte. Vermutlich durch verdorbene Konserven, daraus resultierenden Bleivergiftungen, der darauffolgenden Nahrungsmittelknappheit, Hunger, Krankheiten und nicht zuletzt den erbarmungslosen Witterungsverhältnissen, starben alle 105 Expeditionsteilnehmer im arktischen Eis.

Die letzten verzweifelten Monate seiner Entdeckungsreise blieben John Franklin durch seinen Tod am 11. Juni 1847 erspart. Woran er gestorben ist, weiß man bis heute nicht. Die McClintocks Rettungsexpedition fand 1859 eine letzte Botschaft von Kapitän Crozier, verwahrt in einem Steinmal und auf ihr, in Bezug auf den Expeditionsleiter, lediglich den Hinweis „Sir John Franklin verstarb am 11. Juni 1847“.

Viele Autoren haben sich seitdem an dem Stoff der tragischen Polarexpedition bedient und die Geschichte rund um Sir Franklin und seine Männer mal mit Horrorelementen um ein Seelenmonster in Gestalt eines riesigen Eisbären ausgesponnen (Terror von Dan Simmons), mal John Franklin zu einer der Langsamkeit verschriebenen literarischen Figur gemacht (Die Entdeckung der Langsamkeit von Sten Nadolny) oder jüngst in einer Biographie der HMS Erebus, deren letzter Kapitän John Franklin war, aufgearbeitet (Erebus – Ein Schiff, zwei Fahrten und das weltweit größte Rätsel auf See von SIr Michael Palin).

Wer jetzt neugierig geworden ist, aber genug Lesestoff hat, kann sich die AMC Serie The Terror, die auf Simmons Roman basiert, oder die TerraX Produktion Drama im ewigen Eis – die verschollene Expedition des John Franklin anschauen. Selbst im aktuellen Computerspiel Anno 1800 gibt es mit Die Passage ein DLC, welches die Franklin Expedition thematisiert. Angelehnt an Lady Franklin, die jahrelang Rettungsmissionen organsierte und finanzierte, um ihren Gatten zu finden, schickt hier eine gewisse Lady Faithful die Spieler auf die Suche nach der verschollenen Expedition ihres Ehemanns ins ewige Eis. Kaum eine andere Polarexpedition hat wohl seiner Zeit und auch über die Jahrhunderte hinweg für so großes Aufsehen gesorgt wie die letzte Reise des Konteradmirals Sir John Franklin.

Corona-Verschwörungstheorien im Faktencheck

In der aktuellen Corona-Krise sind Debatten über Verschwörungstheorien Alltag. So bezieht beispielsweise Sophie Passmann Stellung und auch Katharina Nocun und Pia Lamberty setzen sich in ihrem Buch mit der Thematik genauer auseinander.

©Pixabay

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„Irgendwie habe ich langsam das Gefühl alle drehen durch“, so eröffnet Sophie Passmann vor drei Wochen ein Instagram-TV Video. Dort äußert sie ihre Meinung zu Corona-Verschwörungstheorien und gibt Verschwörungstheoretikern, wie Ken Jebsen und Attila Hildmann, aber auch deren Befürwortern, Kontra: Weiterlesen

Fundstück: Sidefacts zu Harry Potter

Harry Potter Fans aufgepasst: Zählt das Lesen unserer heißgeliebten Buchreihe etwa als politische Bildung?

Bild: pixabay.com

Verkleidet in Hogwarts Schuluniform und Umhang analysiert der Referent der Linken aus Essen, Effi Tassikas, in einem YouTube Video, inwieweit die Harry-Potter-Reihe als antifaschistische Jugendliteratur angesehen werden kann. Dabei gibt es, auch für hart gesottene Harry Potter Fans, interessante Sidefacts zu den historischen Parallelen zwischen realer Menschheitsgeschichte und fiktiver Zaubererwelt.
Beispielsweise fällt der Beschluss der Geheimhaltung von Magie von 1692, in den Harry-Potter-Geschichten, für uns historisch gesehene auf die Zeit des Beginns der Aufklärung. Zu dieser erlebten paradoxerweise der Glaube an Mythen und das Durchführen von Hexenprozessen ein Revival. Klar also, dass die Zauberer sich verstecken. Eine andere Parallele ist der Sieg Dumbledores über Grindelwald 1945, der zeitlich auf das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Auflösung der KZ’s fällt.

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Fundstück: „The Chronicles of Now“ – Ein Podcast macht Nachrichten zu Literatur

Foto: The Chronicles of Now

Literatur und Nachrichten – das passt nicht zusammen. Das eine Fiktion und das andere nicht, oder doch? Stichwort Fake News. Was ist hier Fiktion und was stimmt denn jetzt? Aber was passiert, wenn man aus tatsächlichen Nachrichten Literatur macht und Geschichten erzählt? Der neue Podcast The Chronicles of Now versucht sich an dem Experiment beides miteinander zu verbinden. Autorinnen und Autoren werden künftig wöchentlich Kurzgeschichten schreiben, die auf aktuellen Nachrichten beruhen. “Denn in einer Welt, die aus den Fugen geraten ist, ist Kunst manchmal das Einzige, was dem Ganzen einen Sinn gibt”, schreiben die Macherinnen und Macher hinter dem Podcast. Produziert wird er von Pushkin Industries, einem Podcastlabel aus New York. In der ersten Folge geht es um Michael Cohen, Donald Trumps Ex-Rechtsanwalt, der gerade vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen wurde. Jess Walter, der Autor der Geschichte, erzählt in fiktiven Memoiren von der Zeit im Gefängnis aus Cohens Sicht. Den Podcast gibt es hier und bereits bei Spotify und bei Apple Podcasts zu hören.

Männerwelten: Muss man(n) gesehen und gelesen haben

Feminismus ist seit Jahrhunderten ein zentrales Thema der Literatur. Bild: Unsplash

Vor rund zwei Wochen lief die digitale Ausstellung „Männerwelten“ zur Primetime auf ProSieben. 15 Minuten lang wurden sexualisierte Gewalt und Belästigung an Frauen thematisiert. Auftraggeber dieses aufweckenden Beitrages waren Joko und Klaas. Diese hatten am Vortag in der Show „Joko und Klaas gegen ProSieben“ 15 Minuten Sendezeit gewonnen. Weiterlesen

Corona-Memes: Entertainment oder versteckte Kritikäußerung?

Verbreiten sich momentan wie ein eigener Virus: Corona-Memes. Bild: Instagramaccount corona_memes_covid19

Es ist mal wieder soweit. In der WhatsApp-Gruppe von meinen Freunden und mir geht der gefühlt wöchentliche Meme-Hagel los. Florian hat den Stein ins Rollen gebracht, als er ein Meme über die neuesten Entscheidungen der Bundesregierung bezüglich der Corona-Lockerungen in die Gruppe postete. Es war klar, dass das nicht lange unkommentiert bleibt. Auf dem Meme von Susanne ist Donald Trump zu sehen, auf Patricks ein Charakter aus der Serie „Die Simpsons“. Die kleinen Bildchen, versehen mit einem kurzen Text, zählen zu einem der Internetphänomene des 21. Jahrhunderts. Insbesondere aus dem Social Web sind die lustigen Grafiken nicht mehr wegzudenken. Memes unterhalten, bringen uns zum Lachen. Seit die Krankheit Covid-19 die Menschheit plagt, beschäftigen sich daher unzählige ‚Corona-Memes‘ mit den Alltagsfolgen des Virus, den Einstellungen der Politiker*innen und den Szenarien der Zukunft.

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