Welttag des Buches: Die Autor*innen und Leser*innen von morgen

Logo des „Welttag des Buches“. Bild: Welttag des Buches.

Anlässlich des heutigen Welttag des Buches versuchen auch dieses Jahr wieder viele lokale und bundesweite Veranstaltungen (z.B. auch mit Buchgeschenken) jungen Menschen Literatur näher zu bringen. Und auch das Fernsehen und diverse Online-Angebote tragen dazu bei: Mit dem Jugendfilm Geheime Schatten und einer Spezialausgabe des Literarischen Quartetts “feiert das ZDF am ‘Welttag des Buches’ neben dem Medium Buch auch andere Medien, die Heranwachsenden helfen können, die Welt und ihren individuellen Platz darin besser zu verstehen” (ZDF). Im Rahmen des Schreibwettbewerbs THEO werden außerdem um 15 Uhr in einem Livestream junge Autor*innen selbstgeschriebene Texte vorstellen, die anschließend in einer Preisverleihung gewürdigt werden. Die Mission des vielfältigen Programms ist klar: Literatur an ein junges Publikum vermitteln und Autor*innen und Leser*innen von morgen aktivieren.  Weiterlesen

Fundstück: Woobooks – eine Chance für ungewöhnliche Bücher

Autor:innendasein braucht mehr als gute Ideen und Schreibtalent. Oft ist eine Menge Geduld und eine Prise Glück nötig, damit das eigene Buch gedruckt wird. (Bild: CC0 Unsplash)

Wenn Autor:innen ihre Exposés und Manuskripte an Verlage schicken, müssen sie sich vor allem auf eines gefasst machen: Absagen. Egal wie viel Finesse, Liebe und Schweiß in ihren Texten steckt – passen sie nicht ins Verlagsprogramm, haben sie keine Chance. Insbesondere ungewöhnliche Ideen bleiben regelmäßig auf der Strecke. Das Problem: Es ist schwierig abzusehen, ob Ausgefallenes die Leser:innen interessiert und sich für den Verlag rentieren würde.

Diese Erfahrung musste auch der Autor Thorsten Smidt machen – und wurde mit seinem Manuskript zur Inspiration für Woobooks. Initiiert wurde die Plattform des Bonner Kick Verlags im vergangenen Jahr von Markus Stromiedel. Sie ermöglicht Autor:innen, ihr Buchprojekt potentiellen Leser:innen zu präsentieren bevor es realisiert wird. Ein Crowdfunding sichert die Finanzierung, damit das Projekt umgesetzt werden kann. Dazu gehören ein klassischer Buchvertrag, professionelle Covergestaltung, Lektorat, Korrektorat und Herstellung ebenso wie Honorare für die Autor:innen. Smidts Genremix Vier Nullen zu viel konnte auf diese Weise im September 2021 als erstes Woobook erscheinen. Aktuell läuft die Kampagne für In Zebra Schuhen von Jasmin P. Meranius, zwei weitere Bücher sind vorbestellbar und drei warten auf den Start ihrer Crowdfunding-Aktionen.

Viele Autor:innen, die bei der Suche nach einem Verlag enttäuscht werden, entscheiden sich, ihr Buch im Selfpublishing zu veröffentlichen. Woobooks kann eine Alternative zu dieser oft kostenintensiven Variante sein. Trotz des Vorhabens, von anderen Verlagen ungewollten Büchern zum Druck zu verhelfen, werden jedoch auch bei Woobooks nicht alle Projekte angenommen. Bevor eine Kampagne gestartet wird, werden Exposé und Leseprobe geprüft. Unsicherheiten über Vermarktungsmöglichkeiten sind bei Woobooks aber kein Grund für eine Ablehnung.

Fundstück: Die Herrenausstatterin

Leichtfüßig, überraschend, liebevoll: Die Herrenausstatterin. Quelle Cover: DuMont-Verlag

Katja Wiesberg ist eigentlich glücklich. Ihren Job als Übersetzerin findet sie in Ordnung, sie hat einen Garten und ist mit einem Mann verheiratet, den sie sehr liebt. Das vermeintliche Idyll beginnt zu zerfallen, als sie sich einer Operation an den Augen unterziehen muss. Erst verlässt sie ihr Mann, dann stirbt er, dann verliert sie ihren Job. Ein Scherbenhaufen.

Als sie sich nicht mehr weiterzuhelfen weiß, trifft sie überraschend auf einen älteren Herrn in ihrer Wohnung, der sich als Dr. Friedrich Blank vorstellt. Blank begleitet sie zur Beerdigung, kauft mit ihr bei anhaltender Appetitlosigkeit Astronautennahrung und ist einfach da, bis es eines Abends klingelt und ein Feuerwehrmann vor der Tür steht, der einen Brand löschen möchte, den es nicht gibt. Armin liebt Karatefilme, Katjas hochkalorische Flüssignahrung und: Er kommt immer wieder. Als Katja die beiden Männer einander vorstellen möchte, wird ihr klar, dass Armin Blank nicht sehen kann. Blank ist der Geist ihres verstorbenen Nachbarn. Der Feuerwehrmann bleibt trotzdem.

Mit entwaffnendem Durchhaltevermögen schiebt sich Armin in Katjas Leben und holt sie zurück in ihre eigene Existenz. In einer wunderbaren Dreiecksgeschichte spinnt Mariana Leky die Fäden zwischen einer gebrochenen Frau, einem Feuerwehrmann mit kleinkrimineller Energie und der beruhigenden Anwesenheit eines alten Mannes, in dessen Lebensweisheiten sie sich fallen lassen kann, wenn ihr alles zu viel wird. Unprätentiös, liebevoll und mit dem für sie typisch skurrilen Humor lässt Leky ihre Protagonistin zurück ins Leben finden. Ein Buch über Neuanfänge, Erinnerungen und Lebenswille, über Leichtigkeit und Hühnerfrikassee und Marzipankugeln. Beschwingt, weise und mit liebevoller Klarheit lenkt Mariana Leky den Blick auf die scheinbar unbedeutenden Momente, Augenblicke, Bruchstücke, die das Leben in seiner unvollkommenen Schönheit ausmachen.

Der Roman ist als Taschenbuch für 11,00 Euro auf der Webseite des DuMont-Verlags erhältlich.

Oster-Special: bewegende Neuanfänge in Büchern und Filmen

Ein Buch mit leeren Seiten liegt auf einer Wiese mit Blumen

Jeder Neuanfang schreibt ein neues Kapitel im Leben. (Bild: Canva.com / wakila)

Der Winter versetzt die Welt in den Ruhemodus, der Frühling flößt ihr neue Energie ein. Es ist die Zeit der Neuanfänge. Die lang ersehnte Wärme der Sonne kitzelt erst Schneeglöckchen, dann Krokusse und Narzissen wach. Die fast tot geglaubten Baumkronen über uns öffnen ihre Knospen und formen einen Himmel voller Blätter und Blüten. Und auch wir drücken innerlich auf „Play“: Wir schälen uns aus raugelegenen Kuscheldecken und folgen dem Ruf der Sonne. Doch eines haben wir immer dabei: gute Geschichten. Wir feiern mit euch Ostern, indem wir Neuanfänge teilen, die uns zwischen Buchseiten oder Filmszenen bewegt haben. Wir zeigen: Ein Neustart ist nicht immer so rosig wie ein Kirschbaum. Doch er lehrt uns stets etwas über das Leben. Euch erwarten: sechs Neuanfänge, sechs Buch- und Filmtipps.

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Newsflash – Nachrichtenpodcasts für Zwischendurch

Bild: Charlotte Lange

In der heutigen Zeit immer auf dem neusten Stand zu sein, ist gar nicht mal so einfach. Einerseits versuchen wir, die aktuellen Nachrichten mitzuverfolgen, um stets informiert zu bleiben und unseren Teil zu diesem Erwachsensein beizutragen. Andererseits ist der durchgängige Ansturm an Informationen, vor allem bei der aktuell Weltlage, sehr überfordernd.

Um ein gutes Mittelmaß zwischen dem informiert sein und dem überwältigenden Gefühl einer schrecklichen Realität zu finden, stelle ich euch drei Nachrichten Podcasts vor, die unter der Woche täglich aktualisiert werden und die man sich gut nebenbei anhören kann. Ob beim Fertigmachen, in der Bahn oder Abends beim Kochen, die Podcasts sind eine gute Unterhaltung für Zwischendurch. In diesen werden aktuelle Geschehnisse und Hintergrundinformationen gut rüber gebracht, sodass man nach dem Anhören zumindest etwas mehr das Gefühl hat, sich in der aktuellen Lage zurechtzufinden.

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Liebe, Drama und Skandal in London: „Bridgerton“

(Bild: Netflix.com)

Mit der Serie „Bridgerton“ hat Filmproduzentin Shonda Rhimes ein fesselndes Historiendrama erschaffen, das die Zuschauenden in eine andere Welt eintauchen lässt. Die bislang erfolgreichste Netflix-Produktion kombiniert die altbekannte Geschichte der Liebe mit Hindernissen mit modernen Neuerungen – und schafft so den perfekten Eskapismus. Am 25. März erschien die zweite Staffel der Serie. Weiterlesen

Fundstück: Komplettlösungen für alle Alltagsfallen

Frag Mutti -Bernhard Finkbeiner und Hans-Jörg Brekle (Bild: Michaela Martin)

Ein neues Semester beginnt mal wieder und auch wenn zum Sommersemester weniger junge Menschen den Schritt ins neue, unabhängige Leben wagen als zum Wintersemester, gibt es bestimmt den ein oder anderen, für den dieses Buch eine große Hilfe im Alltag sein könnte. (Mir hat es jedenfalls so manches Mal geholfen)

Nach dem Auszug von zu Hause glauben viele, dass sie sich in kürzester Zeit in einer neuen Stadt zurecht finden, den Haushalt führen und ihren Alltag meistern können. Endlich können sie die Freiheit genießen und alles selbstbestimmen! Nur um leider oft feststellen zu müssen, dass Wäsche waschen, kochen und putzen doch nicht ganz so einfach ist, wie es die Mütter immer aussehen lassen. Schnell kommt es zu kleinen bis mittelschweren Katastrophen, bei denen nur noch ein Griff zum Telefon mit der Kurzwahltaste zum Mutterschiff helfen kann. Was aber wenn Mutti mal keine Zeit hat? Was ist mit denen, den eine Standleitung nach Hause zu teuer oder zu peinlich ist? Für all jene haben Bernhard Finkbeiner und Hans-Jörg Brekle dieses Buch geschrieben: „Frag Mutti. Das Handbuch nicht nur für Junggesellen“

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Fundstück zum internationalen Kinderbuchtag: Cornelia Funke

Potilla von Cornelia Funke (Foto: Nora Schulte-Zweckel).

Heute, am 2. April, ist internationaler Kinderbuchtag. Dieser Tag im April wurde in Gedenken an den Geburtstag des Schriftstellers Hans Christian Andersen gewählt. Seit 1967 findet dieser Aktionstag jährlich in Deutschland und international statt. Heute soll die Freude am Lesen gefeiert, sowie das Interesse an und Zugang zu Kinder- und Jugendliteratur gefördert werden. Dieser Tag feiert neben Kinderbüchern daher auch Jugendbücher, wobei dieses Fundstück heute eher nostalgischer Natur sein soll.

Zum heutigen Anlass habe ich meine alten Kindheitslieblinge aus dem Schrank genommen und einen ungeschliffenen Diamanten entdeckt. Die meisten deutschen Kinder der Jahrhundertwende kennen mindestens eine Geschichte von der Autorin Cornelia Funke. Ihre beiden größten Kinderbuchreihen sind Tintenherz und Die Wilden Hühner, welche beide verfilmt worden sind. Was viele Kinder und Erwachsene jedoch nicht kennen ist Potilla. Dieses magische Kinderbuch erzählt die Geschichte von Arthur, der in den Ferien in einer Harry Potter ähnlichen Situation bei seiner Tante, seinem Onkel und den Zwillingscousins lebt. Spätabends findet er im Wald eine kleine zierliche Fee namens Potilla, die nicht nur meinungsstark, sondern auch eine mächtige Königin ist. Die Fee braucht Arthurs Hilfe, um einen Eindringling in ihrem Feenhügel zu bekämpfen. So begeben sich Arthur, Potilla und Arthurs Freundin Esther auf ein Abenteuer ins Feenreich und treffen auf Finsterlinge, Dopplinge und Mützendiebe.

Potilla ist voller Magie, Abenteuer und Witz und gespickt mit Illustrationen der Autorin. Für alle Fans von den Wilden Hühnern und Tintenherz, ist die Welt von Cornelia Funke’s Potilla eine schöne Alternative. Ich wünsche allen erwachsenen Leser*innen einen  nostalgischen Kinderbuchtag und allen Kindern viel Spaß beim Stöbern und Lesen!

Dressler Verlag, 1992, 160 Seiten, 12 Euro (gebunden).

Gegen das „Doomscrolling“: Ronja von Wurmb-Seibels „Wie wir die Welt sehen“ hilft aus der Hoffnungslosigkeit

Buch-Cover "Wie wir die Welt sehen"

Wir sind umgeben von schlechten Nachrichten. In „Wie wir die Welt sehen“ erklärt Ronja von Wurmb-Seibel, was das mit uns macht. (Bild: Elena Hesterkamp)

Alles geht den Bach runter: Das habe ich in letzter Zeit häufiger gedacht. Klimakrise, Pandemie, Krieg – wie soll man da nicht verzweifeln? Morgens ein Blick in die Nachrichten – schon starte ich sorgenvoll in Tag. Nun versuche ich, Optimistin zu werden. Auch dank Ronja von Wurmb-Seibel. Ihr neues Buch Wie wir die Welt sehen brauchen wir alle dringender denn je.

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Welttag des Theaters: Zeit zusammenzukommen

Endlich mal wieder ins Theater gehen! (Bild: Pixabay)

Schon seit 1962 wird am 27. März der Welttag des Theaters gefeiert — dieses Jahr also zum 60. Mal. Vom International Theatre Institute (ITI) ins Leben gerufen, soll der Tag daran erinnern, welch enormen Wert das Theater für unsere Gesellschaft hat.

Jährlich zum Feiertag richtet ein:e Autor:in aus der Szene eine Rede an die Öffentlichkeit, in der er/sie eine kulturelle Botschaft verpackt. Dieses Jahr ist es Peter Sellars, US-amerikanischer Regisseur für Oper, Theater und diverse Festivals. Weiterlesen