Fundstück: Games im Marbacher Literaturarchiv

Computerspiele auf einer Ebene mit Literatur. Bild: CCO pixabay

Computerspiele wie Deponia und Dear Esther künftig neben Dostojewski und Droste-Hülshoff? Das jedenfalls hat sich das Deutsche Literaturarchiv Marbach zum Ziel gesetzt – Games als gleichberechtigtes Kulturgut anzuerkennen. Diesen medialen Wandel setzt die Literaturwissenschaftlerin Sandra Richter in Gang, die seit Beginn des Jahres Direktorin des Archivs ist. Denn: Computer- und Videospiele sind die erfolgreichste Erzählform der Gegenwart. Die Verkaufszahlen gehen in die Hundertmillionen. In den USA übersteigt die Zahl der Computerspieler bereits die Zahl der Kinogänger. Hierbei geht es jedoch nicht mehr um Ego-Shooter, Level und sportlichen Wettkampf, sondern um „Storytelling“ – Games mit Figuren, Plots und Erzählstrukturen. So werden einem in Dear Esther Brieffragmente von einem Erzähler vorgelesen, gemischt mit Tagebucheinträgen, während Memoranda mit Erzählsträngen aus Haruki Murakamis Kurzgeschichten arbeitet.

Die größte Frage bleibt jedoch: Wie werden Games archiviert, wenn sie an eine spezielle Hardware gebunden sind? In der Literatur steht man inzwischen vor einem ähnlichen Problem – Texte entstehen nicht mehr in Form von Manuskripten, sondern auf dem Computer. In diesem Bereich hat das Literaturarchiv bereits eine große Kompetenz aufgebaut. Computer in verschiedenen Stadien werden ausgestellt, von der Gegenwart bis zurück zur Schreibmaschine. Wir sind uns also sicher, dass die Frage nicht lange unbeantwortet bleiben wird. Denn viel wichtiger ist doch: „Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt”, wie schon Friedrich Schiller sagte.

Japan-Tag 2018: Manga, Cosplay, Social Media

Cosplayerin Freychi hat ihr Kostüm an nur drei Tagen fertiggestellt. Bild: Lena Kosakowski

Am vergangenen Samstag, den 26. Mai, fand in Düsseldorf zum 17. Mal der Japan-Tag statt. Bei strahlendem Sonnenschein und knapp 30 Grad konnten die etwa 600.000 Besucher auf verschiedene Weise mit der japanischen Kultur in Berührung kommen: So gab es eine Kimono Anprobe, Ikebana, Kalligraphie und viele Verkaufs- und Informationsstände. Zudem wurden auf Bühnen Musik- und traditionelle japanische Sportarten vorgeführt. Auch kulinarisch gab es wieder den einen oder anderen Leckerbissen zu entdecken, wie u.a. Onigiri, Gyōza und Matcha-Eis.

Natürlich durften auch die Cosplayer nicht fehlen – sind sie doch mittlerweile ein festes Markenzeichen des Japan-Tags geworden. Selbst die heißen Temperaturen konnten sie nicht davon abschrecken in die Rollen ihrer Lieblingscharaktere zu schlüpfen – auch wenn die Kleider aus Mänteln, Fell oder mehreren Stoffschichten bestanden. In kaum einer anderen Fanszene wird sich so gern verkleidet wie unter den Manga-Fans. Dafür gibt es auf dem Japan-Tag  jedes Jahr extra einen Cosplay-Modenschau-Wettbewerb, bei dem die schönsten Kostüme präsentiert werden. Der Hauptgewinn ist ein Flugticket nach Japan. Weiterlesen „Japan-Tag 2018: Manga, Cosplay, Social Media“