Kein Sommer ohne Bücher! Teil 2

Sonne, Kaffee und ein gutes Buch: Für viele ist das Entspannung pur. Bild: CCO pixabay

Endlich haben sich die Temperaturen wieder etwas abgekühlt und man muss sogar überlegen, für welche Jacke und welches T-Shirt man sich entscheidet. „Oder doch lieber der dünne Pulli? Nachher ist es zu kalt draußen und ich friere.“ Zwischen 18 und 21 Grad, klar, das sind nach den letzten Wochen für viele momentan eisige Temperaturen. Da hilft wohl nur der Zwiebellook. Aber keine Sorge: Die nächste Hitzewelle steht schon in den Startlöchern. Dieses Mal sind zumindest die Jüngeren in freudiger Erwartung. Kein Wunder, beginnen in den meisten Bundesländern Deutschlands derzeit die Sommerferien. Und welche Bedeutung das Wort ‚Sommerferien‘ trägt, wissen schon die Kleinen: frei, Unternehmungen und am besten noch Urlaub. Ein gutes Buch darf da nicht fehlen. Deshalb geht’s hier direkt weiter mit unseren Literaturempfehlungen für die heißen Tage:

Lektüreempfehlung von Malin Zinke: „Utopien für Realisten – Die Zeit ist reif für die 15-Stunden-Woche, offene Grenzen und das bedingungslose Grundeinkommen“. Bild: Malin Zinke

„‚Utopien liefern keine fertigen Antworten, geschweige denn endgültige Lösungen. Aber sie werfen die richtigen Fragen auf‘. Das stellt Rutger Bregman zu Beginn seines Buches Utopien für Realisten – Die Zeit ist reif für die 15-Stunden-Woche, offene Grenzen und das bedingungslose Grundeinkommen klar und nimmt somit jedem der beim Untertitel schon zu einem „aber das geht doch gar nicht“ ansetzt, den Wind aus den Segeln. Denn natürlich sind die 15-Stunden-Woche, offene Grenzen und das bedingungslose Grundeinkommen nicht nächste Woche oder nächstes Jahr umgesetzt. Das weiß auch der niederländische Autor. Doch Bregman erläutert sehr anschaulich und begeisternd, warum es sich eben doch lohnt, über die großen Probleme unserer Zeit einmal mit anderem, vermeintlich unrealistischen Blick nachzudenken.“ (Rowohlt Taschenbuch Verlag, 304 Seiten, 10,00 Euro)

 

 

Lektüreempfehlung von Julia Bergemann: „Das Leben ist eins der Härtesten“. Bild: Julia Bergemann

Das Leben ist eins der Härtesten ist der erste Roman der Neo Magazin Royal-Autorin Giulia Becker, mit dem sie den Debütpreis der lit.COLOGNE 2019 gewann. Zurecht, denn die Geschichte ist derart gespickt mit humorvollen, sehr detailgetreuen Alltagssituationen, dass die Gefühle beim Lesen nur so überschwappen. Sie schwanken von trockener Fremdscham über unaufhaltsame Lachflashs bis hin zu Traurigkeit sowie Rührung über den freundschaftlichen Zusammenhalt der vier fast satirisch gezeichneten Hauptfiguren. In ihrem besten Alter erleben sie skurrile Momente, die mit ihrem urkomischen Abwechslungsreichtum mit Sicherheit jeden Lese-Sommer positiv ergänzen.“ (Rowohlt Verlag, 224 Seiten, 20,00 Euro)

 

 

Lektüreempfehlung von Marisa Müller: „Der Widersacher“. Bild: Marisa Müller

„Jean-Claude Romand gilt in seinem Freundeskreis als Vorbild, Intellektueller und bescheidener, charismatischer Arzt. Dann ermordet der Familienvater urplötzlich seine beiden kleinen Kinder, seine Ehefrau, seine Eltern und deren Hund. Weder Romands Tätigkeit als Arzt noch sein Medizinstudium entsprachen jemals der Realität – doch er schaffte es, sein Umfeld sein Leben lang zu blenden, ohne dass auch nur der geringste Verdacht entstand. Beruhend auf einer wahren Geschichte, taucht Emmanuel Carrère mit Der Widersacher in die verworrene Vergangenheit dieses Mannes ein. Der Tatsachenroman rekonstruiert das fatale Netz aus Lügen von Romands Kindheit an. Was bewegt uns Menschen überhaupt dazu, zu lügen; gibt es die eine Wahrheit? Nicht nur der Autor selbst, sondern auch die Leser werden in solche tiefenpsychologischen Fragen verstrickt und sind innerlich zwischen Empathie, Wut und Fassungslosigkeit gegenüber dem Angeklagten hin- und hergerissen.“ (MSB, 195 Seiten, 22,00 Euro)

 

Lektüreempfehlung von Tim Rotthaus: „Das Rad der Zeit – Das Auge der Welt“. Bild: Tim Rotthaus

„Wer diesen Sommer zu Hause verbringt, muss nicht auf ferne Länder und epische Abenteuer verzichten. Robert Jordans Das Rad der Zeit entführt euch auf eine Reise in eine magische Welt, die am Rande der Zerstörung steht. Die junge Priesterin Moraine und ihr Wächter Lern erreichen auf ihrer Suche nach dem Drachen, die Wiedergeburt einer Person, die unglaubliche Kräfte besitzt und vielleicht sogar das Ende der Welt hervorbringen kann, das kleine Dorf Edmonds Feld. Dort treffen sie auf drei junge Männer, Rand, Matrim und Perrin. Alle drei scheinen im Stande zu sein, der Drache zu sein oder es zu werden. Doch auch dunkle Kräfte sind auf der Suche nach dem Drachen und so führt Moraine die drei Freunde aus ihrem Dorf auf der Suche nach Anrtworten. Das erste von insgesamt 14 Büchern ist der Auftakt zu einem epischen Fantasy-Abenteuer, welches auch über den Sommer hinaus viel Lesespaß bereiten sollte. Die Bücher sind entweder einzeln oder als Sammelband zu bekommen.“ (Orbit Verlag, 803 Seiten, ab 10,00 Euro)

 

Lektüreempfehlung von Lena Kosakowski: „Solanin“. Bild: Lena Kosakowski

„Die junge Meiko ist gelangweilt von ihrem Job als Büroangestellte und auch in ihrer Beziehung ist das Gefühl des Frischverliebtseins schon verblasst. Ihr Freund Taneda verdient als Gelegenheitsillustrator mehr schlecht als recht. In seiner Freizeit spielt er in seiner Band aus Studienzeiten. Eingeengt durch Alltagstrott und die Erwartungen der Gesellschaft, fühlt sich Meiko nicht wirklich frei. Unzufrieden mit ihrer Situation, beschließt sie ihren Job zu kündigen und den Sprung ins Ungewisse zu wagen. Der insgesamt zweibändige Manga Solanin von Inio Asano besticht durch ausdrucksstarke, detailreiche Zeichnungen und kluge Dialoge. Asano gelingt es die Unsicherheit und Ziellosigkeit an der Schwelle des Erwachsenseins realitätsnah einzufangen. Unerfüllte Träume, Zukunftsängste, Selbstzweifel – in einer bedrückenden Atmosphäre, aber auch mit einer Prise trockenem Humor, schildert er das Leben junger Erwachsener, die vor allem das Verlangen haben frei zu sein.“  (Tokyopop, Band 1, 208 Seiten, 12,00 Euro)

 

Lektüreempfehlung von Tabea Meuser: „Just Kids“. Bild: Tabea Meuser

„Die Rock–Poetin Patti Smith geht als junge Frau alleine nach New York City und lässt ihre Familie und ihre Heimat zurück. Dort lernt sie im Sommer 1967 den Künstler und Fotografen Robert Maplethorpe kennen, der nicht nur einige Jahre ihr Geliebter sein wird, sondern zeitweise sehr wichtig für ihre Kunst. Während der wilden Sechziger und Siebziger wird sie nicht nur als Lyrikerin und Singer–Songwriterin bekannt, sondern macht sich auch immer wieder als Fotografin und Malerin einen Namen. Im Laufe ihrer Karriere trifft sie viele einflussreiche Persönlichkeiten wie Janis Joplin oder Jack Kerouac. In Just Kids lässt Patti Smith den*die Leser*in nicht nur an ihrer einzigartigen Beziehung zu Maplethorpe teilhaben, sondern auch am aufregenden New York City der 60er-80er Jahre.“ (Bloomsbury, 340 Seiten, 9,89 Euro)

 

 

Und schon sind wir am Ende unserer Empfehlungen angelangt! Das Team verabschiedet sich in die Sommerpause, in der etwas seltener Beiträge und Fundstücke veröffentlicht werden. Wir wünschen allen unseren Leser*innen, die verreisen, einen tollen Urlaub mit einzigartigen Eindrücken und allen, die den Sommer zuhause verbringen, warme und entspannte Sommertage!

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.