Fundstück: Amazon bietet neue Option für Prime-Mitglieder: Prime Reading

Amazon bietet neue Funktion für Prime-Mitglieder: Prime Reading. Screenshot vom 23.06.2017

Amazon erweitert sein Sortiment für Prime-Kunden in Deutschland und Österreich und stockt um die Leseflatrate auf. Prime Reading bietet ab sofort unbegrenztes Lesen von eBooks, eMagazinen, Comics und Kindle Singles (Kurzgeschichten, Memoiren, Aufsätze). User können dabei Titel wie Generation Beziehungsunfähig von Michael Nast und GU Kochbücher aus unterschiedlichen Genres auswählen: Kinderbücher, Romane, Krimis, Sachbücher,… Im Programm sind außerdem vollständige Digitalausgaben von Magazinen wie Stern,  Spiegel, Vogue uvm enthalten. Autoren erhalten eine Pauschalsumme zwischen 200 und 1000 Euro.
Es gibt eine kostenlose Kindle Lese-App für iOS und Android, die ein Lesen auf Kindle-Geräten sowie auf Smartphone, Tablet, Laptop und PC ermöglicht.

Fundstück: Amazon Charts präsentiert Bestsellerlisten in den USA

Amazon Charts präsentiert seit dem 18. Mai eigene Bestsellerliste. Screenshot vom 29.05.2017

Der Online-Versandhändler präsentiert ab sofort eine formatübergreifende Bestsellerliste. Unterschieden wird dabei zwischen nichtfiktionaler Literatur und Belletristik. Erstmals wurde die Liste, die nun wöchentlich online gehen soll, am 18. Mai in den USA veröffentlicht. Neben der Auswertung über die tatsächlich digital konsumierten Inhalte – ob gelesen oder gehört – der Amazon-Kunden auf Audible und Kindle („most read“-Listen), erfolgt die Auflistung der meistverkauften Titel in Form von „most sold“-Listen. Das Top-20-Ranking bietet zusätzliche Informationen über mögliche Ausleihen und Vorbestellungen, direkte Verknüpfungen zu Verkaufsrang und Kundenbewertung sowie Angaben zu Verlag und Agenten.

Fundstück: Die interaktive Leseprobe

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Ein Beispiel aus „Ich gebe dir die Sonne“ Bild: http://read-n-go.de/ich-gebe-dir-die-sonne/vorhang-auf/

90 % der Jugendlichen benutzen täglich ihr Smartphone. Das Leben findet online statt. Gedruckte Leseproben lesen, die man als Beilage in irgendeiner Zeitung findet? Lieber nicht! Die Random House Verlage cbj und cbt versprechen Abwechslung. Mit Read ’n’ Go, der interaktiven Leseprobe.
Die jugendliche Zielgruppe soll durch animierte Textpassagen, Cliffhanger und starke Bilder emotional angesprochen werden und vor allem den Spaß am Lesen neu entdecken. Dabei sind die Leseproben nicht nur interaktiv, sondern auch jederzeit über’s Smartphone abrufbar. Sie können direkt mit Freunden über Facebook, Instagram und Snapchat geteilt werden. Der Inhalt der Leseproben wurde von cbj und cbt gemeinsam erarbeitet und kann sich sehen lassen! Neugierig geworden? Jay Ashers „Dein Leuchten“ und Jandy Nelsons „Ich gebe dir die Sonne“ sind nur zwei Leseproben, die zurzeit zur Verfügung stehen.

Fundstück: Archiv digital nutzbar

Archiv
Archiv: Ab August 2016 ist der Nachlass Günter Grass‘ digital nutzbar. (Foto: pixabay, CC0)

Im Krebsgang, Mein Jahrhundert – Werke, die Literaturinteressierte wohl sofort mit dem 2015 verstorbenen Literaturnobelpreisträger Günter Grass in Verbindung bringen. Manuskripte, unter anderem dieser Werker, befinden sich neben einigen seiner Zeichnungen, Lithographien, Radierungen und Aquarelle im Günter-Grass-Haus in Lübeck.
Dieser Nachlass wurde nun eingescannt. Damit kann der Prozess des Schreibens nachvollzogen werden. Ab August 2016 kann dieses Archiv dann digital genutzt werden.
Günter Grass wurde 87 Jahre alt. Bekannt wurde er unter anderem durch seinen Debütroman Die Blechtrommel. Ab 1957 gehörte er der Gruppe 47 an.

Roboter auf Twitter: Zwischen Literatur und Meinung

Mit demTuring-Test kann eine Person durch das Stellen von Fragen herausfinden, ob ein Mensch oder eine Maschine antwortet. Für Socialbots gibt es noch keine eindeutige Methode, die Maschine zu entlarven. Bild: CC BY-SA 3.0 Hugo Férée
Mit dem Turing-Test kann eine Person durch das Stellen von Fragen herausfinden, ob ein Mensch oder eine Maschine antwortet. Für Socialbots gibt es noch keine eindeutige Methode, die Maschine zu entlarven. Bild: CC BY-SA 3.0 Hugo Férée

Können Maschinen Literatur schreiben? Schaut man sich die Vielzahl der literarischen Twitterbots an, lautet die Antwort: ja. Bots sind Accounts auf Twitter, hinter denen sich kein Mensch, sondern eine Software verbirgt, die automatisch twittert, retweetet oder anderen Usern folgt. Manche Twitterbots sind praktisch. Einige Zeitungen beispielsweise nutzen Twitterbots zum automatischen Retweeten von Nachrichten zu bestimmten Themen. Andere Twitterbots machen Literatur: Da gibt es den @JustToSayBot, der das Gedicht „This is just to Say“ von William Carlos Williams stündlich in Variationen mit zufälligen Wörtern twittert, oder den Bot, der Schneeballgedichte generiert, um nur zwei Beispiele zu nennen. Seit es Computer gibt, gibt es auch Versuche, literarische Texte von Algorithmen schreiben zu lassen. Vor allem mit dem Aufkommen der digitalen Literatur in den 1990er Jahren wurde diese Idee in Form von Lyrik-Generatoren in die Realität umgesetzt und hinterfragte damit das Verständnis von Autorschaft und Originalität. Weiterlesen „Roboter auf Twitter: Zwischen Literatur und Meinung“

Fundstück: Bibel 2.0

Bibelverse mit Hilfe von Emoji erstellen.
Bibelverse mit Hilfe von Emojis erstellen? Das geht! Der Erfinder brauchte etwa ein halbes Jahr.

„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ So steht es im 1. Buch Mose geschrieben und so ist es auch den meisten geläufig. Doch kennen Sie auch die neueste Version dieses Bibeltextes?
Anstatt auf Worte, setzte der Erfinder hauptsächlich auf Emojis. Apropos Erfinder. Wer hinter der Idee der „Bilderbibel“ steckt, ist nicht bekannt. Weder der Name, noch das Geschlecht konnten herausgefunden werden. Die Bibelverse wurden sozusagen generalüberholt und auf den neuesten Stand des 21. Jahrhunderts gebracht, um Texte für Millennials bzw. die Generation Y zu schaffen. Etwa ein halbes Jahr habe dieser Übersetzungsprozess gedauert. Regelmäßig postet der „Martin Luther der digitalen Zeit“ (um dem anonymen Erfinder einen Namen zu geben) auf Twitter Bibelverse in Emoji-Sprache.

Ob diese Version für Digital Natives angemessen ist, bleibt wohl jedem selbst überlassen. Es ist jedoch ein gutes Beispiel dafür, dass der Text-Begriff weit gefasst ist und sich nicht nur auf die semantisch-logische Aneinanderreihung von Worten bezieht.

Fundstück: #1stebook Blogparade

Zwei Tage Workshops, Lesungen und Netzwerken rund ums E-Book

Noch knapp vier Wochen bis die nächste Electric Book Fair am 25. und 26. Juni in Berlin startet. Um zu zeigen, dass auch E-Book-Leser hingegen mancher Vorurteile eine ganz persönliche Beziehung zu ihrem digitalen Lesestoff aufbauen können, haben die Organisatoren der E-Book Messe zur großen Blogparade aufgerufen. Unter dem Hashtag #1stebook werden Geschichten von Bloggern rund um ‚das erste Mal‘ mit einem E-Book gesammelt und zur Messe zusammengefasst: „Wir sind neugierig auf persönliche Geschichten rund um das erste digitale Leseerlebnis: wer, mit wem, wozu, warum, weshalb, wie oft! Wir wollen wissen, welches E-Book euer Herz erobert hat – und warum.“

(Die Basisinfos zur Electric Book Fair haben wir im letzten Jahr hier zusammengefasst.)

Fundstück: Literaturlandkarte

Sven Regner auf der Literaturlandkarte - Mozilla Firefox 09.05.2016 155223
Wer passt zu Sven Regener? Screenshot der Suchergebnisse der Literaturlandkarte am 09.05.2016

 Man steht in der gut sortierten Buchhandlung oder klickt sich durch die Rubriken des Online Buchhandels auf der Suche nach dem nächsten Lesestoff und ist eigentlich nur mal wieder auf der Suche nach einem Äquivalent zu den  LieblingsautorInnen, aber wird nicht fündig. Ging es euch auch schon einmal so? Dank der Literaturlandkarte wird dieses Problem wahrscheinlich bald der Vergangenheit angehören. Gibt man auf literaturlandkarte.de den Namen von Autor X ein, so öffnet sich eine Karte, die anzeigt, welche anderen Autoren Fans von X bevorzugen. Der Karten-Generator gehört zur Suchmaschine Gnod (The Global Network of Discovery), die sich als „Experiment der künstlichen Intelligenz“ versteht, und bietet die gleiche Problemlösung für die Bereiche Musik und Film an.

Fundstück: „Tiefsommer“ – Ein Sehbuch

Ihr gehört zu den Leuten, die Literatur zwar mögen, oft aber keine Lust aufs Lesen haben? Dann könnte der Autor und Journalist Jesko Habert und sein Team die perfekte Lösung für euch haben: ein Sehbuch. Das Projekt „Tiefsommer“ dreht sich um das von Habert verfasste Buch „Tiefsommer“, das zwischen magischem Realismus und fantastischer Gegenwartsliteratur anzusiedeln ist und sich um die Themen Revolution und Fantasie dreht. Das Ziel: ein Hörbuch für alle Sinne entstehen zu lassen. Acht erfahrene Poetry Slammer lesen dazu 10 – 15 minütige Szenen ein, die, anders als bei einem reinen Hörbuch, durch Filmmaterial ergänzt werden. Die Bilder, die die Worte passend ergänzen, machen das Sehbuch so zu einem ganz besonderen Erlebnis für die Zuschauer. Der Clou dabei: Das Ergebnis soll in wöchentlichen Episoden über Online Videoportale wie youtube und vimeo frei zugänglich gemacht werden.

Insgesamt ein ambitioniertes Projekt, das zurzeit noch in den Startlöchern steht. Für alle Leser, die gerne sehen, hören und wahrnehmen, lohnt sich ein Blick in die Leseprobe!

Fundstück: Das Kriminalspiel „Her Story“

Diesen Sommer ist das Computerspiel „Her Story“ von Entwickler Sam Barlow erschienen. Das Spiel ist eine interaktive Kriminalgeschichte mit klassischem Thema: ein Mann wurde umgebracht, die Ehefrau wird verdächtigt. Die Erzählweise jedoch ist alles andere als klassisch. Die Spieler bekommen eine kurze Filmsequenz zu sehen, in der die Verdächtige verhört wird. Durch eingeben von Begriffen in eine Suchmaske, beispielsweise Namen, die die Verdächtige nennt, können die Spieler auf weitere Videos zugreifen. So müssen sie nach und nach die Puzzelteile des Mordfalles zusammensetzen. Der Clou: Es gibt keine Lösung. Das Spiel hat kein Ende und keine vorgegebene Abfolge. „Her Story“ ist damit eine Weiterentwicklung der in den 90ern populären „Hyperfictions“, nicht-lineare Erzählungen, denen die Leser am Computer über Links folgen konnten.