Fundstück: Willkommen in der ältesten Buchhandlung der Welt

Die »Livraria Bertrand« hat schon viele Krisen überstanden. Bild: Lena Kosakowski

Ein ganz besonderes Erlebnis beim Bücherkauf bietet die Livraria Bertrand in Portugal. Sie öffnete 1732 erstmals ihre Türen – damit ist sie die älteste durchgängig betriebene Buchhandlung der Welt. Die Livraria Bertrand liegt mitten in Lissabons Shoppingviertel Chiado in der Nähe einiger berühmter Sehenswürdigkeiten, wie dem Café A Brasileira, dem Opernhaus und dem Elevador de Santa Justa. Seit der Eröffnung hat der Buchladen einiges miterlebt: Das Erdbeben von Lissabon 1755, mehrere Revolutionen, die französische Besetzung und die Schuldenkrise. 2010 ernannte das Guinness-Buch der Rekorde die Livraria Bertrand zur ältesten durchgängig betriebenen Buchhandlung der Welt, worauf ein Zertifikat am Eingang aufmerksam macht. Heute gehört die Livraria Bertrand zur gleichnamigen Buchhandelskette, die in ganz Portugal und teilweise in Spanien vertreten ist.

Bild: Lena Kosakowski

Trotz einiger Renovierungen und Umbauten hat sich der älteste Buchladen der Welt seinen Charme bewahrt. Die weißen Räume mit Kreuzgewölbe und die alten handgefertigten Holzregale laden förmlich zum Stöbern durch die etwa 70.000 Werke ein. Eine große Auswahl an englischsprachigen Titeln gibt es nicht, dennoch nimmt sich der ein oder andere Tourist bestimmt ein Buch als Andenken mit. Im angrenzenden Café Bertrand kann man sich nach dem Einkaufsbummel direkt entspannen. Auch online ist die Buchhandlung vertreten sowie bei Facebook und Instagram zu finden.

 

 

Japan-Tag 2018: Manga, Cosplay, Social Media

Cosplayerin Freychi hat ihr Kostüm an nur drei Tagen fertiggestellt. Bild: Lena Kosakowski

Am vergangenen Samstag, den 26. Mai, fand in Düsseldorf zum 17. Mal der Japan-Tag statt. Bei strahlendem Sonnenschein und knapp 30 Grad konnten die etwa 600.000 Besucher auf verschiedene Weise mit der japanischen Kultur in Berührung kommen: So gab es eine Kimono Anprobe, Ikebana, Kalligraphie und viele Verkaufs- und Informationsstände. Zudem wurden auf Bühnen Musik- und traditionelle japanische Sportarten vorgeführt. Auch kulinarisch gab es wieder den einen oder anderen Leckerbissen zu entdecken, wie u.a. Onigiri, Gyōza und Matcha-Eis.

Natürlich durften auch die Cosplayer nicht fehlen – sind sie doch mittlerweile ein festes Markenzeichen des Japan-Tags geworden. Selbst die heißen Temperaturen konnten sie nicht davon abschrecken in die Rollen ihrer Lieblingscharaktere zu schlüpfen – auch wenn die Kleider aus Mänteln, Fell oder mehreren Stoffschichten bestanden. In kaum einer anderen Fanszene wird sich so gern verkleidet wie unter den Manga-Fans. Dafür gibt es auf dem Japan-Tag  jedes Jahr extra einen Cosplay-Modenschau-Wettbewerb, bei dem die schönsten Kostüme präsentiert werden. Der Hauptgewinn ist ein Flugticket nach Japan. Weiterlesen „Japan-Tag 2018: Manga, Cosplay, Social Media“

Fundstück: Überraschung aus dem Automaten

Geld rein, Buch raus – Der Buchautomat in Aachen bietet einen „24h Buch-Notdienst“.

Der Buchautomat der Mayerschen Buchhandlung in Aachen hält eine neue Überraschung bereit: Eine Wundertüte für Bücher. So ist es möglich, unkenntlich verpackte Bücher zu kaufen, ohne zu wissen um welches Werk es sich genau handelt. Nur eine kurze Beschreibung  gibt einen Hinweis auf den Inhalt des Buches. Dadurch sollen Käufer überrascht und an Titel herangeführt werden, die sie normalerweise nicht kaufen würden. Allein die kurze Beschreibung gibt den Kaufimpuls – der Kunde kann also nicht durch das Cover oder den Namen des Autors beeinflusst werden. Der Automat wird von den Buchhändlern im wöchentlichen Rhythmus aufgefüllt und beinhaltet Titel aus der Spiegel-Bestsellerliste.

Der Buchautomat wurde letztes Jahr vor dem Stammhaus der Mayerschen in Aachen aufgestellt,  um den Kunden die Möglichkeit zu bieten, auch nach Ladenschluss Bücher zu kaufen und ihre Leselust spontan befriedigen zu können. Damit soll der Automat auch eine schnell verfügbare Alternative zum Online-Versandhandel bieten. Zusätzlich zu den »Buchwundertüten« können auch normale Bücher, Kartenspiele aus dem Sortiment von Teddy & Co sowie Geschenk-Gutscheine gezogen werden.

Fundstück: Welttag des Buches

Bild: https://www.welttag-des-buches.de

Heute wird erneut in über 100 Ländern der Welttag des Buches gefeiert. 1995 erklärte die UNESCO den 23. April zum Welttag des Buches und des Urheberrechts. Anlässlich dieses Tages laden viele Buchhandlungen, Bibliotheken und Schulen zu zahlreichen Veranstaltungen ein. Auch einige Verlage öffnen die Türen und gewähren Einblicke in die Verlagsarbeit. Unter www.verlagebesuchen.de kann man sich über Lesungen, Führungen und Werkstattgespräche informieren. Der cbj Verlag veranstaltet zudem ein großes Lesefest, das über Livestream verfolgt werden kann.

Ganz nach Tradition werden auch wieder jede Menge Bücher überall in Deutschland verschenkt. Vor allem sollen aber das Lesen und die Rechte der Autoren gefeiert werden. Der Welttag des Buches wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels und von der Stiftung Lesen unterstützt.

Erfolg nach Rezept: Wie Reader Analytics die Bücherwelt verändert

Durch Leseranalytik kann man feststellen, was für ein Bücherwurm man ist. Bild: CC0 pixabay

Ziel eines jeden Autors und Verlages ist es, ein Buch zu schaffen, das niemand aus der Hand legen möchte. Zu erkennen, ob man einen zukünftigen Bestseller in den Händen hält, ist jedoch praktisch unmöglich. Wie wäre es also, wenn die Leser selbst entscheiden: Durch Leseranalytik ist es bereits möglich, Leseverhalten zu erfassen und genauestens zu analysieren. Welche Bücher werden gelesen? Welche verstauben in der virtuellen Bibliothek? An welchen Stellen wird die Lektüre unterbrochen oder sogar vorzeitig beendet? Diese Daten bieten Autoren und vor allem den Verlagen die Möglichkeit, ihre Bücher zu optimieren bzw. an den Publikumsgeschmack anzupassen. Das Interesse an Lesedaten ist groß. Versuche, eine Bestseller-DNA zu kreieren, gibt es immer wieder. Bieten Softwareergebnisse doch scheinbar die sichere Lösung, um herauszufinden, was die Leser wollen. Weiterlesen „Erfolg nach Rezept: Wie Reader Analytics die Bücherwelt verändert“

Fundstück: Start der 18. lit.COLOGNE

Am 7. März wird in der Domlesung Dostojewskis ›Großinquisitor‹ vorgelesen. Bild: Ralf Jürgens

Vom 6.-17. März haben Bücherfreunde wieder die Gelegenheit am vielfältigen Programm der lit.COLOGNE, dem internationalen Literaturfest in Köln, teilzunehmen. Den Auftakt bildet wie jedes Jahr die Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises. Unter den insgesamt 191 Veranstaltungen sind Lesungen und Themenabende mit deutschsprachigen und internationalen Autoren wie Håkan Nesser, Ian McGuire und Minette Walters. Ein außergewöhnliches Erlebnis wird Klaus Maria Brandauers Lesung im Kölner Dom, bei der er Fjodor Dostojewskis Großinquisitor vorlesen wird. Im Vordergrund der 18. lit.COLOGNE steht diesmal die Inklusion: In einem Pilotprojekt soll ein besonderes Angebot für Senioren und Menschen mit Beeinträchtigungen geschaffen werden. Auch Kinder und Jugendliche kommen beim Programm der lit.kid.COLOGNE nicht zu kurz.

Neuerung ist dieses Jahr die lit.COLOGNE-App. Sie bietet, neben einer Programmübersicht, eine Kalender- und Push-Funktion. Außerdem wird es erstmals einen NetCologne Livestream geben, über den man sich die Lesung von Ranga Yogeshwar und Christoph Keese ansehen kann. Kurzentschlossene sollten sich beim Ticketkauf beeilen, denn viele der Veranstaltungen sind bereits ausverkauft.

Verspieltes Erzählen: Wenn aus Büchern Pixel werden

Videogames machen es möglich, Bücher zu „spielen“. Bild: CCO Pixabay

Während sich Filme- und Serienmacher häufig aus der Literatur bedienen, gibt es in der Spieleindustrie vergleichsweise wenig Buchadaptionen. Dabei bietet ein Videospiel die Möglichkeit, eine schon vertraute literarische Welt auf eine völlig neue Weise zu erkunden und in die Rolle der Lieblingscharaktere zu schlüpfen. Ob mit Maus und Tastatur oder Controller, es ist doch ein ganz anderes Gefühl eine Figur selbst zu steuern, anstatt sie nur zu beobachten. Gerade das Potenzial in Verbindung mit VR-Brillen, die ein noch stärkeres Eintauchen in die virtuelle Welt ermöglichen, wäre praktisch grenzenlos. Dennoch ist die Auswahl der auf Büchern basierenden Videospiele noch gering – sofern sie nicht im Zuge einer gerade beliebten Buchreihe wie Game of Thrones oder Harry Potter erscheinen. Weiterlesen „Verspieltes Erzählen: Wenn aus Büchern Pixel werden“

„Das Internet macht die Welt besser“ – Ein Interview mit Kathrin Passig

Bild: Norman Posselt, www.normanposselt.com

Die poet in residence-Woche an der Universität Duisburg-Essen hat sich dem Ende geneigt und wir hatten das Glück, der Schriftstellerin und Trägerin des Ingeborg-Bachmann-Preises (2006) Kathrin Passig einige Fragen stellen zu dürfen. Besonders interessiert hat uns ihr Verhältnis zum Thema Arbeit, da die Vorträge aller vier Gäste unter diesem Themenschwerpunkt standen. So wurden beispielsweise Arbeitsweisen, Prokrastinationsstrategien und Ängste vor dem Schreiben enthüllt. Kathrin Passig selbst hat dies Anfang der Woche unter dem Hashtag #wirnennenesüberarbeitreden auf Twitter zusammengefasst.

Weiterlesen „„Das Internet macht die Welt besser“ – Ein Interview mit Kathrin Passig“