Über literarisches Schreiben auf Twitter

Bild: Theresa Müller

Das Schreiben hat sich  ins Digitale verlagert. Oder schreibt heute wer noch auf Papier Texte, die länger als eine Seite sind? Und auch die Publikationsmöglichkeiten für Schreibbegeisterte sind dank des Internets und einem stets wachsendem E-Book-Marktes (zumindest erweckt es den Eindruck) einfacher geworden. Inzwischen können Schreibende in Eigenregie und mit etwas finanziellem Aufwand ihre Werke per Mausklick veröffentlichen. Auch die sozialen Netze sind zu einem neuen Kreativ-Park für Literaten geworden. Okay, Plattformen wie Facebook und Twitter sind längst nicht mehr neu, dennoch gibt es immer wieder interessante literarische Projekte, die sich der kleinen Form oder Flash Fiction verschrieben haben. Weiterlesen „Über literarisches Schreiben auf Twitter“

Fundstück: Märchen in winterlich-weihnachtlicher Umgebung

Auf dem Essener Weihnachtsmarkt können Jung und Alt Märchen in winterlicher Atmosphere genießen Bil: CCO pixabay

Wer den Essener Weihnachtsmarkt in der Nähe der Marktkirche besucht, begibt sich auf eine Zeitreise. Wenn einem der Duft von Honigwein und frischgebackenem Brot in die Nase steigt und das Singen eines Barden erklingt,ist man auf dem Essener Mittelaltermarkt angekommen. Hier bieten Händler in mittelalterlichen Gewändern ihre Waren feil: Neben allerlei handgemachten Produkten über Holzschwerter, Stoffe und Felle bekommt man hier alles, was das Ritterherz begehrt. Für das kulinarische Wohl sorgen mehrere Stände, an denen Met, Bier und Glühwein so wie leckere (mittelalterliche) Imbisse         verzehrt werden können.

Wer jetzt denkt, dass es auf dem Essener Mittelaltermarkt nichts Weiteres zu genießen gibt, der irrt. Jeden Dienstag und Donnerstag werden auf dem Markt von 10:30 bis 14:30 Uhr Märchenklassiker wie Schneewittchen und der Froschkönig für Kinder zum Besten gegeben. Doch auch für die Eltern ist gesorgt: abends ab 19:00 Uhr liest Friedmann Vietor Märchen wie z.B Das dornige Röschen, eine erwachsene Version des Dornröschens, vor. Diese neu erdachten Märchen nutzen die Vorlage der Gebrüder Grimm und fügen diesen mit einem Augenzwinkern eine Menge Humor hinzu. Der Eintritt ist kostenfrei, man sollte sich jedoch beeilen, da es nur wenige Plätze gibt.

Dystopie aus der Petrischale – Eckhart Nickels Roman Hysteria

Die Himbeere als zentrales Motiv in Nickels Hysteria. Bild: CCO pixabay

Es beginnt harmlos: Sonderbar aussehende Himbeeren ziehen die Aufmerksamkeit des Protagonisten Bergheim auf sich. Ausgerechnet in der unscheinbaren heimischen Frucht sieht er mit Hilfe seiner bemerkenswerten Imagination unheilvolle Geschehnisse voraus.

Er sah grässliche Spinnenköpfe aus den Himbeeren herausspähen, das Wachstum des Fruchtfleisches, zuvor Beweis für die wunderbare Vermehrung der Natur, erschien ihm nun als gefährliches Wuchern, bösartige Fruchtzellen, die sich unentwegt teilten und der Welt feindlich entgegenwuchsen, um sie zu beherrschen und am Ende zu vernichten.

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Kein Weihnachten ohne Bücher! Teil 2

Die Hälfte ist um: In zwei Wochen ist die Adventszeit bereits vorbei. Bild: CCO pixabay

Der zweite Sonntag im Advent kündigt die Halbzeit an: In gut zwei Wochen ist er da, der heilige Abend. Hier und da werden noch kurzfristige Treffen vor dem Fest vereinbart, bedeuten die Feiertage für viele schließlich eine Fahrt in die Heimat zur Familie. Die Pläne, die vor einer Woche gemacht wurden, werden konkretisiert: Was soll es denn nun an den Feiertagen zu essen geben? Stehen die Absprachen mit den Verwandten und den Freund*innen? Wie teile ich mir die Tage bis Weihnachten jetzt noch ein, um alles zu schaffen, damit ich mich an Weihnachten entspannen kann? Für wen muss ich unbedingt noch ein Geschenk besorgen? Die Weihnachtsmärkte werden voller und in den Geschäften tummeln sich immer mehr Menschen, bepackt mit vielen Tüten. Ob sie wohl auch Bücher kaufen? Hier sind unsere nächsten vier Buchempfehlungen:
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Fundstück: Neue Möglichkeiten für Selfpublisher mit Story.one

Veröffentliche deine eigene Storys und Teile sie mir anderen. Story.one: Screenshot-Website.

Story.one ist die „Neue Freiheit des Schreibens und Duplizierens“ – doch was steckt dahinter? Das Konzept des Anbieters ermöglicht Selfpublisher ohne großen Aufwand ihre Geschichten zu veröffentlichen. Dabei liegt der Fokus auf sogenannten „Storys“, denn kein Text sollte länger sein als 2.500 Zeichen – für angehende Romanautoren etwas zu knapp bemessen. Aus zehn verfassten Storys kann ein Buch entstehen. Dies kann die Autoren für Freunde, Familie, Buchhandel oder nur sich selbst produzieren lassen. Nicht nur der Zugang zu einer möglichen Leserschaft soll geschaffen werden, sondern auch ein Austausch mit anderen Autoren, die sich mit ähnlichen Themen beschäftigen. Die Website ist übersichtlich gestaltet und ermöglicht jedem Zugang zu einer Autorenschaft. Hannes Steiner und Martin Blank gründeten diese Plattform, um all die Storys zu veröffentlichen, die im Verlag keinen Platz finden. Finanzielle Vergütung für die publizierten Storys, die auf einer wahren Begebenheit beruhen müssen, gibt es zunächst nicht. Erst wenn die UserInnen ein Buch fertig gestellt haben (welches aus zehn Storys besteht), können sie sich dafür entscheiden, das Buch auch im Handel anzubieten. Eine Veröffentlichung erfolgt als Hardcover. Die auf dieser Plattform entstandenen Bücher sind nie länger als 80 Seiten und werden on demand gedruckt.

Kein Weihnachten ohne Bücher! Teil 1

Der Adventskranz, ein schöner Brauch in der Vorweihnachtszeit. Bild: CCO pixabay

So langsam merkt man, dass sie da ist. Die Vorweihnachtszeit. Die Häuser sind mit weitaus mehr Lichtern als sonst geschmückt, im Supermarkt gibt es Unmengen an Schokolade und Plätzchen, und auch die Weihnachtsmärkte laden mit ihren Buden zum Bummeln und Verweilen ein. Während für Kinder der Adventskalender erfunden worden ist, um die Wartezeit auf das wohl beliebteste Fest des Jahres zu erleichtern, sieht die Situation bei den Erwachsenen ganz anders aus. Adventszeit und freudiges Erwarten? Für diese Frage bleibt häufig keine Zeit. Kommen doch zu dem ganz normalen Alltagsstress unzählige Termine wie Weihnachtsfeiern, Weihnachtsmarktbesuche oder der Einkauf für das Festessen. Alles will gut geplant und organisiert sein. Von Gemütlichkeit und Ruhe ist in den vier Wochen vor Weihnachten kaum etwas zu spüren. Und dann müssen ja auch noch die Geschenke besorgt werden! Sehr beliebt sind Bücher. Und das nicht nur zum Verschenken. Viele freuen sich darauf, an den Weihnachtsfeiertagen endlich mal wieder ein gutes Buch in die Hand nehmen und lesen zu können. Wie schon in der Sommerausgabe hat sich die Digitur-Redaktion deshalb ihre persönlichen Empfehlungen für die kalte Jahreszeit überlegt.
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Autoren auf der Leinwand

Immer mehr Filme thematisieren das Leben von Autor*innen und erscheinen in den Kinos. Bild: CCO pixabay

Winterzeit ist Kinozeit. Nicht ohne Grund kommen im November und Dezember immer viele Filme in die Kinos. Dabei ist es oft der Fall, dass Bücher verfilmt werden oder Material für Spielfilme bilden. Man betrachte nur den zweiten Teil der Reihe Phantastische Tierwesen, der auf der wunderbaren Harry Potter-Welt von J. K. Rowling beruht.

Doch auch die Schriftteller*innen selbst werden gerne in Filmen thematisiert. So kommt ab dem 6. Dezember der Film Astrid in die deutschen Kinos. Nachdem Lindgrens Kinderklassiker wie Michel, Pippi Langstrumpf und Ronja Räubertochter bereits verfilmt wurden, illustriert dieser Film nun das Leben der berühmten schwedischen Kinderbuchautorin und betrachtet dabei vor allem auch ihre Schwierigkeiten als alleinerziehende Mutter.

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Fundstück: 26. open mike

Bild: Preisträgerin Lara Rüter liest aus Gedichte, CCO Mirko Lux

Am 17. und 18.11.2018 fand der 26. open mike im Haus der Poesie, vorher Literaturwerkstatt Berlin, in der Hauptstadt statt. Der open mike ist der bekannteste Literaturwettbewerb, der die schriftstellerische Nachwuchsförderung in den Fokus stellt. Auf der Website des Kulturhauses wird er als „Wettbewerb für junge deutschsprachige Prosa und Lyrik“ betitelt. Seit 1993 bietet er jungen Schreiber*innen eine Bühne, auf der sie sich literarisch entfalten können. 20 aus 500 Einsendungen ausgewählte Autor*innen trugen in diesem Jahr ihre Texte vor, von denen vier ausgezeichnet wurden. Den Prosa-Preis erhielt Yade Yasemin Önder für bulimieminiaturen, Lyrik-Preise gingen an Kyrill Constantinides Tank für alles ὕλη nix είδος sowie Lara Rüter für Gedichte. Der Preis der taz-Publikumsjury wurde an Caren Jeß für Die Ballade von Schloss Blutenburg überreicht. Alle Preise sind mit jeweils 2500 Euro dotiert. Auch in diesem Jahr waren Studierende der Universität Duisburg-Essen vor Ort, um sich die Veranstaltung anzuschauen und im Nachhinein darüber zu berichten. Wer mehr über das jährliche Kultur-Event erfahren möchte, kann sich dem begleitenden open mike Blog widmen.

„Ich lese nicht mehr zur Unterhaltung“ – Poet in Residence Peter Stamm im Interview

Peter Stamm war letzte Woche Poet in Residence der Universität Duisburg-Essen. In drei Poetik-Vorlesungen sprach der Schweizer Autor über sein Schreiben und seine Arbeit als Schriftsteller. Einen besonderen Einblick konnte eine Gruppe von Studierenden in der Schreibwerkstatt bekommen. In diesem kleinen Rahmen sprach Peter Stamm mit den Digitur-Redakteuren Tim Rotthaus und Niklas Ruddigkeit.

Digitur: Herr Stamm, Sie sagen über sich selber zu einer Generation von Autor*innen zu gehören, die mehr Filme gesehen als Bücher gelesen hat. Wie kommen Sie zu so einer Einschätzung? Weiterlesen „„Ich lese nicht mehr zur Unterhaltung“ – Poet in Residence Peter Stamm im Interview“

Fundstück: Die Klassiker der Literatur ab jetzt auch in Jugendsprache erhältlich

Friedrich von Schiller. Bild: pixabay

Ehrenmann/ Ehrenfrau ist das Jugendwort 2018. Festgelegt wurde es auch dieses Jahr vom Langenscheidt-Verlag, der das ausgewählte Wort aus der Jugendsprache mit im Duden aufnimmt. Der Stark Verlag knüpft daran an und hat sich zum Ziel gesetzt seine junge Leserschaft für klassische Literatur zu begeistern. Seit 1976 begleitet der Verlag Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene durch ihre nervenaufreibende Schulzeit. Dabei stehen die Bedürfnisse der Lernenden im Fokus, so entstand die Social-Media-Kampagne die Schiller, Goethe und Co. für Jugendliche im Netz präsent machen soll. Die Übersetzung in Jugendsprache verwandelt den Satz „Kein Bündnis ist mit dem Gezüchte der Schlangen“ aus Schillers „Maria Stuart“ in den durchaus eingängigen Slogan „Hör auf zu snitchen, du 31er“. Auf den ersten Blick erscheint jedoch weder das eine noch das andere wirklich leicht verständlich. Unterschiedliche Motive werden als Google-Anzeige über Facebook, Instagram, Youtube und Snapchat Schüler und Schülerinnen angezeigt, um ihr Interesse für die klassischen Werke zu wecken. Die angeworbenen Dichter und Autoren sowie ihre Figuren und Geschichten werden auf der Stark-Fanseiten rezipientengerecht vorgestellt.