Fundstück: Neues Netzwerk der Literatur

Das Netzwerk plant viele Veranstaltungen rund um die Literatur im Ruhrgebiet. Bild: CCO pixabay

In der vergangenen Woche hat sich im Essener Kulturzentrum Grend ein Netzwerk für literarische Akteure im und aus dem Ruhrgebiet gegründet. Es umfasst momentan 30 Stiftungen, Festivals und Einrichtung aus dem Ruhrgebiet wie beispielsweise das Bochumer Krimiarchiv, das Westfälische Literaturbüro in Unna oder das Dortmunder Fritz-Hüser-Institut.

Das Netzwerk bietet einerseits einen Austausch der verschiedenen Akteure und möchte andererseits die literarische Szene innerhalb des Ruhrgebiets sichtbar und öffentlich machen. Hierfür sollen unter anderem ein gemeinsames Dachmarketing eingerichtet, aber auch verschiedene Veranstaltungen im Ruhrgebiet organisiert werden. Das Netzwerk möchte dabei kontinuierlich wachsen.

Theater 2.0: Das onlinetheater.live

Bild: Aus der Produktion Werther, onlinetheater.live

Ticketkauf, ein Getränk im Foyer, Platzsuche, leise Gespräche im Publikum, Licht aus, Vorhang auf, Schauspieler*innen auf der Bühne, Verbeugung, Klatschen, Vorhang zu, Licht an, Stück Revue passieren lassen – heruntergebrochen ein Theaterbesuch, wie ihn jede*r kennt. Das onlinetheater.live setzt sich der Theatertradition entgegen, indem es ermöglicht, Schauspiel digital zu erleben. Ortsunabhängig, kostenlos, ungezwungen und dem Geist der Zeit entsprechend ist die Plattform das erste Theater, dessen Veranstaltungen ausschließlich online miterlebt werden können. Nötig sind hierfür lediglich eine gute Internetverbindung und der Spaß an Digitalem, Neuem und Innovativem.  Weiterlesen „Theater 2.0: Das onlinetheater.live“

Erfolg nach Rezept: Wie Reader Analytics die Bücherwelt verändert

Durch Leseranalytik kann man feststellen, was für ein Bücherwurm man ist. Bild: CC0 pixabay

Ziel eines jeden Autors und Verlages ist es, ein Buch zu schaffen, das niemand aus der Hand legen möchte. Zu erkennen, ob man einen zukünftigen Bestseller in den Händen hält, ist jedoch praktisch unmöglich. Wie wäre es also, wenn die Leser selbst entscheiden: Durch Leseranalytik ist es bereits möglich, Leseverhalten zu erfassen und genauestens zu analysieren. Welche Bücher werden gelesen? Welche verstauben in der virtuellen Bibliothek? An welchen Stellen wird die Lektüre unterbrochen oder sogar vorzeitig beendet? Diese Daten bieten Autoren und vor allem den Verlagen die Möglichkeit, ihre Bücher zu optimieren bzw. an den Publikumsgeschmack anzupassen. Das Interesse an Lesedaten ist groß. Versuche, eine Bestseller-DNA zu kreieren, gibt es immer wieder. Bieten Softwareergebnisse doch scheinbar die sichere Lösung, um herauszufinden, was die Leser wollen. Weiterlesen „Erfolg nach Rezept: Wie Reader Analytics die Bücherwelt verändert“

Fundstück: Der Indiebookday 2018

Bild: https://www.indiebookday.de/

Wer unabhängige Verlage unterstützen und gleichzeitig gute Bücher lesen möchte, kann den Indiebookday am 24.03.2018 zum Anlass nehmen, mal wieder ausgiebig in der nächsten Buchhandlung zu stöbern, blättern und verweilen. Um kleinen Verlagen mehr Aufmerksamkeit zu schenken und ihre Arbeit angemessen zu würdigen, ist es an diesem Tag Ziel, ein Buch eines Indie-Verlags zu kaufen, ein Foto des Buchs in einem sozialen Netzwerk oder Blog zu posten und mit dem Hashtag #indiebookday zu versehen. Seit 2013 findet der Indiebookday jährlich großen Anklang und hat sich über die Jahre hinweg auch in UK, Italien, den Niederlanden, Portugal und Brasilien etabliert. Dieses Jahr neu im Programm ist die Indiebook Reading Challenge. Hierbei handelt es sich um eine Lese-Challenge, bei der 52 Bücher aus unabhängigen Verlagen in 52 Wochen gelesen werden sollen. Wer mitmacht, kann versuchen, jede Woche ein Buch zu einem bestimmten Thema zu lesen und die Teilnahme an der Challenge in sozialen Netzwerken mit #indiebookchallenge  oder #ibc kenntlich zu machen – das Indiebookday-Team hat hierfür eine Themenliste erstellt, die auf https://www.indiebookday.de/indiebookchallenge/ eingesehen und heruntergeladen werden kann. Die Liste ist keine strikte Vorgabe, sondern dient vielmehr der Inspiration und Anregung für die wöchentliche Buchauswahl. Auch die Verlage selbst haben in dieser Zeit vor, ihre sozialen Netzwerke für die Verbreitung von Vorschlägen und Lese-Tipps zu nutzen. Auf der englischsprachigen Seite der Veranstaltung heißt es: „You love beautiful and well made books? On Indiebookday you can share this love with everyone!“ Ganz in diesem Sinne – geht am 24.03.2018 raus, unterstützt unabhängige Verlage und verbreitet die gemeinsame Bücher-Liebe im Netz.

lit.COLOGNE: Willkommen und genießen Sie den Abend!

„Heute hier – morgen auch. Cordula Stratmann und Bjarne Mädel wettern gegen den Reisewahn“ Bild: Joanna Meißner

„Die gute Nachricht: Noch gibt es 40% der Karten.“ – nach 24 Stunden Vorverkauf. Da denkt man doch wirklich, das ist Wahnsinn und fragt sich, warum die lit.COLOGNE ein so großer Publikumsmagnet ist… Die zahlreichen Lesungen der Literaturhäuser oder Bücherläden, die teilweise sogar kostenfrei angeboten werden, können da schon lange nicht mehr mithalten. Bei der lit.COLOGNE scheinen die Marketingstrategien besonders gut zu funktionieren, denn bereits im Dezember waren die meisten Karten schon verkauft. Wer den Vorverkaufsstart da nicht auf dem Schirm hat, geht schnell leer aus. Doch was bietet uns eigentlich die lit.COLOGNE, abgesehen von dem Gefühl bei einer DER Literaturveranstaltungen dabei gewesen zu sein? Entertainment? Wissensvermittlung? Kultur(erweiterung)? Nachdem wir im letzten Jahr einen Blick auf die klassische Wasserglas-Lesung bei der lit.COLOGNE geworfen haben, haben wir dieses Jahr zwei Themenabende besucht. Weiterlesen „lit.COLOGNE: Willkommen und genießen Sie den Abend!“

lit.Cologne – Das literarische Festival-Ereignis

Bild: CCO pixabay

Dieses Jahr findet bereits die 18te lit.Cologne statt. Noch bis heute können Literaturfans verschiedene Veranstaltungen besuchen. Die Veranstalter setzen schon lange nicht mehr „nur“ auf klassische Lesungen und auf aktuelle Themen, sondern locken das Publikum mit besonderen Erlebnissen: Lesungen auf hoher See (dem Rhein), Jugend- und Kinderlesungen oder Themenabenden. All dies unterstützt von namentlich durchaus bekannten Schriftstellern, sowie prominenten Leser, die das Handwerk des Vorlesens ohne Zweifel beherrschen. Die lit.Cologne ist schon längst zu einer Marke geworden, was auch der Ableger, die lit.Ruhr, zeigt. Aber ist das auch noch ein Lesepublikum, bei den Veranstaltungen, oder möchten die Leute einfach nur entertaint werden?

Digitur hat sich dieses Jahr nicht auf die große Rheinüberfahrt gewagt, sondern besuchte zwei Themenabende und liefert ende der Woche (passend zum Ende der lit.Cologne) einen umfassenden Erfahrungsbericht.

Digitalisierung trifft Theater

Wenn der Vorhang sich öffnet und das Theaterstück beginnt, erleben wir auch auf der Bühne immer mehr Digitalisierung . Bild: CCO pixabay.com

Filmausschnitte, die mit einem Beamer an die Wand projiziert werden, Schauspieler mit Smartphones und Laptop in der Hand, Roboter auf der Bühne. Die Digitalisierung hat auch das Theater längst erreicht. Schon seit Jahren wird das klassische Schauspiel auf der Bühne mit den Techniken von heute verknüpft. So können beispielsweise Filmausschnitte zeigen, was in der Vergangenheit stattgefunden hat, wie verschiedene Zwischenhandlungen aussehen und was sich hinter der Bühne abspielt. Erst neulich wurden bei einer Ballettaufführung des Schwanensees im Aalto-Theater in Essen plötzlich künstlerisch gefilmte Szenen gezeigt, die die Verwandlung des Schwans dargestellt haben.

Doch es geht mittlerweile weit über Filmausschnitte hinaus. Das Berliner Theaterkollektiv Manufaktur hat beispielsweise in seiner Produktion Pinocchio 2.0 seine Pinocchio-Figur durch einen Androiden ersetzt. Die Geschichte von Carlo Collodi wird auf der Bühne also mithilfe eines Roboters erzählt und in das Jahr 2084 versetzt. Literatur trifft Theater und Theater trifft Digitalisierung Mithilfe von Robotern. So könnte man es nennen.

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Fundstück: Start der 18. lit.COLOGNE

Am 7. März wird in der Domlesung Dostojewskis ›Großinquisitor‹ vorgelesen. Bild: Ralf Jürgens

Vom 6.-17. März haben Bücherfreunde wieder die Gelegenheit am vielfältigen Programm der lit.COLOGNE, dem internationalen Literaturfest in Köln, teilzunehmen. Den Auftakt bildet wie jedes Jahr die Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises. Unter den insgesamt 191 Veranstaltungen sind Lesungen und Themenabende mit deutschsprachigen und internationalen Autoren wie Håkan Nesser, Ian McGuire und Minette Walters. Ein außergewöhnliches Erlebnis wird Klaus Maria Brandauers Lesung im Kölner Dom, bei der er Fjodor Dostojewskis Großinquisitor vorlesen wird. Im Vordergrund der 18. lit.COLOGNE steht diesmal die Inklusion: In einem Pilotprojekt soll ein besonderes Angebot für Senioren und Menschen mit Beeinträchtigungen geschaffen werden. Auch Kinder und Jugendliche kommen beim Programm der lit.kid.COLOGNE nicht zu kurz.

Neuerung ist dieses Jahr die lit.COLOGNE-App. Sie bietet, neben einer Programmübersicht, eine Kalender- und Push-Funktion. Außerdem wird es erstmals einen NetCologne Livestream geben, über den man sich die Lesung von Ranga Yogeshwar und Christoph Keese ansehen kann. Kurzentschlossene sollten sich beim Ticketkauf beeilen, denn viele der Veranstaltungen sind bereits ausverkauft.

Fundstück: Ein Buchladen, der zum Verweilen einlädt

Der neue Buchladen von Correctiv in Essen. Bild: Niklas Ruddigkeit

Schmökern, stöbern, diskutieren – und das alles bei einem guten Kaffee. Dafür gibt es seit Ende Januar einen neuen Treffpunkt mitten in der Essener Innenstadt. Keine fünf Minuten vom Essener Hauptbahnhof entfernt, hat das gemeinnützige Recherchezentrum Correctiv einen Buchladen eröffnet. Dieser soll – anders als gewöhnliche Buchläden – zur Ideenschmiede, zum Ort des Austauschs und der Begegnung werden.

Daher finden im Buchladen regelmäßig verschiedene Veranstaltungen statt. Von Lesungen über Diskussionen bis hin zu Schreib-Workshops. So wurde der Laden mit einer Lesung des neuen Correctiv-Chefredakteurs Oliver Schröm und seines Co-Autors Niklas Schenck über die deutsche „Krebs-Mafia“ eröffnet. In den kommenden Wochen wird Can Dündar anlässlich einer Veranstaltung von Özgürüz , der türkischsprachigen Redaktion von Correctiv, in Essen erwartet.

Der Buchladen befindet sich in der Akazienallee 8-10 und hat montags bis freitags von 10-18.30 Uhr geöffnet. Samstags, „falls einer da ist“. So steht es an der Tür.

„Die Verlegerin“: Wenn Spielberg aus dem Zeitungswesen ein Drama macht

In Spielbergs neuem Film spielen Teamwork und Zusammenhalt bei einer Zeitung eine wichtige Rolle. Bild: CCO pixabay

Sie ist ambitioniert, literaturbegeistert und gerecht – 1972 übernimmt Katharine „Kay“ Graham das gemeinsame Unternehmen der Familie, die renommierte “Washington Post“. Damit wird sie nicht nur die erste Zeitungsverlegerin der USA, sondern auch eine der mächtigsten Frauen Amerikas. Von ihren Vorstandskollegen wird sie aber nur belächelt. Als Chefredakteur Ben Bradlee über einen Vertuschungsskandal im Weißen Haus berichten will, entscheidet sich Kay für ihren Mitarbeiter und die Pressefreiheit. Sie setzt ihre Karriere aufs Spiel und tritt mit ihrem Team gegen den wohl stärksten Gegner des Landes an: die US-Regierung.

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