»Robo-tur«: Kann künstliche Intelligenz Kreativität erreichen?

Schreibroboter bewegen sich zwischen Maschine und Kunst. Bild: pixabay

Kann eine künstliche Intelligenz kreative Texte schreiben? Lässt sich Kreativität überhaupt künstlich erzeugen? Was sich zunächst nach reinen Zukunftsvisionen anhört, sind Fragen mit denen sich die Medienwelt tatsächlich beschäftigt. Einige Kritiker bezweifeln, dass Maschinen kreative Literatur erschaffen können, da sie nur durch Algorithmen dazu programmiert werden, Datenmengen zu verarbeiten und diese nachzuahmen. Doch lassen sich nicht auch menschliche Künstler durch fremde Arbeiten inspirieren? Sogar bestimmte stilistische Techniken wie die Montage, insbesondere der Cut-up, funktionieren nach einem ganz ähnlichen Prinzip, nämlich dem Zusammensetzen von Textbausteinen. Die Grenzen zur künstlerischen Kreativität verschwimmen immer weiter. Bereits jetzt ist es möglich, künstliche Intelligenzen Texte schreiben und Bilder malen zu lassen. Weiterlesen „»Robo-tur«: Kann künstliche Intelligenz Kreativität erreichen?“

Fundstück: „VRwandlung“ – Kafka in Virtual Reality

VRwandlung
Virtual Reality bietet innovative Möglichkeiten Literatur neu zu erleben. Bild: CCO pixabay

Für viele ist Virtual Reality noch fremd, doch die Neugierde ist da. Auch für die Literatur kann diese Kunst und digitale Technik ein großer Gewinn sein. Literarische Klassiker, die oft nur noch mühsam gelesen werden, können so neu rezipiert werden. Ein Beispiel dafür ist die Arbeit VRwandlung, welche seit April 2018 auf Welttournee ist. Der Regisseur Mika Johnson hat zusammen mit dem Goethe-Institut in Prag und einem etwa 30-köpfigen Team Kafkas Welt aus Die Verwandlung (1915) in Virtual Reality transformiert. Nun können Interessierte an den verschiedenen Tournee-Stationen in diese digitale Welt eintreten.

ModellbauerInnen fertigten das klaustrophobisch kleine Zimmer Gregor Samsas, der Hauptfigur in Kafkas Die Verwandlung, von Hand an. Am Ende entstand eine dreidimensionale, begehbare Kulisse, in der viel Liebe zum Detail zu erkennen ist. BesucherInnen können sich dank Virtual Reality-Technik in Gregor Samsa verwandeln und so Literatur neu erleben. Plötzlich erblickt man sich selbst als großes, schweres Insekt mit sechs Armen, knirschende Geräuschen von sich gebend und in einem viel zu kleinen Raum gefangen.

Lena Dunham gründet Twitter-Buchclub #keepit100LD

Bild: Auszug aus Dunhams Twitter-Post; Inhalt: https://twitter.com/hashtag/KeepIt100LD?src=hash

Die Liste der Berufe, die Lena Dunham ausmachen, ist lang. Sie ist sowohl als Drehbuchautorin, Filmproduzentin und Regisseurin der HBO-Serien Girls (2012-2017) und Camping (2018) bekannt als auch als Schriftstellerin ihrer autobiografischen Essay-Sammlung Not That Kind of Girl (2014). Außerdem hat sie bei mehreren Filmprojekten als Schauspielerin mitgewirkt und ist politisch engagiert. Sie hat etwa das Vorwort zu der von Nick Haramis herausgegebenen Essay-Sammlung Courage Is Contagious. And Other Reasons to be grateful for Michelle Obama verfasst und ist Mitgründerin des feministischen Newsletters Lenny Letter (Dazu findet ihr hier einen Digitur-Beitrag). Sie setzt sich für die Rechte von Frauen ein, kämpft für mehr Körperfreiheit und Selbstliebe und stellt auf ihrem Instagram-Profil ihre unverblümte Lebensrealität dar. Jetzt hat sie ein neues Projekt ins Leben gerufen – den Twitter-Buchclub #keepit100LD. Weiterlesen „Lena Dunham gründet Twitter-Buchclub #keepit100LD“

Messe Essen: Spiel 18 – Ein Rückblick

Viele begeisterte Spielefans besuchten die diesjährige Spielemesse in Essen Bild: CCO pixabay

„Tut mir leid, die Bahn ist voll! Sie müssen auf die Nächste warten!“, ruft ein Mann, auf dessen Brust das Wort „Security“ prangt. Der Bahnsteig für Fahrten in Richtung Essener Grugapark ist vollkommen überfüllt. Ich habe mich schon damit abgefunden, dass ich die nächste Bahn wahrscheinlich auch nicht nehmen kann. Es ist Samstag, der dritte Tag, an dem die diesjährige Spielemesse in Essen stattfindet. Schon seit Donnerstag (25.10.) ist die Messe geöffnet und ermöglicht es Jung und Alt, Amateur und Profi, oder einfach nur Interessierten, die neuesten Spiele auf dem Markt bis Sonntag (28.10.) unter die Lupe zu nehmen. Weiterlesen „Messe Essen: Spiel 18 – Ein Rückblick“

Fundstück: BLOG(g)ST du schon?

Bloggen ist weitaus mehr als einfach nur Texte schreiben. Bild: CCO pixabay

BLOGST. Das ist das Netzwerk für alle Blogger*innen. Egal ob SEO, rechtliche Grundlagen, Bild- und Bildbearbeitung – bloggen hört sich wesentlich einfacher an, als es ist. In den von dem Netzwerk organisierten professionellen Workshops können Blogger*innen sich aber kreativ austoben und nebenbei auch andere Blogger*innen kennenlernen. Das Tolle: Bei der Themenwahl wird auf aktuelle Trends und Entwicklungen geachtet und nicht nur Grundlagen-, sondern auch Wissen für Fortgeschrittene vermittelt. Die Rolle von Social Media wie Instagram oder Facebook gehört natürlich auch dazu.

Neben den Workshops gibt es aber auch eine jährliche Konferenz. Diese bietet die Gelegenheit sich auszutauschen, Wissen mit anderen Teilnehmer*innen zu teilen und zu diskutieren. Was sind die Vor- und Nachteile von bestimmten Strategien? In Vorträgen und Workshops kann das herausgefunden werden. Eine Netzwerkstunde gehört ebenfalls dazu. Die diesjährige BLOGST Konferenz findet am 3. und 4. November in den Design Offices Dominium in Köln statt. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein seit mindestens sechs Monaten bestehender Blog.

Fundstück: Crowdsourcing-Kampagne

Wer möchte, kann die Österreichischen Nationalbibliothek tatkräftig unterstützen. Bild: CCO pixabay

Mit ihrer ersten Crowdsourcing-Kampagne „Österreich aus der Luft“ sucht die Österreichische Nationalbibliothek Hilfe bei der digitalen Verschlagwortung von historischen Luftbildern. Es handelt sich dabei um knapp 5.000 digitalisierte historische Luftbilder aus den 1930er Jahren, welche Österreich in der Zwischenkriegszeit zeigen. Nutzer können der Nationalbibliothek online in fünf Aufgaben-Kategorien helfen. Die Schwerpunkte sind hierbei „Wissen sammeln“ und „Wissen überprüfen“. Die Aufgaben sind die Kategorisierung der Luftaufnahmen, das Tagging, bei dem der*die User*in die Bilder mit freien Stichworten beschreibt und die Verortung der Bilder. Die Kategorien vier und fünf widmen sich der Überprüfung der Verortung und Tags.

Auf dem Crowdsurfing-Portal kann sich jede*r beteiligen, der*die an der Erschließung des historischen Bildbestands mitarbeiten möchte. Ziel ist es, die Bilder für alle nutzbar zu machen, damit sie auch besser gefunden werden können. Die Nationalbibliothek freut sich über jede Hilfe. Durch das Crowdsourcing und Dank der Digitalisierung haben Bibliotheken heutzutage viel mehr Möglichkeiten ihren Bestand zu erschließen.

Blinkist: Fast-Reading gegen den Alltagsstress?

Mithilfe der App Blinkist können wir in nur 15 Minuten ein seitenlanges Sachbuch lesen. Bild: Annika Vahle

„Mal sehen, ob wir das auch noch etwas komprimieren können.“ – Alles wird heutzutage bis zum Umfallen reduziert, um nicht nur Platz, sondern auch Zeit zu sparen. Möglichst viel Inhalt soll in möglichst kurzer Form wiedergegeben werden, damit noch mehr Raum für Neues geschaffen wird. Selbst das Heiligtum der Christen, die Bibel, ist bereits auf die wichtigsten Grundsätze zusammengefasst worden, um der Menschheit den Umgang damit zu erleichtern. Denn der Mensch im 21. Jahrhundert will viel und kriegt nicht genug. Ihm entgegen wirkt die Zeit, die ihn in seinem Drang nach Taten und Wissen einschränkt. Die App Blinkist schafft Abhilfe.

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Fundstück: Friedenspreis des deutschen Buchhandels 2018 für Aleida und Jan Assmann

Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2018, 14.10.2018, Paulskirche Frankfurt, v.l.n.r.: Jan Assmann, Aleida Assmann, Heinrich Riethmüller. Foto: Tobias Bohm

Der Friedenspreis des deutschen Buchhandels 2018 geht in diesem Jahr an das Ehepaar Aleida und Jan Assmann. Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse wurde den beiden Kulturwissenschaftler*innen am 14.10.2018 die Auszeichnung vor geladenen Gästen in der Frankfurter Paulskirche verliehen. Die Jury zeichnete die beiden Preisträger für ihre langjährigen Studien zur Erinnerungskultur und zum kulturellen Gedächtnis aus. Aleida und Jan Assman tragen mit ihrem Werk zu Demokratie und Frieden bei, so die Begründung der Jury.

„Aus dieser spannungsvollen, komplementären Einheit, die Aleida und Jan Assmann bilden, ist ein zweistimmiges Werk entstanden, das für die zeitgenössischen Debatten und im Besonderen für ein friedliches Zusammenleben auf der Welt von großer Bedeutung ist.“

In ihrer Dankesrede hielten Aleida und Jan Assmann ein Plädoyer für Demokratie, Frieden und Meinungsfreiheit. Demokratie würde von Streit und Debatten gestärkt solange sie respektvoll sei. „Doch nicht jede Gegenstimme verdient Respekt“, sagte Aleida Assmann. Es müsse einen unstrittigen Grundkonsens geben, wie Verfassung, Gewaltenteilung und die Unabhängigkeit des Rechts und der Medien. Die Demokratie lebe nicht vom Streit, sondern vom Argument.

Literarisches Online-Projekt: Migration Trail

Die Route der Protagonisten des Online-Projektes Migration Trail kann detailliert mitverfolgt werden.

What would it be like to have to leave your country?

What would it be like to risk everything to get there?

What would it be like to have to pay a smuggler to get where you need to go?

And what would it be like once you finally arrived?

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Fundstück: Inger-Maria Mahlke erhält den Deutschen Buchpreis 2018

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zeichnete Inger-Maria Mahlkes »Archipel« als den besten Roman des Jahres mit dem Deutschen Buchpreis 2018 aus. In »Archipel«, erschienen bei Rowohlt, schildert Mahlke das Leben drei sehr unterschiedlicher Familien auf Teneriffa. Das Besondere dabei: die Geschichte wird rückwärts von der Gegenwart bis ins Jahr 1919 erzählt. In ihrer Begründung lobte die Jury Mahlkes genaue und stimmige Erzählweise.

Vor allem aber sind es die schillernden Details, die diesen Roman zu einem eindrücklichen Ereignis machen.

Zur Jury des Deutschen Buchpreises gehörten dieses Jahr: Christoph Bartmann (Goethe-Institut Warschau), Luzia Braun (ZDF), Tanja Graf (Literaturhaus München), Paul Jandl (freier Kritiker), Uwe Kalkowski (Literaturblog »Kaffeehaussitzer«), Christine Lötscher (freie Kritikerin), Marianne Sax (Bücherladen Marianne Sax, Frauenfeld). Seit Einführung des Preises sind erstmals mehr Frauen als Männer unter den nominierten Autor*innen gewesen. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wird jedes Jahr zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse verliehen, von der Digitur noch ausführlich berichten wird.