Festival des deutschen Films: Genüsse für die Augen, die Ohren und das Herz

Besonders abends eine tolle Location: Die Parkinsel in Ludwigshafen am Rhein während des Festival des deutschen Films. Bild: Annika Vahle

Eine kleine Insel inmitten des Rheins, abends sieht man den Vollmond und die Sterne. Den ganzen Tag tummeln sich am Ufer Menschen jeden Alters. Erwachsene, Kinder und Rentner*innen genießen die Zeit auf diesem Fleckchen Erde, das durch zwei kurze Brücken vom Festland getrennt ist. Auf der Insel stehen nicht viele Gebäude, es gibt ein Restaurant und die meisten anderen sind Einfamilienhäuser. Wer denkt, es würde sich hier um die Beschreibung einer Urlaubsinsel handeln, liegt falsch. Die Rede ist von der Parkinsel in Ludwigshafen. Ludwigshafen? Nein, nicht das Ludwigshafen am Bodensee. Nur durch eine Brücke von Mannheim getrennt, liegt Ludwigshafen am Rhein. 163.832 Einwohner misst die Stadt in Rheinland-Pfalz. Vom 22. August bis 9. September 2018 steigen die Besucherzahlen dort jedoch merklich in die Höhe, denn in diesem Zeitraum findet das Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein statt. Weiterlesen „Festival des deutschen Films: Genüsse für die Augen, die Ohren und das Herz“

Kein Sommer ohne Bücher!

Ein idealer Einfang des Sommers zur Abendzeit. Was für viele in dieser Jahresphase nicht fehlen darf: (Urlaubs-) Lektüre. Foto: Annika Vahle

Egal ob auf dem Balkon, auf einer Wiese, am Strand oder ganz cool am Pool. Auch in der heißen Jahreszeit gehört Lektüre zu unserem Alltag dazu. Wie das Ufer zum See, die Waffel zum Eis – die Sommermonate sind ohne Bücher nicht vorstellbar. Wir nehmen sie mit in die unterschiedlichsten Länder und Städte, um auch dort der Realität zu entfliehen und in fantasievolle Welten einzutauchen. Sie werden zu einem Begleiter von uns, stellen manchmal sogar die Erinnerung an den Urlaub dar und oft ist es nicht nur ein Buch, das in dieser Zeit von uns verschlungen wird. Eine Seite nach der anderen wird umgeblättert, schenkt uns die Möglichkeit, umso mehr unsere freie Zeit zu genießen. Obwohl es unzählige Bücher gibt, die in den Rubriken „Sommerlektüre“ oder „Bücher für den Urlaub“ aufgelistet werden können – es sind nicht unbedingt die klischeehaften Sommerliebesromane (es ist Sommer, ein Mann und eine Frau verlieben sich), die während der warmen Monate gelesen werden. Stattdessen ist die Auswahl viel breiter, komplett genreunabhängig und völlig individuell bestimmt.

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Was Kaffee und Literatur gemeinsam haben

Bild: Theresa Müller

Durch ein kleines Fenster sieht man einen jungen Mann vor einer Kaffeemaschine mit einem Siebträger in der Hand stehen. Mit einer Drehbewegung befestigt er das Sieb an der Maschine. Frisch gemahlene Kaffeebohnen fallen in den Siebträger. Er stellt zwei Kännchen hin, in die der frische Espresso läuft. Danach nimmt er eine Packung Milch und gibt sie in ein Aufschäumgerät. In den Coffee-to-go-Becher füllt er langsam, als wäre jede Sekunde wichtig für das Aroma, die aufgeschäumte Milch, bis zum Rand. Mit beiden Kännchen in der Hand kippt er vorsichtig, aber doch routiniert, den Espresso in den Becher. Das Gemisch aus Milchschaum und Espresso quillt nach oben über den Becherrand ohne einen Tropfen zu verlieren. 120 Rubel (1,66€) kostet der Latte. Er wird durch das Fenster aus einem kleinen Kasten, in den gerade mal zwei Menschen hineinpassen, gereicht. Der Kasten steht an einer Straßenkreuzung in Sankt Petersburg. Weiterlesen „Was Kaffee und Literatur gemeinsam haben“

Fundstück: Willkommen in der ältesten Buchhandlung der Welt

Die »Livraria Bertrand« hat schon viele Krisen überstanden. Bild: Lena Kosakowski

Ein ganz besonderes Erlebnis beim Bücherkauf bietet die Livraria Bertrand in Portugal. Sie öffnete 1732 erstmals ihre Türen – damit ist sie die älteste durchgängig betriebene Buchhandlung der Welt. Die Livraria Bertrand liegt mitten in Lissabons Shoppingviertel Chiado in der Nähe einiger berühmter Sehenswürdigkeiten, wie dem Café A Brasileira, dem Opernhaus und dem Elevador de Santa Justa. Seit der Eröffnung hat der Buchladen einiges miterlebt: Das Erdbeben von Lissabon 1755, mehrere Revolutionen, die französische Besetzung und die Schuldenkrise. 2010 ernannte das Guinness-Buch der Rekorde die Livraria Bertrand zur ältesten durchgängig betriebenen Buchhandlung der Welt, worauf ein Zertifikat am Eingang aufmerksam macht. Heute gehört die Livraria Bertrand zur gleichnamigen Buchhandelskette, die in ganz Portugal und teilweise in Spanien vertreten ist.

Bild: Lena Kosakowski

Trotz einiger Renovierungen und Umbauten hat sich der älteste Buchladen der Welt seinen Charme bewahrt. Die weißen Räume mit Kreuzgewölbe und die alten handgefertigten Holzregale laden förmlich zum Stöbern durch die etwa 70.000 Werke ein. Eine große Auswahl an englischsprachigen Titeln gibt es nicht, dennoch nimmt sich der ein oder andere Tourist bestimmt ein Buch als Andenken mit. Im angrenzenden Café Bertrand kann man sich nach dem Einkaufsbummel direkt entspannen. Auch online ist die Buchhandlung vertreten sowie bei Facebook und Instagram zu finden.

 

 

Fundstück: Grimme Online Award 2018

Dieses Jahr u.a. auch unter den Preisträger*innen: zwei Youtube-Channel sowie ein Instagramprofil. Bild: CCO pixabay

Donald Trump hat den Begriff fake news wie kein Anderer geprägt. Vor allem das Internet ist von dieser Krankheit betroffen, fake news verbreiten sich insbesondere in den sozialen Netzwerken wie ein Virus. Spätestens im Zuge des Präsidentenwechsels in den USA ist daher deutlich geworden, was von der Presse verlangt wird: Qualitätsjournalismus.

Die RiffReporter haben es sich aus diesem Grund zur Aufgabe gemacht, ihren Lesern professionellen Journalismus zu bieten. Themen wie Kultur, Umwelt und Technologie werden nicht beschönigt, sondern nach gründlicher Recherche kritisch in den Blick genommen. Ebenfalls besonders: Bei den RiffReportern handelt  es sich um eine Genossenschaft. Das heißt, dass alle Entscheidungen gemeinsam gefällt werden. Außerdem können freie Journalisten ihre Texte veröffentlichen und Leser können gezielt einzelnen Autoren Fördergeld zukommen lassen.

Für diese innovative Idee erhielten die RiffReporter nun den Grimme Online Award. Am vergangenen Freitag (22. Juni) wurde der Preis in der Kölner Flora wieder an die Koryphäen des Internets verliehen. Dieses Jahr erreicht der Award des Grimme-Instituts, welches auch den Grimme-Preis vergibt, seine Volljährigkeit: Zum 18. Mal fanden sich neben Prominenten, Nominierten und Preisträger*innen dreihundert Gäste zusammen, um den Geburtstag und die Ausgezeichneten zu feiern. Dazu zählen: Sommers Weltliteratur to go, maiLab, Deutschland spricht u.a. Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner*innen!

Fundstück: WSBR0.1 – Ein Theaterstück für Bühne und Netz

Bild: CCO pixabay
Bild: CCO pixabay

Im April berichteten wir vom onlinetheater.live, nun können wir euch endlich ein neues Projekt des Digital-Theaters vorstellen: WILLIAM SHAKESPEARES BLADERUNNER 0.1 / die Verwandlung der O – ein Labor. Vom 20.06.-23.06.2018 kann das Stück, eine Koproduktion des Online-Theaters und des Kollektivs minuseins, jeweils von 20-21:30 Uhr im Theaterdiscounter in Berlin oder zeitgleich via Livestream vor dem eigenen Bildschirm miterlebt werden. Die beiden Inszenierungen ergänzen sich hierbei.

Da der Theaterbesuch im eigenen digitalen Raum möglich ist und zudem Themen wie Algorithmen, eigene Daten und hybride Wirklichkeiten verhandelt werden, wird die Digitalisierung auf eine Metaebene gehoben, die das Ganze umso spannender macht. Als Textmaterial dienen unter anderem Shakespeare und die Biografien der Daten der Mitwirkenden.

Die Zeitschrift Zitty führt das von Roman Senkl entwickelte Schauspiel schon jetzt als einen ihrer Tipps an und auch wir finden, dass die gegenwartsnahe Konzeption einen Besuch und/oder Klick wert ist. Tickets für die Vorstellungen im Theaterdiscounter können online gebucht oder 60 Minuten vor Beginn für 15 Euro (ermäßigt 9 Euro) an der Abendkasse erworben werden.

Fundstück: Literarisches Kicken – Autoren-Nationalmannschaft

Billd: CCO Pixabay

Morgen startet die 21. Fußball-Weltmeisterschaft der Männer in Russland und damit auch der unumgängliche Fußball-Hype, der für vier Wochen auch von der literarischen Szene Besitz ergreift. Nicht nur Buchhandlungen und Verlage schießen mit den werbeträchtigen schwarz-weißen Ball. Im Sommer 2005, also kurz vor dem deutschen Sommermärchen, gründete sich eine äußerst interessante Nationalmannschaft, die Jogis Jungs durchaus Konkurrenz macht: Autonama, die Autoren-Nationalmannschaft. Das Fußballteam besteht aus Schriftstellern, Lyrikern und Dramatikern. Ihr Können präsentieren die Literaten im Rahmen der Writers’ League oder beim Schriftsteller-„Wor(l)d Cup“. Die Gegner, ebenfalls bestehend aus Künstlern, kommen aus aller Welt. So kommt es nicht nur zu einem sportlichen, sondern auch zu einem literarischen Austausch. Die DFB-Kulturstiftung unterstütz das Projekt, um den internationalen Kontakt zwischen Literaten zu fördern. Nach einem Spiel gegen die türkische Autoren-Nationalmannschaft 2009 verwandelte sich die Südtribüne vom Hamburger Millerntor-Stadion in Deutschlands größte Lesebühne, wo sowohl deutsche als auch türkische Autoren parallel auf mehreren Bühnen (unter anderem auch in den Umkleidekabinen) Lesungen abhielten. Die Gründung der deutschen Autoren-Nationalmannschaft verdanken wir dem bekennenden Fußballfan Thomas Brussig.

The Princess and the Fox: Künstliche Intelligenz kreiert Märchen

KI erschafft Prinzessin und Fuchs – was mag noch kommen?, Bild: CCO pixabay

Once upon a time, there was a golden horse with a golden saddle and a beautiful purple flower in its hair. The horse would carry the flower to the village where the princess danced for joy at the thought of looking so beautiful and good […],

spricht die beruhigende, sehr markante und tiefe Stimme des Schauspielers und Synchronsprechers Erik Braa und eine insgesamt 15 Minuten lang andauernde Online-Märchen-Lesung beginnt.  Das ist nichts Neues, da viele ihre CD-Spieler und Radios längst durch Onlineversionen der Audio-Wiedergabe ersetzt haben. Neu ist allerdings, dass das Märchen The Princess and the Fox im Gegensatz zu anderen Erzählungen aus dem Jahre 2018 stammt und weder mündlich überliefert noch allein von Menschenhand niedergeschrieben wurde. Weiterlesen „The Princess and the Fox: Künstliche Intelligenz kreiert Märchen“

Fundstück: Literatur in den Häusern der Stadt

 

Auf dem Festival „Literatur in den Häusern der Stadt“ finden Lesungen u.a. auch in Gärten statt. Bild: CCO pixabay

Eine Veranstaltung, welche die Charakteristika der Salonkultur des 17. und 18. Jahrhunderts aufgreift, wäre wünschenswert?  Genau dies geschieht beim Festival Literatur in den Häusern der Stadt des KunstSalons vom 06. bis 10. Juni. Bereits zum 18. Mal laden Kulturförderer und Literaturunterstützer zu einem einzigartigen Erlebnis ein. In Gärten, Lofts, Privaträumen oder auf Dachterrassen finden in persönlicher Atmosphäre Lesungen mit Autor*innen, Schauspieler*innen und Sprechern statt. Die Besucher*innen haben anschließend die Möglichkeit, sich mit den Beteiligten über das Buch der Lesung auszutauschen und über für sie bemerkenswerte Aspekte zu diskutieren.

Das überregionale Festival, welches dieses Jahr Themen wie Entdeckungen und Wiederentdeckungen behandelt, findet 2018 in Köln, Bonn und Hamburg statt. Allein für Köln sind 28 Locations ausgewählt worden, an denen Literaturbegeisterte zusammenkommen können. Mit dabei sind nicht nur bekannte Schauspieler wie Peter Lohmeyer oder Simon Böer, sondern auch Hans Fallada oder Lukas Hartmann mit ihren Klassikern. Außerdem stellen Debütant*innen ihre Werke vor und die Besucher*innen  können sich auf die Präsentation von Neuerscheinungen freuen. Bilinguale Lesungen für alle, die sich für Literatur in anderen Sprachen interessieren, werden ebenfalls angeboten. Besonders schön: In einigen Fällen werden die Lesungen mit Musik untermalt oder durch szenisches Spiel unterstützt. In Hamburg findet in diesem Rahmen sogar ein Poetry Slam statt. Die Karten kosten 15 bis 22€ (inklusive VVKG) und sind im Internet sowie telefonisch erwerbbar.

Fundstück: Peter Wawerzinek ist Poet in Residence in Essen

Peter Wawerzinek ist in diesem Monat Poet in Residence in Essen. Bild: Andreas Erb

Es ist wieder so weit: Der Poet in Residence der Universität Duisburg-Essen steht vor der Tür. Vom 11. bis zum 15. Juni ist der Schriftsteller Peter Wawerzinek auf dem Campus Essen zu Gast und gibt in seinen Poetikvorlesungen Einblick in die Arbeit als Schriftsteller. Die Woche steht unter dem Motto „Schreiberling sein ist nicht schwer“ und beginnt am Montag, den 11.6. mit einer Poetikvorlesung unter dem Titel „Am Beginn liegt der Stift in der Hand – wann werden daraus Bücher?“. Am Dienstag heißt seine Poetiklesung „Über das Schreiben, den Haushalt und die Pflege der Worte“ und am Mittwoch „Wie schwer und wie einfach ist es, mit oder ohne den Literaturbetrieb zu leben?“. Alle Vorlesungen beginnen um 16 Uhr und sind im Glaspavillon (R12 S00 H11) der Universität Duisburg-Essen (Campus Essen). Am Mittwoch, 13. Juni wird es außerdem um 19:30 Uhr eine Lesung des Autors aus seinen Büchern geben.

Peter Wawerzinek hat zahlreiche Werke verfasst. 2010 erhielt er für seinen Romanauszug „Rabenliebe“ den Ingeborg-Bachmann Preis. Im gleichen Jahr stand der Roman auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Für 2019/2020 wurde ihm neben anderen Autor*innen ein Literaturstipendium in der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom vergeben. Das Stipendium soll hochbegabten Künstler*innen ermöglichen, sich in Italien künstlerisch weiterzuentwickeln.