Fundstück: re:publica 2018

Bild: CCO pixabay

Die re:publica 2018 steht vor der Tür. Vom 02.05. bis 04.05. findet die größte  europäische Konferenz zu dem Thema Digitalisierung und Gesellschaft in Berlin statt. Insgesamt werden 600 SprecherInnen auf 20 Bühnen sich den Kontroversen über die digitalen Medien annehmen. Auch das Thema „Literatur in der digitalen Welt“, mit dem wir uns beschäftigen, findet man in einigen Programmpunkten wie in der Veranstaltung Die Internet-Verlegerinnen wieder.  Wir haben für euch noch weitere Programmempfehlungen:

Über das Zusammenprallen von Urheberrecht und Kunstfreiheit, ein Problem, dem wir uns auch in der digitalen Literatur konfrontiert sehen, wird im Panel Metall auf Metall, Kunstfreiheit & Urheberrechte am Beispiel von Musik diskutiert. Die Autoren Sibylle Berg und Marc-Uwe Kling  sprechen mit Aktivisten der p≡p coop über Freundeskreis Freiheit (im Netz)- Die freundliche Verweigerung. In der Lesung Reading #metoo wird eine Best-of-Liste aktueller Online-Kommentare vorgestellt und anhand dieser die Rolle der Sprache in der #metoo-Debatte untersucht. Und Kulturschaffende diskutieren über die Zukunft des Kulturbetriebs in Der Innovationsfonds der Berliner Kulturverwaltung: Digitale Entwicklung im Kulturbereich. Es wird sich sicherlich lohnen zur re:publica zu fahren – das Programm sieht schon sehr vielversprechend aus.

Fundstück: Neues Netzwerk der Literatur

Das Netzwerk plant viele Veranstaltungen rund um die Literatur im Ruhrgebiet. Bild: CCO pixabay

In der vergangenen Woche hat sich im Essener Kulturzentrum Grend ein Netzwerk für literarische Akteure im und aus dem Ruhrgebiet gegründet. Es umfasst momentan 30 Stiftungen, Festivals und Einrichtung aus dem Ruhrgebiet wie beispielsweise das Bochumer Krimiarchiv, das Westfälische Literaturbüro in Unna oder das Dortmunder Fritz-Hüser-Institut.

Das Netzwerk bietet einerseits einen Austausch der verschiedenen Akteure und möchte andererseits die literarische Szene innerhalb des Ruhrgebiets sichtbar und öffentlich machen. Hierfür sollen unter anderem ein gemeinsames Dachmarketing eingerichtet, aber auch verschiedene Veranstaltungen im Ruhrgebiet organisiert werden. Das Netzwerk möchte dabei kontinuierlich wachsen.

Fundstück: Der Indiebookday 2018

Bild: https://www.indiebookday.de/

Wer unabhängige Verlage unterstützen und gleichzeitig gute Bücher lesen möchte, kann den Indiebookday am 24.03.2018 zum Anlass nehmen, mal wieder ausgiebig in der nächsten Buchhandlung zu stöbern, blättern und verweilen. Um kleinen Verlagen mehr Aufmerksamkeit zu schenken und ihre Arbeit angemessen zu würdigen, ist es an diesem Tag Ziel, ein Buch eines Indie-Verlags zu kaufen, ein Foto des Buchs in einem sozialen Netzwerk oder Blog zu posten und mit dem Hashtag #indiebookday zu versehen. Seit 2013 findet der Indiebookday jährlich großen Anklang und hat sich über die Jahre hinweg auch in UK, Italien, den Niederlanden, Portugal und Brasilien etabliert. Dieses Jahr neu im Programm ist die Indiebook Reading Challenge. Hierbei handelt es sich um eine Lese-Challenge, bei der 52 Bücher aus unabhängigen Verlagen in 52 Wochen gelesen werden sollen. Wer mitmacht, kann versuchen, jede Woche ein Buch zu einem bestimmten Thema zu lesen und die Teilnahme an der Challenge in sozialen Netzwerken mit #indiebookchallenge  oder #ibc kenntlich zu machen – das Indiebookday-Team hat hierfür eine Themenliste erstellt, die auf https://www.indiebookday.de/indiebookchallenge/ eingesehen und heruntergeladen werden kann. Die Liste ist keine strikte Vorgabe, sondern dient vielmehr der Inspiration und Anregung für die wöchentliche Buchauswahl. Auch die Verlage selbst haben in dieser Zeit vor, ihre sozialen Netzwerke für die Verbreitung von Vorschlägen und Lese-Tipps zu nutzen. Auf der englischsprachigen Seite der Veranstaltung heißt es: „You love beautiful and well made books? On Indiebookday you can share this love with everyone!“ Ganz in diesem Sinne – geht am 24.03.2018 raus, unterstützt unabhängige Verlage und verbreitet die gemeinsame Bücher-Liebe im Netz.

lit.Cologne – Das literarische Festival-Ereignis

Bild: CCO pixabay

Dieses Jahr findet bereits die 18te lit.Cologne statt. Noch bis heute können Literaturfans verschiedene Veranstaltungen besuchen. Die Veranstalter setzen schon lange nicht mehr „nur“ auf klassische Lesungen und auf aktuelle Themen, sondern locken das Publikum mit besonderen Erlebnissen: Lesungen auf hoher See (dem Rhein), Jugend- und Kinderlesungen oder Themenabenden. All dies unterstützt von namentlich durchaus bekannten Schriftstellern, sowie prominenten Leser, die das Handwerk des Vorlesens ohne Zweifel beherrschen. Die lit.Cologne ist schon längst zu einer Marke geworden, was auch der Ableger, die lit.Ruhr, zeigt. Aber ist das auch noch ein Lesepublikum, bei den Veranstaltungen, oder möchten die Leute einfach nur entertaint werden?

Digitur hat sich dieses Jahr nicht auf die große Rheinüberfahrt gewagt, sondern besuchte zwei Themenabende und liefert ende der Woche (passend zum Ende der lit.Cologne) einen umfassenden Erfahrungsbericht.

Fundstück: Start der 18. lit.COLOGNE

Am 7. März wird in der Domlesung Dostojewskis ›Großinquisitor‹ vorgelesen. Bild: Ralf Jürgens

Vom 6.-17. März haben Bücherfreunde wieder die Gelegenheit am vielfältigen Programm der lit.COLOGNE, dem internationalen Literaturfest in Köln, teilzunehmen. Den Auftakt bildet wie jedes Jahr die Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises. Unter den insgesamt 191 Veranstaltungen sind Lesungen und Themenabende mit deutschsprachigen und internationalen Autoren wie Håkan Nesser, Ian McGuire und Minette Walters. Ein außergewöhnliches Erlebnis wird Klaus Maria Brandauers Lesung im Kölner Dom, bei der er Fjodor Dostojewskis Großinquisitor vorlesen wird. Im Vordergrund der 18. lit.COLOGNE steht diesmal die Inklusion: In einem Pilotprojekt soll ein besonderes Angebot für Senioren und Menschen mit Beeinträchtigungen geschaffen werden. Auch Kinder und Jugendliche kommen beim Programm der lit.kid.COLOGNE nicht zu kurz.

Neuerung ist dieses Jahr die lit.COLOGNE-App. Sie bietet, neben einer Programmübersicht, eine Kalender- und Push-Funktion. Außerdem wird es erstmals einen NetCologne Livestream geben, über den man sich die Lesung von Ranga Yogeshwar und Christoph Keese ansehen kann. Kurzentschlossene sollten sich beim Ticketkauf beeilen, denn viele der Veranstaltungen sind bereits ausverkauft.

Fundstück: Ein Buchladen, der zum Verweilen einlädt

Der neue Buchladen von Correctiv in Essen. Bild: Niklas Ruddigkeit

Schmökern, stöbern, diskutieren – und das alles bei einem guten Kaffee. Dafür gibt es seit Ende Januar einen neuen Treffpunkt mitten in der Essener Innenstadt. Keine fünf Minuten vom Essener Hauptbahnhof entfernt, hat das gemeinnützige Recherchezentrum Correctiv einen Buchladen eröffnet. Dieser soll – anders als gewöhnliche Buchläden – zur Ideenschmiede, zum Ort des Austauschs und der Begegnung werden.

Daher finden im Buchladen regelmäßig verschiedene Veranstaltungen statt. Von Lesungen über Diskussionen bis hin zu Schreib-Workshops. So wurde der Laden mit einer Lesung des neuen Correctiv-Chefredakteurs Oliver Schröm und seines Co-Autors Niklas Schenck über die deutsche „Krebs-Mafia“ eröffnet. In den kommenden Wochen wird Can Dündar anlässlich einer Veranstaltung von Özgürüz , der türkischsprachigen Redaktion von Correctiv, in Essen erwartet.

Der Buchladen befindet sich in der Akazienallee 8-10 und hat montags bis freitags von 10-18.30 Uhr geöffnet. Samstags, „falls einer da ist“. So steht es an der Tür.

Fundstück: Kleist-Preis 2018 geht an Christoph Ransmayr

Der Kleist-Preis wird jedes Jahr verliehen. Bild: CCO pixabay.com

Der Kleist-Preis geht in diesem Jahr an den Wiener Schriftsteller Christoph Ransmayr. Seine drei großen Romane Die Schrecken des Eises und der Finsternis (1984), Die letzte Welt (1988) und Morbus Kitahara (1995) bekamen auch international Anerkennung und „entwerfen eine hintergründige Topographie, in der sich historische Orte mit mythischen Landschaften überlagern“, so die Kleist-Gesellschaft.

Am 18. November wird der Kleist-Preis an Christoph Ransmayr in Berlin während einer Matinée im Deutschen Theater übergeben, die von Ulrich Khuon und Ulrich Beck arrangiert wird. Die Laudatio für Ransmayr hält der ungarische Kunsttheoretiker, Literaturkritiker, Essayist und Übersetzer László Földényi. Dieser war in diesem Jahr die von der Jury der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft gewählte Vertrauensperson und bestimmte Ransmayr zum Preisträger für 2018. Der Kleist-Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird jährlich verliehen.

Fundstück: SAM Voice Diary – das Multimediatagebuch

Vereint hören, lesen und schreiben: das SAM Voice Diary. Bild: CCO pixabay.com

Kein mühsames Aufschreiben mehr, das auch noch viel Zeit kostet: Mithilfe der Anwendung „Speak a message“ ist es möglich, ein Sprachtagebuch zu erstellen. Denn neben der klassischen Texteinträge kann der Nutzer zusätzlich Sprachaufnahmen einfügen und so sein Tagebuch authentischer und lebendiger gestalten. Aufgenommene Bilder unterstützen dabei das Festhalten von Erinnerungen. Das Tagebuch wird so zu einem multimedialen Erlebnis für jedermann.

Ein weiterer Vorteil ist die Langlebigkeit des Voice Diarys, denn es lässt sich als E-Book in digitaler Form auf allen elektronischen Geräten speichern. Auf diese Weise kann zu verschiedensten Zeiten und ortsunabhängig per Tablet, Notebook, PC oder mit einem Lesegerät für E-Books auf das Tagebuch zugegriffen werden. Die Voraussetzung ist nur, dass die Geräte EPUB3 unterstützen.

Fundstück: Braille-Festival kommt 2019 nach Leipzig

Das Louis Braille-Festival feiert die Blindenschrift. Bild: DBSV/Friese

Das Louis Braille Festival kommt im nächsten Jahr nach Leipzig. Das Begegnungsfest für blinde, sehbehinderte und sehende Menschen ist nach dem Erfinder der weltweiten Blindenschrift Louis Braille benannt und findet bereits zum vierten Mal statt. Die Deutsche Zentralbücherei für Blinde (DZB) in Leipzig feiert 2019 ihren 125. Geburtstag und lädt aus diesem Grund gemeinsam mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV) zu einem einzigartigem Fest ein. Vom 5. Bis 7. Juni 2019 gibt es ein vielfältiges Programm mit Konzerten, Punktschrift-Lesungen, Hörfilm-Kino und mehr. Menschen mit und ohne Behinderungen sowie Leipziger Institutionen gestalten das Festival und feiern damit die Inklusion.

Louis Braille erfand 1825 die weltweit verbreitete Braille-Schrift für Blinde und ermöglichte so sehbehinderten Menschen das Lesen. 1894 wurde die Deutsche Zentralbücherei für Blinde gegründet. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht blinden und sehbehinderten Menschen das Lesen von Büchern und Zeitschriften zu ermöglichen und bietet knapp 18.000 Werke in der Braille-Schrift sowie mehr als 40.000 Hörbücher an. Die Angebote liegen in der Bildungs-, Informations- und Unterhaltungsliteratur.
Mit dem Braille-Festival bekommt Leipzig neben der Buchmesse im nächsten Jahr ein weiteres tolles Festival.

Fundstück: „Drei ???“-Sprecher erhält Deutschen Hörbuchpreis

Andreas Fröhlich in seiner Paradedisziplin, der Sprechkunst. Bild: https://www.tolkiengesellschaft.de/19975/der-schwaebische-lindwurm-geht-aaan-alan-lee/

Viele kennen ihn als die Stimme von Robert „Bob“ Andrews, einem der drei Detektive aus der Krimi(hörspiel)reihe „Die drei ???“ von Robert Arthur. Für seine Sprechleistung in „Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr“ von Walter Moers gewinnt Andreas Fröhlich nun den Deutschen Hörbuchpreis in der Kategorie „Bester Interpret“. In dem Stück geht es um eine Königstochter, die an Schlaflosigkeit leidet und sich mit Wörterbüchern und Sprachspielen die Zeit vertreibt. Als ein alptraumfarbener Nachtmahr, der ihr Angst einjagen möchte, sie besucht, nimmt er sie mit auf eine Reise des Denkens und Träumens. 

Fröhlichs Interpretation sei „überaus virtuos, ernsthaft leicht und süchtig machend komisch“, so die Begründung der Jury. Dieses Epos sei ihm „auf die Zunge und ins Herz geschrieben“. Die Preisverleihung findet am 06. März im WDR Funkhaus in Köln statt                                                            und dient als Eröffnung der lit.Cologne.