Bei einem Vortrag an der Universität Duisburg-Essen haben wir Silvia Vormelker getroffen. Nach ihrem geisteswissenschaftlichen Studium hat die Berlinerin zunächst unterschiedliche Bereiche der Literatur- und Verlagswelt kennengelernt. Mit der wortredaktion.com hat sie sich 2008 selbstständig gemacht. Sie übernimmt nun als Freiberuflerin vielfältige Aufträge in den Bereichen Dramaturgie/Lektorat, Produktion und Regie für Verlage, Medienanstalten und andere Einrichtungen. Im Interview teilt sie mit uns einige ihrer Erfahrungen und Gedanken zu digitaler Literatur. Weiterlesen
Fundstück: Shakespeare verstehen mit einem Wisch
Would I could answer
This comfort with the like! But I have words
That would be howl’d out on in the desert air,
Where hearing should not latch them.
(Macbeth, Act 4, Scene 3)
Welcher deutsche Schüler hat sich nicht schon mal im Englisch-Unterricht gewünscht, die Texte von Shakespeare würden genau so im Wind verhallen, wie es sich der schottische Edelmann Ross bei seiner schlechten Nachricht an Macduff wünscht. Zu schade wäre das aber um jedes Shakespeare’sche Wort. Die kostenlose App SwipeSpeare soll da Abhilfe schaffen und übersetzt das elisabethanische Englisch „in plain and simple English.“
Fundstück: Feuilleton vs. Blogosphäre
Während das Feuilleton in Zeitungen immer weniger Platz einnimmt, wächst die Anzahl der Blogs weltweit exponentiell. Neben Journalisten werden nun auch Blogger zu wichtigen Events in der Literaturbranche eingeladen und Verlage versuchen längst deren Reichweite und Einfluss für sich zu nutzen. Welche Rolle können und wollen Litblogs in Zukunft im Literaturbetrieb einnehmen? In ihrem Beitrag „Im Netz ist jeder Leser ein Kritiker” lässt Sieglinde Geisel alle zu Wort kommen: vom leidenschaftlichen Leser und Hobby-Blogger, über den kommerziellen Literaturblogbetreiber bis hin zum bloggenden Literaturkritiker. Ein interessanter Einblick ins Front-End des Literaturbetriebs – nachzuhören und nachzulesen auf Deutschlandradio Kultur.
Der digitale Zeitungskiosk
Man gehe in seinen Lieblingskiosk, wähle eine Zeitschrift aus, reiße den Feuilleton-Teil heraus, wähle eine weitere und entferne die Sportseiten, suche eine dritte aus, der man die Kolumne entreiße. Was in der realen Welt wohl für schräge Blicke und mit Sicherheit für Wutanfälle seitens des Kioskbesitzers sorgen würde, ist in der digitalen Welt möglich und könnte bald zu einer neuen Form des Zeitunglesens werden. Denn vor knapp zwei Monaten startete der digitale Zeitungskiosk „Blendle“ in Deutschland.
Fundstück: Sicher im Bücherregal
E-Books sind in vieler Hinsicht praktisch. Sie ermöglichen es den Lesern, in kürzester Zeit auf eine Menge Inhalte zuzugreifen. Mit ein paar Klicks können Bücher einfach heruntergeladen werden. Die Anbieter haben so ebenfalls die Möglichkeit, ihre Inhalte schneller zu verbreiten. Genau darin liegt aber auch die Gefahr: Die Anbieter können die Texte ebenso schnell wieder zurückziehen und werden somit die Instanz dafür, was gelesen werden darf und kann. Mit diesem Problem beschäftigte sich der Künstler Jesse England in seinem Projekt „E-Book backup“. Er kopierte seine elektronische Ausgabe von George Orwells „1984“ vom E-Book-Reader ab und ließ sie als Buch drucken. Das physisch existente Buch soll so zur Sicherung der digitalen Version dienen. Auslöser dafür war ein Vorfall im Jahre 2009, als Amazon die E-Book-Version von George Orwells „1984“ aus rechtlichen Gründen zurückzog, auch von den Kindle-Nutzern, die das E-Book schon erworben hatten.
Vernetztes Lesen = digitales Lesen = Fanfiction

Diese Form der Textproduktion und -rezeption hat für Tina Giesler wenig mit digitaler Literatur zu tun. Bild: CC0
Wieso ist Fanfiction eigentlich so erfolgreich, kommerziell jedoch nicht verwertbar, und was kann sie uns über die Mechanismen des digitalen Publizierens und Lesens verraten? Unter dem Thema „FanFiktion – Wenn die Fans die Geschichten weiterspinnen“ fand bei hochsommerlichen Temperaturen der 10. Publishing-Stammtisch Pub’n’Pub POTT im Essener Unperfekthaus statt. Tina Giesler gab mit ihrem Vortrag einen lehrreichen Einblick in die Welt der Fanfiction und stellte eine Vielzahl an spannenden Fragen und Thesen zur Diskussion.
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Fundstück: #tddl
Und schon ist ein Jahr vergangen, seitdem Tex Rubinowitz zum Bachmannpreisträger ausgerufen wurde. Heute haben die Tage der deutschsprachigen Literatur 2015 begonnen. Nachdem Digitur 2013 und 2014 bei der bunten Literatur(betriebs)sause in Klagenfurt vor Ort war, beobachten wir in diesem Jahr Lesungen, Jurydiskussionen und Kommentare im Netz vom heimischen Sofa aus. Unter dem Hashtag #tddl werden Autoren und Juroren bereits heiß diskutiert und analysiert. Wer abseits davon noch ein wenig Bachmannpreis-Atmosphäre miterleben möchte, sollte den Videopodcast von literaturcafe.de und die Berichterstattung der Jungen Verlagsmenschen verfolgen.
Fundstück: Die Buchpreisblogger 2015
Am 19. August ist es endlich soweit, die Longlist des Deutschen Buchpreises 2015 wird bekannt gegeben. Doch die Leser werden damit nicht allein gelassen. Sieben Literaturblogger lesen alle 20 Bücher der Longlist, stellen sie zur Diskussion und liefern wichtige Hintergrundinformationen. Auf der Facebook-Seite des Deutschen Buchpreises werden ihre Artikel zusammen veröffentlicht. Vorab stellen sich hier die diesjährigen Buchpreisblogger Birgit Böllinger, Simone Finkenwirth, Mara Giese, Uwe Kalkowski, Jochen Kienbaum, Jacqueline Masuck und Tobias Nazemi in den kommenden Wochen aber auch selbst vor.
„Find your own voice!“
Beim Spitalfields Life Blog-Kurs
Spitalfields im Osten Londons steht heute für Trends in Sachen Mode und Lifestyle. Dass das nicht immer so war, dokumentiert The Gentle Author auf Spitalfields Life, einem Blog, das seit sechs Jahren täglich über das East End berichtet. Zwei Tage lang gab er/sie [der Blogger/die Bloggerin legt Wert auf Anonymität] einen Kurs mit dem Titel „How to write a blog that people will want to read“. Digitur Redakteurin Katharina war dabei und ist nun auf der Suche nach ihrer individuellen Blogger-Stimme. Weiterlesen
Fundstück: Webcomics – Strichmännchen in der Wissenschaft
Bei komplexen mathematischen Gleichungen, physikalischen Vorgängen und auch beim Verstehen der Liebe oder von Sarkasmus rümpfen einige verdutzt die Nase. Das kennt wohl jeder, oder zumindest von anderen Gebieten. Ein Genie in allen genannten Bereichen scheint Randall Munroe zu sein. Er veröffentlicht auf xkcd.com Webcomics, die sich genau mit diesen Themen beschäftigen. Als Lern- bzw. Nachhilfe verstehen sich diese Webcomics allerdings nicht. Denn für die angesprochenen Themen müssen die Besucher der Seite in den meisten Fällen schon Fachwissen mitbringen. Erst dann kann man auch über den Witz, der hinter den Zeichnungen steckt, schmunzeln. Die Strichmännchen-Comics erscheinen unter dem Seiten-Titel „A Webcomic of romance, sarcasm, math and language“ („Ein Webcomic über Liebe, Sarkasmus, Mathe und Sprache“). Wem die bildlichen Darstellungen auf englischer Sprache nicht liegen, der kann zum deutschen Pendant wechseln. Dort gibt es die Übersetzung einiger originaler Webcomics. Wer Mathe, Sprache, Liebe oder Sarkasmus mal auf eine andere Weise erleben möchte, sollte auch einen Blick in die Rubrik „What if?“ (Mischung aus Artikel und Zeichnung) werfen. Über die Bedeutung des Namens – xkcd – brauch indes niemand spekulieren, das sei nämlich nur eine wahllose Aneinanderreihung von Buchstaben.








