Fundstück: „Menschliche Regungen“ – Schweizer Autor veröffentlicht Roman mit Crowdfunding-Geschichten

Die traditionelle Arbeit eines Schriftstellers wird in jüngster Zeit immer häufiger durch neue Aspekte und Arbeitsweisen erweitert, besonders aufgrund technischer Entwicklungen und Möglichkeiten, die durch die Digitalisierung entstehen. Der Schweizer Autor Tim Krohn bediente sich des Crowdfundings, um die Renovierung seines Badezimmers zeitnah zu finanzieren und gründete das Projekt „Menschliche Regungen“. Hierbei gab er interessierten Geldgebern die Möglichkeit, sich aus einer Liste verschiedene Gefühlsregungen auswählen zu können, zu denen er anschließend Geschichten schreibt. Nicht nur die ursprüngliche Kampagne war erfolgreich, auch heute noch läuft das Projekt gut. 200 Geschichten sind bereits entstanden, die Stoff für drei Romane bieten. Der erste davon erschien im Februar 2017 beim Galiani-Verlag. Krohn führt die Arbeit an den „Menschlichen Regungen“ fort – das Projekt wird aber nur so lange bestehen, wie es interessierte Leser gibt.

Fundstück: Vom Selfpublisher-Roman zur Fernsehserie?

kernstaub
Kernstaub könnte bald von diesen drei Leuten als Fernsehserie umgesetzt werden: Paul Thiem (Kameramann), Marie Grasshoff (Autorin), Claudia Seibl (Regisseurin). Collage: Johanna Böhnke

„Kernstaub“ – so heißt der erste Roman der jungen Autorin Marie Grasshoff. Daraus soll bald die Serie „Universe of Gods“ werden. Der über 800 Seiten lange Science-Fiction-Roman erschien zunächst im Dezember 2013 im Selbstverlag als kostenloses E-Book. Seitdem hat sich einiges getan: Zunächst wurde das Buch im Mai 2016 im Drachenmond Verlag neu herausgegeben. Nun steht die Verfilmung als Serie, die die Autorin gemeinsam mit den Filmemachern Claudia Seibl und Paul Thiem umsetzen möchte, in den Startlöchern. Auf Startnext hat das Projekt mit 20.000 Euro gerade die Verwicklichungsschwelle geknackt. Mit diesem Geld kann zunächst ein professioneller Trailer gedreht werden, durch den die Macher sich dann die Kooperation mit einem Fernsehsender erhoffen. Wer das Projekt weiter verfolgen oder unterstützen möchte, findet auf der Startnext-Seite alle wichtigen Infos.

Sind Metadaten poetisch? – Marion Schwehr im Interview

Marion Schwehr
Marion Schwehr, Foto: Viola Schütz

Neue Dinge ausprobieren, Experimente machen, Innovation fördern – hier ist Marion Schwehr ganz in ihrem Element. Dabei ist es ihr besonders wichtig, verschiedene Disziplinen zu bedienen und auf diese Weise über den eigenen Horizont hinaus zu blicken:

Die Fähigkeit Verbindungen herzustellen, anzuknüpfen und assoziativ zu denken, wird für die Zukunft von Unternehmen wie für uns als Gesellschaft die entscheidende Fähigkeit sein.” (Marion Schwehr)

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Die SZ-Langstrecke: Dirk von Gehlen im Interview

Auf der Frankfurter Buchmesse sprachen wir mit Dirk von Gehlen, Leiter Social Media /Innovation bei der Süddeutschen Zeitung, über sein Projekt SZ Langstrecke. Die Süddeutsche Zeitung Langstrecke wurde als ein Crowdfunding-Projekt ins Leben gerufen und befindet sich gerade in der „Kiosk-Testphase“, ist also schon bei einigen ausgewählten Kiosken erhältlich – und natürlich online bestellbar. Was ist die Idee hinter dem Format der SZ Langstrecke? Wie gehen Formen des digitalen und analogen Schreibens bzw. Lesens miteinander einher? Vor welchen Herausforderungen steht dabei die Medienlandschaft? Und was hat die SZ Langstrecke eigentlich mit Smoothies gemeinsam? Antworten auf all diese Fragen gibt’s im Interview mit Dirk von Gehlen.

Fundstück: „Graphicatessen“ – Carlsen trifft auf die Netzgemeinde

Unter dem Label Graphicatessen findet sich der Carlsen Verlag neuerdings auf der Crowdfunding-Plattform startnext.com. Hier kann die Netzgemeinde seit dem 01. September die Realisierung der ersten zwei Buchprojekte unterstützen: die Luxusausgabe des Comics „Alisiks wunderbare Welt“ von Hubertus Rufledt und Helge Vogt sowie die „Comic-Koch-Box deluxe“ des Zeichners Guillaume Long. Dabei handelt es sich um „außergewöhnliche & exklusive Comic-Projekte“, die ohne die Schwarmfinanzierung nicht ins klassische Verlagsprogramm gelangen würden. Markus Streichardt lobt die Kooperation zwischen Startnext und dem Hamburger Verlag. „Denn damit macht Carlsen als erster großer Verlag den wichtigen Schritt und bindet die Leser bei der Entstehung neuer Bücher ein. Dank Crowdfunding bewegen sich somit Verlag, Autoren und Leser aufeinander zu und begegnen einander auf Augenhöhe.“ Hintergründe und Informationen zu den Buchprojekten, Interviews mit den Autoren sowie Einblicke hinter die Kulissen eines Crowdfunding-Projekts gibt es zudem auf dem Blog Crowd & Rüben.

Fundstück: Buchgestaltung im digitalen Zeitalter

Was bedeutet der digitale Wandel in Hinblick auf das Verlegen von Printprodukten, die Lesekultur und die Gestaltung von Büchern? Diesen Fragen geht das Projekt Edition Umbruch – eine Publikation nach, das seit dem 21.05. auf der Crowdfunding-Plattform Startnext läuft. Initiatorinnen des Projekts sind die vier Masterstudentinnen des Studiengangs Design der HAW Hamburg Laura Asmus, Luzia Hein, Marion Schreiber und Svenja Wamser, die in einem Masterkurs Typografie ein Buch konzipiert, kuratiert und produziert haben, das sie nun in einer limitierten Auflage von 300 Stück drucken lassen möchten. Die Publikation soll in ihrer Erscheinungsform bereits das repräsentieren, was wohl für viele Bücher die zukünftige Rolle sein wird: hochwertige Objekte in limitierter Edition.
Das Projekt kann noch bis zum 15.06. unterstützt werden.

Können Emojis auch Literatur?

Auswahl von Emojis.
Bild: fill / pixabay CC0

👪 ❤ ☺️ – alle lieben Emojis. Die kleinen, bunten Bildchen sind nicht nur ausgefeilter, sondern bieten auch ein breiteres Sortiment als ihre schlichteren Vorgänger, die Emoticons. Während letztere auf die Darstellung von Emotionen beschränkt waren, lassen sich mit Emojis auch zahlreiche Gegenstände, Aktionen oder Ereignisse ausdrücken. Aus der elektronischen Kommunikation – insbesondere über Chat-Dienste wie WhatsApp – oder aus den Sozialen Medien wie Facebook, Twitter und Instagram – sind sie derzeit kaum wegzudenken. Doch können sie auch darüber hinaus Bedeutung gewinnen, zum Beispiel in der Literatur? Weiterlesen „Können Emojis auch Literatur?“

Der ALK 2014 als Crowdfunding-Projekt

Schon mal darüber nachgedacht Preisstifter(in) zu werden? Interesse an einer Tretbootkreuzfahrt über den Wörthersee? Ja? Beides geht, wenn man zum Crowdfunder des jährlich vergebenen Automatische Literaturkritik Preises wird, dem – laut Crowdfundingseite – „transparentesten, sinnvollsten Literaturpreis der Welt“. (Warum „transparent“? Das kann man in unserem digitalen Nachbericht zum letzten Bachmannpreis nachlesen.) Nominiert sind automatisch alle Autoren, die bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur an den Start gehen. Nachdem die Initiatoren des Preises bisher alleine das Preisgeld von 500 Euro gespendet haben, soll es nun mittels Crowdfunding auf 5000 Euro wachsen. Und das Funden scheint sich zumindest für Literatur- und/oder Klagenfurtliebhaber zu lohnen, denn eine umfangreiche Sammlung an Perks steht zur Auswahl: von der bereits erwähnten Tretbootfahrt (25 Euro), über einen persönlichen Postkartengruß aus Klagenfurt (15 Euro) bis hin zur Preisbenennung (1000 Euro – mehr geht nicht) und vielen signierten Büchern, ist fast alles dabei.

Fundstück: Krautreporter

Die 2013 gegründete journalistische Crowdfunding-Plattform krautreporter.de geht nun mit ihrem eigenen Projekt online. „Gründe mit uns ein Online-Magazin!“, fordern die Redakteure, 25 namhafte deutsche Journalisten, den Zuschauer in ihrem Promotionsvideo auf. Täglich werden vier Beiträge erscheinen, die über die Grenzen der klassischen Ressorts hinaus wichtige Themen sorgfältig aufarbeiten. Bis zum 13.06.2014 sollen 900.000 Euro gesammelt werden, um den werbefreien Qualitätsjournalismus zu finanzieren. In den Niederlanden konnte sich ein ähnliches Projekt erfolgreich durchsetzen. Es bleibt aber abzuwarten, ob Krautreporter 15.000 zahlende Abonnenten finden kann, wenn die Inhalte dann auch für nichtzahlende Leser kostenlos bereitgestellt werden.

Self-Publishing – Bedrohung oder Potenzial für den Buchmarkt?

Für viele bisher ein unerreichbarer Traum: ein Buch veröffentlichen (Foto: CC0 1.0)
Für viele bisher ein unerreichbarer Traum: ein Buch veröffentlichen (Foto: CC0 1.0)

Welcher Autor träumt nicht davon, sein Manuskript als Buch mit dem Namen eines renommierten Verlags auf dem Cover in einer Buchhandlung zu sehen? Aber das ist schon lange nicht mehr der einzige Weg, ein Buch zu veröffentlichen. Mittlerweile sammeln sich unter dem Schlagwort „Self-Publishing“ vielfältige Möglichkeiten für Autoren, ihre Texte ohne Verlag einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Weiterlesen „Self-Publishing – Bedrohung oder Potenzial für den Buchmarkt?“