„Die Natur des Textes selbst wandelt sich.“ Wissenschaftliches Publizieren in einer digitalen Welt

digital humanities im deutschsprachigen raum

Der Verband DHd – „Digital Humanities im deutschsprachigen Raum“

Wie kann man die Potenziale digitaler Medien für das wissenschaftliche Arbeiten optimal nutzen? Oder konkreter gefragt: Wie könnte das digitale Publizieren eine bessere wissenschaftliche Praxis fördern? Diese wichtigen Fragen, an denen weltweit viele Forscherinnen und Forscher theoretisch und praktisch arbeiten, werden auch im deutschsprachigen Raum intensiv bearbeitet. Einer der wichtigsten Akteure ist der noch junge Verband Digital Humanities im deutschsprachigen Raum, der 2012 gegründet wurde und in wenigen Wochen in Graz seine zweite Jahrestagung begehen wird.

Auf der ersten Jahrestagung, die im März 2014 in Passau stattfand, wurden verschiedene AGs eingerichtet, die sich intensiver mit wichtigen Fragen der Digital Humanities beschäftigen sollten, eine davon hat sich im letzten Jahr unter der Leitung von Dr. Thomas Stäcker (stv. Direktor der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel) zum Thema „Digitale Publikationen“ formiert. Vor wenigen Tagen hat die AG nun ihr vorläufiges Arbeitspapier zur Zukunft des digitalen Publizierens in der Wissenschaft, insbesondere in den Digital Humanities, vorgelegt, das Weiterlesen

Fundstück: Der Mann, der zustimmte

"The man who agreed-Apple EULA“ © Florence Meunier

„The man who agreed-Apple EULA“ © Florence Meunier

Wer liest sich beim Vertragsabschluss online schon die AGBs durch? Software ist schnell heruntergeladen und installiert – dem langen und schwer verständlichen Softwarelizenzvertrag stimmt man meist ohne nachzudenken zu. Ein Klick genügt.
Mit ihrem Projekt „The man who agreed-Apple EULA“ will uns Florence Meunier ein schlechtes Gewissen machen und unser Interesse für den Inhalt solcher Verträge und damit den Bedingungen, denen wir meist blind zustimmen, wecken. Deshalb gestaltete Sie die Apple iCloud EULA in eine Kurzgeschichte um und erschuf so eine leicht zugängliche Erzählung innerhalb des von Juristenenglisch und leserunfreundlichen Design geprägten Texts.

„A Year of Books“: Wie steht es um Mark Zuckerbergs virtuellen Buchclub?

Hand aufs Herz – jeder hat sich Anfang des Jahres mindestens einen Vorsatz für 2015 überlegt. Aber gut, wen interessiert das? Immerhin diverse (Online-)Medien und unzählige Menschen weltweit – zumindest wenn es der Vorsatz von Mark Zuckerberg ist. Der Facebook-CEO möchte in diesem Jahr alle zwei Wochen ein Buch lesen und darüber mit den Usern diskutieren. Weiterlesen

Fundstück: Mit Klangwelten spielen

Das Deutschlandradio beschreitet neue Wege in der Radiokunst und verbindet das klassische Hörspiel mit einem Audiogame. Der Hörer wird im Sci-Fiction-Hörspiel „Blowback: Der Auftrag“ ins Jahr 2047 versetzt und erlebt eine Welt, in der große Konzerne um die letzten Trinkwassergebiete ringen.
Wem die fast 51 Minuten Hörerlebnis nicht ausreichen, kann sich auf die Spiel-Applikation „Blowback: Die Suche“ freuen, die bald kostenlos zum Download zur Verfügung stehen soll. Die Geschichte um die Journalistin Julia Khourim aus dem Hörspiel wird dabei in einem Klang-Game weitergeführt, bei dem es heißt: Ohren spitzen! Nur mit Kopfhörern soll der Spieler die reine 3D-Geräuschwelt erfahren können und sich mit der Journalistin durch den Klangraum eines Unterwasserhotels bewegen. Sie ist auf der Suche nach — ja, nach was? Oder nach wem? Die Antwort auf diese Frage gibt es im Hörspiel. Deutschlandradio Kultur sendet am Montag eine Wiederholung von „Blowback: Der Auftrag“ um 21.30 Uhr. Für Ungeduldige gibt es das Hörspiel schon online zum Nachhören.

Ein spannendes Making-of gibt es an dieser Stelle:

Fundstück: The Travel Episodes

TravelEpisodes Screenshot

„Welcome to Somalia“ – die erste
Reportage auf The Travel Episodes.
Foto: Screenshot der <a

Im November letzten Jahres ist mit The Travel Episodes ein neues Projekt online gegangen, das eindrucksvoll zeigt, welche Möglichkeiten das digitale Erzählen zu bieten hat. The Travel Episodes ist ein Reiseblog, das sich einem neuen Format, dem sogenannten Scrollytelling, bedient. Im monatlichen Rhythmus erscheinen hier Multimedia-Reisereportagen, bei denen in Text, Bild und Video von den Erlebnissen auf Reisen berichtet wird. Gegründet wurde das Projekt vom Malik Verlag (Piper) und Johannes Klaus, der sich als Reiseblogger bereits mit „Reisedepesche“ (Grimme Online Award 2011) und als Gründer der Reisblog-Plattform Reisedepeschen einen Namen gemacht hat. Inspiriert wurde Johannes Klaus – wie er in einem Gespräch mit der Reisebloggerin Gesa Neitzel verrät – von den Multimedia-Reportagen der NY Times Snow Fall und A Game of Shark and Minnow.

Auch wir sind Charlie

Charliehebdo.fr nach den Anschlägen. CC-BY-NC-SA 4.0 Linda Englisch

Charliehebdo.fr nach den Anschlägen.
CC-BY-NC-SA 4.0
Linda Englisch

Nach den Anschlägen in Frankreich haben die Reporter ohne Grenzen ein Online-Kondolenzbuch eingerichtet, das später auch gedruckt und der französischen Botschaft überreicht werden soll. Auch wir haben uns eingetragen: „Für uns als Blogger, aber auch als Bürgerinnen, sind die Meinungs- und Pressefreiheit von ganz elementarer Bedeutung. Nach dem Angriff auf das Magazin Charlie Hebdo und der Geiselnahme in einem Pariser Supermarkt sind wir mit unseren Gedanken bei den Opfern und ihren Familien sowie bei der Redaktion, die mit der neuen Ausgabe des Magazins ein wichtiges und mutiges Zeichen gesetzt hat. Nous aussi, nous sommes Charlie.“

Zeitgenössisches Entertainment: Das Endgame-Universum

Freys neuster Roman "Endgame" Foto: Oetinger Verlagsgruppe

Freys neuster Roman „Endgame“
Foto: Oetinger Verlagsgruppe

Mit der Veröffentlichung von James Freys neustem Roman „Endgame: Die Auserwählten“ Ende letzten Jahres hat das interaktive Storytelling ein neues Level erreicht. Denn neben dem eigentlichen Werk in gedruckter Form komplettieren eine globale Schatzsuche, ein Augmented Reality Game sowie eine Reihe E-Books und eine Filmtrilogie das Endgame-Universum. Ein crossmediales Abenteuer also, das innovativ und zukunftsweisend daherkommt, gleichzeitig aber die Frage aufwirft, ob solch ein Angebot über den Roman hinaus wirklich wahrgenommen wird. Weiterlesen

Fundstück: Lesen und lesen lassen

Der Spiegel: "Lesen und lesen lassen"

Der Spiegel:
„Lesen und lesen lassen“

Verschwindet die Lesekultur wie wir sie kennen? Computer, Tablets und Smartphones sind neben das bedruckte Papier getreten. Die Ausgabe 50/2014 des Spiegels hat für die Titelstory „Lesen und lesen lassen“ mit Experten für Künstliche Intelligenz, Hirnforschern, Lehrern, Verlegern und Buchhändlern gesprochen. Das Fazit: Die Revolution sei kein Grund zur Sorge, sondern ein Aufruf zum Umdenken.

 

Christiane Frohmann im Interview auf der E:Publish 2014

Christiane Frohmanns und Leander Wattigs neues Projekt Corso Digital, das sie auf der E:Publish 2014 vorgestellt haben, steht ganz im Zeichen des Vernetzungsgedankens. Im digitalen Literaturbetrieb sind sie Vorreiter: Frohmann als Digitalverlegerin und Initiatorin des Katersalons und Wattig als Herausgeber von Ich mach was mit Büchern und Gründer der Publishing-Stammtischreihe Pub ’n‘ Pub. Was sich nun hinter „Corso Digital“ und dessen Leitspruch „mobilis in mobile“ verbirgt, erklärt uns Christiane Frohmann im Interview.

 

Fundstück: Die Hanser Box

Mit dem E-Book-Projekt „Hanser Box“ hat der Münchner Hanser Verlag im Oktober ein interessantes Konzept in die digitale Lesewelt geworfen. Jede Woche erscheint ein neues E-Book. Es handelt sich um Texte aus unterschiedlichen Genres, die für ein Buch zu kurz und für eine Zeitung zu lang sind – eben im E-Book-Format. Geschrieben werden sie von Autoren aus dem namhaften Verlags-Portfolio sowie von neuen Autoren. Die E-Books sind günstig, ein Abo gibt es nicht. Die Idee von Verleger Jo Lendle ist nicht völlig neu, aber immerhin denkt sie die Besonderheiten des E-Books mit.