Im Internet geht es oft schneller, interaktiver und dynamischer zu als in den „traditionellen“ Medien. Konzepte wie Dauerhaftigkeit, Langlebigkeit und auch Erinnerung scheinen mit diesen medialen Voraussetzungen eher im Widerspruch zu stehen. Aber wohin führt dieser Widerspruch auf der künstlerischen Reflexionsebene der Netzliteratur? Gibt es dort neue Möglichkeiten, Erinnerungen darzustellen und sie zu produzieren? Und was ist eigentlich diese Netzliteratur? Digitur-Redakteurin Kristina Petzold hat ihre Masterarbeit zu diesem Thema in eine interaktive Präsentation verwandelt. Sie kann sowohl als durchgängiges Video als auch durch Weiterklicken angeschaut werden.
Licht am Ende des Tunnels – Das Projekt Buchlichter

Buchlichter bietet Beratung beim Kauf von E-Books für Kinder und Jugendliche. Bild: CC BY-NC-ND Jonas Tana
„Kann ich Ihnen helfen?“, fragt eine freundliche Buchhändlerin einen Vater, der offensichtlich verzweifelt vor schier endlosen Bücherregalen steht. „Gerne!“ Erleichterung macht sich breit, die Verkäuferin berät und tut ihr Bestes, damit der Vater schlussendlich das passende Buch für sein Kind in den Händen hält.
Auf diese Weise funktionieren Beratung und Verkauf im stationären Buchhandel, doch beim Bücherkauf im Internet sieht die Welt ganz anders aus: Das persönliche Gespräch und vor allem die kompetente Beratung fehlen.Natürlich könnte man sich auf die Kommentare bei Amazon verlassen, nur Bücher der einschlägig bekannten Kinderbuchautoren kaufen oder eben weiterhin ausschließlich im stationären Buchhandel einkaufen. „Das muss doch nicht sein!“, dachten sich wohl Anna Karina Birkenstock und Caspar Armster, als sie die Idee zu ihrem Projekt Buchlichter hatten.
Fundstück Nr. 95: Graphic Novel in digital und als Bewegtbild

Düstere Stimmung verspricht das Cover der Graphic Novel „Turmspringer“.
Ein unbekannter Held in einer Graphic Novel über Macht und Verantwortung, Liebe, Hoffnung und Tod – das ist die Comic-Serie „Turmspringer“ vom Autorenduo Blechstern. Illustratorin Zlata Pasalic und Autor Seb Kühne schreiben „eine Story über drei Generationen, über das, was man ist, von den Karten, die man am Start in die Hand gedrückt bekommt und wie man sie deswegen ausspielt – oder destotrotz“.
Um die Geschichte um den „Turmspringer“ Konrat Morgen weiterführen zu können, benötigen Blechstern einen englischen Übersetzer, der mit Hilfe der Crowdfunding-Plattform Startnext finanziert werden soll. Der englischsprachige Markt für Graphic Novels ist noch immer finanzstärker als der deutsche und die Akzeptanz gegenüber digitalen Produkten ist dort deutlich höher, denn der „Turmspringer“ erscheint nur als digitales eBook. Eine Printausgabe gibt es nur für diejenigen, die sich am Crowdfunding beteiligen. Einen ersten Einblick in das Projekt bietet der Vorläufer der Serie, hier als Motion Comic zu sehen.
Von Tilman Rammstedt gibt es #morgenmehr
Morgen mehr. Das ist nicht nur der Titel von Tilman Rammstedts neuem Roman. Es bringt auch auf den Punkt, was die gespannte Leserschaft erwarten kann. Denn Morgen mehr erscheint nicht einfach so in den Buchhandlungen. Im November wurde das Hanser-Projekt auf der Crowdfunding-Plattform Startnext angekündigt. Diesen Montag ging es los. Tillmann Rammstedt veröffentlicht von nun an jeden Tag zwei Seiten seines neuen Romans online. Abonnenten können den Schreibprozess des Autors dabei von Anfang an mitverfolgen.

© Carl Hanser Verlag
Fundstück: „Tiefsommer“ – Ein Sehbuch
Ihr gehört zu den Leuten, die Literatur zwar mögen, oft aber keine Lust aufs Lesen haben? Dann könnte der Autor und Journalist Jesko Habert und sein Team die perfekte Lösung für euch haben: ein Sehbuch. Das Projekt „Tiefsommer“ dreht sich um das von Habert verfasste Buch „Tiefsommer“, das zwischen magischem Realismus und fantastischer Gegenwartsliteratur anzusiedeln ist und sich um die Themen Revolution und Fantasie dreht. Das Ziel: ein Hörbuch für alle Sinne entstehen zu lassen. Acht erfahrene Poetry Slammer lesen dazu 10 – 15 minütige Szenen ein, die, anders als bei einem reinen Hörbuch, durch Filmmaterial ergänzt werden. Die Bilder, die die Worte passend ergänzen, machen das Sehbuch so zu einem ganz besonderen Erlebnis für die Zuschauer. Der Clou dabei: Das Ergebnis soll in wöchentlichen Episoden über Online Videoportale wie youtube und vimeo frei zugänglich gemacht werden.
Insgesamt ein ambitioniertes Projekt, das zurzeit noch in den Startlöchern steht. Für alle Leser, die gerne sehen, hören und wahrnehmen, lohnt sich ein Blick in die Leseprobe!
https://www.youtube.com/watch?v=EgA-k0FAtng
Fundstück: Programmieren lernen für die ganz Kleinen

Programmieren ist in der heutigen digitalen Zeit kein Fremdwort mehr. Bild: CC0
Die Kinder der heutigen Zeit sind zweifelsohne Digital Natives. Smartphones, Tablets und auch Laptops sind ständige Begleiter, für wohl kaum ein Kind etwas Unbekanntes.
Damit all die neuen Techniken und Anwendungen funktionieren, die zu den täglichen Begleitern geworden sind, gehört eines unabdingbar dazu: das Programmieren. Dass das nun auch schon die Kleinsten lernen können, beweist Lego Education WeDo 2. Spielerisch sollen Grundschüler an das Programmieren herangeführt werden. Das Konzept sei an das des Lehrplanes angepasst. So besteht die Aufgabe zum Beispiel darin, Robotik-Modelle mit Lego-Steinen zu bauen und Programmiersteine, Motoren und Sensoren zu integrieren.
Programmieren können schon mit 7 Jahren – Für den späteren Lebenslauf sicher nicht schlecht 😉
Digitur wünscht frohe Festtage!

Screenshot: Anmeldung zur WhatsApp-Weihnachtsgeschichte vom Bistum Essen
„Morgen, Kinder, wird’s was geben…“ Auch die Digitur-Redaktion gönnt sich nun eine kleine Weihnachtspause. Aber keine Sorge, schon Anfang Januar sind wir wieder zurück. Wir wünschen allen Digitur-LeserInnen von Herzen ein tolles Weihnachtsfest und auch einen guten Start in das neue Jahr 2016. Und damit die Pause nicht allzu lang wird, haben wir noch ein paar schöne Fundstücke rund um die (digitale) Weihnachtsgeschichte gesammelt. Weiterlesen
Der Digitur-Jahresrückblick 2015

Pixabay/Kaffee, Public Domain
2015 geht in die letzte Runde und wir fragen uns, was dieses Jahr eigentlich gebracht hat. Wofür steht 2015? Wird es als Star-Wars-Jahr in die Geschichte eingehen? Oder doch als das Jahr des „Wir-schaffen-das“? Antworten aus aller Welt gibt’s auf Twitter unter dem Hastag #2015In5Words. Die Antwort der Digitur-Redaktion haben wir in unserem Jahresrückblick zusammengefasst. Viel Spaß mit unseren Highlights der digitalen Literaturwelt 2015. Weiterlesen
Fundstück: Sammelband „Pwning Tomorrow“

Cover des Sammelbandes „Pwning Tomorrow“
„Imagination is among the most powerful tools in the battle for Internet freedom.“ Dieser Meinung sind die Aktivisten der Electronic Frontier Foundation. Deshalb haben sie jetzt bei ihrem Einsatz für die Einhaltung der Grundrechte im Netz zu einer besonders kreativen Form gegriffen, die auch noch eine literarische ist: Mit „Pwning Tomorrow“ veröffentlichen sie einen Sammelband fiktionaler Kurzgeschichten, die sich in guter Science-Fiction-Tradition kritisch mit der Zukunft der Technik auseinandersetzen. An dem Projekt beteiligt waren Autoren wie Cory Doctorow, Bruce Sterling, Lauren Beukes und Charlie Jane Anders. Der Band kann kostenlos heruntergeladen werden und steht unter CC-Lizenz.
Theater und Gaming auf dem Next Level-Prüfstand
Gaming und Theater sind zwei völlig unterschiedliche Sparten. Unterschiedliche Produkte, für unterschiedliche Zielgruppen. Oder doch nicht? Gibt es nicht vielleicht doch crossmediale Überschneidungen? Am 2. und 3. Dezember wurde das Dortmunder U zum dritten Mal Spielort für die Next Level Conference zum Thema Kultur, Kunst, Bildung und Wirtschaft von Computerspielen. Weiterlesen

