Kein Weihnachten ohne Bücher! Teil 4

Wer einen Adventskranz besitzt, darf ab heute alle vier Kerzen anzünden. Bild: CCO pixabay

Morgen ist es endlich so weit: Heiligabend steht vor der Tür. In vielen Haushalten steht am 24. Dezember vormittags aber noch einiges an. Denn das Essen für die Weihnachtsfeiertage will vorbereitet, letzte Geschenke eingepackt und die Wohnung aufgeräumt und geputzt werden. Wer bis dahin, an den Feiertagen, oder zwischen den Jahren einen Moment der Ruhe findet, kann sich hier unsere fünf letzten Buchempfehlungen für die kalte Jahreszeit anschauen:
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#verlagegegenrechts: Für die Politisierung der Buchbranche

Unter dem Hashtag #verlagegegenrechts setzt die Kampagne auch im Netz Zeichen.
Bild: http://verlagegegenrechts.de/

Die aktuellen politischen Diskussionen bezüglich des Rechtsextremismus in unserer heutigen Gesellschaft gehen auch an der Verlagswelt nicht vorüber. Bereits 2016 hat das Aktionsbündnis #verlagegegenrechts erste Aktionen auf der Leipziger Buchmesse gestartet, um gegen rassistische Gedanken zu protestieren.  Das Netzwerk #verlagegegenrechts bringt Menschen zusammen, die sich in der Verlagsbranche politisch einsetzen und die Präsenz nationalistischer und rassistischer Verlage, Verleger*innen und ihren Autor*innen kritisieren.

Über 80 Verlage, 200 Einzelpersonen und Initiativen haben sich mittlerweile dem Bündnis angeschlossen. Dazu gehören unter anderem die Büchergilde Gutenberg, der Büchner-Verlag sowie die Heinrich-Böll-Stiftung e.V. Das ganze Jahr über diskutiert das Bündnis auf Podien und plant weitere Aktionen. Vor allem aber organisiert es Veranstaltungen auf der Frankfurter und Leipziger Buchmesse. Dass es wichtig ist, sich gegen rassistische Gedanken einzusetzen und zu protestieren, zeigt die Kampagne auch auf der eigenen Website und Facebook-Seite. Dort werden Veranstaltungen angekündigt und aktuelle Statements und Positionen geteilt. Auf der Website finden sich regelmäßig Blogbeiträge, die zeigen: Es ist wichtig sich gegen Rechts zu positionieren und sich für eine Politisierung der Buchbranche einzusetzen. Darüber hinaus gibt es regelmäßige Treffen der aktiven Teilnehmer, bei denen anstehende Veranstaltungen geplant werden.

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Autoren auf der Leinwand

Immer mehr Filme thematisieren das Leben von Autor*innen und erscheinen in den Kinos. Bild: CCO pixabay

Winterzeit ist Kinozeit. Nicht ohne Grund kommen im November und Dezember immer viele Filme in die Kinos. Dabei ist es oft der Fall, dass Bücher verfilmt werden oder Material für Spielfilme bilden. Man betrachte nur den zweiten Teil der Reihe Phantastische Tierwesen, der auf der wunderbaren Harry Potter-Welt von J. K. Rowling beruht.

Doch auch die Schriftteller*innen selbst werden gerne in Filmen thematisiert. So kommt ab dem 6. Dezember der Film Astrid in die deutschen Kinos. Nachdem Lindgrens Kinderklassiker wie Michel, Pippi Langstrumpf und Ronja Räubertochter bereits verfilmt wurden, illustriert dieser Film nun das Leben der berühmten schwedischen Kinderbuchautorin und betrachtet dabei vor allem auch ihre Schwierigkeiten als alleinerziehende Mutter.

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Fundstück: Crowdsourcing-Kampagne

Wer möchte, kann die Österreichischen Nationalbibliothek tatkräftig unterstützen. Bild: CCO pixabay

Mit ihrer ersten Crowdsourcing-Kampagne „Österreich aus der Luft“ sucht die Österreichische Nationalbibliothek Hilfe bei der digitalen Verschlagwortung von historischen Luftbildern. Es handelt sich dabei um knapp 5.000 digitalisierte historische Luftbilder aus den 1930er Jahren, welche Österreich in der Zwischenkriegszeit zeigen. Nutzer können der Nationalbibliothek online in fünf Aufgaben-Kategorien helfen. Die Schwerpunkte sind hierbei „Wissen sammeln“ und „Wissen überprüfen“. Die Aufgaben sind die Kategorisierung der Luftaufnahmen, das Tagging, bei dem der*die User*in die Bilder mit freien Stichworten beschreibt und die Verortung der Bilder. Die Kategorien vier und fünf widmen sich der Überprüfung der Verortung und Tags.

Auf dem Crowdsurfing-Portal kann sich jede*r beteiligen, der*die an der Erschließung des historischen Bildbestands mitarbeiten möchte. Ziel ist es, die Bilder für alle nutzbar zu machen, damit sie auch besser gefunden werden können. Die Nationalbibliothek freut sich über jede Hilfe. Durch das Crowdsourcing und Dank der Digitalisierung haben Bibliotheken heutzutage viel mehr Möglichkeiten ihren Bestand zu erschließen.

Fundstück: Peter Wawerzinek ist Poet in Residence in Essen

Peter Wawerzinek ist in diesem Monat Poet in Residence in Essen. Bild: Andreas Erb

Es ist wieder so weit: Der Poet in Residence der Universität Duisburg-Essen steht vor der Tür. Vom 11. bis zum 15. Juni ist der Schriftsteller Peter Wawerzinek auf dem Campus Essen zu Gast und gibt in seinen Poetikvorlesungen Einblick in die Arbeit als Schriftsteller. Die Woche steht unter dem Motto „Schreiberling sein ist nicht schwer“ und beginnt am Montag, den 11.6. mit einer Poetikvorlesung unter dem Titel „Am Beginn liegt der Stift in der Hand – wann werden daraus Bücher?“. Am Dienstag heißt seine Poetiklesung „Über das Schreiben, den Haushalt und die Pflege der Worte“ und am Mittwoch „Wie schwer und wie einfach ist es, mit oder ohne den Literaturbetrieb zu leben?“. Alle Vorlesungen beginnen um 16 Uhr und sind im Glaspavillon (R12 S00 H11) der Universität Duisburg-Essen (Campus Essen). Am Mittwoch, 13. Juni wird es außerdem um 19:30 Uhr eine Lesung des Autors aus seinen Büchern geben.

Peter Wawerzinek hat zahlreiche Werke verfasst. 2010 erhielt er für seinen Romanauszug „Rabenliebe“ den Ingeborg-Bachmann Preis. Im gleichen Jahr stand der Roman auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Für 2019/2020 wurde ihm neben anderen Autor*innen ein Literaturstipendium in der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom vergeben. Das Stipendium soll hochbegabten Künstler*innen ermöglichen, sich in Italien künstlerisch weiterzuentwickeln.

Fundstück: Lesekreise für den Deutschen Buchpreis 2018

Für den Deutschen Buchpreis können nun auch ausgewählte Lesekreise die Longlist besprechen. Bild: https://www.deutscher-buchpreis.de

Der Deutsche Buchpreis wird in diesem Jahr am 8. Oktober verliehen. Bereits seit Februar stehen die sieben Jurymitglieder fest. Nun können auch Lesekreise die Longlist des Buchpreises besprechen, denn zum ersten Mal haben fünf Lesekreise die Möglichkeit offizieller Lesekreis des Deutschen Buchpreises zu werden. Gesucht werden Lese- und Literaturkreise für Erwachsene, die sich seit mindestens einem Jahr regelmäßig treffen und über Literatur austauschen. Interessierte Gruppen können sich bis zum 27. Mai bewerben.

Nachdem am 14. August die Nominierten bekannt gegeben werden, erhalten die fünf ausgewählten Kreise das Longlist-Lesebuch, welches Auszüge aus allen 20 Titeln enthält. Zudem besteht die Möglichkeit kostenlos nominierte Titel zu bestellen. Voraussetzung für die Teilnahme ist außerdem, dass die Lesekreise bis Weihnachten 2018 einen Beitrag zu ihren Aktivitäten rund um die nominierten Titel veröffentlichen. Die Form der Veröffentlichung können die Kreise selbst frei wählen. Das können beispielsweise eine Buchkritik für den Deutschen Buchpreis Blog, eine Rezension auf der eigenen Website oder Posts für die Social-Media-Kanäle des Deutschen Buchpreises sein.

Weitere Informationen und Teilnahmebedingungen sowie die Bewerbungsanschrift sind der Website des Deutschen Buchpreises zu entnehmen.

Fundstück: Neues Netzwerk der Literatur

Das Netzwerk plant viele Veranstaltungen rund um die Literatur im Ruhrgebiet. Bild: CCO pixabay

In der vergangenen Woche hat sich im Essener Kulturzentrum Grend ein Netzwerk für literarische Akteure im und aus dem Ruhrgebiet gegründet. Es umfasst momentan 30 Stiftungen, Festivals und Einrichtung aus dem Ruhrgebiet wie beispielsweise das Bochumer Krimiarchiv, das Westfälische Literaturbüro in Unna oder das Dortmunder Fritz-Hüser-Institut.

Das Netzwerk bietet einerseits einen Austausch der verschiedenen Akteure und möchte andererseits die literarische Szene innerhalb des Ruhrgebiets sichtbar und öffentlich machen. Hierfür sollen unter anderem ein gemeinsames Dachmarketing eingerichtet, aber auch verschiedene Veranstaltungen im Ruhrgebiet organisiert werden. Das Netzwerk möchte dabei kontinuierlich wachsen.

Digitalisierung trifft Theater

Wenn der Vorhang sich öffnet und das Theaterstück beginnt, erleben wir auch auf der Bühne immer mehr Digitalisierung . Bild: CCO pixabay.com

Filmausschnitte, die mit einem Beamer an die Wand projiziert werden, Schauspieler mit Smartphones und Laptop in der Hand, Roboter auf der Bühne. Die Digitalisierung hat auch das Theater längst erreicht. Schon seit Jahren wird das klassische Schauspiel auf der Bühne mit den Techniken von heute verknüpft. So können beispielsweise Filmausschnitte zeigen, was in der Vergangenheit stattgefunden hat, wie verschiedene Zwischenhandlungen aussehen und was sich hinter der Bühne abspielt. Erst neulich wurden bei einer Ballettaufführung des Schwanensees im Aalto-Theater in Essen plötzlich künstlerisch gefilmte Szenen gezeigt, die die Verwandlung des Schwans dargestellt haben.

Doch es geht mittlerweile weit über Filmausschnitte hinaus. Das Berliner Theaterkollektiv Manufaktur hat beispielsweise in seiner Produktion Pinocchio 2.0 seine Pinocchio-Figur durch einen Androiden ersetzt. Die Geschichte von Carlo Collodi wird auf der Bühne also mithilfe eines Roboters erzählt und in das Jahr 2084 versetzt. Literatur trifft Theater und Theater trifft Digitalisierung Mithilfe von Robotern. So könnte man es nennen.

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Fundstück: Kleist-Preis 2018 geht an Christoph Ransmayr

Der Kleist-Preis wird jedes Jahr verliehen. Bild: CCO pixabay.com

Der Kleist-Preis geht in diesem Jahr an den Wiener Schriftsteller Christoph Ransmayr. Seine drei großen Romane Die Schrecken des Eises und der Finsternis (1984), Die letzte Welt (1988) und Morbus Kitahara (1995) bekamen auch international Anerkennung und „entwerfen eine hintergründige Topographie, in der sich historische Orte mit mythischen Landschaften überlagern“, so die Kleist-Gesellschaft.

Am 18. November wird der Kleist-Preis an Christoph Ransmayr in Berlin während einer Matinée im Deutschen Theater übergeben, die von Ulrich Khuon und Ulrich Beck arrangiert wird. Die Laudatio für Ransmayr hält der ungarische Kunsttheoretiker, Literaturkritiker, Essayist und Übersetzer László Földényi. Dieser war in diesem Jahr die von der Jury der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft gewählte Vertrauensperson und bestimmte Ransmayr zum Preisträger für 2018. Der Kleist-Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird jährlich verliehen.

Fundstück: Braille-Festival kommt 2019 nach Leipzig

Das Louis Braille-Festival feiert die Blindenschrift. Bild: DBSV/Friese

Das Louis Braille Festival kommt im nächsten Jahr nach Leipzig. Das Begegnungsfest für blinde, sehbehinderte und sehende Menschen ist nach dem Erfinder der weltweiten Blindenschrift Louis Braille benannt und findet bereits zum vierten Mal statt. Die Deutsche Zentralbücherei für Blinde (DZB) in Leipzig feiert 2019 ihren 125. Geburtstag und lädt aus diesem Grund gemeinsam mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV) zu einem einzigartigem Fest ein. Vom 5. Bis 7. Juni 2019 gibt es ein vielfältiges Programm mit Konzerten, Punktschrift-Lesungen, Hörfilm-Kino und mehr. Menschen mit und ohne Behinderungen sowie Leipziger Institutionen gestalten das Festival und feiern damit die Inklusion.

Louis Braille erfand 1825 die weltweit verbreitete Braille-Schrift für Blinde und ermöglichte so sehbehinderten Menschen das Lesen. 1894 wurde die Deutsche Zentralbücherei für Blinde gegründet. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht blinden und sehbehinderten Menschen das Lesen von Büchern und Zeitschriften zu ermöglichen und bietet knapp 18.000 Werke in der Braille-Schrift sowie mehr als 40.000 Hörbücher an. Die Angebote liegen in der Bildungs-, Informations- und Unterhaltungsliteratur.
Mit dem Braille-Festival bekommt Leipzig neben der Buchmesse im nächsten Jahr ein weiteres tolles Festival.