Fundstück: Der digitale Kongress #dvpw15

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Auf Twitter und unter dem Hashtag #dvpw 15 wird live vom Konferenzgeschehen berichtet.
Bild: CC BY-SA Lisa-Marie Reingruber

Heute beginnt an der Universität Duisburg-Essen der 26. wissenschaftliche Kongress der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW). Online hat die Veranstaltung bereits vor einigen Wochen begonnen: „Vorsicht, Neuland – erstmalig wird ein DVPW-Kongress mit einem eigenen Weblog begleitet. Wir verstehen die Berichterstattung als Experiment und wollen damit einen Beitrag zur ‚wissenschaftsadäquaten‘ Nutzung sozialer Medien leisten.“ So heißt es auf dem Kongress-Blog, der von einem vierköpfigen Medienteam bespielt wird (in dem sich u.a zwei Digitur-Redakteurinnen wiederfinden). Die digitale Begleitung von Konferenzen hat sich in Deutschland längst noch nicht etabliert und es wird interessant sein zu sehen, ob und inwieweit die über 800 erwarteten TeilnehmerInnen und ReferentInnen die Möglichkeiten der Online-Wissenschaftskommunikation nutzen werden.

Fundstück: Das Kriminalspiel „Her Story“

Diesen Sommer ist das Computerspiel „Her Story“ von Entwickler Sam Barlow erschienen. Das Spiel ist eine interaktive Kriminalgeschichte mit klassischem Thema: ein Mann wurde umgebracht, die Ehefrau wird verdächtigt. Die Erzählweise jedoch ist alles andere als klassisch. Die Spieler bekommen eine kurze Filmsequenz zu sehen, in der die Verdächtige verhört wird. Durch eingeben von Begriffen in eine Suchmaske, beispielsweise Namen, die die Verdächtige nennt, können die Spieler auf weitere Videos zugreifen. So müssen sie nach und nach die Puzzelteile des Mordfalles zusammensetzen. Der Clou: Es gibt keine Lösung. Das Spiel hat kein Ende und keine vorgegebene Abfolge. „Her Story“ ist damit eine Weiterentwicklung der in den 90ern populären „Hyperfictions“, nicht-lineare Erzählungen, denen die Leser am Computer über Links folgen konnten.

Digitalliteratur als eine neue Kunstform – Tina Giesler über ihr Projekt „Dembelo“

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Das Logo ist wie das Projekt noch eine Skizze.

Tina Giesler ruft zum Umdenken auf und folgt ihrem eigenen Aufruf gleich selbst. Dembelo heißt ihr aktuelles Projekt, mit dem sie die digitale Literatur neu bzw. überhaupt erst erfinden will. Denn die meisten eBooks sind für Giesler nicht mehr als „digitale Sicherheitskopien von Büchern“ und kein geeignetetes Format, Literatur ins Digitale zu überführen. Das war bereits Thema beim 10. Publishing-Stammtisch Pub’n’Pub POTT, wo sie über Fanfiction als vernetztes und damit digitales Publizieren bzw. Lesen sprach. Wo die Probleme der gegenwärtigen „Digitalliteratur“ liegen, wie eine neue Art digitaler Literatur aussieht und was sich hinter ihrem Projekt verbirgt, darüber haben wir mit Tina Giesler gesprochen. Weiterlesen

Fundstück: „Graphicatessen“ – Carlsen trifft auf die Netzgemeinde

Unter dem Label Graphicatessen findet sich der Carlsen Verlag neuerdings auf der Crowdfunding-Plattform startnext.com. Hier kann die Netzgemeinde seit dem 01. September die Realisierung der ersten zwei Buchprojekte unterstützen: die Luxusausgabe des Comics „Alisiks wunderbare Welt“ von Hubertus Rufledt und Helge Vogt sowie die „Comic-Koch-Box deluxe“ des Zeichners Guillaume Long. Dabei handelt es sich um „außergewöhnliche & exklusive Comic-Projekte“, die ohne die Schwarmfinanzierung nicht ins klassische Verlagsprogramm gelangen würden. Markus Streichardt lobt die Kooperation zwischen Startnext und dem Hamburger Verlag. „Denn damit macht Carlsen als erster großer Verlag den wichtigen Schritt und bindet die Leser bei der Entstehung neuer Bücher ein. Dank Crowdfunding bewegen sich somit Verlag, Autoren und Leser aufeinander zu und begegnen einander auf Augenhöhe.“ Hintergründe und Informationen zu den Buchprojekten, Interviews mit den Autoren sowie Einblicke hinter die Kulissen eines Crowdfunding-Projekts gibt es zudem auf dem Blog Crowd & Rüben.

Digitale Trauer – Wie das Web 2.0 mit dem Tod umgeht

Trauernde verarbeiten den Verlust oft auch mit Hilfe von Gedenkseiten. Bild: CC0

Trauernde verarbeiten den Verlust oft auch mit Hilfe von Gedenkseiten. Bild: CC0

Schöne Momente niemals vergessen, Freunde und Familienmitglieder nicht verschwinden lassen – Erinnerungen an Verstorbene helfen bei der Trauerbewältigung. Doch oftmals verblassen die Erinnerungen an die geliebten Menschen mit den Jahren, ungewollt. An jede Einzelheit (das Lächeln, Gesten und Mimiken) kann sich vermutlich nicht mehr genau erinnert werden. Das Web 2.0 bietet Trauernden eine Form, mit dem Tod umzugehen und hält  dabei Momente fest, die eine authentische Vorstellung des Verstorbenen bewahren.
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Fundstück: Juristische Hilfe für das Forschen in der digitalen Welt

Mit den Digital Humanities gewinnt die quantitative Auswertung von Daten zunehmend an Bedeutung für die Geistes- und Kulturwissenschaften. Die Verwaltung von Zugriffs- und Nutzungsrechten muss neu und anders gedacht werden. Eine aktuell veröffentlichte juristische Handreichung für das Forschen in der digitalen Welt, verfasst von John Weitzmann und Paul Klimpel (iRights.Law), gibt Geistes- und KulturwissenschaftlerInnen einen Überblick über die rechtlichen Bestimmungen und Risiken im Zusammenhang mit der Veröffentlichung und Nachnutzung von Erkenntnissen und Forschungsdaten.

HOTLIST 2015 – Eine Auszeichnung der unabhängigen Verlage

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Auf die Liste schaffen es allein Bücher aus unabhängigen Verlagen.

Die HOTLIST 2015 steht seit gestern fest. Sie wurde 2009 von zwanzig deutschsprachigen Verlagen ins Leben gerufen und versammelt die zehn besten Bücher aus unabhängigen Verlagen. Sie gilt als Reaktion auf den Deutschen Buchpreis, dem häufig der Vorwurf gemacht wurde, hauptsächlich Bücher aus großen, renommierten Verlagen auszuzeichnen. Umso größer dürfte die Freude über die diesjährige Longlist des Deutschen Buchpreises ausfallen, auf der sich gleich mehrere Titel aus unabhängigen Verlagen finden. Grund zur Freude haben auch Anke Stelling und Kai Weyand, deren Romane „Bodentiefe Fenster“ (Verbrecher Verlag) und „Applaus für Bronikowski“ (Wallstein Verlag) für die Longlist sowie für die HOTLIST nominiert wurden. Weiterlesen

Fundstück: Blogger für Flüchtlinge – Menschen für Menschen

#bloggerfuerfluechtlinge

Die Blogosphäre solidarisiert sich mit Flüchtlingen.

Die Kontroverse um Flüchtlingspolitik ist medial aktuell allgegenwärtig. Das Thema scheint zu polarisieren: Eine Welle an Hilfsbereitschaft, die sich vielerorts abzeichnet, stößt auf Gruppierungen sogenannter „besorgter Bürger“ und „Asylkritiker“ bzw. auf Fremdenfeindlichkeit und Gewalt. Auf die Welle der Hilfsbereitschaft ist nun auch die Blogosphäre aufgesprungen, die ihre Solidarität mit Flüchtlingen kundtut. Vor einigen Tagen riefen Paul Huizing, Karla Paul, Nico Lumma und Stevan Paul die Initiative Blogger für Flüchlinge – Menschen für Menschen ins Leben. Die Spendenaktion, die zunächst nur dem Verein Moabit hilft zugute kommen sollte, ist auf eine so große Resonanz gestoßen, dass nun auch weitere Projekte in ganz Deutschland mit den Spenden unterstützt werden. Buch-, Food-, Politik- oder Modeblogger, themenunabhängig wollen Blogger – und wollen auch wir – ein Zeichen für Solidarität und Hilfsbereitschaft setzen. Mehr davon! #bloggerfuerfluechtlinge.

Fundstück: Kunstwerke aus Pixeln

Einige Kunstwerke des ITAF 2015. Quelle: Screenshot http://www.teletextart.com/de/artists/karin-ferrari/

Einige Kunstwerke des ITAF 2015. [Screenshot: teletextart.com]

Welche Sendung kommt denn im Anschluss, wie sind die aktuellen Fußball-Ergebnisse und was ergab eigentlich die Ziehung der Lottozahlen?
Mal ehrlich, wer hat sich solche Fragen beim Fernsehen nicht schon einmal gestellt? Zumeist wird das Internet bzw. Smartphone oder Tablet genutzt, um Antworten zu finden. Aber auch der Teletext kann in eben solchen Situationen als Informationsquelle dienen. Dass dieser aber viel mehr kann, zeigt die gerade stattfindende ITAF. Hinter diesem Kürzel verbirgt sich das Internationale Teletext Art Festival. Noch bis zum 13. September dieses Jahres sind die Kunstwerke in Pixeln zu sehen.
Kann (Tele-)Text auch Kunst sein? Das kann ein jeder für sich selbst herausfinden und für seinen Favoriten abstimmen. Einer der Künstler wird von einer Experten-Jury ausgezeichnet.

Aktuelles aus der Redaktion

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Digitur ist in der Prüfungszeit.
Bild: CC0

In den letzten Wochen war es auf Digitur etwas ruhiger als üblich. Der Großteil des Redaktionsteams kämpft derzeit mit Prüfungen, Masterarbeiten und anderen Projekten, deren Deadlines bedrohlich nahe gerückt sind. Die Arbeit am Blog hatte so häufig das Nachsehen. Das tut uns sehr leid! Digitur wird vermutlich auch in den nächsten Wochen noch etwas auf Sparflamme laufen müssen, aber sobald die Prüfungszeit gemeistert ist, sind wir auch wieder voll dabei. Solange heißt es, dem Feind jeder Hausarbeit, der Prokrastination, den Kampf anzusagen – zum Beispiel mit praktischen Apps, die das Arbeiten optimieren. Da das bekanntlich nicht immer funktioniert, hier noch ein weiterer Tipp, um während unproduktiver Zeiten nicht zu verzweifeln: