Fundstück: „Unorthodox“

Mit der neuen Serie „Unorthodox“ auf Netflix lässt sich die Quarantäne-Zeit besser überbrücken. Bild: Pixabay

In Zeiten der Corona-Krise gehen die Streaming-Anbieter viral. Netflix hat nun eine neue Serie auf den Markt gebracht, die das Leben in einer orthodoxen jüdischen Gemeinde thematisiert. „Unorthodox“ ist der Name der neuen Serie, die derzeit eine der meistgesehenen  auf Netflix ist.

Esty, die eigentlich Esther heißt, ist Teil der chassidischen Gemeinde Satmar, die von ultraorthodoxen Jüd*innen gegründet wurde. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist die Gemeinde im New Yorker Viertel Williamsburg ansässig. Etsy wird bereits mit 17 Jahren an einen Mann verheiratet, den sie nicht kennt. Er ist ihr nicht unsympathisch, aber im Denken und Handeln in den patriarchalen Strukturen der Satmar fest verankert. Esty muss ihre langen Haare abrasieren und darf ihrer Leidenschaft, dem Musizieren, nicht länger nachgehen, weil das als zu ‚verführerisch‘ gilt. Nach zwei Jahren Ehe bricht Esty aus diesem orthodoxen Mikrokosmos aus. Zu groß ist der Druck, der auf ihr lastet. Zu groß ist ihr Bedürfnis, sich selbst zu finden.

Etsy heißt im wirklichen Leben Deborah Feldman. Mit 17 wurde Feldmann in einer jüdisch-orthodoxen Gemeinde zwangsverheiratet. Ohne Geld, ohne Familie, ohne Ausbildung und ohne Wissen darüber, wie man in der Welt da draußen überlebt, flüchtete sie mit ihrem dreijährigen Sohn nach Berlin. Über ihre Selbstbefreiung hat sie den autobiografischen Roman „Unorthodox“ geschrieben, der im Jahr 2012 in den USA erschien und dort zu einem Millionenerfolg wurde. Auch in Deutschland fand Feldmans Geschichte viele Leser. Netflix hat nun Deborahs Feldmans Roman adaptiert. In vier Teilen erzählt die Serie die bewegende Geschichte Etsys beziehungsweise Deborah Feldmans. Wer also noch nach einer spannenden Serie zur Überbrückung der Quarantäne-Zeit sucht, sollte unbedingt „Unorthodox“ schauen.

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Vanessa Angenendt

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