Fundstück: Vom Selfpublisher-Roman zur Fernsehserie?

kernstaub
Kernstaub könnte bald von diesen drei Leuten als Fernsehserie umgesetzt werden: Paul Thiem (Kameramann), Marie Grasshoff (Autorin), Claudia Seibl (Regisseurin). Collage: Johanna Böhnke

„Kernstaub“ – so heißt der erste Roman der jungen Autorin Marie Grasshoff. Daraus soll bald die Serie „Universe of Gods“ werden. Der über 800 Seiten lange Science-Fiction-Roman erschien zunächst im Dezember 2013 im Selbstverlag als kostenloses E-Book. Seitdem hat sich einiges getan: Zunächst wurde das Buch im Mai 2016 im Drachenmond Verlag neu herausgegeben. Nun steht die Verfilmung als Serie, die die Autorin gemeinsam mit den Filmemachern Claudia Seibl und Paul Thiem umsetzen möchte, in den Startlöchern. Auf Startnext hat das Projekt mit 20.000 Euro gerade die Verwicklichungsschwelle geknackt. Mit diesem Geld kann zunächst ein professioneller Trailer gedreht werden, durch den die Macher sich dann die Kooperation mit einem Fernsehsender erhoffen. Wer das Projekt weiter verfolgen oder unterstützen möchte, findet auf der Startnext-Seite alle wichtigen Infos.

Electric Book Fair Diskussion: Was kommt nach dem E-Book?

Dikussion: Was kommt nach dem E-Book
Ein Teil der Diskussionsrunde auf der Electric Book Fair, die sich mit der Zukunft des E-Books auseinandersetzt. CC-BY-NC-SA 4.0 Johanna Böhnke

„Was kommt nach dem E-Book?“ − Diese Frage ist so umfassend, dass es schwierig ist, überhaupt festzulegen, worauf sie abzielt. Dennoch ist es für die Buchbranche eine wichtige Frage, die auf der Electric Book Fair 2016 im ebenso betitelten Workshop von Jakob Jochmann für großen Diskussionsbedarf sorgte. Große und kleine Verleger, Blogger, Autoren und Softwareanbieter sind gleichermaßen mit der Problematik konfrontiert – und haben teils interessante Ideen für neue Geschäftsmodelle. Weiterlesen „Electric Book Fair Diskussion: Was kommt nach dem E-Book?“

Mit digitaler Kraft für Solidarität und Nächstenliebe

Foto von Leander Wattig
Die digitale Zusammenarbeit mündete erst nach der Veröffentlichung von „Willkommen! Blogger schreiben für Flüchtlinge” in ein persönliches Aufeinandertreffen (von links nach rechts frontal sichtbar: Frank O. Rudkoffsky, Katharina Gerhardt und Nikola Richter). Foto: Leander Wattig

Hunderte Texte sammeln sich unter dem Hashtag #BloggerFuerFluechtlinge und erzählen Geschichten über Flucht und Angst, berichten aber auch von überwältigender Hilfsbereitschaft. Ein sechsköpfiges Herausgeberteam hat diese gesichtet, die besten ausgewählt und zusammen mit passenden Zeitungs- und Onlineartikeln in digitaler Kollaboration zu einem E-Book zusammengestellt. Mit der Anthologie Willkommen! Blogger schreiben für Flüchtlinge halten sie gelebte Willkommenskultur fest und machen sie für alle Leser auch außerhalb der Bloggerwelt sichtbar.
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„Wir fahren stundenlang Zug, um 5 Minuten auf der Bühne zu stehen“

Digitur_Rainer Holl_Poetry Slam_Digitalisierung (c) Spoken Word Poetry Club
Rainer Holl – Automatopoet, Poetry Slammer und Autor. Bild: © Spoken Word Poetry

Das ist es, was das Format Poetry Slam ausmacht: Die direkte Interaktion mit dem Publikum, von Angesicht zu Angesicht, unmittelbar festzustellen, wie die eigenen Texte ankommen. Dazu gehört eine Menge Mut; Mut, der uns in der heutigen Zeit oft fehlt, weil die immer anonymer werdende Kommunikation eine direkte Konfrontation vermeidet. Das Format Poetry Slam fungiert als eine Art Gegenentwurf dazu und vielleicht ist gerade das der Grund für seinen Erfolg.

Trotz allem können sich auch Poetry Slammer der Digitalisierung nicht gänzlich entziehen – und wollen das auch gar nicht. Ein Interview mit dem Poetry Slammer Rainer Holl über digitale und soziale Medien, die damit verbundenen Veränderungen und wie Poetry Slam und die Digitalisierung zusammenpassen und einander sogar nutzen können.

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Eindrücke der Electric Book Fair 2016

Mit ihrem Festivalcharakter ist die Electric Book Fair 2016 eine Besonderheit unter den zahlreichen Veranstaltungen rund um die Branche der digitalen Bücher. „Wir wollten das E-Book feiern“, erklärt Nikola Richter, eine der Kuratorinnen des zweitägigen Events. Wie das gelungen ist und welche Themen rund um das elektronische Buch momentan besonders heiß diskutiert werden, verraten uns Nikola Richter und ihre Kollegin Andrea Nienhaus im Interview. Wir waren am 25. und 26. Juni auf der Electric Book Fair in Berlin und  haben unsere Eindrücke mit der Kamera festgehalten:

 Ein Beitrag von Aileen Singhof und Johanna Böhnke

Wenn der Algorithmus zum Lektor wird

Screenshot von inkitt.com

Woran erkennt man einen Bestseller? Eine Frage, die sich jeder Lektor stellen muss, wenn er die unzähligen eingesandten Manuskripte durchblättert. Dabei werden oft Werke mit Potential übersehen. Selbst weltweite Erfolge wie die „Harry Potter“-Reihe oder Stephen King’s Debütroman „Carrie“ wurden von mehr als nur einem Verlag abgelehnt.

Letztendlich wollen Verlage die Bücher veröffentlichen, die bei den Lesern gut ankommen. Doch das Urteilsvermögen einzelner Personen kann hier zuweilen danebenliegen. Sollten es dann nicht eigentlich die Leser selbst sein, die entscheiden, ob ein Buch veröffentlicht wird oder nicht? Diese Frage hat sich das Berliner Start Up Inkitt gestellt und daraufhin ein Modell entwickelt, bei dem Bücher per Datenanalyse veröffentlicht werden. Weiterlesen „Wenn der Algorithmus zum Lektor wird“

Schreiben und Lesen auf Wattpad: 7 Fragen an den Autor Xinon Sero

Die Wattpad-Benutzeroberfläche, Bild: CC BY-SA 4.0 Johanna Böhnke
Die Wattpad-Benutzeroberfläche, Bild: CC BY-SA 4.0 Johanna Böhnke

Das digitale Zeitalter gibt Lesebegeisterten kostenlos Zugang zu einer Vielzahl an Geschichten. Gleichzeitig haben auch Autoren immer mehr Möglichkeiten, ihre Werke an ein Publikum zu bringen. Die Plattform Wattpad verbindet genau diese Aspekte. Autoren können hier Kurzgeschichten, Fan Fictions und sogar ganze Bücher in Kapitelabschnitten online stellen und sie damit Millionen von Lesern weltweit kostenlos anbieten. Mit mehr als 40 Millionen Nutzern ist Wattpad das größte Netzwerk dieser Art. Längst sind auch Verlage auf die Plattform aufmerksam geworden und suchen hier nach Talenten. Denn was auf Wattpad gut ankommt, kann auch in Buchform zum Erfolg werden. Das beste Beispiel dafür ist die amerikanische Autorin Anna Todd, die mit ihrer Fan-Fiction-Reihe „After“ zur Band One Direction seit Monaten nicht mehr von den Bestseller-Tischen der Buchhandlungen wegzudenken ist.

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future!publish 2016 – Im Interview mit Falko Löffler

Digitalisierung – ein Thema, das von der Buchbranche lange mit Schrecken beobachtet und weitestgehend ignoriert wurde. Andere Wirtschaftszweige fanden einen besseren Weg, moderne Techniken von Beginn an für ihre Zwecke fruchtbar zu machen – allen voran die Computerspielbranche. Auf der future!publish Ende Januar sprachen wir mit Falko Löffler, welcher als Autor und Computerspiel-Übersetzer in beiden Branchen zuhause ist. Der studierte Germanist und Medienwissenschaftler erklärte uns, wie der Buchhandel den digitalen Wandel meistern und was er dabei von der Computerspielbranche lernen kann.

Tilman Rammstedt im Interview auf der future!publish 2016

Mit seinem Projekt Morgen mehr bringt Tilman Rammstedt den klassischen Fortsetzungsroman ins Online-Zeitalter. Jeden Tag schreibt und veröffentlicht er ein Kapitel seines aktuellen Werkes, Abonnenten können so den Entstehungsprozess des Romans vor dem offiziellen Erscheinungstermin am 9. Mai live mitverfolgen. Über seine Erfahrungen mit dieser Form des Schreibens und die Resonanz seiner Leserschaft hat er mit uns auf dem future!publish-Kongress in Berlin Ende Januar gesprochen.

Fundstück: future!publish

Foto: Sina Adam
Foto: Sina Adam

Ein Blick in die Zukunft. Zumindest in die Zukunft des Publizierens. Das ist die Idee von future!publish. Der Kongress findet erstmals am 28. und 29. Januar 2016 in Berlin statt. Es geht ums Verlegen und ums Verkaufen. Und um den Austausch. So sind verschiedene ReferentInnen vor Ort, die Projekte vorstellen oder Prozesse hinterfragen. Caspar Armster spricht über sein E-Book-Projekt für Kinder und Jugendliche, Buchlichter, Tilmann Rammstedt stellt seinen Fortsetzungsroman #morgenmehr vor, Thomas Ernst fragt nach Erlösmodellen digitaler Literatur und Christoph Bläsi wirft einen Blick in die Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens. future!publish möchte dem Motto ‚Mindflow – Workflow – Networking‘ folgen und sich als Treffpunkt für die Buchbranche etablieren. Natürlich ist auch Digitur vor Ort und twittert live vom Kongress.