Digitalisierung: Segen oder Fluch für den Umweltschutz?

Naturidylle oder Rohmaterial? CC by SA Vanessa Hellwig

Fast 250 Kilogramm Papier verbrauchten die Deutschen pro Kopf im Jahr 2017. Das ist genau so viel, wie die Kontinente Afrika und Südamerika zusammen verbrauchen, berichtet das Umweltbundesamt. Das überrascht, denn die Erhaltung von Wald und Wiese im Sinne von Umweltschutz liegt vielen Menschen sehr am Herzen. Im Zeitalter von Internet und Digitalisierung sollte sich doch der Papierverbrauch zugunsten der Ressourcenschonung deutlich verringern? Weiterlesen „Digitalisierung: Segen oder Fluch für den Umweltschutz?“

Projekt DEAL: Lösung für Streit um Lizenzen für Wissenschaftstexte?

Der Streit um wissenschaftliche Lizenzen geht in die nächste Runde. Bild: Sara Thompson (BY-SA 2.0)

Bildungseinrichtungen zahlen jedes Jahr horrende Summen an Wissenschaftsverlage, um deren Texte für Forschende und Studierende frei zugänglich zu machen. 150 deutsche Universitäten und andere Forschungseinrichtungen wollen das nicht mehr länger hinnehmen und haben sich unter dem Namen Projekt DEAL zusammengeschlossen, um gemeinsam in Kooperation mit den Verlagen eine Lösung zu finden. Doch die Verhandlungen stagnieren seit Monaten. Weiterlesen „Projekt DEAL: Lösung für Streit um Lizenzen für Wissenschaftstexte?“

Fundstück: Lesevergnügen in der wohlverdienten Sommerpause

Bei schönem Wetter lesen wir auch gern mal am Pool. Foto: Julien Christ / pixelio.de

Das war natürlich wieder klar: Das Wetter lässt genau dann zu wünschen übrig, wenn wir von Digitur uns in die wohlverdiente Sommerpause verabschieden wollen. Wir lassen uns die Sommerlaune aber nicht vermiesen und freuen uns heimlich über die Regentage, denn bei dem schlechten Wetter können wir uns ganz ohne schlechtes Gewissen mit unserem Stapel ungelesener Bücher auf die Couch legen. Unsere Favoriten für die Urlaubszeit möchten wir an dieser Stelle gern mit Euch teilen. Ganz egal, ob Ihr lieber total analog ein Buch aus Papier in die Hand nehmt oder Eure Lektüre auf den E-Book-Reader ladet – vielleicht ist unter unseren Leseempfehlungen ja etwas für euch dabei. Flohmarktfunde und Wühltischglücksgriffe inklusive. Weiterlesen „Fundstück: Lesevergnügen in der wohlverdienten Sommerpause“

Studieren in Polen – (fast) analog. Ein Selbstversuch

Mit Block und Kugelschreiber ist man an der Danziger Uni schon gut ausgestattet. Foto: Vanessa Hellwig CC0

Paulina schreibt und schreibt. Seite für Seite füllt sie ihren Collegeblock mit der heutigen Präsentation, wie immer mit dem blauen Kugelschreiber. Sie ist schnell geworden mit dem Schreiben, denn sie befindet sich mittlerweile im letzten Bachelor-Semester ihres Germanistikstudiums. Ihre Handschrift ist schön, so ordentlich und ein bisschen verschnörkelt, und manchmal frage ich mich, ob ich auch so schön schreiben könnte, wenn ich so viel Übung darin hätte. Denn was die angehenden Germanistikabsolventen an der Danziger Uni jeden Tag unfreiwillig üben ist, unter anderem, die Handschrift. Möglich macht es die wenig vorhandene Digitalisierung, die aus einem Studium in der polnischen Ostseestadt wieder richtige Handarbeit macht. An das (fast) analoge Studieren musste ich mich während meines Auslandssemesters in der Ostseestadt erst wieder gewöhnen. Weiterlesen „Studieren in Polen – (fast) analog. Ein Selbstversuch“

Fundstück: Literatur aus dem Automaten

Die Wartezeit an den bretonischen Bahnhöfen vergeht bald wie im Flug. Foto: RondellMelling  pixabay CC0

In der Bretagne muss sich bald niemand mehr über einen verspäteten Zug ärgern, denn in vielen Bahnhöfen der Region soll der Literaturautomat „Distributeur d’histoires courtes“ aufgestellt werden. Diese Maschine druckt kostenlos und in sekundenschnelle auf dem Format eines Kassenbons entweder eine Kurzgeschichte oder ein Gedicht für den geneigten Leser aus. Der oder die Wartende hat dabei allerdings nur die Kontrolle über die Länge der Story, die je nach Wahl entweder eine, drei oder fünf Minuten Lesezeit beansprucht – die jeweilige Kurzgeschichte wird durch das Gerät zufällig ausgewählt. Bislang wollen 600 verschiedene literarische Texte von den Literaturinteressierten gelesen werden. Sie stammen von Hobbyschreibern aus der französischsprachigen Autorencommunity Short Édition.

Gerade in den Zeiten der zunehmenden Digitalisierung mit E-books und Smartphones scheint diese Maschine, die den LeserInnen einen physischen Papierzettel in die Hand gibt, erfolgversprechend zu sein. Denn der „Lesomat“, wie die SZ die Maschine betitelte, wird in Grenoble bereits jetzt überall dort getestet, wo sich die Menschen auf eine längere Wartezeit einstellen müssen – etwa im Bürgeramt, in der Touristeninformation oder in der Bibliothek. Und dort lässt sich der Erfolg mit über 10.000 ausgedruckten Literatur-Bons pro Monat sogar in Zahlen messen.

Augen auf beim E-Book-Kauf

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Nicht bei allen E-Books erhält der Leser, was er erwartet. CC0 Joujou / pixelio.de

Das stetig wachsende Angebot an E-Books von Selfpublishern hat auf der einen Seite den Vorteil, dass auch Fans von Nischenthemen ihr Lieblingsbuch finden können. Auf der anderen Seite aber haben viele selbstverlegende Autoren nicht das nötige Know-How, ein professionelles E-Book zu schreiben und zu gestalten. Kleine Rechtschreibfehler können zwar jedem noch so guten Autor mal passieren, dass einer davon auch dem Korrektor oder Lektor entgeht ist allerdings selten. Viele Selfpublisher veröffentlichen ihre Werke ohne Korrektorat und Lektorat. Das Ergebnis ist nicht selten ein unleserliches Buch, dem es an Struktur, Korrektheit und Formatierung mangelt.

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Kroatien als erste Free Reading Zone der Welt und wieso das Vorhaben scheiterte

Für die Welt der digitalen Bücher: das Logo der App Croatia reads
Die Menschen mehr zum Lesen bewegen: Das will die App „Croatia Reads“ in den Free Reading Zones erreichen. Foto: facebook.com/croatiareads (offline)

Matija studiert Germanistik im sechsten Semester an der Universität Zagreb. Wie alle Studenten seines Fachs muss er nicht nur zahlreiche Fachbücher lesen, sondern auch viele Romane, Dramen und Gedichte. In Kroatien kann das zu einem Problem werden, denn die Unibibliotheken sind nicht so gut ausgestattet, die Löhne für Studentenjobs niedrig und die Bücher im Buchhandel somit teuer. Vor allem ist auch das Angebot an fremdsprachiger Literatur auf dem Markt eher klein. Ein Lichtblick am Horizont war für Matija der 6. Dezember 2016: Kroatien wurde zur ersten Free Reading Zone (FREZ) der Welt! Weiterlesen „Kroatien als erste Free Reading Zone der Welt und wieso das Vorhaben scheiterte“

Fundstück: Schneller Lesen mit Speedreading-App

Zum Üben braucht der User nichts als sein Smartphone. CC BY Vanessa Hellwig
Zum Üben braucht der User nichts als sein Smartphone. CC-BY-NC-SA 4.0 Vanessa Hellwig

Nicht nur wir von Digitur müssen regelmäßig viele Texte in kürzester Zeit für die Uni lesen. Mit der Speedreading-App Schneller Lesen kann hier Abhilfe geschaffen werden, denn Speedreading steht für überdurchschnittlich schnelles Lesen bei besserem Textverständnis. Normale Leser schaffen zwischen 200 und 240 Wörtern in der Minute, den Weltrekord im Schnelllesen hält der Amerikaner Sean Adam mit 3.850 Wörtern. Die App ermittelt zunächst für jeden User die WpM- Geschwindigkeit, also der Anzahl der gelesenen Worte pro Minute, und anschließend kann direkt mit dem Üben begonnen werden. Mit witzigen kleinen Spielchen soll nach und nach die Lesegeschwindigkeit gesteigert werden. Erhältlich ist die App für iPhone, Android und Windows Mobile.

Podiumsdiskussion: „Die Buchbeschleuniger — Literatur zwischen Feuilleton und Blogosphäre“

Buchbeschleuniger
Podiumsdiskussion „Die Buchbeschleuniger“ auf der Leipziger Buchmesse, Foto: CC BY-SA 4.0 Vanessa Hellwig und Aileen Singhof

Befindet sich das klassische Feuilleton mit zunehmender Digitalisierung in der Krise? Über die Veränderungen und Tendenzen der Literaturkritik und das aktuelle Verhältnis zwischen dem Feuilleton in Printmedien und der Blogosphäre diskutierten zum Start der Leipziger Buchmesse am 17. März 2016 fünf Vertreter der Branche unter der Leitung von Andreas Platthaus, Feuilleton-Chef bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Unter den Gästen waren Thierry Chervel, Mitbegründer des Perlentauchers; Sieglinde Geisel, Gründerin von „tell — Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft“; Literaturchef der Zeit Ijoma Mangold, Doris Plöschberger, Programmleiterin für deutschsprachige Literatur beim Suhrkamp Verlag sowie Vendela Vida, amerikanische Schriftstellerin und Herausgeberin der Kulturzeitschrift  „The Believer“. Weiterlesen „Podiumsdiskussion: „Die Buchbeschleuniger — Literatur zwischen Feuilleton und Blogosphäre““

Erlebte Schriftkultur in der Deutschen Nationalbibliothek #lbm16

Mit dem Tablet konnte der Besucher auch an die Details der Geschichte der Schriftkultur heranzoomen. CC0 Vanessa Hellwig
Heranzoomen an die Details war mittels Tablet möglich.  CC BY-SA 4.0 Aileen Singhof

Schon vor der offiziellen Eröffnung der Buchmesse in Leipzig startete ein umfangreiches Programm für die Besucher. Wieso also nicht, bevor man sich in dem Gedränge in der Messehalle über die Zukunft des Buchmarkts informiert, entspannt einen Gang in die Vergangenheit wagen? Denn die Geschichte der schriftlichen Kommunikation dauert bereits seit über 5000 Jahren an. Für all diese Jahre zeigt das Deutsche Buch- und Schriftmuseum in seinen Ausstellungsräumen zum Thema Zeichen – Bücher – Netze. Von der Keilschrift zum Binärcode Artfekate aus der Vergangenheit. Im Rahmen der Führung „Mit dem Tablet durch die Mediengeschichte“ wurden Interessierte durch die Ausstellung zum Thema Schriftkultur geführt.

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