Wenn Ohren lesen – Eine Ode an die Musik

Die Musikbibliothek des KiWi-Verlags. Bild: @kiwi_verlag (Instagram)

Musik und Literatur sind viel mehr als nur ein schöner Zeitvertreib. Sie können Balsam für die Seele sein und neue Perspektiven auf das eigene Leben ermöglichen. Der Verlag Kiepenheuer & Witsch (KiWi) vereint nun diese beiden Leidenschaften und eröffnet eine kleine Musikbibliothek.

Mit vier Titeln zum Auftakt etabliert der Verlag eine neue Reihe zum Thema Musik. Bekannte Autorinnen und Autoren, Künstlerinnen und Künstler sowie Musikerinnen und Musiker schreiben über ihre Lieblingsband oder ihre liebsten Sängerinnen und Sänger. Die Autorinnen und Autoren erklären dabei, welchen Stellenwert Musik für sie hat, wann sie das erste Mal mit ihr in Berührung kamen und was Musik zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihnen auslöste. Auf knapp hundert Seiten verfassen sie eine Liebeserklärung zu dem Soundtrack ihres Lebens. Vier Herzensbekenntnisse von Thees Uhlmann, Anja Rützel, Tino Hanekamp und Sophie Passmann bilden den Auftakt der Reihe.

Thees Uhlmann, selbst Musiker und Frontmann von Tomte, spricht über seine Liebe zu den Toten Hosen. Er schreibt über seine Faszination für die Musik der Band, die nun seit 30 Jahren währt und aus der mittlerweile eine tiefe Freundschaft zu den Bandmitgliedern entstanden ist. Mit viel Herzblut schildert Uhlmann wie ihn die Musik der Band stets begleitet und inspiriert. Die Autorin Anja Rützel berichtet über ihren größten Herzschmerz im Jahr 1996: Nämlich als sich am 13. Februar ihre Lieblingsband Take That auflöste. Es geht um die bewegenden Momente, als Robbie die Band verließ und um die schönen, als es zur Neuformierung und Wiedervereinigung kam. Mit den Liedern der britischen Pop-Band ist die Autorin aufgewachsen und hat durch diese alles über das Suchen und Finden der Liebe, Trennungen und Liebeskummer gelernt. Der Journalist und Schriftsteller Tino Hanekamp schreibt über sein persönliches Idol – den australischen Musiker Nick Cave. Hanekamp, der einst mit einer Schreibblockade zu kämpfen hatte, erzählt, wie er erhoffte hinter das Geheimnis von Nick Caves künstlerischer Produktivität zu gelangen.

Eine der wohl überraschendsten Liebeserklärungen in der Reihe ist die von Sophie Passmann. Passmann – bekannt durch ihre Bücher „Monologe angehender Psychopathen oder: Von Pudeln und Panzern“ (2014) und „Alte weiße Männer: Ein Schlichtungsversuch“ – widmet ihren Text dem amerikanischen Rapper Frank Ocean. Schon immer war sie ein Ocean-Fan, doch das Album „Blonde“ nimmt bei ihr einen besonders hohen Stellenwert ein. Vor allem die Texte und Inhalte des amerikanischen R&B-Musikers haben Passmann tief berührt. „Frank Ocean hat die Filmmusik zu meinem Unglück geliefert“, erklärt Passman in dem Buch. Offen schreibt sie von einer depressiven Phase und dem Moment, in dem bei ihr eine bipolare Störung diagnostiziert wird.

Der Verlag plant vier bis sechs Titel pro Jahr zum Verkaufspreis von jeweils 10 Euro zu veröffentlichen. Ab Februar 2020 folgen Texte von Klaus Modick über Leonard Cohen, Lady Bitch Ray über Madonna und Frank Goosen über die Beatles. Begleitet wird die Reihe durch einen Podcast (bei Spotify, Apple/iTunes, YouTube und in allen gängigen Podcatchern und direkt auf der KiWi-Verlagsseite abspielbar) sowie Veranstaltungen in Berlin und Köln. Passend zu der Lektüre kann man sich außerdem zu jedem Buch eine Spotify-Playlist mit den entsprechenden Liedern anhören. Der KiWi Verlag hat an alles gedacht und schafft es so Literatur- und Musikliebhaber zu vereinen.

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Vanessa Angenendt

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