Fundstück: 173 Jahre verschollen im Eis – Todestag von Sir John Franklin

Die tragisch missglückte Franklin-Exepediton bietet Schreibstoff für die unterschiedlichsten Genres. Bild: Malin Zinke

Bis heute konnte der Tod des Polarforschers Sir John Franklin nicht restlos aufgeklärt werden. Denn auch, wenn das Wrack seines Schiffes, die HMS Erebus, 2014 gefunden und seitdem archäologisch untersucht wird, bleibt der Tod von Franklin und den 128 Männern seiner Arktisexpedition ein Rätsel.

Auf der Suche nach der Nordwestpassage in der kanadischen Arktisregion blieben die Segelschiffe HMS Erebus und HMS Terror 1846 im Packeis stecken und überwinterten dort zwei Jahre, bis sie schließlich im Frühjahr 1848 aufgegeben wurden. Die verbliebenen 105 Männer hatten die Hoffnung, zu Fuß zum Backs River und damit auf kanadisches Festland zu gelangen. John Franklin war dort bereits fast ein Jahr tot. So wurde die Überlebensmission von seinem Stellvertreter und Kapitän der HMS Terror Francis Crozier angeführt. Doch der Versuch, der Arktis zu entkommen, scheiterte. Vermutlich durch verdorbene Konserven, daraus resultierenden Bleivergiftungen, der darauffolgenden Nahrungsmittelknappheit, Hunger, Krankheiten und nicht zuletzt den erbarmungslosen Witterungsverhältnissen, starben alle 105 Expeditionsteilnehmer im arktischen Eis.

Die letzten verzweifelten Monate seiner Entdeckungsreise blieben John Franklin durch seinen Tod am 11. Juni 1847 erspart. Woran er gestorben ist, weiß man bis heute nicht. Die McClintocks Rettungsexpedition fand 1859 eine letzte Botschaft von Kapitän Crozier, verwahrt in einem Steinmal und auf ihr, in Bezug auf den Expeditionsleiter, lediglich den Hinweis „Sir John Franklin verstarb am 11. Juni 1847“.

Viele Autoren haben sich seitdem an dem Stoff der tragischen Polarexpedition bedient und die Geschichte rund um Sir Franklin und seine Männer mal mit Horrorelementen um ein Seelenmonster in Gestalt eines riesigen Eisbären ausgesponnen (Terror von Dan Simmons), mal John Franklin zu einer der Langsamkeit verschriebenen literarischen Figur gemacht (Die Entdeckung der Langsamkeit von Sten Nadolny) oder jüngst in einer Biographie der HMS Erebus, deren letzter Kapitän John Franklin war, aufgearbeitet (Erebus – Ein Schiff, zwei Fahrten und das weltweit größte Rätsel auf See von SIr Michael Palin).

Wer jetzt neugierig geworden ist, aber genug Lesestoff hat, kann sich die AMC Serie The Terror, die auf Simmons Roman basiert, oder die TerraX Produktion Drama im ewigen Eis – die verschollene Expedition des John Franklin anschauen. Selbst im aktuellen Computerspiel Anno 1800 gibt es mit Die Passage ein DLC, welches die Franklin Expedition thematisiert. Angelehnt an Lady Franklin, die jahrelang Rettungsmissionen organsierte und finanzierte, um ihren Gatten zu finden, schickt hier eine gewisse Lady Faithful die Spieler auf die Suche nach der verschollenen Expedition ihres Ehemanns ins ewige Eis. Kaum eine andere Polarexpedition hat wohl seiner Zeit und auch über die Jahrhunderte hinweg für so großes Aufsehen gesorgt wie die letzte Reise des Konteradmirals Sir John Franklin.

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Malin Zinke

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