Kein Weihnachten ohne Bücher! – Teil 1

Für viele Menschen ist er der Inbegriff von Weihnachten: der Tannenbaum. Bild: CCO Pixabay

Gerade noch war es Sommer, jetzt steht in etwas mehr als drei Wochen schon das größte Fest des Jahres an: Weihnachten. Vor allem eine Sache darf dabei nicht fehlen. Eine geschmückte Tanne, meist im Wohnzimmer des Hauses oder der Wohnung aufgestellt, verzaubert Groß und Klein gleichermaßen. Verziert mit Lichterketten, Anhängern aus Holz, Stroh oder Glas ist sie der Hingucker in jedem Zimmer. Viele können sich eine Weihnachtszeit ohne Tannenbaum fast gar nicht mehr vorstellen. Es verwundert daher nicht, dass jedes Jahr tatsächlich knapp 300 Millionen Weihnachtsbäume in ganz Deutschland verkauft werden. Würde man diese nur auf die Privathaushalte verteilen (denn in Unternehmen, der Stadt und öffentlichen Einrichtungen sind auch immer welche zu finden) hätte jeder Haushalt 7,5 Tannenbäume! An Heiligabend spielt der Baum in der Regel eine besondere Rolle, denn unter ihm werden die Geschenke deponiert, die bei der Bescherung ausgepackt werden dürfen. Vielleicht inspirieren euch ja diesbezüglich unsere Buchempfehlungen, die die Digitur-Redaktion für euch zusammengestellt hat und bis Weihnachten an den Adventssonntagen vorstellen wird:

Lektüreempfehlung von Lea Rindfleisch: „Die Geschichte von Blue“. Bild: Lea Rindfleisch

„Die kalt-nassen Wintertage werden um Weihnachten herum wohlig warm. Warm und gemütlich geht es in meiner Buchempfehlung Die Geschichte von Blue von Solomonica de Winter allerdings nicht zu. Blue lebt zusammen mit ihrer Mutter in einem kleinen Ort irgendwo in Amerika. Der Ort ist düster, genau wie Blue. Sie hat ihren Vater früh verloren und mit ihm ihre Sprache. Ihre Mutter lebt in ihrer eigenen, von Drogen beherrschten Welt. Blue ist eine Außenseiterin. Ihr Leben ist einsam, aber sie ist verliebt – verliebt in ein Buch. „Der Zauberer von Oz“ ist das Letzte, was Blue noch von ihrem Vater hat. Immer wieder flüchtet sie sich nach Oz und schaltet ihre Realität aus. Als sie plötzlich dem Mörder ihres Vaters über den Weg läuft, ändert sich Blues Leben. Sie wird beherrscht von Rachephantasien und klügelt einen Plan aus, diesen Mann umzubringen. Während ihres Rachefeldzuges trifft sie auf Charly. Auch Charly liebt die Geschichte, Oz und Dorothy. Alles scheint besser zu werden. Und dann ändert sich einfach alles – aber nicht zum Guten. Eine dunkle Geschichte mit einer eigenen Art sich zu erzählen und einem unvorhersehbaren Ende.“ (Diogenes Verlag 2016, 288 Seiten, 10 Euro)

 

Lektüreempfehlung von Niklas Ruddigkeit: „Ein Leben ist zu wenig“. Bild: Niklas Ruddigkeit

„Gregor Gysi, einer der bekanntesten Politiker unserer Zeit, ist in der DDR aufgewachsen. Er hat ihre Blüte und ihren Niedergang 1989 erlebt. Als Anwalt in der DDR war er eine echte Rarität und im Dezember 1989 war Gregor Gysi plötzlich der letzte Parteivorsitzende der SED. Er hat Michail Gorbatschow, Nelson Mandela und Barack Obama getroffen, ist Neffe der Literaturnobelpreisträgerin Doris Lessing und gelernter Rinderzüchter. Mit Ein Leben ist zu wenig hat Gregor Gysi eine Autobiographie geschrieben, die so amüsant und anekdotenhaft ist, wie kaum ein anderes Buch. Was habe ich während der Lektüre gelacht. Ihm gelingt es auf knappen Raum ein so facettenreiches Leben nachzuzeichnen, bei dem deutlich wird, dass Gregor Gysi eine der humorvollsten, schlagfertigsten und klügsten Persönlichkeiten Deutschlands ist.“ (Aufbau Verlag 2017, 583 Seiten, 14 Euro)

 

 

Lektüreempfehlung von Marie Thauern: „Eine Handvoll Worte“. Bild: Marie Thauern

„Die Journalistin Ellie Haworth arbeitet in ihrem Traumjob bei einer renommierten Londoner Zeitung. Dort fällt ihr eines Tages ein über 40 Jahre alter Brief in die Hände, den ein unbekannter Verfasser an seine Geliebte geschickt hat. Er bittet sie darin, ihren Ehemann zu verlassen und alles für ihn aufzugeben, um mit ihm nach New York zu kommen und dort ein neues Leben zu beginnen. Elli, die selbst eine Affäre mit einem verheirateten Mann begonnen hat, mit der Situation jedoch ziemlich unglücklich ist, ist sehr betroffen von dem Brief und fragt sich, was wohl aus dem Paar geworden ist. Hat die Frau ihren Mann für den Geliebten aufgegeben? Und wer ist überhaupt der Verfasser des Briefes? Elli fängt an nachzuforschen und stößt auf Jennifer Sterling: eine Frau, die alles verloren hat außer einer Handvoll kostbarer Worte. Eine Handvoll Worte von Jojo Moyes – ein Roman, der passend zur Weihnachtszeit daran erinnert, wie bedeutsam die Liebe ist.“ (Rowohlt Verlag 2013, 608 Seiten, 14,99 Euro)

 

Lektüreempfehlung von Tim Rotthaus: „Twig im Dunkelwald“. Bild: Tim Rotthaus

„Mein Buchvorschlag für die Weihnachtszeit eignet sich sowohl für junge als auch ältere Fantasy-Fans. Twig im Dunkelwald ist der Auftakt zu Paul Stewards Klippenland-Chroniken. Mit fantastischen Illustrationen von Chris Riddell folgt die Geschichte dem jungen Twig, welcher bei seiner Adoptivfamilie, den Waldtrollen, im Dunkelwald aufgewachsen ist. Um herauszufinden, wer er ist und wo er herkommt, muss sich Twig auf den gefährlichen Weg durch den Dunkelwald machen. Während seiner Reise trifft er die vielen verschiedenen Bewohner, die den mystischen Wald bevölkern und lernt dort Freunde, aber auch Feinde kennen! Mit Twig im Dunkelwald schafft Paul Steward es, eine abwechslungsreiche Geschichte über Abenteuer, Mut, Freundschaft und das Erwachsenwerden zu erzählen. Falls also jemand noch ein Geschenk für einen jungen Fantasy-Fan braucht, kann mit diesem Buch nichts falsch machen.“ (Carlsen 2003, 300 Seiten, 16,90 Euro)

 

Lektüreempfehlung von Nina Feldkamp: „Die Känguru-Chroniken“. Bild: Nina Feldkamp

„Dass sich der Nachbar von gegenüber Eier, etwas Mehl und vielleicht auch ein wenig Milch für seine Eierkuchen leihen möchte, ist an sich nichts Ungewöhnliches. Falls dieser aber auch Pfanne und Herd braucht und dazu noch ein kommunistisches Känguru ist, wird auch der gutgläubigste Nachbar stutzig.Genauso passiert es dem Kleinkünstler Marc-Uwe, der ebenjenes Känguru sehr bald, wenn auch nicht ganz freiwillig, als Mitbewohner in seiner Wohnung begrüßen darf. Es dauertnicht lang, bis Marc-Uwe vom Känguru für dessen Kampf gegen den Kapitalismus, das Ministerium für Produktivität und gegen jeden anderen, der dem Känguru vorschreiben möchte zu arbeiten, rekrutiert wird. Eine Reihe haarsträubender Abenteuer voller absurder Begegnungen beginnt. In Die Känguru-Chroniken trifft schräger Humor auf ernsten Hintergrund. Kling hält der Gesellschaft den Spiegel vor und übt Kritik, von der sich nicht Wenige ertappt fühlen dürften.“ (Ullstein Verlag 2009, 272 Seiten, 10,99 Euro)

 

 

Lektüreempfehlung von Sophie Greve: „Life Undercover. Als Agentin bei der CIA“. Bild: Sophie Greve

„Sachbuch oder Thriller? In dem Buch Life Undercover. Als Agentin bei der CIA verschwimmen diese Grenzen. Amaryllis Fox erzählt ihre eigene persönliche Geschichte als Ex-CIA Agentin auf so packende Weise, dass man zwischendurch innehalten muss, um sich klar zu machen: Von Terror und Krieg bis hin zu mehrmaligen Identitätswechseln und dem Leben unter vollkommener Überwachung – das alles ist der Autorin wirklich so passiert. Eine Lebensgeschichte, die kaum zu glauben ist und tiefe Einblicke in die Arbeit der CIA gewährt. Es verwundert also nicht, dass das Manuskript des Buches vor der Veröffentlichung genauestens von dem amerikanischen Geheimdienst geprüft wurde. Ein Buch voller Spannung, welches vor allem auch politisch polarisiert. Die Erzählung zeichnet das Bild einer starken Frau, die für eine bessere Zukunft kämpft. Die Dreharbeiten zu einer Serie laufen bereits: 2020 soll sie auf Apple TV+ mit Brie Larson in der Hauptrolle ausgestrahlt werden.“ (Hanser 2019, 272 Seiten, 20 Euro)

 

Was denkt ihr über unsere Empfehlungen? Kennt ihr eines der Bücher oder habt es eventuell sogar selbst gelesen? Nächsten Sonntag geht es weiter – und die Buchvorstellungen verlieren dabei keinesfalls an Vielfalt. Seid gespannt!

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Annika Vahle

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