Happy indiebookday! #3

stern_rgbHeute ist indiebookday, der Tag der unabhängigen Verlage. Schon zum dritten Mal sind Freunde des Indie-Books und der Vielfalt der Verlagslandschaft aufgerufen, in die Buchhandlungen zu gehen, ein Buch eines Indie-Verlags zu kaufen und es mit dem Hashtag #indiebookday in den sozialen Netzwerken zu posten. Dabei geht es nicht zuletzt auch um eine Unterstützung der kleinen Buchläden, die oft eng mit den kleinen Verlagen und ihren Autoren zusammenarbeiten und diesen Tag daher auch mit kreativen Aktionen begleiten.
Nachdem die Digitur Redaktion den indiebookday schon im letzten Jahr ausufernd zelebriert hat, ziehen wir auch heute wieder los auf der Suche nach spannenden Neuentdeckungen aus den unabhängigen Verlagen.

Fundstück: bookbytes

Screenshot_bookbytes

Das Börsenblatt erweitert sein Online-Angebot. Foto: Screenshot des Blogs.

Das Börsenblatt hat seit Anfang März sein Online-Angebot um das Blog bookbytes erweitert, das sich thematisch an der Schnittstelle zwischen technologischen Entwicklungen und der Buchbranche bewegt. Das Tech-Blog der Buchbranche, unter der redaktionellen Koordination von Detlef Bluhm, adressiert seine Artikel an technikaffine Buchhändler und Verlagsmitarbeiter sowie andere Branchenmitgliedern, denen auf bookbytes spezifisches Fachwissen geboten werden soll. Neben spezifisch technisch fokussierten Artikeln bloggen die AutorInnen über Themen des digitalen Vermarktens, Publizierens und Lesens, wobei „ fundierte Artikel und starke Meinungsbeiträge zu aktuellen digitalen Entwicklungen Hand in Hand gehen sollen. Zudem finden sich auf dem Blog Hinweise und Berichte zu relevanten Veranstaltungen sowie Rezensionen zu thematisch passenden Publikationen.

Schulbücher bald digital?

Tablet mit Bücherstapel

Digitalisierung in der Schule: Tablet statt Schulbüchern? CC-BY-NC-SA 4.0 Linda Englisch

Gemeinhin sind Schulen nicht als Hotspots des digitalen Wandels bekannt. Jedenfalls nicht bei uns: Deutsche Schulen liegen im internationalen Vergleich weit zurück, wenn es um die Digitalisierung des Unterrichts geht. Die Internetbotschafterin der Bundesregierung, Gesche Joost, bemängelte erst kürzlich das Fehlen einer Strategie zur Vermittlung digitaler Kenntnisse in der Schule.  Doch es gibt auch experimentierfreudige Schulen und Lehrer, die digitale Modellprojekte erproben. Interaktive Whiteboards ersetzen bereits an vielen Schulen die Tafel. Auch einige hundert Tablet- und iPad-Klassen bestehen schon. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum digitalisierten Unterricht sind auch digitale Schulbücher. Weiterlesen

Fundstück: Reden von Morgen

Twitter, Facebook, WhatsApp, Google – was passiert mit unseren Daten und wer profitiert davon? CC-BY-NC-SA 4.0 Lisa-Marie Reingruber

Twitter, Facebook, WhatsApp, Google – was passiert mit unseren Daten und wer profitiert davon? CC-BY-NC-SA 4.0 Lisa-Marie Reingruber

Twitter, Facebook, WhatsApp, Google – dies sind nur einige der Dienste, die wir täglich,  meist ohne viel darüber nachzudenken, nutzen. Doch wo landen unsere Tweets und die Fotos, die wir mit unseren Freunden teilen? Ökonom und Autor Hannes Grassegger erörtert in seinem Vortrag „Das Kapital bin ich: Schluss mit der digitalen Leibeigenschaft!”, der am 15. März 2015, 11:00 – 13:00 Uhr im Café Central stattfindet, was mit den Informationen, die wir diesen Plattformen mehr oder weniger freiwillig anvertrauen, passiert und wie die großen Unternehmen der IT-Branche damit Geld verdienen. Das Schauspiel Essen präsentiert die Vortrags- und Diskussionsreihe REDEN VON MORGEN in Kooperation mit der Volkshochschule Essen. Der Eintritt bei allen Veranstaltungen ist frei.

Fundstück: schreibstation

schreibstation Bloggerin Verena (Foto: Cindy Ruch)

schreibstation Bloggerin Verena Simon (Foto: Cindy Ruch)

Mit der schreibstation betreibt die Buchwissenschaftsstudentin Verena einen Literaturblog der besonderen Art. Sie sucht und findet Literatur auf unterschiedliche Weise und entwickelt sie in ihren Kategorien zu eigenen Formaten weiter – es sind zum Beispiel Songtexte und Interviews mit Musikern (in der Kategorie „sound so“), Impressionen vom Unterwegssein, unterfüttert mit literarischen Verweisen und Zitaten („Haltestellen“), eigene Gedichte oder Buchbesprechungen. Hauptsache Literatur. Momentan liegt ihr Fokus dabei vor allem auf ihrer temporären Wahlheimat Kopenhagen.

„Digital ist besser“

Dirk von Gehlen (Foto: Gerald von Foris)

Dirk von Gehlen (Foto: Gerald von Foris)

… war Dirk von Lowtzow (Tocotronic) schon 1995 bewusst. Anno 2015, zwanzig Jahre später, weiß auch Otto Normalverbraucher die Wichtigkeit des digitalen Kos-mos zu schätzen. Aber die Hintergründe der Digitalkultur, des digitalen Schreibens, bleiben den meisten Internetnutzern verborgen. Dem versucht Dirk von Gehlen, Journalist, Autor (Mash-Up; Eine neue Version ist verfügbar) sowie Leiter von ‚Social Media/Innovation‘ bei der Süddeutschen Zeitung, entgegenzuwirken.
In einer Videokonferenz, die am 4. Februar 2015 im LuM-Seminar „Literatur in digitalen Medien“ von Dr. Thomas Ernst stattfand, beschäftigt sich Dirk von Gehlen mit der Bedeutung des Online-Schreibens. Weiterlesen

Fundstück Nr. 59: Lange Nacht des eBooks

Foto: Lange Nacht des eBooks

Foto: Lange Nacht des eBooks

Geschichtenfans und Geschichten-erfinder, eBook-Nutzer und eBook-Macher, Bücherliebhaber und Bücherverkäufer – sie alle treffen am 27. Februar wieder in München aufeinander. Denn dann findet in der bayrischen Metropole die Lange Nacht des eBooks statt, bei der Verlage, Verlagsdienstleister, Medienunternehmer, Büchereien und Buchhandlungen ihre Türen für die Öffentlichkeit öffnen und kostenfreie Lesungen, Diskussionen und Vorträge rund um das digitale Buch präsentieren. Auf dem Programm der Langen Nacht des eBooks stehen zum Beispiel Lesungen von Stefan Adrian, der aus „Bluffen“ und „Der Gin des Lebens“ vortragen wird. Über Möglichkeiten des digitalen Publizierens informieren Bestsellerautorin Tanja Kinkel und Newcomer Albrecht Mangler und Vorträge zu den Themen Leseflatrate, Selfpublishing und eReader stehen ebenfalls auf der Agenda der Veranstaltungsreihe. Ziel ist es nach Aussagen der Veranstalter, den Lesern das Medium eBook näher zu bringen und das Interesse für das elektronische Lesen zu stärken.

Die Lange Nacht des eBooks bildet den Auftakt zum zweiten eBookCamp München, einer Konferenz zum Austausch über neue Formate, Perspektiven und Risiken des digitalen Publizierens und Lesens. Veranstaltet wird sie unter anderem vom bayrischen Landesverband des Börsenvereins.

Fundstück: Wort um Wort zum Mosaik-Roman

Zitate

Thomas von Steinaecker. Zitate aus seinem Essay zum Erzählexperiment „Zwei Mädchen im Krieg“.

Diesen Fragen stellt sich Schriftsteller und Journalist Thomas von Steinaecker nicht allein. In einem Erzählexperiment ruft er neun AutorInnen dazu auf, gemeinsam an einem Roman im Onlinemagazin Hundertvierzehn des S. Fischer Verlags zu schreiben. In „Zwei Mädchen im Krieg“ geht es um zwei Wiener Teenager, die als IS-Kämpferinnen nach Syrien in den Kampf gezogen sind. Jede Woche schreiben drei neue AutorInnen, der Rest darf kommentieren. Mosaikartig soll so eine Geschichte entstehen, die vielschichtige Perspektiven einnimmt und multimediale Inhalte einbaut. Seit zwei Tagen stehen die ersten Texte online und jeden Tag kann etwas Neues hinzukommen. Interessanterweise hat bisher keiner der Autoren aus der Perspektive eines der Mädchen geschrieben. Es sind Protokolle, Gespräche, Aktennotizen, die vom Aufbruch der Mädchen erzählen. Wird sich das nächste Woche ändern?
Im März soll das fertige Projekt auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt werden. In gedruckter Version wird es „Zwei Mädchen im Krieg“ nicht geben.

Fundstück: Tausend Tode schreiben

Einige tabuisieren ihn, versuchen ihn zu verdrängen. Manche haben bereits geliebte Menschen an ihn verloren. Andere beschäftigen sich beruflich mit ihm. Den meisten jedoch begegnet er wohl fast tagtäglich in den Nachrichten: der Tod.

1000 der subjektiven Wahrnehmungen des Todes von 1000 Autoren will Digitalverlegerin Christiane Frohmann in dem E-Book „Tausend Tode schreiben“ festhalten. In seiner Gesamtheit als „transpersonaler Metatext“ soll er dann Aufschluss über den Umgang mit dem Sterben in unserer heutigen Gesellschaft geben. Hierfür hat Christiane Frohmann dazu aufgerufen, ihr kurze Texte von maximal 3000 Zeichen, ganz gleich welcher Art, zukommen zulassen. Die 1000 Beiträge werden jedoch nicht alle auf einmal publiziert. In vier Etappen sollen sie herauskommen. Die beiden ersten Versionen sind mit 246 Texten bereits erschienen. Die nächste Fassung kommt am 13. Februar heraus und die letzte wird voraussichtlich zur Leipziger Buchmesse veröffentlicht. Bezahlen müssen die Leser jedoch nur die erste Version. Danach aktualisiert sich das E-Book automatisch. Die Autor- und Herausgeberanteile des Erlöses werden an das Kinderhospiz Sonnenhof in Berlin-Pankow gespendet.

Zu den Autoren zählen u.a. bereits Nadine Kegele, Leander Wattig, Zoë Beck und Stefan Mesch. Letzterer hat seinen Text „Inventar“ auch gelesen. Stefan Mesch thematisiert darin den „digitalen Nachlass“ und die Frage, wie die hinterlassenen Dinge zu den richtigen Menschen gelangen: