Mit digitaler Kraft für Solidarität und Nächstenliebe

Foto von Leander Wattig

Die digitale Zusammenarbeit mündete erst nach der Veröffentlichung von „Willkommen! Blogger schreiben für Flüchtlinge” in ein persönliches Aufeinandertreffen (von links nach rechts frontal sichtbar: Frank O. Rudkoffsky, Katharina Gerhardt und Nikola Richter). Foto: Leander Wattig

Hunderte Texte sammeln sich unter dem Hashtag #BloggerFuerFluechtlinge und erzählen Geschichten über Flucht und Angst, berichten aber auch von überwältigender Hilfsbereitschaft. Ein sechsköpfiges Herausgeberteam hat diese gesichtet, die besten ausgewählt und zusammen mit passenden Zeitungs- und Onlineartikeln in digitaler Kollaboration zu einem E-Book zusammengestellt. Mit der Anthologie Willkommen! Blogger schreiben für Flüchtlinge halten sie gelebte Willkommenskultur fest und machen sie für alle Leser auch außerhalb der Bloggerwelt sichtbar.
Weiterlesen

Fundstück: Archiv digital nutzbar

Archiv

Archiv: Ab August 2016 ist der Nachlass Günter Grass‘ digital nutzbar. (Foto: pixabay, CC0)

Im Krebsgang, Mein Jahrhundert – Werke, die Literaturinteressierte wohl sofort mit dem 2015 verstorbenen Literaturnobelpreisträger Günter Grass in Verbindung bringen. Manuskripte, unter anderem dieser Werker, befinden sich neben einigen seiner Zeichnungen, Lithographien, Radierungen und Aquarelle im Günter-Grass-Haus in Lübeck.
Dieser Nachlass wurde nun eingescannt. Damit kann der Prozess des Schreibens nachvollzogen werden. Ab August 2016 kann dieses Archiv dann digital genutzt werden.
Günter Grass wurde 87 Jahre alt. Bekannt wurde er unter anderem durch seinen Debütroman Die Blechtrommel. Ab 1957 gehörte er der Gruppe 47 an.

„Wir fahren stundenlang Zug, um 5 Minuten auf der Bühne zu stehen“

Digitur_Rainer Holl_Poetry Slam_Digitalisierung (c) Spoken Word Poetry Club

Rainer Holl – Automatopoet, Poetry Slammer und Autor. Bild: © Spoken Word Poetry

Das ist es, was das Format Poetry Slam ausmacht: Die direkte Interaktion mit dem Publikum, von Angesicht zu Angesicht, unmittelbar festzustellen, wie die eigenen Texte ankommen. Dazu gehört eine Menge Mut; Mut, der uns in der heutigen Zeit oft fehlt, weil die immer anonymer werdende Kommunikation eine direkte Konfrontation vermeidet. Das Format Poetry Slam fungiert als eine Art Gegenentwurf dazu und vielleicht ist gerade das der Grund für seinen Erfolg.

Trotz allem können sich auch Poetry Slammer der Digitalisierung nicht gänzlich entziehen – und wollen das auch gar nicht. Ein Interview mit dem Poetry Slammer Rainer Holl über digitale und soziale Medien, die damit verbundenen Veränderungen und wie Poetry Slam und die Digitalisierung zusammenpassen und einander sogar nutzen können.

Weiterlesen

Fundstück: Emojis für Blogleser

So können wir mit Emotify auf Blogposts reagieren. Screenshot: https://www.goemotify.com/

So können wir mit Emotify auf Blogposts reagieren. Screenshot: https://www.goemotify.com/

Emojis statt Kommentare: das kennen wir mittlerweile von sozialen Netzwerken wie Facebook. Nun soll es diese Funktion auch für Weblogs geben. Mit Emotify haben User die Möglichkeit, ihre Reaktion auf Blogbeiträge über Emojis auszudrücken. Die Idee dahinter ist, dass dies unmittelbarer ist als das Verfassen eines Kommentars. Den NutzerInnen sollen weitere Beiträge, die zu der Stimmung passen, empfohlen werden. Für Blogger verspricht der Anbieter den Vorteil, dass die Reaktionen der LeserInnen besser analysiert werden können und so neue Einsichten in das Leseverhalten der User offenbaren. Bisher ist Emotify als kostenlose Beta-Version erhältlich, nach der Testphase soll das Tool jedoch kostenpflichtig werden.

Eindrücke der Electric Book Fair 2016

Mit ihrem Festivalcharakter ist die Electric Book Fair 2016 eine Besonderheit unter den zahlreichen Veranstaltungen rund um die Branche der digitalen Bücher. „Wir wollten das E-Book feiern“, erklärt Nikola Richter, eine der Kuratorinnen des zweitägigen Events. Wie das gelungen ist und welche Themen rund um das elektronische Buch momentan besonders heiß diskutiert werden, verraten uns Nikola Richter und ihre Kollegin Andrea Nienhaus im Interview. Wir waren am 25. und 26. Juni auf der Electric Book Fair in Berlin und  haben unsere Eindrücke mit der Kamera festgehalten:

 Ein Beitrag von Aileen Singhof und Johanna Böhnke

Fundstück: Ingeborg Bachmann digital

Bachmann Porträt am Musil-Literaturhaus in Klagenfurt. Künstler: Jef Aerosol. CC BY-NCSA 4.0 Katharina Graef

Bachmann Porträt am Musil-Literaturhaus in Klagenfurt. Künstler: Jef Aerosol. CC BY-NC SA 4.0 Katharina Graef

Heute geht das Klagenfurter Wettlesen um den Bachmannpreis in seinem 40. Jubiläumsjahr in die nächste Runde. Und auch die namensgebende Autorin und Gruppe 47-Ikone Ingeborg Bachmann hätte dieser Tage einen großen Geburtstag gefeiert – am 25. Juni wäre sie 90 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass veröffentlicht der Piper Verlag die Werkausgabe Bachmanns (immerhin 30 Bände!), zu der auch bisher unveröffentlichte Texte gehören, nach und nach in digitaler Form. Die Website des Verlags bietet außerdem mit einem Themenspecial einen umfangreichen Überblick über Leben, Werk und Wirken der Klagenfurter Autorin.

Das Blogprojekt Techniktagebuch

1280px-Kathrin_Passig

Kathrin Passig – die Initiatorin des Techniktagebuchs. Das Thema ist für sie klar: „Es soll um Alltagstechnik gehen.“ Bild: CC BY SA 2.0 Matthias Bauer

Wer kann sich in unserer Generation noch an die Entstehung des Internets erinnern? Oder an die ersten Computer? Oder an die Schreibmaschine? Vermutlich niemand mehr so richtig. Was wird in 20 Jahren sein, wenn unsere heutige Technik längst überholt ist? Wird man sich da noch an Facebook, Twitter und Smartphones erinnern? Um diesem Vergessen entgegenzutreten, hat die Autorin Kathrin Passig ein Blogprojekt initiiert. Dort schreiben mehrere AutorInnen über ihren Alltag und ihre Probleme mit Technik, sei es Computer, Handy, Schreibmaschine oder Internet. Der Name ist dazu passend gewählt: Techniktagebuch. Was genau steht drin und wer kann überhaupt mitmachen? Digitur hat das Blog unter die Lupe genommen. Weiterlesen

Wenn die Generation Online ins Off gezwungen wird – Ein Kommentar

Bild: CC0 pixabay.com

Sind die Online-Semesterapparate nächstes Jahr schon Geschichte, werden zahlreiche Studenten wieder haufenweise Bücher schleppen müssen. Bild: CC0 pixabay.com

Es ist höchstens ein leises Klappern, was man in Deutschlands Hörsälen neben den Stimmen der Lehrenden überwiegend wahrnimmt. Das Kratzen von Stiften über Papier oder das Umblättern von Buchseiten? Fehlanzeige. Statt Notizblöcken und Kugelschreibern nutzen wir mit immer größerer Vorliebe Laptops oder Tablets für unsere Aufzeichnungen – weil es in den meisten Fällen einfach so viel praktischer ist. Die Notizen sind schnell gemacht, trotz aller Eile leserlich, übersichtlich, und sollte man nachträglich etwas hinzufügen müssen, ist auch das stets ohne Platzmangel möglich. Doch das Beste daran? Direktes Einbinden von eigenen Notizen in Skripte oder Unterrichtsmaterialien, sodass alle Lerninhalte an einem Ort gesammelt sind, inklusive der integrierten Stichwortsuche. Und all das ist möglich durch die Bereitstellung von wissenschaftlichen Artikeln, Literaturauszügen und Skripten in den Online-Semesterapparaten unserer Universitäten – deren Existenz jedoch jetzt in Gefahr ist. Weiterlesen

Fundstück: Lukas Bärfuss als Poet in Residence

Der Schweizer Autor Lukas Bärfuss ist diese Woche als Poet in Residence an der Universität Duisburg-Essen zu Gast, Bild: CC BY-SA 4.0 Caro­lin Ter­horst

Der Schweizer Autor Lukas Bärfuss ist diese Woche als Poet in Residence an der Universität Duisburg-Essen zu Gast. Bild: CC BY-SA 4.0 Caro­lin Ter­horst

Die vor mehr als vierzig Jahren ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe „Poet in Residence“ gilt längst als Institution an der Universität Duisburg-Essen. In dieser Woche ist der Schweizer Autor Lukas Bärfuss zu Gast in Essen, der sich damit in die Liste namhafter Autoren einreiht, zu der u.a. Literatur-Größen wie Martin Walser, Bernd Jaumann, Friedrich Ani, Kathrin Röggla, oder im vergangenen Wintersemester Klaus Modick, zählen.

In seiner Vortragsreihe Credo, die an Das Credo eines Dichters von Jorge Luis Borges angelehnt ist, spricht Bärfuss noch bis Mittwoch u.a. „über den literarischen Anspruch, über die Faulheit, die jedem Anspruch im Wege steht und (…) ferner über die Frage, wie der Klang zum Inhalt steht.“ Abschließend wird der Autor am Donnerstag aus seinem Roman Koala lesen, für den er u.a. mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde. Die Lesung findet um 18 Uhr im Casino an der Universität statt (Reckhammerweg 3).

Fundstück: Texteditoren für jeden Gemütszustand

Der „don’t worry, be happy“-Texteditor löscht deinen Text, wenn du nicht lächelst. Bild: Don’t worry, be happy by samim

Schreiben unter Zwang, Kreativität auf Knopfdruck und das mit ausschließlich guter Laune. Texteditoren gibt es viele, doch dieser scheint es auf die Spitze der Absurdität zu treiben: Der „don’t worry, be happy“-Editor des Schweizer Entwicklers Samim kontrolliert per Webcam, ob der Schreibende während seines Schaffens lächelt. Sollte dem nicht so sein, löscht die Software gnadenlos den geschriebenen Text und verkündet „You failed!“. „Emotion enforcing“ nennt sich das System und wirft die Frage auf, ob wir mit einem Lächeln im Gesicht tatsächlich zufriedener, produktiver oder gar besser arbeiten?
Den Einfluss von Zeitdruck auf die eigene Arbeitsweise erleben vor allem viele Studenten zum Ende jedes Semesters und mit dem Nahen der Abgabefristen aufs Neue. Während einige an ihrer Prokrastination verzweifeln, laufen andere mit zunehmendem Druck und dem damit einhergehenden Zwang zu konzentriertem und ablenkungsfreiem Schreiben zu Höchstformen auf. Apps und Editoren, die sich genau dies – zum Beispiel durch das Sperren des Internetzugangs oder dem Verhindern von Änderungen im Text – zu Nutze machen, gibt es viele. Auch jene, wie der Flowstate-Editor, die einen Text nach einer vorher festgelegten Zeitspanne des Nichtstuns löschen. Im Gegensatz zu dem „don’t worry, be happy“-Editor geht es hier aber lediglich um die Optimierung des eigenen Schreibprozesses und nicht um die Gefühlslage währenddessen. Der Erfinder der „Gute Laune-Software“ verspricht: „writing with Don’t Worry Be Happy for even 2min has a tangible impact on your mental-state: You start to smile and laugh.“
Ob die Texteditoren ihr Versprechen halten und unsere Leistung und die eigene Gefühlslage tatsächlich positiv beeinflussen oder vielleicht doch eher das Aggressionspotential vor dem Bildschirm steigern, muss jeder selbst herausfinden.
In diesem Sinne: Fröhliches Schreiben!