Kein Sommer ohne Bücher!

Ein idealer Einfang des Sommers zur Abendzeit. Was für viele in dieser Jahresphase nicht fehlen darf: (Urlaubs-) Lektüre. Foto: Annika Vahle

Egal ob auf dem Balkon, auf einer Wiese, am Strand oder ganz cool am Pool. Auch in der heißen Jahreszeit gehört Lektüre zu unserem Alltag dazu. Wie das Ufer zum See, die Waffel zum Eis – die Sommermonate sind ohne Bücher nicht vorstellbar. Wir nehmen sie mit in die unterschiedlichsten Länder und Städte, um auch dort der Realität zu entfliehen und in fantasievolle Welten einzutauchen. Sie werden zu einem Begleiter von uns, stellen manchmal sogar die Erinnerung an den Urlaub dar und oft ist es nicht nur ein Buch, das in dieser Zeit von uns verschlungen wird. Eine Seite nach der anderen wird umgeblättert, schenkt uns die Möglichkeit, umso mehr unsere freie Zeit zu genießen. Obwohl es unzählige Bücher gibt, die in den Rubriken „Sommerlektüre“ oder „Bücher für den Urlaub“ aufgelistet werden können – es sind nicht unbedingt die klischeehaften Sommerliebesromane (es ist Sommer, ein Mann und eine Frau verlieben sich), die während der warmen Monate gelesen werden. Stattdessen ist die Auswahl viel breiter, komplett genreunabhängig und völlig individuell bestimmt.

Die Digiturredaktion hat ihre persönlichen Lesevorschläge für diesen Sommer zusammengestellt. Und auch hier zeigt sich, dass die Geschmäcker total verschieden sind:

Lektüreempfehlung von Julia Bergemann: „Oh Simone! Warum wir Beauvoir wiederentdecken sollten“. Bild: Julia Bergemann

„Am Strand liegen, dem Meeresrauschen lauschen und dabei Einblicke in das faszinierende Leben einer der größten Feministinnen erhalten. Wäre das nicht was? Oh, Simone! Warum wir Beauvoir wiederentdecken sollten von Julia Korbik ist hierfür genau das Richtige. Die junge Berliner Autorin erzählt von Simone de Beauvoirs Denkweisen, Romanen und Essays, ihrer Beziehung zu Sartre und ihrem Werdegang sowie ihrer außergewöhnlichen Lebensform. Dies tut sie auf derart unterhaltsame, kurzweilige und lockere Art und Weise, dass die Biografie nicht mehr aus der Hand gelegt werden möchte. Sie lehrt uns: Kritisch denken, an sich glauben und das eigene Leben in die Hand nehmen, ist stets ein guter Weg.“   (Rowohlt Taschenbuch Verlag, 320 Seiten, 12,99 EUR)

 

 

Lektüreempfehlung von Lena Kosakowski: „Call me by your name“. Bild: Lena Kosakowski

„Sommer an der italienischen Riviera: Der 17-jährige Elio stürzt in ein Gefühlschaos, als seine Eltern den amerikanischen Universitätsabsolventen Oliver für sechs Wochen bei sich aufnehmen. Während Oliver an der Publikation seines Buches arbeitet, versucht Elio vorsichtig ihm näherzukommen. Verstohlene Blicke, kurze Berührungen – die aufkeimenden Gefühle verunsichern den Jugendlichen und lösen in ihm einen stetigen Wechsel aus Begehren, Verzweiflung und Sehnsucht aus. André Aciman gelingt mit Call Me by Your Name eine Liebesgeschichte, die tief berührt, ohne kitschig zu sein. Poetisch, melancholisch, sinnlich und intim beschreibt er die Erinnerung an einen Sommer, der nicht vergessen werden kann.“   (Dtv 2018, 288 Seiten, 10,90 Euro)
 

 

Lektüreempfehlung von Theresa Müller: „Im Kaffeehaus“. Bild: Theresa Müller

„Für Sepp Dreissinger kommen in seinem Werk Im Kaffeehaus zwei Leidenschaften zusammen: einen Braunen trinken und fotografieren. Er traf sich mit Wiener Bekanntheiten wie Josef Harder, Robert Menasse oder Stefanie Sargnagel in ihren Lieblingscafés. Im Kaffeehaus versammelt 35 Gespräche und zahlreiche Fotografien. Es erzählt vom Leben des Wiener Kaffeehauses, das für viele ein zweites Zuhause, Büro oder auch eine Art Universität geworden ist. Und es erzählt von echten Kaffeehausgängern. Warum man es unbedingt lesen sollte? Weil es eine Hommage an das (Smartphone-freie) Kaffeehaus mit schönen Anekdoten und ungezwungenen Gesprächen ist. Ich will jetzt nach Wien fahren.“ (Album Verlag 2017, 350 Seiten, 39 Euro)
 

 

 

Lektüreempfehlung von Tim Rotthaus: Complete Collection von H.P. Lovecraft. Bild: Tim Rotthaus

„Meine Empfehlung für diesen Sommer geht in eine etwas makabere Richtung: H.P. Lovecraft‘s Complete Collection umfasst sämtliche Werke des amerikanischen Schriftstellers. Seine Geschichten über kosmische Horrorgestalten, alte, dunkle und längst vergessene Götter und vergessene Zivilisationen, die schreckliche Blutrituale durchführen, bieten mehr als genug Stoff, sich durch warme Sommernächte zu gruseln. Das Gesamtwerk Lovecrafts können sich Horrorfans momentan auf Amazon für kleines Geld als eBook und auf verschiedenen Sprachen herunterladen. Ich wünsche allen einen gruseligen Sommer.“ (eBookIt.com, 2219 Seiten, 0,67 Euro)
 

 

 

Lektüreempfehlung von Niklas Ruddigkeit: „Das Licht der letzten Tage“ Bild: Niklas Ruddigkeit

„Emily St. John Mandel gelingt mit Das Licht der letzten Tage das Kunststück einen Science-Fiction-Roman jenseits aller Genre-Klischees geschrieben zu haben. Die spielen hier, wenn man von der Grundprämisse des Romans absieht, keinerlei Rolle. Es ist ein großartiges Buch, denn es versetzt den Leser in eine erstaunlich hoffnungsvolle Welt. Das ist umso bemerkenswerter, denn es handelt sich um eine postapokalyptische Welt. Eine Krankheit hat den Großteil der Menschheit dahingerafft und die Zivilisation zusammenbrechen lassen. St. John Mandel hat ein hochspannendes und stilistisch interessantes mit einer komplexen Erzählweise, auf mehreren Zeitebenen spielendes Buch geschrieben.“ (Piper 2015, 403 Seiten, 14,99 Euro)
 

 

Lektüreempfehlung von Annika Vahle: „Liebe findet uns“. Bild: Annika Vahle

 

„Bevor Heather nach ihrem Uniabschluss an der Bank of America so richtig durchstarten will, reist sie mit ihren beiden besten Freundinnen durch Europa. Unterwegs lernt sie Jack kennen, in den sie sich sofort verliebt. Der hat einen ganz bestimmten Plan: Er fährt die Stationen des Reisetagebuchs seines Großvaters ab. Während ihre Freundinnen ebenfalls mit Problemen zu kämpfen haben, stürzt sich Heather in ihr eigenes Chaos, als sie feststellen muss, dass Jack ein Geheimnis mit sich trägt. J.P. Monnigers Liebe findet uns zeigt nicht nur auf, welche unterschiedlichen Ansichten von Freiheit es gibt. Er nimmt uns mit auf spannende Reisen durch Europa und Amerika und verdeutlicht auf unbeschwerliche Weise, wie wichtig Freundschaft ist. Und was es heißt, sein Leben zu leben.“  (Ullstein Buchverlag 2017, 416 Seiten, 12,99 Euro)

 

 

Mit diesen Empfehlungen verabschiedet sich die Digiturredaktion in die Sommerpause. Ab September werden wieder neue Beiträge und Fundstücke veröffentlicht. Wir wünschen allen unseren Leser*innen weiterhin einen tollen Sommer!

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