Ein Sommer ohne Smartphone, Tablet und PC

Bild: CC BY-SA 4.0 Chantal Otterbein
Bild: CC BY-SA 4.0 Chantal Otterbein

Der deutsche Sommer ist da. Lange hat es gedauert, doch endlich konnten sich ein laues Lüftchen und ein paar Sonnenstrahlen durchsetzen. Die Sommerferien sind für die Schulkinder bereits zu Ende und auch die vorlesungsfreie Zeit des Sommersemesters ist bereits in vollem Gange. Zeit für eine Pause und ein bisschen Urlaub. Weiterlesen „Ein Sommer ohne Smartphone, Tablet und PC“

Den richtigen Ton finden – über die Angemessenheit der Sprache

Emojis - ob per SMS, auf WhatsApp oder per Mail, sie sind unsere tagtäglichen Begleiter in der digitalen Kommunikation geworden.
Emojis – ob per SMS, auf WhatsApp oder per Mail. Sie sind unsere tagtäglichen Begleiter in der digitalen Kommunikation geworden.

Mal wieder eine Mail, bei der man sich insgeheim fragt, was dem Absender die Laune verdorben hat, eine dienstliche Nachricht mit unangemessener Grußformel oder eine Whatsapp-Nachricht ohne jegliche Emojis: Die Variationen, sich im digitalen Ton zu vergreifen oder den Anschein dessen zu erwecken, sind vielfältig. So gerne wir das Internet auch nutzen, um mal schnell noch eine Nachricht loszuschicken, desto schwieriger ist manchmal die korrekte Entschlüsselung.
Auch wenn sich so oft im Nachhinein herausstellt – war alles nicht so gemeint – ist es doch erschreckend, mit welcher Macht die vermeintliche Nachricht uns plötzlich in eine kleine Krise stürzen kann, wenn man die Worte auf die gedankliche Goldwaage legt, sich über deren Bedeutung nicht im Klaren ist oder man gar Schlimmeres vermutet. Die andere Seite: Die Verwendung von Emojis. Wer hat nicht diesen einen Freund oder die Mama, die aus dem Unersättlichen der Smiley-Palette schöpft. Immer wieder sind Whatsapp-Nachrichten oder SMS geflutet von Affenköpfen, die die Hände über dem Kopf zusammenschlagen oder gelben Gesichtern, die schüchtern lächeln. Der Vorwurf, so mancher nütze sie im Überfluss, ist dann vielleicht doch eher ein dankbares Äquivalent, wenn so der charmante Beigeschmack via zwinkerndem Smiley gewahrt werden kann. Weiterlesen „Den richtigen Ton finden – über die Angemessenheit der Sprache“

Fundstück: Faust I und II – Digital in all seinen Facetten

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Auf Goethes Druckwerk ist nun die digitale Version erschienen. Bild: CC0

Das hätte sich Goethe zu seiner Zeit wohl nicht erträumt: eine digitale Ausgabe, basierend auf dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt ‚Historisch-kritische Edition von Goethes Faust‘. Die digitale Faust-Edition besteht aus einem Archiv der Handschriften und der zu Lebzeiten erschienenen textkritisch relevanten Drucke zum Faust, einem Lesetext des Faust I und Faust II sowie Visualisierungen zur Genese des Werks. Interessierte finden hier kostenlos Angaben zu den Aufbewahrungsorten und erhalten Einsicht in Notizen und Druckvorlagen. Die im Februar 2016 veröffentlichte Beta-Version ist Teil einer Hybridausgabe, der die Buchpublikation noch folgt. „Die Idee zum konkreten Projekt einer Hybridedition nahm im Gespräch mit Prof. Jannidis und dem Goethe-Schiller-Archiv Weimar etwa seit 2003 Gestalt an“, erklärt Anne Bohnenkamp, eine der ProjektleiterInnen. Die Gesamtkonzeption der digitalen Ausgabe erfolgte in einem Team aus Informatikern und Philologen, die sich der Transkription und Aufzeichnung sowie den langwierigen Korrekturprozessen an den Originalen und der Entwicklung und Realisierung der erforderlichen Software widmeten.

Zurzeit wird noch an der Optimierung gearbeitet, die Freischaltung der ersten vollgültigen 1.0 Version ist in ca. einem Jahr geplant – wir sind gespannt!

Fundstück: Hören, was andere sehen

Screenshot: http://www.gretaundstarks.de/greta/greta (17.02.2016)
Screenshot: http://www.gretaundstarks.de/greta/greta (17.02.2016)

Lange Zeit war es für Sehbehinderte schwierig im Kino oder Zuhause bei einem DVD-Abend einen Film in Gänze wahrnehmen zu können, weil die Sehkomponente bisher unerfüllt blieb. Doch dafür gibt es nun Abhilfe: Die App Greta macht Audiodeskriptionen zugänglich und ermöglicht in den Dialogpausen die Beschreibung von Mimik, Gestik, Handlung und der dramaturgisch relevanten Umgebung. Die App erkennt den Filmstart automatisch und spielt die Bildbeschreibungen synchron zum Film ab. Einziger Haken: Wer sich für einen Film interessiert, sollte vorher checken, ob es dazu auch eine Audiodeskription gibt, da die Filmverleiher und Produzenten selbst entscheiden, welche Filme sie für Greta zugänglich machen.
Greta funktioniert auf jedem Smart Device (Smartphone, iPod Touch oder Tablet) und ist via Kopfhörer nutzbar.

Theater und Gaming auf dem Next Level-Prüfstand

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Next Level Conference 2015

Gaming und Theater sind zwei völlig unterschiedliche Sparten. Unterschiedliche Produkte, für unterschiedliche Zielgruppen. Oder doch nicht? Gibt es nicht vielleicht doch crossmediale Überschneidungen? Am 2. und 3. Dezember wurde das Dortmunder U zum dritten Mal Spielort für die Next Level Conference zum Thema Kultur, Kunst, Bildung und Wirtschaft von Computerspielen. Weiterlesen „Theater und Gaming auf dem Next Level-Prüfstand“

„Früher dachte ich, Bücher besprechen heißt ein alter Mann zu sein“ – Workshop mit Stefan Mesch

Stefan Mesch zu Gast in Essen. Bild: CC BY-SA 4.0 Janna Reichmann
Stefan Mesch zu Gast in Essen. Bild: CC BY-SA 4.0 Janna Reichmann

Wie spricht man über Literatur? Das war eine der zentralen Leitfragen des Workshops Feuilletonistisches Schreiben, der am 12. November 2015 an der Universität Essen stattfand. Organisiert wurde er vom Forum Kalliope im Rahmen der Beitragsreihe Fünf Gesichter zum Buch. Gegenstand der Diskussion war auch die Frage nach der Funktion des Schreibens für das Feuilleton und dem Status eines Literaturkritikers beziehungsweise Bloggers. Dazu war Stefan Mesch als besonderer Gast vor Ort, der während des Abends Einblicke in seine Arbeitsprozesse gab und den Teilnehmern das Berufsbild eines freien Journalisten und Literaturkritikers näher brachte. Weiterlesen „„Früher dachte ich, Bücher besprechen heißt ein alter Mann zu sein“ – Workshop mit Stefan Mesch“

Fundstück: Hamlet zwischen Big Data und Totalüberwachung

Shakespeares tragische Figur Hamlet (Eva Maria Müller) wird im Schauspiel Dortmund zum kindlichen Rächer im Batman-Kostüm und sinniert zwischen Wahrheit und Wahnsinn, nachdem sein Vater und König (Sebastian Kuschmann) durch Bruderhand ermordet wird. Soweit, ähnlich der Vorlage. Doch Dortmunds Hamlet befindet sich im Spannungsfeld zwischen digitaler Informationsüberflutung und Voyeurismus durch den Einsatz von Kameras. Helsingör, Ort des Sehen und Gesehen-Werdens, wird zum Überwachungsstaat erklärt. Hamlets Mit- und Gegenspieler als abgeleitete Gegenwartstypen und zweiter Identität Whistleblower oder Computerspielfiguren bewegen sich zwischen dem Verstoß gesellschaftlicher Regeln und Handeln nach Moralvorstellungen. Durch den Einsatz von Kameras und Projektionsflächen eröffnet Regisseur Kay Voges dem Publikum einen Blick auf fragmentierte Körper und fragliche menschliche Beziehungen im Zeitalter der Digitalität. Es beginnt ein Verwirrspiel der Wahrnehmungen, bei dem Kino und Theater, Realität und Fiktion nicht mehr auseinanderzuhalten sind.
Wer Teil des Forschungslabors sein will, sollte sich unbedingt die letzte Vorstellung von Hamlet am 20.11.2015 im Schauspiel Dortmund ansehen!