Alles steuert die Musik — Wenn die Kunst aus dem Netzwerkverteiler kommt

Damen und Her­ren des Chor­Werk Ruhr
© Tho­mas Jauk, Sta­ge Pic­tu­re

Schau­spiel­in­ten­dant Kay Voges insze­niert erneut eine Oper. Nach sei­nem viel dis­ku­tier­ten Opern­de­büt Tann­häu­ser und der Sän­ger­krieg auf Wart­burg und Der Frei­schütz an der Staats­oper Han­no­ver geht er in Dort­mund in die nächs­te Run­de. Seit dem 23. April 2017 steht die Mini­mal Oper Ein­stein on the Beach von Robert Wil­son und Phil­ip Glass auf dem Spiel­plan. Musi­ka­li­sche Unter­stüt­zung bekommt der Regis­seur die­ses Mal vom Chor­Werk Ruhr und Flo­ri­an Hel­ga­th, der die musi­ka­li­sche Lei­tung über­nimmt. Wei­ter­le­sen „Alles steu­ert die Musik — Wenn die Kunst aus dem Netz­werk­ver­tei­ler kommt”

Fundstück: Startschuss für die 17. lit.COLOGNE

Die lit.COLOGNE geht in die nächste Runde.

Als wir vor gut einem Monat über den neuen, viel diskutierten Ableger der lit.COLOGNE, die lit.RUHR, berichtet haben, gab es schon regen Austausch zwischen uns und unseren Lesern. Ab dieser Woche widmen wir uns aber erst einmal dem Programm der lit.COLOGNE, dem internationalen Literaturfest, in Köln, das in diesem Jahr zum 17. Mal stattfindet. Neben der Gala zur Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises 2017 als mittlerweile fest etablierter Auftaktveranstaltung gibt es Künstlergespräche, Lesungen, einen Schreibwettbewerb und wie immer vieles mehr.
Wir tummeln uns irgendwo dazwischen und sind natürlich auch gespannt auf eure Kommentare. Habt ihr noch eine Empfehlung oder Erfahrungen, die ihr mit uns teilen wollt? Schreibt uns gerne via Twitter und Facebook – und vielleicht sieht man sich ja in Köln!

Gesamtausgabe des Talmud bald auch frei im Internet zugänglich

Eine Gesamtausgabe des Talmud füllt normalerweise auch gerne mal ein ganzes Bücherregal.
Eine Gesamt­aus­ga­be des Tal­mud füllt nor­ma­ler­wei­se auch ger­ne mal ein gan­zes Bücher­re­gal. Foto: Pixabay.

Der Tal­mud ist essen­zi­ell für jüdi­sche Stu­di­en, die Tex­te bis­her aber nur schwer oder hoch­prei­sig zu beschaf­fen – ein Online-Projekt will dem Abhil­fe schaf­fen. Der Tal­mud (hebr., „Lehre“/„Studium“) ist eine der bedeu­tends­ten Schrift­stü­cke des Juden­tums und eine Jahr­hun­der­te alte und stän­dig erwei­ter­te Samm­lung. Sie besteht aus Aus­le­gun­gen der jüdi­schen Regeln in Form von Über­lie­fe­rungs­ge­schich­ten und der Ein­tei­lung in die pra­xis­na­he Aus­le­gung der gesetz­li­chen Vor­schrif­ten und erzäh­le­ri­schen wie auch erbau­li­chen Betrach­tun­gen. Die­se bezie­hen sich auf­ein­an­der und ste­hen nicht sel­ten im Gegen­satz.  Wei­ter­le­sen „Gesamt­aus­ga­be des Tal­mud bald auch frei im Inter­net zugäng­li­ch”

Und was kommt nach postfaktisch und Fake-News?

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Es wird immer schwe­rer im Netz Fake-News zu iden­ti­fi­zie­ren. CC By-SA 4.0 Chan­tal Otter­bein

Fake-News, das sind bewusst ver­brei­te­te Falsch­mel­dun­gen, die nicht zuletzt auch in Deutsch­land für Dis­kus­sio­nen gesorgt haben und die Poli­tik ins Stru­deln um mög­li­che Lösungs­we­ge bringt.
Die Falsch­mel­dun­gen sind emo­tio­nal auf­ge­la­den und schaf­fen es in kür­zes­ter Zeit im Inter­net hit­zi­ge Dis­kus­sio­nen ent­ste­hen zu las­sen. Denn anstatt die Fak­ten zu hin­ter­fra­gen und die Glaub­wür­dig­keit erst ein­mal zu prü­fen, wird geglaubt, was in unser aller Welt­bild passt. Wei­ter­le­sen „Und was kommt nach post­fak­ti­sch und Fake-News?”

Christmas is loading…

Advent Digitur
Weih­nach­ten ist die ana­logs­te Zeit im Jahr. Foto: Pixabay.

Das Mas­sen­fest Weih­nach­ten steht vor der Tür und wird immer digi­ta­ler. Dass sich auch das zweit­höchs­te christ­li­che Fest nicht dem Rhyth­mus elek­tro­ni­scher Wel­len ent­zie­hen kann, ist wohl kei­ne Über­ra­schung. 2011 hat Papst Bene­dikt XVI. dank einer Draht­los­ver­bin­dung zum ört­li­chen Strom­netz den ‚Weih­nachts­baum‘, eine rie­si­ge Instal­la­ti­on mit Weih­nachts­lich­tern im über 200 Kilo­me­ter ent­fern­ten Umbri­en (Regi­on Ita­li­ens), per Tablet ‚ent­zün­det‘. Ein Jahr spä­ter begann er das Twit­tern. Wei­ter­le­sen „Christ­mas is loa­ding…”

Fundstück: Literaturfest und open mike

Literaturfest München
Lite­ra­tur­fest Mün­chen

Wir mel­den uns aus der Spät­som­mer­pau­se zurück und haben direkt zwei Schman­kerl für euch: Auch die­ses Jahr heißt es wie­der „Büh­ne frei“ beim Lite­ra­tur­fest in Mün­chen und beim open mike in Ber­lin. 22 jun­ge Auto­ren und Auto­rin­nen lesen am 12. und 13. Novem­ber im Hei­mat­ha­fen Neu­kölln 15 Minu­ten lang und ver­su­chen dabei die Jury und das Publi­kum zu über­zeu­gen. Ihre Tex­te wur­den vor­her aus rund 550 Kon­kur­renz­tex­ten aus­ge­wählt.
Das Fest­pro­gramm des Lite­ra­tur­hau­ses Mün­chen steht die­ses Jahr unter dem Mot­to „Die Welt erzäh­len“. Das forum:autoren wird die­ses Jahr von Auto­rin und Jour­na­lis­tin Elke Schmit­ter gestal­tet. Vom 10. bis zum 19. Novem­ber lädt sie mit ihren Gäs­ten in ver­schie­de­ne Sprach-Welten: „ein wort gibt das ande­re“ lau­tet das Mot­to ihres Pro­gramms. Dar­in unter­sucht sie die Spra­che als Aus­drucks­mit­tel unse­res Den­kens und unse­rer Erfah­rung und fragt: „Sind die Gren­zen unse­rer Spra­che die Gren­zen unse­rer Welt?“ Ver­schie­de­ne Blick­win­kel auf Spra­che unter den Bedin­gun­gen poli­ti­scher Repres­si­on, auf Spra­che als Ver­mitt­lungs­me­di­um zwi­schen Eth­ni­en und Kul­tu­ren, auf Mut­ter­spra­chen und künst­li­che Spra­chen als Spiel­räu­me und gesell­schaft­li­che Insti­tu­tio­nen – und auf Spra­che als stimm­li­che Aus­drucks­kraft in Lyrik und Musik sol­len ant­wor­ten lie­fern.
Wer es — wie wir — lei­der nicht nach Mün­chen schaf­fen soll­te, kann sich wäh­rend der gesam­ten Ver­an­stal­tungs­zeit über das Mixta­pe, einer Sei­te, die neben dem Blog einen Über­bli­ck über alle soci­al media-Aktivitäten rund um das Lite­ra­tur­fest bie­tet, auf dem lau­fen­den hal­ten.

Ein Sommer ohne Smartphone, Tablet und PC

Bild: CC BY-SA 4.0 Chantal Otterbein
Bild: CC BY-SA 4.0 Chan­tal Otter­bein

Der deut­sche Som­mer ist da. Lan­ge hat es gedau­ert, doch end­li­ch konn­ten sich ein lau­es Lüft­chen und ein paar Son­nen­strah­len durch­set­zen. Die Som­mer­fe­ri­en sind für die Schul­kin­der bereits zu Ende und auch die vor­le­sungs­freie Zeit des Som­mer­se­mes­ters ist bereits in vol­lem Gan­ge. Zeit für eine Pau­se und ein biss­chen Urlaub. Wei­ter­le­sen „Ein Som­mer ohne Smart­pho­ne, Tablet und PC

Den richtigen Ton finden — über die Angemessenheit der Sprache

Emojis - ob per SMS, auf WhatsApp oder per Mail, sie sind unsere tagtäglichen Begleiter in der digitalen Kommunikation geworden.
Emo­jis — ob per SMS, auf Whats­App oder per Mail. Sie sind unse­re tag­täg­li­chen Beglei­ter in der digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­ti­on gewor­den.

Mal wie­der eine Mail, bei der man sich ins­ge­heim fragt, was dem Absen­der die Lau­ne ver­dor­ben hat, eine dienst­li­che Nach­richt mit unan­ge­mes­se­ner Gruß­for­mel oder eine Whatsapp-Nachricht ohne jeg­li­che Emo­jis: Die Varia­tio­nen, sich im digi­ta­len Ton zu ver­grei­fen oder den Anschein des­sen zu erwe­cken, sind viel­fäl­tig. So ger­ne wir das Inter­net auch nut­zen, um mal schnell noch eine Nach­richt los­zu­schi­cken, desto schwie­ri­ger ist manch­mal die kor­rek­te Ent­schlüs­se­lung.
Auch wenn sich so oft im Nach­hin­ein her­aus­stellt — war alles nicht so gemeint — ist es doch erschre­ckend, mit wel­cher Macht die ver­meint­li­che Nach­richt uns plötz­li­ch in eine klei­ne Kri­se stür­zen kann, wenn man die Worte auf die gedank­li­che Gold­waa­ge legt, sich über deren Bedeu­tung nicht im Kla­ren ist oder man gar Schlim­me­res ver­mu­tet. Die ande­re Sei­te: Die Ver­wen­dung von Emo­jis. Wer hat nicht die­sen einen Freund oder die Mama, die aus dem Uner­sätt­li­chen der Smiley-Palette schöpft. Immer wie­der sind Whatsapp-Nachrichten oder SMS geflu­tet von Affen­köp­fen, die die Hän­de über dem Kopf zusam­men­schla­gen oder gel­ben Gesich­tern, die schüch­tern lächeln. Der Vor­wurf, so man­cher nüt­ze sie im Über­fluss, ist dann viel­leicht doch eher ein dank­ba­res Äqui­va­lent, wenn so der char­man­te Bei­ge­schmack via zwin­kern­dem Smi­ley gewahrt wer­den kann. Wei­ter­le­sen „Den rich­ti­gen Ton fin­den — über die Ange­mes­sen­heit der Spra­che”

Fundstück: Faust I und II – Digital in all seinen Facetten

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Auf Goe­thes Druck­werk ist nun die digi­ta­le Ver­si­on erschie­nen. CCo

Das hät­te sich Goe­the zu sei­ner Zeit wohl nicht erträumt: eine digi­ta­le Aus­ga­be, basie­rend auf dem von der Deut­schen For­schungs­ge­mein­schaft geför­der­ten Pro­jekt ‚Historisch-kritische Edi­ti­on von Goe­thes Faust‘. Die digi­ta­le Faust–Edi­ti­on besteht aus einem Archiv der Hand­schrif­ten und der zu Leb­zei­t­en erschie­ne­nen text­kri­ti­sch rele­van­ten Dru­cke zum Faust, einem Lese­text des Faust I und Faust II sowie Visua­li­sie­run­gen zur Gene­se des Werks. Inter­es­sier­te fin­den hier kos­ten­los Anga­ben zu den Auf­be­wah­rungs­or­ten und erhal­ten Ein­sicht in Noti­zen und Druck­vor­la­gen. Die im Febru­ar 2016 ver­öf­fent­lich­te Beta-Version ist Teil einer Hybrid­aus­ga­be, der die Buch­pu­bli­ka­ti­on noch folgt. „Die Idee zum kon­kre­ten Pro­jekt einer Hybri­de­di­ti­on nahm im Gespräch mit Prof. Jan­n­i­dis und dem Goethe-Schiller-Archiv Wei­mar etwa seit 2003 Gestalt an“, erklärt Anne Boh­nen­kamp, eine der Pro­jekt­lei­te­rIn­nen. Die Gesamt­kon­zep­ti­on der digi­ta­len Aus­ga­be erfolg­te in einem Team aus Infor­ma­ti­kern und Phi­lo­lo­gen, die sich der Tran­skrip­ti­on und Auf­zeich­nung sowie den lang­wie­ri­gen Kor­rek­tur­pro­zes­sen an den Ori­gi­na­len und der Ent­wick­lung und Rea­li­sie­rung der erfor­der­li­chen Soft­ware wid­me­ten.

Zur­zeit wird noch an der Opti­mie­rung gear­bei­tet, die Frei­schal­tung der ers­ten voll­gül­ti­gen 1.0 Ver­si­on ist in ca. einem Jahr geplant – wir sind gespannt!

Fundstück: Hören, was andere sehen

Screenshot: http://www.gretaundstarks.de/greta/greta (17.02.2016)
Screen­s­hot: http://www.gretaundstarks.de/greta/greta (17.02.2016)

Lan­ge Zeit war es für Seh­be­hin­der­te schwie­rig im Kino oder Zuhau­se bei einem DVD-Abend einen Film in Gän­ze wahr­neh­men zu kön­nen, weil die Seh­kom­po­nen­te bis­her uner­füllt blieb. Doch dafür gibt es nun Abhil­fe: Die App Gre­ta macht Audi­odeskrip­tio­nen zugäng­li­ch und ermög­licht in den Dia­log­pau­sen die Beschrei­bung von Mimik, Ges­tik, Hand­lung und der dra­ma­tur­gi­sch rele­van­ten Umge­bung. Die App erkennt den Film­start auto­ma­ti­sch und spielt die Bild­be­schrei­bun­gen syn­chron zum Film ab. Ein­zi­ger Haken: Wer sich für einen Film inter­es­siert, soll­te vor­her che­cken, ob es dazu auch eine Audi­odeskrip­ti­on gibt, da die Film­ver­lei­her und Pro­du­zen­ten selbst ent­schei­den, wel­che Fil­me sie für Gre­ta zugäng­li­ch machen.
Gre­ta funk­tio­niert auf jedem Smart Device (Smart­pho­ne, iPod Touch oder Tablet) und ist via Kopf­hö­rer nutz­bar.