„Komme 5 min. später, stehe im Stau! 🙂“ Eine solche Nachricht, oder zumindest so ähnlich, flatterte doch bei fast jedem schon einmal ins Postfach. Beim Blick aufs Smartphone oder auch in den PC fällt auf: unsere heutige schriftliche Kommunikation ist schnell, kurz und vor allem digital. Das ist vornehmlich den neuen Medien à la Whatsapp, Facebook oder der schon beinahe veralteten SMS geschuldet. Auswirkungen hat das aber nicht nur auf die alltägliche Kommunikation zwischen Freunden, sondern auch auf die Liebe, genauer: die schriftlichen Liebesbeweise. Kann heutzutage überhaupt noch von Liebesbriefen die Rede sein? Weiterlesen
Fundstück: Chip Kidd – Vom ersten Eindruck eines Covers
Wenn der erste Eindruck stimmt, dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen. So in der Art könnte die eigene Motivationsparole lauten, vielleicht vor einem wichtigen Vorstellungsgespräch oder der ersten Verabredung. Dass der erste Eindruck auch für Bücher enorm wichtig ist, das weiß Chip Kidd als einer der berühmtesten Cover-Designer am besten: Was nicht gut aussieht, wird auch nicht gelesen. Der US-Amerikaner ist in Reading, Pennsylvania geboren (wenn das mal kein Clou des Schicksals ist…) und gestaltet seit fast drei Jahrzehnten die Buchgesichter. Sein wichtigstes Werk: Michael Crichtons Roman „Jurassic Park“. Nicht nur das Buch machte den schwarzen T-Rex prominent, auch die daran anknüpfenden Filme, die den Schattendino für das Logo einkauften, machten ihn zum Star seines Jahrgangs. (Erneut zu sehen beim Sequel „Jurassic World“, seit heute in den deutschen Kinos.) Wie er zu seinen berühmten Buchcovern kommt, damit hält Chip Kidd nicht hinter dem Berg. Im Gegenteil: Auf einer der berühmten TED-Konferenzen erzählt er anschaulich und mit etwas eigenwilligem Humor davon, was ein gutes Buchcover ausmacht.
Fundstück: Buchgestaltung im digitalen Zeitalter
Was bedeutet der digitale Wandel in Hinblick auf das Verlegen von Printprodukten, die Lesekultur und die Gestaltung von Büchern? Diesen Fragen geht das Projekt Edition Umbruch – eine Publikation nach, das seit dem 21.05. auf der Crowdfunding-Plattform Startnext läuft. Initiatorinnen des Projekts sind die vier Masterstudentinnen des Studiengangs Design der HAW Hamburg Laura Asmus, Luzia Hein, Marion Schreiber und Svenja Wamser, die in einem Masterkurs Typografie ein Buch konzipiert, kuratiert und produziert haben, das sie nun in einer limitierten Auflage von 300 Stück drucken lassen möchten. Die Publikation soll in ihrer Erscheinungsform bereits das repräsentieren, „was wohl für viele Bücher die zukünftige Rolle sein wird: hochwertige Objekte in limitierter Edition.“
Das Projekt kann noch bis zum 15.06. unterstützt werden.
Roboterjournalismus – Wenn Fakten Wörter werden

Können Roboter besseren Journalismus? Foto: John Williams CC BY-NC-ND 2.0
Es klingt, wie aus der Gedankenwelt eines George Orwell: Roboterjournalisten, die Daten sammeln, daraus Texte produzieren, sie veröffentlichen und laufend aktualisieren. Und das alles in einem gefühlten Wimpernschlag. Im vergangenen Jahr sollen mehr als eine Milliarde Meldungen von Roboterhand geschrieben worden sein – alle Medien zusammengenommen können da nicht mithalten. Die Geschwindigkeitsmaxime im Online-Journalismus bricht alle Rekorde. Weiterlesen
Fundstück: Bücherbäume
Das Bewusstsein um die Endlichkeit der natürlichen Ressourcen wird immer wichtiger. Das dachte sich auch der argentinische Verlag Pequeno Editor und veröffentlichte ein Bilderbuch, das schon den jüngsten LeserInnen das Thema Nachhaltigkeit näher bringt. „Mi Papá Estuvo en la Selva,” (“My Dad went to the Jungle”), so der Titel des Kinderbuches, erinnert daran, dass auch für die Herstellung von Büchern Bäume gefällt werden müssen. Nicht nur inhaltlich befasst sich das Buch mit den Problemen der Papierherstellung. Die LeserInnen können selbst einen Beitrag zum Umweltschutz leisten, denn das Buch lässt sich einpflanzen: in den Seiten befinden sich Samen des Jacaranda-Baumes. Zudem ist das Papier säurefrei und mit ökologischer Tinte bedruckt.
Können Emojis auch Literatur?

Bild: fill / pixabay CC0
👪 ❤ ☺️ – alle lieben Emojis. Die kleinen, bunten Bildchen sind nicht nur ausgefeilter, sondern bieten auch ein breiteres Sortiment als ihre schlichteren Vorgänger, die Emoticons. Während letztere auf die Darstellung von Emotionen beschränkt waren, lassen sich mit Emojis auch zahlreiche Gegenstände, Aktionen oder Ereignisse ausdrücken. Aus der elektronischen Kommunikation – insbesondere über Chat-Dienste wie WhatsApp – oder aus den Sozialen Medien wie Facebook, Twitter und Instagram – sind sie derzeit kaum wegzudenken. Doch können sie auch darüber hinaus Bedeutung gewinnen, zum Beispiel in der Literatur? Weiterlesen
Fundstück: Die volle Freiheit
Auf unsplash.com werden alle zehn Tage zehn hochauflösende Fotos unter der Creative Commons Zero Lizenz zum Download bereitgestellt. Das heißt, man darf die auf der Seite angebotenen Werke kostenlos nutzen – kopieren, bearbeiten, verbreiten – und das ohne die Erlaubnis von den Urhebern oder den Betreibern der Seite einzuholen. Einfach gesagt: „Mach damit was du willst!“ Die Fotos werden in sechs Kategorien unterteilt und sind dementsprechend verschlagwortet, um die Suche nach bestimmten Motiven zu vereinfachen: Gebäude, Essen&Trinken, Natur, Objekte, Menschen und Technologie. Die Seite ist ein schönes Beispiel für die Open Culture Bewegung und den Mehrwert von Creative Commons Lizenzen im Bereich des digitalen, kulturellen Schaffens. Crew, das Unternehmen, das dahinter steckt, vertritt genau diese Philosophie und will durch Projekte wie Unsplash der Internetcommunity Tools zur kreativen Arbeit zur Verfügung stellen. Wer diesen Gedanken unterstützen und eigene Bilder gemeinfrei zur Verfügung stellen will, kann sich direkt auf der Seite registrieren.
Die Kunst des Geschichtenerzählens in 140 Zeichen

Twitters Twitter-Account. Bild: CC BY-SA 2.0 Christopher
In der letzten Woche wurde auf Twitter mehr als 19.000 mal über #TwitterFiction getweeted. Grund dafür war ein in seiner Form einzigartiges Literaturfestival, das Leser, Autoren, Verlage und Interessierte aus aller Welt zusammenführte, um die kürzeste literarische Form unserer Zeit zu zelebrieren: Tweets. Während das #TwitterFiction Festival in den USA überwiegend positive Resonanz in den Medien findet und renommierte Autoren anlockt, scheint in Deutschland ein eher kritisches Meinungsbild zur Veranstaltung und der entstehenden Twitteratur vorzuherrschen. Weiterlesen
Fundstück: Hypotheses
Seit mehr als drei Jahren gibt es das deutschsprachige Blogportal de.hypotheses.org, das internationale Mutterportal sogar schon seit sechs Jahren. Es soll Geistes- und Sozialwissenschaftler motivieren über ihre Forschungsfelder zu bloggen, ihnen kostenlos Unterstützung in technischen Fragen anbieten (zum Beispiel beim Einrichten eines neuen Blogs) und als Community zu einem größeren Leserkreis innerhalb der digitalen Welt verhelfen. Ein großer Vorteil für die Wissenschaftler ist, dass alle bei Hypotheses verzeichneten Blogs mit einer ISSN versehen werden und so von Bibliotheken als Zeitschriften erfasst und gefunden werden können. Gleichzeitig bedeutet dies auch eine Gleichberechtigung digitaler wissenschaftlicher Inhalte gegenüber ihrer analogen Entsprechungen und ist damit als Wegweiser hin zu einer neuen und zeitgemäßen Publikationspraxis zu sehen. Im April 2015 konnte de.hypotheses.org sein 1000. Blog verzeichnen.
Fundstück: Re:publica 2015 auf der Suche nach dem digitalen Kulturraum Europa
Noch mit 700 Besuchern im Jahr 2007 gestartet, hat sich der Andrang auf der Internetkonferenz re:publica im letzten Jahr fast verzehnfacht. Die nach eigenen Angaben größte Veranstaltung zur digitalen Gesellschaft Europas bringt Blogger, Netz-Aktivisten und Unternehmensvertreter zusammen. Auch in diesen Tagen erwartet die Besucher wieder ein umfangreiches Programm in Berlin. Unter dem Motto „Finding Europe“ sucht die diesjährige re:publica netzpolitische und digitalspezifische Kulturräume in Europa zu erschließen und wirbt mit einem internationalen Aufgebot von 450 Rednern aus über 45 Ländern.
Die Konferenz läuft noch bis zum 7. Mai. Für alle, die nicht mittendrin, sondern nur dabei sein können, gibt es einen eingerichteten Livestream.





