Fundstück: „The Island of Missing Trees“ von Elif Shafak

Quelle: Johanna Jendrysek

The Island of Missing Trees oder zu Deutsch Das Flüstern der Feigenbäume ist ein Roman der britisch-türkischen Autorin Elif Shafak und behandelt den Bürgerkrieg in Zypern im Jahr 1974 und dessen Folgen nicht nur für die dortige Bevölkerung, sondern auch für nachfolgende Generationen.

Der Roman wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt – ein etwas außergewöhnlicher Erzähler ist hier der Feigenbaum, der sowohl Einblicke in die Vergangenheit als auch die Zukunft gewährt. In der Vergangenheit begleiten wir unter anderem durch seine Augen das Liebespaar Kostas und Defne, ihre heimlichen Treffen in der Taverne „Zur glücklichen Feige“, die von dem schwulen Paar Yusuf und Yiorgos betrieben wird und zuletzt die Trennung des jungen Paares auf Grund des Bürgerkriegs. In der Gegenwart verfolgen wir das Leben von Ada, der Tochter von Kostas und Defne. Sie lebt mit ihrem Vater in London und spürt die Auswirkungen der Vergangenheit auch heute noch. Während ihr Vater über die Vergangenheit schweigt, versucht sie herauszufinden, was damals tatsächlich geschah.

Shafak schreibt in einem fast schon poetisch anmutenden Schreibstil und schafft es, die verschiedensten Aspekte zu thematisieren: es geht um Herkunft und Identität, Liebe und Schmerz, Glaube und Hoffnung.

Neben den Protagonisten finden sich noch einige andere liebevoll ausgearbeitete Figuren, die die Geschichte umso lesenswerter machen. Der Roman wurde im Jahr 2022 für den „Women’s Prize for Fiction“ nominiert und landete sogar auf der Shortlist.

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