Fundstück: Iran. Die Freiheit ist weiblich.

„Frau. Leben. Freiheit.“ – Dieser Satz kursiert seit nunmehr einigen Monaten im Netz und verweist auf die insbesondere für Frauen katastrophale Situation im Iran. Golineh Atais Buch Iran. Die Freiheit ist weiblich, das im Dezember 2021 erschienen ist, gewährt einen Einblick in die Zeit, bevor die Proteste in den Fokus der Öffentlichkeit rückten. Es werden die Lebensgeschichten von verschiedenen Freiheitskämpfer:innen und Aktivist:innen erzählt, die sich dazu entschieden haben, gegen die Unterdrückungen der Islamischen Republik Iran anzukämpfen, indem sie Freiheit für alle fordern.

Die im Buch thematisierten tragischen und ungerechten Schicksale der Frauen und ihrer Familien zeigen, wie sich das Leben der einst freien Frauen im Iran in den letzten Jahrzehnten gewandelt hat. Von einem Staat, in dem Frauen sorglos arbeiten und zur Schule gehen konnten, hin zu einem Staat der Unterdrückung und Verschleierung. Es wird deutlich, wie sehr das korrupte System nicht nur den Frauen, sondern allen Menschen des Landes schadet, wie Todesfälle vertuscht und Aktivist:innen eingeschüchtert und bedroht werden. Gleichzeitig erfährt man von Nächstenliebe und davon, wie Familien im Angesicht des Schreckens zusammenrücken und sich stärker vereinen als je zuvor.

Doch nicht nur der Zusammenhalt der Iraner:innen untereinander ist wichtig, auch die mediale Aufmerksamkeit aus aller Welt spielt eine bedeutende Rolle: Je mehr Aufmerksamkeit auf das Thema gelenkt wird, umso sicherer fühlen sich die Aktivist:innen dabei, Widerstand zu leisten. Wie Roya, eine der Protagonistinnen des Romans, verdeutlicht:

„Nichts ist für diejenigen, die gegen Tyrannei kämpfen, so demobilisierend, wie unsichtbar oder vergessen worden zu sein. […] Die Stärke der Verfolger liegt in ihrer Fähigkeit, die Verfolgten davon zu überzeugen, dass die Welt sie nicht hört, dass sie irrelevant sind.“ (S.298).

Und genau das Gegenteil ist der Fall. Bücher wie Iran. Die Freiheit ist weiblich helfen dabei ein mediales Interesse am Iran zu generieren und diejenigen zu sehen, die das System unsichtbar machen will.

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