Digital und wild! Zu Besuch bei edel & electric

edel_electric_Logo_CMYK1edel & electric ist das neue Digitalprojekt der Edel Germany GmbH. Als erster Teil davon ging im Oktober der gleichnamige Verlag mit vier digitalen Titeln an den Start, am 02. Dezember beginnt mit den „Electric Nights“ eine literarische Veranstaltungsreihe der besonderen Art. Digitur hat Mara Giese, Volontärin im Bereich Marketing, und Laura Sonnefeld, verantwortlich für die Kommunikation bei edel & electric und edel eBooks, in Hamburg zum Interview getroffen.

Was ist unter dem „Digitalprojekt“ edel & electric zu verstehen?

Mara: Wir verstehen uns als wilder Verlag, der für anspruchsvolle Literatur, neue Stimmen und junge Autoren steht. Das illustriert auch unser Verlagslogo – der Hirsch, das Edelwild. Im Oktober sind wir mit unserem ersten Programm online gegangen. Momentan veröffentlichen wir ausschließlich digital, das kann sich aber noch ändern.

Laura: Wir sind ein transformierendes Literaturprojekt, das immer wieder Ausschau nach Lücken und neuen spannenden Themen in der Literaturwelt hält. Wir wollen ein Heimathafen für tolle Texte und Autoren sein und einen Schritt darüber hinausgehen. Unser Blog soll eine Bühne für digitale Themen werden und die Teamzusammensetzung ist mit unserer Verlagsleiterin Karla Paul und Mara als erfolgreichen Bloggerinnen auch sehr spannend.  Im nächsten Jahr wird noch einiges passieren, das ab vom klassischen Verlag ist. Der Vorteil des Digitalen ist ja, dass man flexibel bleiben und schnell auf Bedürfnisse der Branche oder Zielgruppe reagieren kann.

Das edel & electric Team: Nadja Mortensen, Laura Sonnefeld, Christian gogic, Karla Paul und Mara Gies
Das edel & electric Team: Nadja Mortensen, Laura Sonnefeld, Christian Gogic, Karla Paul und Mara Giese

Also ist eure Zielgruppe bereits mit der digitalen Literaturwelt vertraut?

Mara: Am liebsten wollen wir natürlich alle ansprechen und begeistern, aber ich denke schon, dass unsere Zielgruppe vor allem junge Leser sind. Ein Publikum, das sowieso schon digital unterwegs ist oder sich durch unser Programm so abgeholt fühlt, dass es anfängt digital zu lesen, weil es neugierig ist auf unser Programm. Vielleicht machen wir digitale Literatur sogar etwas cooler.

Digitale Verlagsprogramme sind ja längst keine Seltenheit mehr. Was ist euer Alleinstellungsmerkmal?

Laura: edel & electric ist relativ konkurrenzlos auf dem deutschsprachigen Markt, weil der Verlag hochwertige Belletristik im eBook anbietet und so Autoren ein Zuhause geben will, die ihr Buch vielleicht eher bei einem Printverlag sehen würden. Es gibt noch keinen Verlag in Deutschland, der mit dieser Zielgruppe und -richtung digitale Literatur verlegt. Das, was Hanser Box in klein anbietet, mit Titeln bekannter Autoren, die bereits im Print vorhanden sind, versuchen wir auf unsere Art und Weise umzusetzen. Markus Heitz, einer der Autoren unserer ersten Edition schreibt eigentlich Fantasy, hat aber für uns vier politische Kurzgeschichten aus der Schublade geholt. Für Print-Verleger sind Erzählbände immer sehr schwierig in der Kalkulation, daher lassen sie sich selten darauf ein. Für uns ist das allerdings kein Problem.

Wie reagiert die Branche auf edel & electric?

Laura: Positiv gespannt, würde ich es zusammenfassen. Sie sind nicht abgeneigt und gucken interessiert zu uns rüber. Sie warten aber natürlich auch darauf, wie es sich entwickelt und was aus edel & electric wird. Bei diesen ganzen Digitalprojekten ist ja immer auch die Frage, ob der Sprung von der super Idee, die viele haben, zu einem Format, das sich trägt und weiterführen lässt gelingt. Verlage sind ja auch Unternehmen, die überleben müssen.

Das führt zwangsläufig zu der Frage: Wie geht es denn weiter?

Laura: Im Dezember wird es einen neuen Titel im Programm geben und im nächsten Jahr wird es einige Überraschungen geben, denn edel & electric ist ja nicht nur ein Verlag, sondern ein Digitalprojekt. Wir werden außerdem mit unserer Veranstaltungsreihe „Electric Nights“ starten; am 02. Dezember ist die erste Veranstaltung mit Candy Bukowski und Markus Heitz hier in Hamburg. Das Ganze soll zu einer Reihe werden, die nicht nur Lesungen bietet, sondern digitale Themen ins Analoge holt und so Vernetzung schafft. Zur Leipziger Buchmesse wird es auch viel Neues geben – lasst euch überraschen!Electric Nights

Statt klassischer Lesereihe also auch Party mit eurem Publikum?

Laura: Genau, das war eine ganz bewusste Entscheidung. Unsere erste “Electric Night“, die von ebook.de gesponsert wird, findet in einer abgerockten Hafenkneipe statt. Das passt nicht nur perfekt zu unseren Autoren, sondern auch zu uns als jungem wildem Verlag. Es soll um gute Texte und Autoren in Verbindung mit einer tollen Location und  guten Drinks gehen.

Mara, du arbeitest seit kurzer Zeit als Volontärin bei edel & electric, bist aber schon seit fünf Jahren mit deinem Blog „Buzzaldrins Bücher“ eine bekannte Buchbloggerin. Hat dir dein Blog den Einstieg in die Verlagsbranche erleichtert?

Mara: Ich habe mich sehr lange beworben und schließlich unter anderem auch durch mein Literaturblog und die damit verbundenen Aktivitäten überzeugen könnent. 2010 habe ich meinen Master in Germanistik abgeschlossen und hinterher eine Ausbildung als Social Media Managerin gemacht. Parallel dazu habe ich ein Fernstudium Journalistik begonnen. So habe ich versucht, einen Fuß in die Verlagsbranche zu bekommen und dabei gleichzeitig aber auch viele Ablehnungen bekommen. Ich hatte kein Praktikum im Verlag gemacht und mein Studium war auch nicht praxisorientiert. Mein Blog  war das erste, was ich praktisch in der Literaturbranche gemacht habe und ich glaube, dass er mir sehr viele Möglichkeiten eröffnet hat.

Überschneiden sich deine Aufgaben im Verlag mit dem, was du auch in deinem Blog machst?

Mara: Es sind natürlich ganz viele ganz neue Aufgaben dabei, ich kann aber ganz viel von dem einbringen, was ich schon immer gerne gemacht habe. Ich betreue unseren Verlagsblog und die Social Media Kanäle. Dabei stoße ich auf viel Bekanntes. Beim diesjährigen eBookCamp habe ich übrigens unseren Verlagsblog vorgestellt. Dabei ist mir nochmal bewusst geworden, was für tolle Möglichkeiten ein Blog bietet, Menschen auf uns und unsere Bücher aufmerksam zu machen: der Blog ist kostenlos, nicht abhängig von einem Algorithmus und wir können dort spannende Themen aufbereiten. Wenn ich in die Zukunft blicke, ist das Blog eine der wichtigsten Möglichkeiten, sich zu präsentieren, auch im Vergleich zu Facebook oder Instagram. Ich bin sehr froh, dass ich genau das hier machen darf!

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