Studieren in Polen – (fast) analog. Ein Selbstversuch

Mit Block und Kugelschreiber ist man an der Danziger Uni schon gut ausgestattet. Foto: Vanessa Hellwig CC0

Paulina schreibt und schreibt. Seite für Seite füllt sie ihren Collegeblock mit der heutigen Präsentation, wie immer mit dem blauen Kugelschreiber. Sie ist schnell geworden mit dem Schreiben, denn sie befindet sich mittlerweile im letzten Bachelor-Semester ihres Germanistikstudiums. Ihre Handschrift ist schön, so ordentlich und ein bisschen verschnörkelt, und manchmal frage ich mich, ob ich auch so schön schreiben könnte, wenn ich so viel Übung darin hätte. Denn was die angehenden Germanistikabsolventen an der Danziger Uni jeden Tag unfreiwillig üben ist, unter anderem, die Handschrift. Möglich macht es die wenig vorhandene Digitalisierung, die aus einem Studium in der polnischen Ostseestadt wieder richtige Handarbeit macht. An das (fast) analoge Studieren musste ich mich während meines Auslandssemesters in der Ostseestadt erst wieder gewöhnen. Weiterlesen „Studieren in Polen – (fast) analog. Ein Selbstversuch“

Nie mehr mit dem Aktenordner ins Seminar!

Das Wachstum von Online-Semesterapparaten an der Universität Duisburg-Essen (Auszug aus einer Präsentation von Frank Lützenkirchen, siehe auch: http://duepublico.uni-duisburg-essen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-42222/Workshop52a2016-10-12LuetzenkirchenSemesterapparate.pdf).
Das Wachstum von Online-Semesterapparaten an der Universität Duisburg-Essen (Auszug aus einer Präsentation von Frank Lützenkirchen, siehe: http://duepublico.uni-duisburg-essen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-42222/Workshop52a 2016-10-12LuetzenkirchenSemesterapparate.pdf).

Dass die Digitalisierung bessere Arbeits- und Erkenntnisprozesse in der wissenschaftlichen Forschung und Lehre ermöglicht, dürfte Konsens unter den „Digitur“-LeserInnen sein – und dazu gehören auch dynamische Online-Semester- apparate. Zugleich prognostiziert der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Prof. Dr. Horst Hippler, dass bald „die für ein modernes Studium unverzichtbare digitale Bereitstellung von Texten schmerzhaft eingeschränkt wird.“ Wie kann das sein? Und was kann man gegen diese Entwicklung unternehmen? Weiterlesen „Nie mehr mit dem Aktenordner ins Seminar!“

Fundstück: Netzliteratur im Archiv

Netzliteratur_Archiv_Digitur_Fundstück
Die Anforderungen bei der Archivierung von Netzliteratur sind andere als beim Buch.

Wie lässt sich Netzliteratur authentisch archivieren und verfügbar machen? Dieser Frage geht ein Forschungsteam im Rahmen des DFG-Projekts Aufbau eines Quellencorpus für die seit den 1990er Jahren entstehende Literaturgattung „Netzliteratur“ seit Januar 2013 nach. „Ziel ist der Ausbau der bestehenden Sammlung Literatur im Netz durch Aufbau eines in technischer und ästhetischer Hinsicht typologisch beispielhaften Grundstocks an Quellen.“ Im Deutschen Literaturarchiv Marbach findet am 01./02. Dezember nun der Workshop Netzliteratur im Archiv: Erfahrungen und Ergebnisse statt. Diese Veranstaltung markiert den Abschluss des auf drei Jahre konzipierten Projekts: „Im Verein von Experten und Akteuren der Netzliteratur sowie dem Projektteam werden Erfahrungen und Methodisches, Geschichte und Zukunft des digitalen Genres und seine Relevanz für die Forschung beleuchtet.“

Fundstück: Juristische Hilfe für das Forschen in der digitalen Welt

Laptop und Buch.
Bild: SCY/pixabay CC0

Mit den Digital Humanities gewinnt die quantitative Auswertung von Daten zunehmend an Bedeutung für die Geistes- und Kulturwissenschaften. Die Verwaltung von Zugriffs- und Nutzungsrechten muss neu und anders gedacht werden. Eine aktuell veröffentlichte juristische Handreichung für das Forschen in der digitalen Welt, verfasst von John Weitzmann und Paul Klimpel (iRights.Law), gibt Geistes- und KulturwissenschaftlerInnen einen Überblick über die rechtlichen Bestimmungen und Risiken im Zusammenhang mit der Veröffentlichung und Nachnutzung von Erkenntnissen und Forschungsdaten.

Fundstück: Hypotheses

Screenshot: de.hypotheses.org am 16.05.2015
Screenshot: de.hypotheses.org am 16.05.2015

Seit mehr als drei Jahren gibt es das deutschsprachige Blogportal de.hypotheses.org, das internationale Mutterportal sogar schon seit sechs Jahren. Es soll Geistes- und Sozialwissenschaftler motivieren über ihre Forschungsfelder zu bloggen, ihnen kostenlos Unterstützung in technischen Fragen anbieten (zum Beispiel beim Einrichten eines neuen Blogs) und als Community zu einem größeren Leserkreis innerhalb der digitalen Welt verhelfen. Ein großer Vorteil für die Wissenschaftler ist, dass alle bei Hypotheses verzeichneten Blogs mit einer ISSN versehen werden und so von Bibliotheken als Zeitschriften erfasst und gefunden werden können. Gleichzeitig bedeutet dies auch eine Gleichberechtigung digitaler wissenschaftlicher Inhalte gegenüber ihrer analogen Entsprechungen und ist damit als Wegweiser hin zu einer neuen und zeitgemäßen Publikationspraxis zu sehen. Im April 2015 konnte de.hypotheses.org sein 1000. Blog verzeichnen.

Fundstück: Goethe wird digital

Goethe-Statue in Leipzg. CC-BY-2.0 motograf - https://www.flickr.com/photos/motograf/
Goethe-Statue in Leipzig. CC-BY-2.0 motograf

Eine umfangreiche Online-Plattform zu Goethes Leben, Wirken und Werk entsteht künftig im Rahmen des großen Forschungsprojekts „Propyläen. Forschungsplattform zu Goethes Biographica“. In den kommenden 25 Jahren arbeiten die Klassik Stiftung Weimar, die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz gemeinsam an der Mammut-Aufgabe.  Die Plattform soll Wissenschaftlern und allen Interessierten komfortablen Zugang zu den unzähligen Briefen, Tagebucheinträgen und Gesprächsaufzeichnungen Goethes verschaffen – unter anderem auch mit digitalen Faksimiles handschriftlicher Texte.

„Die Natur des Textes selbst wandelt sich.“ Wissenschaftliches Publizieren in einer digitalen Welt

digital humanities im deutschsprachigen raum
Der Verband DHd – „Digital Humanities im deutschsprachigen Raum“

Wie kann man die Potenziale digitaler Medien für das wissenschaftliche Arbeiten optimal nutzen? Oder konkreter gefragt: Wie könnte das digitale Publizieren eine bessere wissenschaftliche Praxis fördern? Diese wichtigen Fragen, an denen weltweit viele Forscherinnen und Forscher theoretisch und praktisch arbeiten, werden auch im deutschsprachigen Raum intensiv bearbeitet. Einer der wichtigsten Akteure ist der noch junge Verband Digital Humanities im deutschsprachigen Raum, der 2012 gegründet wurde und in wenigen Wochen in Graz seine zweite Jahrestagung begehen wird.

Auf der ersten Jahrestagung, die im März 2014 in Passau stattfand, wurden verschiedene AGs eingerichtet, die sich intensiver mit wichtigen Fragen der Digital Humanities beschäftigen sollten, eine davon hat sich im letzten Jahr unter der Leitung von Dr. Thomas Stäcker (stv. Direktor der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel) zum Thema „Digitale Publikationen“ formiert. Vor wenigen Tagen hat die AG nun ihr vorläufiges Arbeitspapier zur Zukunft des digitalen Publizierens in der Wissenschaft, insbesondere in den Digital Humanities, vorgelegt, das Weiterlesen „„Die Natur des Textes selbst wandelt sich.“ Wissenschaftliches Publizieren in einer digitalen Welt“

Plagiatsplattformen als Avantgarde? Zur Zukunft des digitalen Publizierens in den Geisteswissenschaften

Screenshot Videos DHd2014
Kontroverse Diskussionen bei der ersten
Konferenz des DHd in Passau

„Historic man may turn out to have been literate man. An episode.“  Marshall McLuhan, 1953

Die Potenziale der digitalen Medien für das geisteswissenschaftliche Arbeiten werden immer stärker genutzt und reflektiert. Ein guter Beleg für diese Veränderungen ist der Verband Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd), Weiterlesen „Plagiatsplattformen als Avantgarde? Zur Zukunft des digitalen Publizierens in den Geisteswissenschaften“

Über ein neues Wissenschaftsfeld: Humanities gone digital

Schwierige Frage: What is Digital Humanities? CC-BY-NC-SA 4.0 Linda Englisch
Schwierige Frage: What is Digital Humanities?
CC-BY-NC-SA 4.0 Linda Englisch

Digital Humanities, kurz DH – für viele ein fremder Begriff oder vielleicht einer aus der Kategorie: „Hab‘ ich schon mal irgendwo gehört.“ Es würde sich also anbieten, hier mit einer knackigen Definition aufzuwarten. Doch da wird es bereits knifflig. Die Frage, was die Digital Humanities denn nun sind, füllt einige Bücher; nicht zuletzt wird das Thema bei Twitter und bei Fachkonferenzen heiß diskutiert. Weiterlesen „Über ein neues Wissenschaftsfeld: Humanities gone digital“