Fundstück: Poesie im Internet

Welt­tag der Poe­sie; pixabay CC0

Seit dem Jahr 2000 gilt der heu­ti­ge Tag als „Welt­tag der Poe­sie”. Vor nun zieb­zehn Jah­ren leg­te die UNESCO also den 21.03. als Datum fest. Seit­dem sol­le an die­sem Tag an die Viel­falt des Kul­tur­guts Spra­che und an die Bedeu­tung münd­li­cher Tra­di­tio­nen erin­nert sowie der inter­kul­tu­rel­le Aus­tau­sch geför­dert wer­den  – wenn das kei­ne gute Gele­gen­heit ist, sich mal anzu­schau­en, was das Inter­net im Hin­bli­ck auf poe­ti­sche Wer­ke so zu bie­ten hat. Aus die­sem Grund ist an die­ser Stel­le die mit dem Grim­me Online Award prä­mier­te Inter­net­platt­form Lyrik­li­ne zu emp­feh­len. Dort las­sen sich Gedich­te im Ori­gi­nal­ton, Ori­gi­nal­text und in deut­scher Über­set­zung fin­den. Dar­un­ter befin­den sich Gedich­te aus aller Welt: Ins­ge­samt wer­den 10.000 Gedich­te von mehr als 1.100 Dich­tern auf knapp 70 Spra­chen prä­sen­tiert. Für Poe­sie­lieb­ha­ber lohnt sich der Bli­ck auf das welt­weit größ­te Online-Portal für zeit­ge­nös­si­sche Dich­tung also alle­mal!

Fundstück: Nachtaktiv

Seit August 2013 findet das Online-Event statt, diese Woche gab es die 38. Auflage. Bild: © Schreibnacht.de, http://jennifer-jaeger.com/wp-content/uploads/2015/05/quadratischschreibnachtlogo051.jpg

Die­se Woche fand die 38. Auf­la­ge des Online-Events statt. Bild: © Schreibnacht.de, Jen­ni­fer Jäger

Ein­mal ein Buch schrei­ben” — die­ser Vor­satz steht auf der All-Time-Favourite-Liste der Lebens­zie­le sicher­li­ch ganz weit oben. Doch die Muße, sich wirk­li­ch ein­mal hin­zu­set­zen und zu schrei­ben, haben nur weni­ge. Oft­mals fehlt auch im All­tag zwi­schen Uni, Arbeit und Sozi­al­le­ben schlicht und ein­fach die Zeit. Dem will die Initia­ti­ve Schreib­nacht ent­ge­gen­wir­ken: Alle paar Wochen ruft sie dazu auf, sich end­li­ch ein­mal Zeit zum Schrei­ben zu neh­men. Zwar schreibt jeder für sich in den eige­nen vier Wän­den oder an sei­nem Lieb­lings­platz, doch wie in einer Schreib­werk­statt schrei­ben letzt­li­ch doch alle gemein­sam. Seit August 2013 ent­ste­hen so von 20 Uhr abends bis 3 Uhr nachts Kurz­ge­schich­ten, Bücher oder Haus­ar­bei­ten, die son­st ger­ne vor sich her­ge­scho­ben wer­den.

Der Clue dahin­ter? Jede Stun­de gibt es eine neue Auf­ga­be oder Fra­ge­stel­lung, die den Auto­rin­nen und Auto­ren beim Wei­ter­schrei­ben hel­fen soll und so der Schreib­blo­cka­de kei­ne Chan­ce lässt. Und auch zwi­schen­durch kön­nen die Schrift­stel­le­rin­nen und Schrift­stel­ler sich im Forum und auf Twit­ter aus­tau­schen, um gemein­sam Ide­en zu dis­ku­tie­ren oder um sich gegen­sei­tig zu moti­vie­ren. Für die Zeit zwi­schen den Schreib­näch­ten gibt es das Schreibnacht-Magazin, das mit aller­lei Tipps und Tricks bei der Ent­ste­hung des Wer­kes hilft. Um mit­zu­ma­chen, kann man sich ein­fach kos­ten­los auf der Sei­te anmel­den.

Für ein herzliches Willkommen!

Cover - Willkomen! Blogger schreiben für Flüchtlinge

Der Erlös  des E-Books wird an „Blog­ger für Flücht­lin­ge” gespen­det.

Bren­nen­de Asyl­be­wer­ber­hei­me, Atta­cken von rech­ten Mobs auf ver­ängs­tig­te Flücht­lin­ge und die AfD, die als angeb­li­che „Alter­na­ti­ve” für „besorg­te Bür­ger” Hass und Ängs­te gegen die „Frem­den schürt, zeich­nen ein düs­te­res Bild deut­scher ‚Will­kom­mens­kul­tur‛. Dass es aber auch Men­schen gibt, die mit Herz­lich­keit und gro­ßem Enga­ge­ment auf die Hil­fe­su­chen­den zuge­hen, zei­gen die bewe­gen­den und auf­rüt­teln­den Tex­te des E-Books Will­kom­men! Blog­ger schrei­ben für Flücht­lin­ge. Dar­in räu­men die Auto­ren mit Vor­ur­tei­len auf, bezie­hen Stel­lung gegen Ras­sis­mus und Frem­den­hass und erzäh­len vor allem ganz per­sön­li­che, rea­le Geschich­ten von Flucht und Nächs­ten­lie­be. Einen Ein­bli­ck gibt die­se Rezen­si­on ergän­zend zur Erläu­te­rung des Pro­jekts in unse­rem Bei­trag Mit digi­ta­ler Kraft für Soli­da­ri­tät und Nächs­ten­lie­be. Wei­ter­le­sen

Mit digitaler Kraft für Solidarität und Nächstenliebe

Foto von Leander Wattig

Die digi­ta­le Zusam­men­ar­beit mün­de­te erst nach der Ver­öf­fent­li­chung von „Will­kom­men! Blog­ger schrei­ben für Flücht­lin­ge” in ein per­sön­li­ches Auf­ein­an­der­tref­fen (von links nach rechts fron­tal sicht­bar: Frank O. Rud­koffsky, Katha­ri­na Ger­hardt und Niko­la Rich­ter). Foto: Lean­der Wat­tig

Hun­der­te Tex­te sam­meln sich unter dem Hash­tag #Blog­ger­Fu­er­Flu­echt­lin­ge und erzäh­len Geschich­ten über Flucht und Angst, berich­ten aber auch von über­wäl­ti­gen­der Hilfs­be­reit­schaft. Ein sechs­köp­fi­ges Her­aus­ge­ber­team hat die­se gesich­tet, die bes­ten aus­ge­wählt und zusam­men mit pas­sen­den Zeitungs- und Online­ar­ti­keln in digi­ta­ler Kol­la­bo­ra­ti­on zu einem E-Book zusam­men­ge­stellt. Mit der Antho­lo­gie Will­kom­men! Blog­ger schrei­ben für Flücht­lin­ge hal­ten sie geleb­te Will­kom­mens­kul­tur fest und machen sie für alle Leser auch außer­halb der Blog­ger­welt sicht­bar. Wei­ter­le­sen

Schreiben und Lesen auf Wattpad: 7 Fragen an den Autor Xinon Sero

Die Wattpad-Benutzeroberfläche, Bild: CC BY-SA 4.0 Johanna Böhnke

Die Wattpad-Benutzeroberfläche, Bild: CC BY-SA 4.0 Johan­na Böhn­ke

Das digi­ta­le Zeit­al­ter gibt Lese­be­geis­ter­ten kos­ten­los Zugang zu einer Viel­zahl an Geschich­ten. Gleich­zei­tig haben auch Auto­ren immer mehr Mög­lich­kei­ten, ihre Wer­ke an ein Publi­kum zu brin­gen. Die Platt­form Watt­pad ver­bin­det gen­au die­se Aspek­te. Auto­ren kön­nen hier Kurz­ge­schich­ten, Fan Fic­tions und sogar gan­ze Bücher in Kapi­tel­ab­schnit­ten online stel­len und sie damit Mil­lio­nen von Lesern welt­weit kos­ten­los anbie­ten. Mit mehr als 40 Mil­lio­nen Nut­zern ist Watt­pad das größ­te Netz­werk die­ser Art. Längst sind auch Ver­la­ge auf die Platt­form auf­merk­sam gewor­den und suchen hier nach Talen­ten. Denn was auf Watt­pad gut ankommt, kann auch in Buch­form zum Erfolg wer­den. Das bes­te Bei­spiel dafür ist die ame­ri­ka­ni­sche Auto­rin Anna Todd, die mit ihrer Fan-Fiction-Reihe „After“ zur Band One Direc­tion seit Mona­ten nicht mehr von den Bestseller-Tischen der Buch­hand­lun­gen weg­zu­den­ken ist.

Wei­ter­le­sen

Fundstück: quatschen.de

quatschen

Bild: www.quatschen.de

quatschen.de ist ein krea­ti­ves Netz­werk vor allem für Mana­ger und Füh­rungs­kräf­te, die sich gemein­sam mit ande­ren Unter­neh­mern auch schwie­ri­gen The­men mit Locker­heit und ganz ohne Druck nähern möch­ten. Denn „Quat­schen ist die Spra­che der Men­schen im Digi­ta­len Wan­del”.

Es geht um Aus­tau­sch, Kom­mu­ni­ka­ti­on und Koope­ra­ti­on — und das Gan­ze unter dem Gesichts­punkt der Krea­ti­vi­tät und Kunst. Auf die­se Wei­se soll Wis­sen geteilt und dabei Inspi­ra­ti­on geför­dert wer­den. Das Pro­jekt umfasst den Rat­ge­ber „quatschen.de — Gestal­ten mit Wor­t­en”, der vor­aus­sicht­li­ch im Mai 2016 als Print­me­di­um erhält­li­ch sein wird sowie eine Web­site, auf der Käu­fer des Buches ver­linkt wer­den kön­nen und sich so mit­ein­an­der ver­net­zen.

Erinnerung in der Netzliteratur

Im Inter­net geht es oft schnel­ler, inter­ak­ti­ver und dyna­mi­scher zu als in den „tra­di­tio­nel­len“ Medi­en. Kon­zep­te wie Dau­er­haf­tig­keit, Lang­le­big­keit und auch Erin­ne­rung schei­nen mit die­sen media­len Vor­aus­set­zun­gen eher im Wider­spruch zu ste­hen. Aber wohin führt die­ser Wider­spruch auf der künst­le­ri­schen Refle­xi­ons­ebe­ne der Netz­li­te­ra­tur? Gibt es dort neue Mög­lich­kei­ten, Erin­ne­run­gen dar­zu­stel­len und sie zu pro­du­zie­ren? Und was ist eigent­li­ch die­se Netz­li­te­ra­tur? Digitur-Redakteurin Kris­ti­na Pet­zold hat ihre Mas­ter­ar­beit zu die­sem The­ma in eine inter­ak­ti­ve Prä­sen­ta­ti­on ver­wan­delt. Sie kann sowohl als durch­gän­gi­ges Video als auch durch Wei­ter­kli­cken ange­schaut wer­den.