Online-Journalismus – von Bezahlschranken und AdBlockern

Bahnübergangsschild als Sinnbild für Bezahlschranken im Online-Journalismus.
Bezahlschranken oder Paywalls sollen Online-Journalismus finanzieren. Bild: CC0 pixabay.com

Immer häufiger treffen Internet-NutzerInnen bei journalistischen Online-Angeboten auf sogenannte Bezahlschranken oder Paywalls. Dass für qualitativ hochwertigen Journalismus langfristig funktionierende Bezahlmodelle gefunden werden müssen, liegt auf der Hand. Aus Sicht der Medienunternehmen verstärken zudem abnehmende Abo-Zahlen im Printbereich die Notwendigkeit, mit den Online-Angeboten Geld zu verdienen („Paid Content“). Wir haben uns einmal angeschaut, welche Finanzierungsmodelle es bei deutschen Online-Zeitungen bereits gibt und wie sie angenommen werden. Weiterlesen „Online-Journalismus – von Bezahlschranken und AdBlockern“

Adieu 2016 – wir sind bereit für 2017

Adieu 2016 – Jahresrückblick Digitur
Adieu 2016 – Wir sind bereit für 2017! Digitur wünscht allen LeserInnen einen guten Rutsch ins Neue Jahr (Bild: Pixabay CC0)

Ein #postfaktisches Jahr geht zu Ende – ein trauriges für den Journalismus auf der ganzen Welt. Noch so eins brauchen wir nicht. Während Worte wie „Lügenpresse“ und „FakeNews“ die deutsche Medienlandschaft bestimmten, zahlreiche Journalisten in der Türkei verhaftet wurden und das polnische Parlament die Pressefreiheit massiv einschränkte, erhielt Bob Dylan den Literaturnobelpreis. Macht diese Wahl 2016 auch zu einem traurigen Jahr für die Literatur? Weiterlesen „Adieu 2016 – wir sind bereit für 2017“

Fundstück: Altes Format in neuem Glanz – Lena Dunhams Lenny Letter

Bildschirmfoto 2016-12-18, Feministischer Newsletter: http://www.lennyletter.com
Dear Lennys… Auszug aus dem 64. Lenny Letter. Inhalt: www.lennyletter.com

Lena Dunham – bekannt als Drehbuchautorin, Produzentin, Regisseurin und Hauptdarstellerin der HBO-Serie Girls – verhilft mit ihrem Lenny Letter dem verstaubten Newsletter-Format zu neuem Glanz. Vor über einem Jahr feierte das feministische Magazin unter anderem mit einem Interview mit Hillary Clinton sein Debüt und flattert seitdem zweimal wöchentlich kostenlos ins Email-Postfach der AbonnentInnen. Geboten wird eine bunte Mischung aus Politik, Mode, Literatur und gesellschaftskritischen Themen, in deren Zentrum Frauen aus unterschiedlichen Bereichen und mit verschiedenen Hintergründen zu Wort kommen. Unkonventionell und erfrischend machen das digitale Newsletter-Magazin neben den Beiträgen unterschiedlichster Formate (vom Interview über das Essay bis zur Kurzgeschichte oder dem Gedicht) und interessanten Gastautorinnen wie Michelle Obama oder Julianne Moore auch die individuellen Illustrationen verschiedener Künstlerinnen zu jedem Artikel. Mit über 500.000 AbonnentInnen ist der Lenny Letter zwar kein Geheimtipp mehr, aber vor allem in Deutschland noch nicht der breiten Masse bekannt. Reinschauen lohnt sich, denn neben Themen-Tagen wie dem Music Monday oder dem Lit Thursday gehört zum Portfolio des Projekts mittlerweile auch ein Podcast; Gerüchte über eine Kurzfilm-Serie machen die Runde. Und wer Lena Dunhams und Jenni Konners Arbeit kennt, den wird nicht wundern, dass im Lenny Letter kein Blatt vor den Mund genommen und auch unbequeme Themen in den Fokus gerückt werden. Abonnieren könnt ihr hier.

Das goldene Zeitalter der Fake-News

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Die rasante Verbreitung von Fake-News im Netz; Foto: pixabay, CCo.

Cannabis sei in Deutschland legal, Obama Muslim und Flüchtlinge allesamt Massenvergewaltiger – Fake-News wie Übertreibungen, Gerüchte oder schlechtweg Lügen verbreiten sich rasend schnell – vor allem wenn sie Ängste schüren, auf Empörung stoßen oder Verwunderung auslösen. Gerade nach An- schlägen oder Katastrophen kursieren innerhalb weniger Minuten erschütternde, vermeintliche Bilder des Geschehens – das Netz agiert mit einer ungemeinen Geschwindigkeit. Weiterlesen „Das goldene Zeitalter der Fake-News“

Fundstück: Paderkind – urbane Storys aus studentischer Hand

Online-Magazin Paderkind
Foto: Paderkind.

Was passiert eigentlich wirklich in meiner Stadt – kulturell, aber auch menschlich? Eine Gruppe von Studierenden der Medienwissen-schaften an der Universität Paderborn hat sich diese Frage gestellt und mit Paderkind das erste reine E-Magazin der Stadt gegründet. In den monatlich erscheinenden Ausgaben soll die Stadt in all ihren Facetten gezeigt werden. Es geht also nicht um idyllische Beschönigungen, sondern um authentische Erzählungen von und für Paderborn. Wer dort geboren, aufgewachsen oder zugezogen ist, hinreisen möchte oder einfach interessiert an dem Lifestyle einer Stadt ist, kann das Online-Magazin ab Dezember kostenlos erwerben. Das Leben in der eigenen Stadt reflektieren und aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten: frisch, urban, digital – von solchen Ideen wünschen wir uns mehr!

Der digitale Zeitungskiosk

CC BY-NC-SA 4.0 Ina Westermann
CC BY-NC-SA 4.0 Ina Westermann

Man gehe in seinen Lieblingskiosk, wähle eine Zeitschrift aus, reiße den Feuilleton-Teil heraus, wähle eine weitere und entferne die Sportseiten, suche eine dritte aus, der man die Kolumne entreiße. Was in der realen Welt wohl für schräge Blicke und mit Sicherheit für Wutanfälle seitens des Kioskbesitzers sorgen würde, ist in der digitalen Welt möglich und könnte bald zu einer neuen Form des Zeitunglesens werden. Denn vor knapp zwei Monaten startete der digitale Zeitungskiosk „Blendle“ in Deutschland.

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Roboterjournalismus – Wenn Fakten Wörter werden

Können Roboter besseren Journalismus? Foto: John Williams CC BY-NC-ND 2.0
Können Roboter besseren Journalismus? Foto: John Williams CC BY-NC-ND 2.0

Es klingt, wie aus der Gedankenwelt eines George Orwell: Roboterjournalisten, die Daten sammeln, daraus Texte produzieren, sie veröffentlichen und laufend aktualisieren. Und das alles in einem gefühlten Wimpernschlag. Im vergangenen Jahr sollen mehr als eine Milliarde Meldungen von Roboterhand geschrieben worden sein – alle Medien zusammengenommen können da nicht mithalten. Die Geschwindigkeitsmaxime im Online-Journalismus bricht alle Rekorde. Weiterlesen „Roboterjournalismus – Wenn Fakten Wörter werden“

Fundstück: Büchermachen in digitalen Zeiten

Digitale Literatur gestalten
Digitalisierung und Gestaltung

Das Buch verschwindet nicht. Vielleicht wird es durch den Druck der digitalen Konkurrenz sogar schöner. Dieser These geht Joachim Büthe im Deutschlandfunk nach. In seinem Feature „Textverarbeitung – Über das Büchermachen in digitalen Zeiten“ spricht er mit VerlegerInnen, GestalterInnen und AutorInnen, die die Digitalisierung als Anlass nehmen, die Qualitäten des Buches neu zu bestimmen.

Die verschiedensten Einblicke in die Buchmacherei scheinen vor allem zu zeigen, dass die rivalisierenden Medien keine Gegner sein müssen. Das digitale Publizieren emanzipiert sich zunehmend von der klassischen Buchkultur. Zugleich können E-Books Einfluss darauf nehmen, wie Bücher gedacht und gemacht werden. Im Podcast zum Nachhören.

Fundstück: schreibstation

schreibstation Bloggerin Verena (Foto: Cindy Ruch)
schreibstation Bloggerin Verena Simon (Foto: Cindy Ruch)

Mit der schreibstation betreibt die Buchwissenschaftsstudentin Verena einen Literaturblog der besonderen Art. Sie sucht und findet Literatur auf unterschiedliche Weise und entwickelt sie in ihren Kategorien zu eigenen Formaten weiter – es sind zum Beispiel Songtexte und Interviews mit Musikern (in der Kategorie „sound so“), Impressionen vom Unterwegssein, unterfüttert mit literarischen Verweisen und Zitaten („Haltestellen“), eigene Gedichte oder Buchbesprechungen. Hauptsache Literatur. Momentan liegt ihr Fokus dabei vor allem auf ihrer temporären Wahlheimat Kopenhagen.