Adieu 2016 – wir sind bereit für 2017

Adieu 2016 – Jahresrückblick Digitur

Adieu 2016 – Wir sind bereit für 2017! Digi­tur wünscht allen Lese­rIn­nen einen guten Rut­sch ins Neue Jahr (Bild: Pixabay CC0)

Ein #post­fak­ti­sches Jahr geht zu Ende – ein trau­ri­ges für den Jour­na­lis­mus auf der gan­zen Welt. Noch so eins brau­chen wir nicht. Wäh­rend Worte wie „Lügen­pres­se“ und „Fake­News“ die deut­sche Medi­en­land­schaft bestimm­ten, zahl­rei­che Jour­na­lis­ten in der Tür­kei ver­haf­tet wur­den und das pol­ni­sche Par­la­ment die Pres­se­frei­heit mas­siv ein­schränk­te, erhielt Bob Dylan den Lite­ra­tur­no­bel­preis. Macht die­se Wahl 2016 auch zu einem trau­ri­gen Jahr für die Lite­ra­tur? Wei­ter­le­sen

Fundstück: Altes Format in neuem Glanz – Lena Dunhams Lenny Letter

Bildschirmfoto 2016-12-18, Feministischer Newsletter: http://www.lennyletter.com

Dear Len­nys… Aus­zug aus dem 64. Len­ny Let­ter. Inhalt: www.lennyletter.com

Lena Dun­ham – bekannt als Dreh­buch­au­to­rin, Pro­du­zen­tin, Regis­seu­rin und Haupt­dar­stel­le­rin der HBO-Serie Girls – ver­hilft mit ihrem Len­ny Let­ter dem ver­staub­ten Newsletter-Format zu neu­em Glanz. Vor über einem Jahr fei­er­te das femi­nis­ti­sche Maga­zin unter ande­rem mit einem Inter­view mit Hil­la­ry Clin­ton sein Debüt und flat­tert seit­dem zwei­mal wöchent­li­ch kos­ten­los ins Email-Postfach der Abon­nen­tIn­nen. Gebo­ten wird eine bun­te Mischung aus Poli­tik, Mode, Lite­ra­tur und gesell­schafts­kri­ti­schen The­men, in deren Zen­trum Frau­en aus unter­schied­li­chen Berei­chen und mit ver­schie­de­nen Hin­ter­grün­den zu Wort kom­men. Unkon­ven­tio­nell und erfri­schend machen das digi­ta­le Newsletter-Magazin neben den Bei­trä­gen unter­schied­lichs­ter For­ma­te (vom Inter­view über das Essay bis zur Kurz­ge­schich­te oder dem Gedicht) und inter­es­san­ten Gast­au­to­rin­nen wie Michel­le Oba­ma oder Juli­an­ne Moo­re auch die indi­vi­du­el­len Illus­tra­tio­nen ver­schie­de­ner Künst­le­rin­nen zu jedem Arti­kel. Mit über 500.000 Abon­nen­tIn­nen ist der Len­ny Let­ter zwar kein Geheim­tipp mehr, aber vor allem in Deutsch­land noch nicht der brei­ten Mas­se bekannt. Rein­schau­en lohnt sich, denn neben Themen-Tagen wie dem Music Mon­day oder dem Lit Thurs­day gehört zum Port­fo­lio des Pro­jekts mitt­ler­wei­le auch ein Pod­cast; Gerüch­te über eine Kurzfilm-Serie machen die Run­de. Und wer Lena Dun­hams und Jen­ni Kon­ners Arbeit kennt, den wird nicht wun­dern, dass im Len­ny Let­ter kein Blatt vor den Mund genom­men und auch unbe­que­me The­men in den Fokus gerückt wer­den. Abon­nie­ren könnt ihr hier.

Das goldene Zeitalter der Fake-News

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Die rasan­te Ver­brei­tung von Fake-News im Netz; Foto: pixabay, CCo.

Can­na­bis sei in Deutsch­land legal, Oba­ma Mus­lim und Flücht­lin­ge alle­samt Mas­sen­ver­ge­wal­ti­ger – Fake-News wie Über­trei­bun­gen, Gerüch­te oder schlecht­weg Lügen ver­brei­ten sich rasend schnell – vor allem wenn sie Ängs­te schü­ren, auf Empö­rung sto­ßen oder Ver­wun­de­rung aus­lö­sen. Gera­de nach An- schlä­gen oder Kata­stro­phen kur­sie­ren inner­halb weni­ger Minu­ten erschüt­tern­de, ver­meint­li­che Bil­der des Gesche­hens – das Netz agiert mit einer unge­mei­nen Geschwin­dig­keit. Wei­ter­le­sen

Fundstück: Paderkind – urbane Storys aus studentischer Hand

Online-Magazin Paderkind

Foto: Pader­kind.

Was pas­siert eigent­li­ch wirk­li­ch in mei­ner Stadt – kul­tu­rell, aber auch mensch­li­ch? Eine Grup­pe von Stu­die­ren­den der Medienwissen-schaften an der Uni­ver­si­tät Pader­born hat sich die­se Fra­ge gestellt und mit Pader­kind das ers­te rei­ne E-Magazin der Stadt gegrün­det. In den monat­li­ch erschei­nen­den Aus­ga­ben soll die Stadt in all ihren Facet­ten gezeigt wer­den. Es geht also nicht um idyl­li­sche Beschö­ni­gun­gen, son­dern um authen­ti­sche Erzäh­lun­gen von und für Pader­born. Wer dort gebo­ren, auf­ge­wach­sen oder zuge­zo­gen ist, hin­rei­sen möch­te oder ein­fach inter­es­siert an dem Life­sty­le einer Stadt ist, kann das Online-Magazin ab Dezem­ber kos­ten­los erwer­ben. Das Leben in der eige­nen Stadt reflek­tie­ren und aus ver­schie­de­nen Blick­win­keln betrach­ten: fri­sch, urban, digi­tal – von sol­chen Ide­en wün­schen wir uns mehr!

Der digitale Zeitungskiosk

CC BY-NC-SA 4.0 Ina Westermann

CC BY-NC-SA 4.0 Ina Wes­ter­mann

Man gehe in sei­nen Lieb­lings­ki­osk, wäh­le eine Zeit­schrift aus, rei­ße den Feuilleton-Teil her­aus, wäh­le eine wei­te­re und ent­fer­ne die Sport­sei­ten, suche eine drit­te aus, der man die Kolum­ne ent­rei­ße. Was in der rea­len Welt wohl für schrä­ge Bli­cke und mit Sicher­heit für Wut­an­fäl­le sei­tens des Kiosk­be­sit­zers sor­gen wür­de, ist in der digi­ta­len Welt mög­li­ch und könn­te bald zu einer neu­en Form des Zei­tung­le­sens wer­den. Denn vor knapp zwei Mona­ten star­te­te der digi­ta­le Zei­tungs­ki­osk „Blend­le“ in Deutsch­land.

Wei­ter­le­sen

Roboterjournalismus — Wenn Fakten Wörter werden

Können Roboter besseren Journalismus? Foto: John Williams CC BY-NC-ND 2.0

Kön­nen Robo­ter bes­se­ren Jour­na­lis­mus? Foto: John Wil­liams CC BY-NC-ND 2.0

Es klingt, wie aus der Gedan­ken­welt eines Geor­ge Orwell: Robo­ter­jour­na­lis­ten, die Daten sam­meln, dar­aus Tex­te pro­du­zie­ren, sie ver­öf­fent­li­chen und lau­fend aktua­li­sie­ren. Und das alles in einem gefühl­ten Wim­pern­schlag. Im ver­gan­ge­nen Jahr sol­len mehr als eine Mil­li­ar­de Mel­dun­gen von Robo­ter­hand geschrie­ben wor­den sein – alle Medi­en zusam­men­ge­nom­men kön­nen da nicht mit­hal­ten. Die Geschwin­dig­keits­ma­xi­me im Online-Journalismus bricht alle Rekor­de. Wei­ter­le­sen

Fundstück: Büchermachen in digitalen Zeiten

Digitale Literatur gestalten

Digi­ta­li­sie­rung und Gestal­tung

Das Buch ver­schwin­det nicht. Viel­leicht wird es durch den Druck der digi­ta­len Kon­kur­renz sogar schö­ner. Die­ser The­se geht Joa­chim Büt­he im Deutsch­land­funk nach. In sei­nem Fea­ture „Text­ver­ar­bei­tung — Über das Bücher­ma­chen in digi­ta­len Zei­ten” spricht er mit Ver­le­ge­rIn­nen, Gestal­te­rIn­nen und Auto­rIn­nen, die die Digi­ta­li­sie­rung als Anlass neh­men, die Qua­li­tä­ten des Buches neu zu bestim­men.

Die ver­schie­dens­ten Ein­bli­cke in die Buch­ma­che­rei schei­nen vor allem zu zei­gen, dass die riva­li­sie­ren­den Medi­en kei­ne Geg­ner sein müs­sen. Das digi­ta­le Publi­zie­ren eman­zi­piert sich zuneh­mend von der klas­si­schen Buch­kul­tur. Zugleich kön­nen E-Books Ein­fluss dar­auf neh­men, wie Bücher gedacht und gemacht wer­den. Im Pod­cast zum Nach­hö­ren.

Fundstück: schreibstation

schreibstation Bloggerin Verena (Foto: Cindy Ruch)

schreib­sta­ti­on Blog­ge­rin Verena Simon (Foto: Cin­dy Ruch)

Mit der schreib­sta­ti­on betreibt die Buch­wis­sen­schafts­stu­den­tin Verena einen Lite­ra­tur­blog der beson­de­ren Art. Sie sucht und fin­det Lite­ra­tur auf unter­schied­li­che Wei­se und ent­wi­ckelt sie in ihren Kate­go­ri­en zu eige­nen For­ma­ten wei­ter – es sind zum Bei­spiel Song­tex­te und Inter­views mit Musi­kern (in der Kate­go­rie „sound so“), Impres­sio­nen vom Unter­wegs­sein, unter­füt­tert mit lite­ra­ri­schen Ver­wei­sen und Zita­ten („Hal­te­stel­len“), eige­ne Gedich­te oder Buch­be­spre­chun­gen. Haupt­sa­che Lite­ra­tur. Momen­tan liegt ihr Fokus dabei vor allem auf ihrer tem­po­rä­ren Wahl­hei­mat Kopen­ha­gen.

Digital ist besser”

Dirk von Gehlen (Foto: Gerald von Foris)

Dirk von Geh­len (Foto: Gerald von Foris)

… war Dirk von Lowt­zow (Toco­tro­nic) schon 1995 bewusst. Anno 2015, zwan­zig Jah­re spä­ter, weiß auch Otto Nor­mal­ver­brau­cher die Wich­tig­keit des digi­ta­len Kos-mos zu schät­zen. Aber die Hin­ter­grün­de der Digi­tal­kul­tur, des digi­ta­len Schrei­bens, blei­ben den meis­ten Inter­net­nut­zern ver­bor­gen. Dem ver­sucht Dirk von Geh­len, Jour­na­list, Autor (Mash-Up; Eine neue Ver­si­on ist ver­füg­bar) sowie Lei­ter von ‚Soci­al Media/Innovation‘ bei der Süd­deut­schen Zei­tung, ent­ge­gen­zu­wir­ken.
In einer Video­kon­fe­renz, die am 4. Febru­ar 2015 im LuM-Seminar „Lite­ra­tur in digi­ta­len Medi­en“ von Dr. Tho­mas Ern­st statt­fand, beschäf­tigt sich Dirk von Geh­len mit der Bedeu­tung des Online-Schreibens. Wei­ter­le­sen

Neue Perspektiven im Journalismus: Vom Scrollytelling zum Newsgame

Screenshot aus "Believe in"

Screen­s­hot aus „Belie­ve in”

Nicht nur die Lite­ra­tur ver­än­dert sich durch die Digi­ta­li­sie­rung, son­dern auch für den Jour­na­lis­mus bre­chen neue Zei­ten an. Wäh­rend zu Beginn der Bericht­erstat­tung im Inter­net vor allem die Aktua­li­tät im Vor­der­grund stand, setzt sich nun die Erkennt­nis durch, dass es im Kampf um die Auf­merk­sam­keit gut erzähl­te Geschich­ten braucht.

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